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Römische Verkehrsbetriebe: Das verlotterteste Unternehmen Europas
DPA

Fast 600 Busse existieren nur auf dem Papier, Gewerkschafter sammeln 111.000 Freistunden und Milliarden Euro verschwinden im Nichts. Die römischen Verkehrsbetriebe sind kaum zu sanieren - ein neuer Chef versucht es trotzdem.

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wiesenflitzer 22.06.2016, 14:53
40. Ich sags ja immer

Geld ist (fast) überall in Mengen vorhanden. Dass Länder, Kommunen und Gemeinden pleite sind liegt (auch) an der nahezu unfassbaren Gier und Korruption aller Beteiligten. Ich staune immer wieder wie lange sich solche Geflechte halten. Wenige bedienen sich in kaum vorstellbarem Ausmaß am Geld des Volkes.
Die menschliche Gier ist wirklich unermesslich und überall vorhanden; egal ob im letzten afrikanischen Busch oder einer (scheinbar) westeuropäischen Demokratie, überall das gleiche Dilemma.

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g3898224 22.06.2016, 15:59
41. Römische Geschichte

Zitat von wjsteiner
Habe am 22. Januar 2016 in Rom versucht, U-Bahn Tickets zu kaufen. Zwei der drei Automaten waren defekt, der dritte konnte den neuen 10-Euro Schein nicht erkennen (Station Manzoni). Zwei U-Bahn Linien in einer 2,5-Millionenstadt - wie peinlich. Im Vergleich zu London, Rom oder auch Berlin dritte Liga. Von Städten wie Seoul ganz zu schweigen. Aufwachen, Rom!
Das mit den Ticketautomaten ist sicherlich zurecht ärgerlich, aber ist mir selber auch schon im Großraum Frankfurt öfters genauso gegangen, dass keiner der Automaten am Bahnhof funktionierte.

Natürlich hören sich 2 U-Bahn Linien nach wenig an, aber Rom hat aber auch 3 U-Bahn Linien seit 2006. Selbstverständlich immer noch wenig für eine solche Großstadt, aber wenn Sie bei Bauarbeiten gefühlt alle 10 Meter auf archäologischen Überreste treffen, die dann erst untersucht werden müssen, können Sie das einfach nicht mit Berlin & Co vergleichen.

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Olaf 22.06.2016, 16:17
42.

Zitat von af17555
Es ist einfach blödsinn, was Sie schreiben, Herr Redakteur. Ich war letztes Jahr in Rom und fand den ÖPNV recht angenehm. Es gab keine schmutzigen Busse und auch keine überfluteten U-Bahnen trotz zum Teil heftiger Schauer. Auch war Alles einigermaßen pünktlich, was man von der DB nicht immer behaupten kann.
Wir waren zuletzt 2012 in Rom und ich sehe das ähnlich. Wir sind viel mit dem Bus gefahren und eigentlich war da nichts anders, als in anderen europäische Metropolen wie London oder Paris auch, was Busse und Pünktlichkeit betrifft.

Einen großen Unterschied zu Deutschland aber gab es und den möchte ich hier auf jeden Fall erwähnen.

Meine Frau hat eine Gehbehinderung und wirklich jedesmal, wenn wir in einen vollbesetzten Bus stiegen sprang sofort jemand auf und hat ihr seinen Platz angeboten.

Das kannten wir aus Deutschland überhaupt nicht und ich möchte das hier erwähnen und den Italienern einfach mal dafür danken, dass sie es auch im Chaos schaffen Mensch zu bleiben.

Genau wie der Verkehrspolizistin, die eine der belebtesten Kreuzungen im Zentrum Roms solange sperrte, bis wir die Straße überquert hatten, weil die Länge der normalen Grünphase nicht für uns ausreichte.

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markus_wienken 22.06.2016, 17:40
43.

Zitat von Olaf
Wir waren zuletzt 2012 in Rom und ich sehe das ähnlich. Wir sind viel mit dem Bus gefahren und eigentlich war da nichts anders, als in anderen europäische Metropolen wie London oder Paris auch, was Busse und Pünktlichkeit betrifft. Einen großen Unterschied zu Deutschland aber gab es und den möchte ich hier auf jeden Fall erwähnen. Meine Frau hat eine Gehbehinderung und wirklich jedesmal, wenn wir in einen vollbesetzten Bus stiegen sprang sofort jemand auf und hat ihr seinen Platz angeboten. Das kannten wir aus Deutschland überhaupt nicht und ich möchte das hier erwähnen und den Italienern einfach mal dafür danken, dass sie es auch im Chaos schaffen Mensch zu bleiben. Genau wie der Verkehrspolizistin, die eine der belebtesten Kreuzungen im Zentrum Roms solange sperrte, bis wir die Straße überquert hatten, weil die Länge der normalen Grünphase nicht für uns ausreichte.
Also in Frankfurt, Mainz und Dortmund wo ich mich des öftren aufhalte erlebe ich es regelmäßig, dass jemand für ältere oder behinderte Personen seinen Platz ohne Aufforderung umgehend anbietet.
Und wenn ich mal beruflich oder privat in Deutschland anderswo unterwegs bin eigentlich auch.

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spon-facebook-10000015195 22.06.2016, 17:40
44. Recht hat er...

Waren vor 2 Jahren über Silvester in Rom. Einen Eingang in die U-Bahn zu finden ist schwer, da teilweise keinerlei Kennzeichnung vorhanden ist, ob das jetzt eine U-Bahn Station oder der Eingang in die Kanalisation ist. Die U-Bahn Stationen sind absolut abenteuerlich - überall lose Kabel, dreckig, aber Hauptsache Musikbeschallung. Taktung der Züge liegt bei 5-20 Min. - man nimmt es nicht so genau. Die Züge selbst komplett mit Graffiti besprüht - es war kein Fleck mehr vom Originallack zu sehen. Im Zug sehr dreckig. Der Oberhammer war jedoch, dass der Zugverkehr in der Silvesternacht einfach eingestellt wurde. So was in einer Weltmetropole???

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TS_Alien 22.06.2016, 17:41
45.

Bei VW suchen sie auch nach Millionen sauberen Dieselmotoren, die es nicht gibt.

In jedem Land gibt es Unternehmen, die genauso schlimm sind wie die römischen Verkehrsbetriebe. Die Wahrscheinlichkeit dafür ist hoch, wenn die Politik mitmischt. Die Laiendarsteller aus der Politik schaffen es in solchen Firmen immer, Personen mit keinerlei Sachkenntnis auf wichtige Posten zu bringen. Auf die Dauer verträgt das keine Firma.

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vegeta73 22.06.2016, 19:13
46. @44. - auch in Paris gibt es keine Metro in der Nacht

es gibt aber bestimmt Nachtbusse in Rom wie in jeder Ital. Grosstadt.
ich bin in der Schweiz aufgewachsen, bin Schweizerbund habe 21 Jahre in Italien gelebt und gearbeitet. Ich finde Italien funktioniert viel besser als sein Ruf und vorallem immer besser. Dauerte früher eine Briefzustellung eine Ewigkeit ist es heute so normal wie irgendwo sonst auch. Zum Verkehr. Der lokale regionale Verkehr muss aufgebessert werden. Langstrecken Verbindungen sind erstklassig und den deutschen weit überlegen.

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Olaf 22.06.2016, 21:09
47.

Zitat von markus_wienken
Also in Frankfurt, Mainz und Dortmund wo ich mich des öftren aufhalte erlebe ich es regelmäßig, dass jemand für ältere oder behinderte Personen seinen Platz ohne Aufforderung umgehend anbietet. Und wenn ich mal beruflich oder privat in Deutschland anderswo unterwegs bin eigentlich auch.
Sicher kommt das vor, aber wir beiden leben ja nun über 50 Jahre in Deutschland und da gibt es einfach Unterschiede in der Freundlichkeit im Verhalten gegenüber Menschen mit Behinderungen im Vergleich zu Frankreich oder Italien, dass muss ich einfach mal so feststellen.

Was hier die Ausnahme ist, ist in diesen Ländern die Regel. In größeren Gebäuden oder Sehenwürdigkeiten, die keine öffentlichen Aufzüge haben, passiert es z.B. immer wieder, dass Angestellte von sich aus auf meine Frau zugehen und ihr anbieten mit einem Lift zu fahren, der irgendwo versteckt war und nicht für die Öffentlichkeit vorgesehen ist.

Das ist in Deutschland noch nie vorgekommen.

Was aber auch damit zusammenhängt, dass wir in Deutschland Probleme haben wildfremde Menschen einfach mal höflich anzusprechen und dieser sich nicht gleich auf die Füße getreten fühlt.

Da haben wir einfach Probleme.

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maartenk. 22.06.2016, 21:37
48. Verlottert...?

Immerhin stehen im Straßenbahnbereich über 50 TAS-Straßenbahnen (Baujahre 1948/ 49) zuverlässig im täglichen Einsatz. In Duisburg zum Beispiel hat der örtliche Verkehrsbetrieb die aus den 80er/ 90er-Jahren stammenden Straßenbahnen in den letzten Jahren dermaßen verkommen lassen, dass jetzt fast die Hälfte des Bestandes abgestellt ist und auf einigen Abschnitten ein den Fahrgästen nur schwer zumutbarer Busersatzverkehr eingerichtet wurde. Die Chefetage kassiert davon ungeachtet weiterhin ihre Spitzengehälter.

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