Forum: Wirtschaft
Roboterproduzent: Politik fürchtet Kuka-Verkauf nach China
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Wirtschaftsminister Gabriel und EU-Kommissar Oettinger sind offenbar gegen einen Verkauf des Roboterherstellers Kuka an den chinesischen Midea-Konzern. Ein europäischer Eigentümer wäre ihnen lieber.

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famd 30.05.2016, 22:29
20. Ausverkauf - wir haben fertig...

Schlüsseltechnologien, Kronjuwelen unserer Wirtschaft? Seit Jahren gehen mittels Kauf von Mehrheitsbeteiligungen (auch über Hedgefonds) viele Firmen in den ausländischen Besitz - obwohl hier noch gern produziert wird. VW konnte sich bisher davor retten - die wären ansonsten längst eingestampft. Die Besitzer/Investments kommen aus allen Ländern der Welt - die erwirtschafteten Gewinne fließen nicht in die Firmen zurück - nur das nötigste für Ausrüstung u. Technik um Gewinn zu machen und danach wird abgestoßen. Vorhandene Patente werden somit gleich mit kassiert. Der Witz an der Sache ist, man nimmt gern auch noch Fördermittel der EU o. der betreffenden Landesregierungen vorher mit, auch Lohnsubventionen werden gern mitgenommen - ansonsten mit der Ansage, dann den Betrieb gänzlich zu verkaufen oder zu liquidieren. Die Bundesregierung hat diesem Treiben ja ab 2004 über das Investment-Modernisierungsgesetz zugestimmt, indem sie das Agieren von ausländischen Hedgefonds (über die BaFin) hier per Gesetz zugelassen haben. Unser Gabriel braucht keine dicke Augen bekommen, seine Partei hat erheblich ja Mitschuld an dieser Entwicklung des Verkaufs des Tafelsilbers. Der Schaden sind nicht nur vernichtete Top-Betriebe und Belegschaften - oft wollte man Technologien und Patente auf dieser Masche ergaunern, um im Ausland die Konkurrenz zum Weltmarktführer zu machen (z.B. Pharmakonzerne, Maschinenbau, Elektronik). Wenn man es genau nimmt, gibt es nur noch 10% Betriebe in absolut deutscher Hand. An unsere Politik sei gesagt: Wir haben fertig...

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AxelSchudak 30.05.2016, 22:37
21. Gleiches Recht für alle...

Wir sollten also gegenüber Chinesischen Firmen dasselbe Recht anwenden, dass Sie gegenüber deutschen (oder europäischen) Firmen in Sache Übernahme von Spitzentechnologie anbieten.

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karl-der-gaul 30.05.2016, 22:59
22.

Was ist den "cutting edge" on Roboter? Es gibt hunderte von Roboter Herstellern. Das Geheimnis ist in Sensor Technologie und die kauft Kuka sowieso von anderen. Dann mischt man intelligentes programmieren ein, kann man irgendwo kaufen per Specs. Ich glaube die Chinesen kaufen einen Haufen von nichts.

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yael.schlichting 30.05.2016, 23:02
23. Ein Kurs in Industriepolitik in Frankreich?!

Vielleicht sollte Gabriel mal in Frankreich nachfragen, wie man mit so einer Situation richtig umgeht. Vielleicht kann er ja ein paar Millionen dafür locker machen, daß Kuka an ABB verschenkt werden kann?

Naja, immerhin scheint Gabriel bemerkt zu haben, daß das freie Spiel der Märkte nicht immer im Interesse Deutschlands ist.

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Frust67 30.05.2016, 23:24
24. China braucht uns nicht - nur unser Technologie

Heute können wir noch nach China exportieren. Wenn China, mit den Ressourcen an Arbeitskräften und Fachleuten, die Technologie auch noch Frei-Haus geliefert bekommen, dann werden Sie uns in 10 Jahren platt machen - Das Sie ihre eigenen Interessen gnadenlos durchsetzten, zeigen sie täglich im Umgang mit ihren Nachbarn.
Mag sein, dass es für den einen oder anderen Manager von extremen Vorteil ist an die Chinesen zu verkaufen, für Deutschland wird es definitiv nicht der Fall sein.
Das Geschwafel von Freier Marktwirtschaft nutzen alle nur dann, wenn den anderen Blockade vorwerfen wollen. Ob Amerikaner, Engländer oder Franzosen - alle schützen Ihre Wirtschaft mit allen Mitteln - offensichtlich oder hinter verschlossenen Türen.

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rmuekno 30.05.2016, 23:57
25. Wäre kanz einfach

man müsste nur den Mut haben gesetzlich Grundlagen zu schaffen, sowas zu verbieten. Z.B. deutsches Anteilseigner müssen mindestens 60% haben oder so.

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cherrypicker 31.05.2016, 00:25
26. Gefährlich naiv

Da die Autoindustrie in Deutschland eine solche Schlüsselrolle spielt, ist es grob fahrlässig, solches Know-how an ein Land zu geben, das seine strategischen Machtinteressen so dermaßen selbstbewusst verfolgt wie China.

Im Zweifelsfall sollte der deutsche Staat lieber selber den Laden kaufen, aber das kommt ja im Ideengepäck der neoliberalen "Wirtschaftselite" nicht vor.

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Saturn48 31.05.2016, 00:30
27. Noch einen Grund mehr

diese Supermänner und Sprücheklopper nicht mehr zu wählen. Die haben Ahnung von Wirtschaft wie ein Ochs von der spanischen Sprache.

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kalanak 31.05.2016, 01:17
28. Sigi hat was dagegen?

Da staune ich dann doch. Handelt es sich etwa um einen uns unbekannten Sigmar Gabriel? Also um einen "Volkvertreter", der was gegen den Ausverkauf der BRD hat oder ist es doch ein eher bekannter Minister, den ein Kartellamt nicht interessiert und der sich einfach über das Kartellamt hinwegsetzt? Wahrscheinlich wurde dem "Herrn" noch keine lukrative Offerte gemacht?

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weltgedanke 31.05.2016, 02:17
29.

Das können wir sehr wohl.

1. können Tagelöhner in China keine Kuka-Roboter bauen, wenn das in Deutschland schon nicht geht.

2. ist kulturelle Prägung eine viel stärkere Kraft, als viele denken.
Niemand kann einfach mal zu einem romantischen Franzosen werden, bloß weil er Frauen beeindrucken will.
Genauso können die Chinesen auch nicht einfach zu deutschen Ingenieuren werden, bloß weil die Partei sich das wünscht.

3. steht Deutschlands Marktmacht nicht primär auf Geheimniskrämerei, sondern auf einem komplexen Geflecht aus sozialen, politischen, wirtschaftlichen und individuellen Faktoren, die unsere Innovationskraft, Effizienz und Qualität garantieren.

4. verlegt eine höhere Wirtschaftskraft in China nicht nur Arbeitsplätze dorthin, sondern schafft auch substanziell Nachfrage nach Made in Germany. http://de.statista.com/statistik/daten/studie/152360/umfrage/deutsche-exporte-nach-china/ Es werden also auch Arbeitsplätze in Deutschland gehalten oder neu geschaffen.

5. hängt alles mit allem zusammen. Indem wir qualifizierten jungen Chinesen verbieten, einfach hier einzuwandern und hier zu arbeiten, wie wir es ja leider tun, sorgen wir gleichzeitig für einen Wettbewerbsvorteil chinesischer Unternehmen, weil sie keine marktüblichen Gehälter zahlen müssen. Protektionistische Politik hat nicht immer den Effekt, den man sich davon erhofft.

6. ist der Kauf einer Firma erst einmal nur eine riesige Ausgabe, selbst wenn sie floriert. Sie profitabel und mit stabilem Wachstum weiterzuführen, ist nicht so einfach, wie man als Laie denken mag. Wenn man sich doof anstellt, ist das ganze Geld weg. Jemand, der es geschafft hat, so viel anzuhäufen, dass er sich Kuka leisten kann, wird schlau genug sein, um aufzupassen. Ein Eigentümerwechsel mit einem unbedachten Wechsel der Firmenkultur kann in kurzer Zeit dazu führen, dass das viel beschworene Know-How einfach kündigt. Dessen Träger sind in der Regel ja nicht die, die viel Angst haben müssen, keinen neuen Arbeitsplatz zu finden.

7. ist Konkurrenzdruck einfach wichtig, um das Beste aus allen herauszukitzeln, zum Wohler aller. Das mögen Sie zwar als Bedrohung empfinden, aber es führt eben auch dazu, dass Sie heute viel billiger einkaufen können als vor 50 Jahren. http://www.spiegel.de/wirtschaft/service/kaufkraft-analyse-drei-minuten-arbeiten-fuer-ein-bier-a-691529.html
Wenn die Chinesen noch effizienter sein können als wir Deutschen, bloß weil sie eine Firma einkaufen, die wir vorher schon jahrelang hatten, dann gebührt ihnen in erster Linie einfach mal Respekt. Dann sollten wir von unserem hohen Ross heruntersteigen und von ihnen lernen anstatt ihnen vorzuwerfen, dass sie von uns lernen wollen.

8. wird seit Jahrzehnten lamentiert, dass Produzieren in Deutschland zu teuer sei und mit anderen nicht konkurrieren könne und dass die Globalisierung eine riesige Gefahr ist. Praktisch stehen wir immer besser da. Die Mehrzahl der Staaten würde wohl auf der Stelle mit uns tauschen. Wir sollten uns auf unsere Stärken besinnen und weiterhin den Anspruch haben, die besten Produkte herzustellen. Was Besseres bleibt uns eh nicht übrig.

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