Forum: Wirtschaft
Rücktritt von EZB-Chefvolkswirt Stark: Banker-Zoff gefährdet die Euro-Rettung

Der Euro ist in der Krise, jetzt ist es auch noch die Zentralbank: Mit Jürgen Stark tritt innerhalb kurzer Zeit der zweite geldpolitische Hardliner zurück. Wegen der Hilfen für überschuldete Staaten ist die Führungsspitze der EZB heillos zerstritten - zum Schaden der Währung.

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goethestrasse 09.09.2011, 19:57
70. Die Chance für die FDP..

..wäre, sich jetzt konsequent und glaubhaft gegen eine weitere Zahlmeisterrolle Deutschlands einzusetzen.

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Alias_aka_InCognito 09.09.2011, 19:58
71. Verschleierung und Kursmanipulation

Ich denke, der Stark hat den Mechanismus von EZB und ESM verstanden und konnte nicht mehr weitermachen, wenn er sauber bleiben wollte.

Der EZB hat im eigentlichen Sinne eine Kursmanipulation am Markt begangen, indem er grosse Mengen von PIIGS-Anleihen gekauft hat und so den Preis der Anleihen stabil zu halten und auf diese Weise die Bonität der Pleite-Länder künstlich hochzuhalten.

Der ESM soll ja auch Staatsanleihen kaufen können, aber es soll dann geheim sein, um die Märkte hinters Licht zu führen, was im Fachjargon mit "beruhigen" ausgedrückt wird.

Und das passiert alles mit dem Geld von Staaten, die noch ein AAA haben und so sich noch eine Weile finanziell über Wasser halten können, auch wenn sie sich für andere Staaten überschulden.

Für wie blöd halten diese Euroverantwortlichen den Markt und die Bürger, dieser Mechanismus ist doch mehr als offentsichtlich.
Das ist nichts weiter als eine verdeckte Transferunion.

Es sollen gute Bonitäten umverteilt werden.

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tächs 09.09.2011, 19:58
72. Nicht zu verstehen

Zitat von christiane006
es wird spannend, bereits zwei hochkarätige Banker geben auf die Eurorettung keinen Pfifferling mehr. Meine Frage: Wie möchte man dies wieder den Bürgern verkaufen? Wahrscheinlich leiden Herr Weber und Herr Stark an Wahrnehmungsstörungeh oder sind gar geistig umnachtet? Vielleicht sollte die EZB in ihrem Logo einen Zusatz tragen: Europäische Badbank.
Stark war der Einzige Deutsche im Management der EZB. Sie ist dominiert von frankophilen und mediterranen Geldprofis, die es gewöhnt sind mit Geld anders umzugehen als die Deutschen. Der Ankauf von Staatsanleihen fast bankrotter Eurostaaten ist nichts anderes als versteckte Eurobonds. Entweder war Berlin zu blöd, das zu erkennen, oder man war damit einverstanden. Wenn das der Fall ist, ist die Debatte über Eurobonds überflüssig, denn in versteckter Form existieren sie bereits. Sollte Stark mit Asmussen ersetzt werden, wird sich der Sturzflug des Eurosystems beschleunigen. Der Einzige, der in der Lage wäre, den Zockern gegen den Euro die Stirn zu bieten, wäre Josef Ackermann, kein anderer versteht soviel von Geld und Maßnahmen, eine Währung zu retten. Es ist überhaupt ein Armutszeugnis für Deutschland, dass sich der potenteste und solideste Zahler der Union, in der EZB das Szepter aus der Hand nehmen lässt. Berlin sollte keine Hemmungen haben, in Brüssel, Strassburg und Luxemburg, sowie in der EZB, die Leader- Position zu beanspruchen. Das Wohl oder Wehe des Euro hängt zum größten Teil vom Verhalten der Berliner Regierung ab. Ein hochkarätiger EZB-Chef Ackermann, der die Berliner berät, könnte den Euro bestimmt in sichereres Fahrwasser bringen.

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c++ 09.09.2011, 20:00
73. .

Zitat von vofr
Und wenn man diesen Betrag dem Eigenkapital gegenüberstellt, wird selbst einem Nichtbanker schnell klar, dass die EZB als auch die EIB in Bezug auf die Anforderungen gem. Basel II / III die rote Laterne der Bad Banks inne hat.
Die EZB ist nach wirtschaftliichen Kriterien Konkurs. Da sie aber nicht aufgelöst werden kann, werden die Mitgliedsstaaten die gigantischen Verluste der EZB bezahlen. Und Deutschland natürlich mit dem größten Anteil.

Wer die Kosten dann übernehmen muss in Deutschland, darüber muss nicht lange spekuliert werden. In SpOn steht es bereits, Deutschland wird fleißig kaputtgespart. Sei es, dass man da liest, wie massiv die Realrenten gesunken sind, sei es, dass man lesen muss, wie wegen Geldmangels die Infrastruktur vor die Hunde geht.

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Absurdistan-Veteran 09.09.2011, 20:01
74. Noch nicht gemerkt - haben wir schon

Zitat von jos777
So war in der Blütezeit des Mittelalters bis ca. 1250 die Berechnung von Zinsen für das Ausleihen von Kreditgeld von der katholischen Kirche untersagt. Das ganze Geldsystem wurde über ein verufenes Geld betrieben, d.h. das Geld wurde nach 1 Jahr etwas weniger wert, wenn man es nicht ausgegeben hatte. Somit war ein ständiger Geldfluß und indirekt Wirtschaftsboom vorhanden, was am Ende der Bevölkerung und auch den Fürsten so wie der Kirche nur Vorteile brachte. So ein zinsgeldloses System wäre vielleicht die Lösung für unsere heutigen Probleme.
Das System haben wir doch schon, bei Sparzinsen von 1,75% und einer Inflation von 2,4%.
Oder sind ihre € am Jahresende trotzdem mehr wert. Meine nicht.

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Flightkit 09.09.2011, 20:02
75. wo bekommt ihr immer nur diese Überschriften her?

"Banker-Zoff gefährdet die Euro-Rettung"

Wenn der Euro bereits an solch dürrem Faden hängt, dann hätten wir es ja bald hinter uns.

Denn der Euro ist nicht zu retten.

Die Politik, die ihn etabliert hatn führt einen verzweifelten Kampf, dies nicht einsehen zu müssen.

Bald wird man wohl Muschelgeld ein höheres Vertrauen entgegengebringen als dieser gegen den Willen der ungefragten Bevölkerung durchgetricksten Esperanto- Währung.

Die Frage ist nur noch, was alles nimmt dieser Euro mit in den Angrund? Unseren Parlamentarismus? Den Rechtsstaat? Die Börsen? Unsere Leistungsbereitschaft? Unser Wirtschaftssystem ?

Außer die Einsichtsfähigkeit von Politikern steht alles in Frage.

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meslier 09.09.2011, 20:03
76. Plan...

Zitat von an-i
Wieso, dem € geht es gut, nur den Banken nicht, da liegt das Problem. Warum wird der € so schlecht gemacht? Ist das Absicht?
Würde davon ausgehen, dass die National-Konservativen da einen Plan verfolgen.

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karmamarga 09.09.2011, 20:05
77. Das ist simpel

Zitat von katerramus
ist, warum die Aktienkurse abgegangen sind nach der Rücktrittsnachricht. Normalerweise müssten die Finanzmärkte doch frohlocken, schon wieder ein hardliner weg. Kann mich jemand schlau machen?
Die Aktien aber auch Staatsanleihen - bei denen heute die Umlaufrendite gestiegen sein müsste, wenn nicht, steigt sie noch - sind nicht Gewinner einer Inflation. Da wird verkauft, um in sichere Werte zu gehen: Gold, Silber, Immos.
http://www.faz.net/artikel/C31163/bo...-30333656.html

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weltsichtig 09.09.2011, 20:06
78. Die Schuldenjunkies haben den Schlüssel zum Tresor bekommen...

Zitat von doc 123
Weber und Stark (neben Weidenmann) sind bzw. waren doch offensichtlich die Einzigen, die Schaden von der Währung abwehren wollten. Klar dass die EZB-Mitglieder der Pleiteländer für den Aufkauf der eigenen Pleite-Anleihen stimmen.
Sehr schön formuliert das die FAZ (http://www.faz.net/-024sit):

"Weil die Zahl wirtschaftlich starker Länder schrumpft und die Schar der Schuldensünder wächst, gewinnt der Süden die Abstimmungen - und der Norden zahlt. Diese traurige Entwicklung der Geldpolitik lässt an der Wirkung jeder Kontrollinstanz in Europa zweifeln, in der die Profiteure von Transfers die Mehrheit stellen."

Nachdem ja schon die niedrigen Zinsen zur Einführung des Euro beim Club Med einen Schuldenrausch ausgelöst haben, kann sich jeder vorstellen, was passiert, wenn EuroBonds ihnen diese niedrigen Zinsen wiederbringen - vorübergehend niedrig, bis wir alle pleite sind, versteht sich.

Wir haben die Kontrolle über das Schicksal des Euro verloren und sollten so schnell wie möglich mit den anderen Nordländern eine "Nordwährung" aus der Taufe heben.

P.S.: Was passiert, wenn die "Profiteure der Transfers die Mehrheit stellen", sieht man übrigens auch schön an der aktuellen Steuererhöhungsdebatte bei der SPD...

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coco-77 09.09.2011, 20:08
79. Euroausstieg und dann ?

Sagen wir mal wir steigen sofort aus dem € aus und dann ?
Glaubt hier jemand ernsthaft irgendein europäisches Land würde dann noch seine Schulden bei uns bezahlen ?
Die lange Nase würde man uns zeigen und sonst gar nichts ...
Das ist der Preis den man zu zahlen wenn man sich auf Teufel komm raus dem Export verschrieben hat .

Unsere maximale Drohgebärde wird sein das wir unglaublich "empört" sein werden ...wie immer halt .

Auch das Merkel/Schäuble gebashe verstehe ich nicht so ganz ...Rösler/Westerwelle kann man ja nicht mal für voll nehmen... Mit Gabriel/Roth würden wir höchstens noch viel tiefer im alternativlosen Eurosumpf stecken ...

lg

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