Forum: Wirtschaft
Rückgang im August: Deutsche Exporte schrumpfen unerwartet stark
Mohssen Assanimoghaddam / DPA

Schlechte Nachrichten aus einem Sektor, auf den früher stets Verlass war: Der Außenhandel treibt die deutsche Wirtschaft nicht mehr an, im August sind die Exporte sogar stärker gesunken, als Experten prognostiziert hatten.

dirk.resuehr 10.10.2019, 09:26
1. Expertenlogik

Man ist sich einig, die internationalen Handelskonflikte beeinflussen den Export und die Konjunktur. Man ist sich einig, dass der Staat perSchulden mehr investieren soll. Werden dadurch dann die Handelskonflikte beseitigt?
Ganz eindeutig nicht. Da besteht kein Zusammenhang. Es geht also um die Binnenkonjunktur, also Infrastruktur und Konsum. Das kann man auch ausformulieren.

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spaceagency 10.10.2019, 10:07
2. Seit Jahren

mahnen alle internationalen Institutionen Deutschland an endlich zu investieren. Den Binnenmarkt anzukurbeln. Es könnte der Mindestlohn angehoben werden und in die lächerlich schlechte Infrastruktur investiert werden. Internet und Bahn wären da nur zwei Baustellen die es dringstens brauchen. Erst der Exportwahn dann der Sparwahn bei gleichzeitiger Riesenstaatsverschuldung krine substanzielke Verringerung der Verschuldung brachte. Abgesehen davon scherte sich Deutschland jahreland drum die Handelsüberschüsse abzubauen. Nun im Handelskrieg zahlt ganz Europa für die deutschen Extrawürste. Das ist nicht partnerschaftlich. Ich hoffe dieser Einbruch wird deutschen Politiker eine Lehre sein

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Knack5401 10.10.2019, 11:05
3. Ok,

aber diese reflexartigen Klagegesänge lassen mich mittlerweile kalt. Wenn ich schon lese "führende deutsche Wirtschaftsforschungsinstitute".

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hannesmann 10.10.2019, 11:45
4.

Immer das Rumgejammere wegen der Probleme der hochsubventionierten Exportindustrie.

Hätte man im Zusammenhang mit dem Klimapaketchen die CO2 Abgabe soweit erhöht und die Pendlerpauschale in der alten Höhe beibehalten, dass man genug Geld gehabt hätte um die EEG Umlage für alle Verbraucher abzuschaffen, würde die Kaufkraft bei den privaten Verbrauchern und den kleinen und mittelständischen Betrieben ansteigen. Das würde der Konjunktur sicher guttun und Deutschland weniger abhängig von den riskanten Weltmärkten machen.

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artur.d 10.10.2019, 13:59
5. Die Unternehmen sollen ihre fetten Spareinlagen rausrücken!

Zitat von hannesmann
Immer das Rumgejammere wegen der Probleme der hochsubventionierten Exportindustrie. Hätte man im Zusammenhang mit dem Klimapaketchen die CO2 Abgabe soweit erhöht und die Pendlerpauschale in der alten Höhe beibehalten, dass man genug Geld gehabt hätte um die EEG Umlage für alle Verbraucher abzuschaffen, würde die Kaufkraft bei den privaten Verbrauchern und den kleinen und mittelständischen Betrieben ansteigen. Das würde der Konjunktur sicher guttun und Deutschland weniger abhängig von den riskanten Weltmärkten machen.
Aktienrückkäufe, Strafgelder werden aus der "Portokasse" bezahlt (VW), Exportweltmeister etc. Wie geht das alles? Nur mit den mittlerweile bald 20 Jahre alten Dumpinglöhnen möglich geworden.
Da fallen EEG, Pendlerpauschale.. wenig ins Gewicht.
die eingelullten Gewerkschaft`s Bosse haben die Exportorientierung mit verursacht, ohne deren Mitwirkung wäre das niemals möglich geworden.

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dunnhaupt 10.10.2019, 19:04
6. Die offene Frage ist nur

wie man das wieder Trump in die Schuhe schieben kann, denn der ist bekanntlich immer schuld, wenn bei uns was schief geht. Was machen wir bloß, wenn es ihn nicht mehr gibt?

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Elektricman 10.10.2019, 20:52
7. Viele Unternehmen verändern die Produktion.

In der Metallbaufirma werden gerade die Arbeitsplätze umgebaut. Die Metaller können vor lauter Aufträge nicht mehr gerade Ausgucken. Die einzige Sorge, die der Chef hat, wo bekomme ich noch Arbeitskräfte her? Hm... das ist ein Problem. Er ist stolz, das er einen Lehrling bekommen hat. Von Wirtschaftskrise keine Spur! Auch mein Chef hat mich verzweifelt angeschaut und gesagt: "Mir fallen bald keine Ausreden mehr ein, denn die Aufträge müssen abgearbeitet werden und ich bin einfach zu LANGSAM !" Mein Freund ist Diplom-Ingenieur, der kann sich vor Arbeit kaum retten und in diesem Jahr braucht keiner mehr was zu bestellen, weil nichts mehr abgearbeitet werden kann. Bestellung ja aber irgendwann im nächsten Jahr kommt dann die Lieferung.
Und WO ist jetzt die Wirtschaftsriese? Vielleicht sollte die Autoindustrie besser wirtschaften!

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stiller-denker 10.10.2019, 21:55
8. Interpretation von Statistiken

An dieser Stelle fehlen wie jeden Monat die mathematischen Grundkenntnisse. Warum wird immer nur ein Einzelmonat interpretiert und nicht z.B. alle 8 Monate im Vergleich? Es ist doch logisch, je kürzer der Zeitraum, desto größer die Schwankungen. --- Export 2018-->2019 +0,4 Prozent (von 878,9 Mrd.€ auf 882,6 Mrd.€) --- Leistungsbilanzüberschuß 2018-->2019 +3,3 Prozent (von 159,6 Mrd.€ auf 164,9 Mrd.€) --- Man wirft Deutschland doch seit Jahren vor, daß sich durch unseren hohen Überschuß die anderen Länder immer mehr Verschulden müssen und dadurch die Target2-Salden im Ungleichgewicht sind. Damit hoch verschuldete Länder wie z.B. Italien ihre Zinsen noch bezahlen können, bleiben die Zinsen niedrig. Vermögen und die Gewinne aus den Überschüßen werden somit über die Inflationsrate wieder gesenkt, leider auch unsere private Altersvorsorge. Solange die hohen Überschüße bleiben, bleiben auch die Zinsen niedrig oder der Euro zerbricht. Am fairsten wäre es, wenn Deutschland den Euro verlässt. Dann würde bei einer starken DM unser Überschuß abrupt sinken und die anderen EU-Länder könnten bei sinkenden Arbeitslosenzahlen auch mal Schulden tilgen.

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artur.d 11.10.2019, 14:27
9. Tilgen tun sie alle

Zitat von stiller-denker
Man wirft Deutschland doch seit Jahren vor, daß sich durch unseren hohen Überschuß die anderen Länder immer mehr Verschulden müssen und dadurch die Target2-Salden im Ungleichgewicht sind. Damit hoch verschuldete Länder wie z.B. Italien ihre Zinsen noch bezahlen können, bleiben die Zinsen niedrig. Vermögen und die Gewinne aus den Überschüßen werden somit über die Inflationsrate wieder gesenkt, leider auch unsere private Altersvorsorge. Solange die hohen Überschüße bleiben, bleiben auch die Zinsen niedrig oder der Euro zerbricht. Am fairsten wäre es, wenn Deutschland den Euro verlässt. Dann würde bei einer starken DM unser Überschuß abrupt sinken und die anderen EU-Länder könnten bei sinkenden Arbeitslosenzahlen auch mal Schulden tilgen.
zumindest ist mir keiner bekannt der nicht tilgt.
Das Problem was D bei einem abrupten Austritt bekommt, ist rapid steigende Arbeitslosigkeit, folglich einbrechender Binnenkonsum der ohnehin seit Jahrzehnten aufgrund von Dumpinglöhnen schwach ist und die Schulden der Schuldner werden aufgrund der steigenden D-Mark höher(!) wobei sie eben jetzt schon Probleme mit den Rückzahlungskosten haben. Besser wäre, wie Prof Flassbeck predigt, eine jährliche Erhöhung der deutschen Löhne um 5% 10J lang ! (wenn es nicht schon zu spät ist). Das Geld haben die Konzerne!!! Damit würde unsere Wettbewerbsfähigkeit auf ein gesundes Maß reduziert und wir könnten uns mehr leisten.

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