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Rüge vom Kartellamt: Amazon will Niedrigpreiszwang für Händler abschaffen
REUTERS

Wenn ein Händler bei Amazon seine Produkte anbietet, darf er sie nirgendwo anders günstiger verkaufen. Diese Regel hat das Bundeskartellamt nun kritisiert. Die Aufseher fürchten, dass Amazon kleine Konkurrenten so aus dem Markt drängt. Das Internetkaufhaus hat bereits reagiert.

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1209er 28.08.2013, 08:53
30. Billig einkaufen, aber doppelt Steuern zahlen...

...das Bundeskartellamt hat 4.200 Händler angeschrieben und es hat nun tatsächlich geklappt, dass Amazon diese wettbewerbswidrige Klausel zurückgezogen hat. Unglaublich für mich, aber ich freue mich sehr. Als Händler zahle ich an Amazon knapp 18% des Umsatzes(!), da die Provision vom Gesamtverkaufspreis berechnet wird, aber umsatzsteuerfrei in Rechnung gestellt wird. Besonders ärgerlich dabei, dass auch die Mehrwertsteuer verprovisioniert wird, die die Händler abführen müssen. Wenn man nun hört, dass von Amazon fast keine Ertragssteuern gezahlt werden und nachdem "double-irish-with-a-dutch-sandwich"-Prinzip versteuert wird (s. Wikipedia), kann man sich vorstellen, dass der Staat die immensen Steuerausfälle kompensieren muss. Dreimal darf man raten wo er das tut und dann wundert sich der Endverbraucher, dass die Steuern steigen. Als kleiner "Händlersklave" von Amazon kann ich mich natürlich nicht gegen die Provisionen wehren, mitmachen oder gehen. Leider ist die Marktmacht von Amazon inzwischen so gewachsen, dass wir einfach nicht mehr an dieser Plattform vorbeikommen. Aber wie gesagt Spaß macht es nicht mehr, von 100 umgesetzten Euro kommen nach Steuern und Provisionen 69 Euro beim Händler an. Raten kann ich dem "mündigen" Kunden daher nur, bei den Händlern zu kaufen, die auch tatsächlich in Deutschland versteuern. In letzter Zeit stelle ich allerdings fest, dass zum Glück immer mehr Kunden die Preise in unserem Shop vergleichen. Danke für Ihr Interesse an dem Kommentar :-)

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lezel 28.08.2013, 09:01
31.

Zitat von spiekr
Ferner sollte amazon verpflichtet werden, klarer herauszustellen, dass sie bei dem o.g. nur Vermittler ist und die Arbeit vom Händler erledigt wird, der gemäß amazon Bedingungen auch noch das komplette Risiko trägt.
Soll Amazon vielleicht noch erklären, daß der Händler die Arbeit auch am Wochenende erledigt, auch bei Regen und auch wenn er Zahnschmerzen hat? Und daß er damit sieben Kinder und drei Ex-Frauen zu versorgen hat?

Und der Händler ist dann im Gegenzug verpflichtet, auf seiner Seite sehr gut sichtbar zu betonen, daß man bei Amazon ein viel größeres Angebot bekommt, außerdem geprüfte Händler und Bewertungen von Kunden, deren Bewertungen wiederum bewertet sind?

So läuft das nicht. Wenn Sie für Feinkost Feinbein werben wollen, dann tun Sie das eben. Amazon wirbt für Amazon. Das trägt zum Erfolg bei.

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Ford-Prefekt 28.08.2013, 09:36
32. den Kern benannt ...

Zitat von 1209er
... dass von Amazon fast keine Ertragssteuern gezahlt werden und nachdem "double-irish-with-a-dutch-sandwich"-Prinzip versteuert wird... .. Leider ist die Marktmacht von Amazon inzwischen so gewachsen, dass wir einfach nicht mehr an dieser Plattform vorbeikommen.
Die beiden Kernpunkte habe Sie genannt. Problem sind die Reglungen die ein solches Handeln ermöglichen. Wenn ein Kleingewerbe Rechnungen ohne Steuer ausstellen darf ist es vollkommen in Ordnung. Wenn aber eine wie von Ihnen beschriebene Abrechnung rechtens ist, ist nicht der Verbraucher der Schuldige - da hat die Politik viel Murks gemacht.

Beim zweiten Punkt ist doch zu sehen dass offenbar der Leidensdruck noch nicht hoch genug ist um dem etwas entgegen zu setzen. Nicht mal Brangenverbände wie Bitcom o.ä. schaffen es eine Alternative aufzubauen. So eine breit aufgestellte Plattform zu realisieren kostet Geld und setzt den Willen der Mitglieder zum Mitmachen voraus.
So etwas klappt noch nicht mal im Regionalen Bereich. Meckern in den Verbänden ist leicht und wird reichlich gemacht, meist auf dem Niveau ' ist alles Mist' ohne sagen zu können was genau Mist ist. Auf der anderen Seite werden Maßnahmen die nur etwas Mitarbeit erforden, z.B. ein Rundschreibenfragenkatalog zu beantworten und zurück zu senden ignoriert. Bestellplattformtest sind kläglich gescheitert. habe einiges durch ....

Bei AMAZON sind sicherlich viele Ansatzpunkte für Kritik zu finden aber das sie eine erfolgreiche Plattform aufgebaut haben die auch Gewinn macht sind wohl weniger geeignet.

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csmart48 28.08.2013, 10:56
33. optional

Da sieht man mal wieder was Amazon für ein unseriöses Unternehmen ist. Dumpingpreise auf Kosten der Angestellten und nun das. Ich würde es mir als Händler nicht vorschreiben lassen und Amazon den Vogel zeigen. Dazu noch die Provision die ich an Amazon abführen müsste. Amazon muss endlich lernen das methoden aus den USA nicht umbedingt in Deutschland ziehen. Ich kaufe schon lange nichts mehr bei Amazon. Das kann ich mit meinem Gewissen nicht vereinbaren. Ichunterstütze den Händler vor Ort. Bin selbst in einem Unternehmen gewesen was den Druck nicht mehr standhalten konnte und in Konkurs ging. Dazu weiss ich das ich dazu beitrage das die Kollegen ihren Job behalten und nicht später von Hartz IV leben müssen. Was wir bekanntermaßen mit Steuergeldern finanzieren. Ja ok. Fast alle. Es gibt schlieslich Berufsgruppen die nur kassieren und nichts zur Allgemeinheit beitragen.

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halsbeißer 28.08.2013, 11:05
34. Licht und Schatten am Amazonas

Wenn ich mich entscheide bei Amazon für einen geringfügig höheren Preis zu kaufen (was desöfteren vorkommt), dann liegt es nicht daran, dass ich dämlich wäre, sondern dass das für mich Vorteile bedeutet. Ich erspare mir die Recherche der Vertrauenswürdigkeit eines Händlers und die Zeit für einen neue Registrierung. Ich werde nicht von noch einem weiteren Händler in Zukunft ungefragt mit Werbung per Email und Brief belästigt werden. Und der größte Vorteil: Wenn etwas mit dem Artikel nicht passen sollte, kann ich ihn problemlos und ohne Diskussion zurücksenden und bekomme das Geld schon während die Rücksendung noch unterwegs ist wieder gutgeschrieben. Da kann ich von vielen anderen Händlern, mit denen ich bisher zu tun hatte, eine ganze Reihe gegenteiliger Erfahrungen berichten, wo man ewig lange hinter der Erstattung herlaufen muss. Das sind die Leute, die den Internethandel jenseits von Amazon beschädigen. Vielleicht geht doch manchem zum eigenen Vorteil noch einmal ein Licht auf, dass hier gegen den falschen Baum gebellt wird.
Abgesehen davon begrüße ich auch diese Entscheidung für die freie Preisgestaltung.

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lezel 28.08.2013, 11:39
35.

Zitat von csmart48
Da sieht man mal wieder was Amazon für ein unseriöses Unternehmen ist.
Was genau soll da unseriös sein?

Zitat von csmart48
Dumpingpreise auf Kosten der Angestellten und nun das.
Die Angestellten bekommen regelmäßig Gelegenheit, die Verträge, die sie unterschreiben, vorher zu lesen. Wer mit dem Angebot nicht zufrieden ist, sollte sich auf dem Markt nach einem marktgerechten Angebot umsehen.

Zitat von csmart48
Ich würde es mir als Händler nicht vorschreiben lassen und Amazon den Vogel zeigen. ... Ich kaufe schon lange nichts mehr bei Amazon.
Das ist das schöne an der Vertragsfreiheit. Wenn ein Händler den Eindruck hat, es sei vorteilhaft für ihn, mit Amazon zu arbeiten, dann tut er das, und sonst eben nicht. Wenn ein Käufer mit den Leistungen von Amazon zufrieden ist, dann kauft er dort, und sonst eben nicht.

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wwwwalter 28.08.2013, 12:01
36. Es geht auch anders

Zitat von halsbeißer
Wenn ich mich entscheide bei Amazon für einen geringfügig höheren Preis zu kaufen (was desöfteren vorkommt), dann liegt es nicht daran, dass ich dämlich wäre, sondern dass das für mich Vorteile bedeutet. Ich erspare mir die Recherche der Vertrauenswürdigkeit eines Händlers und die Zeit für einen neue Registrierung.
Zwei Möglichkeiten zum Gegensteuern gäbe es für unabhängige Händler, aus eigener Erfahrung kann ich folgendes beisteuern:

1. Einkauf gegen Rechnung sollte viel öfter angeboten werden, das schafft Vertrauen. Eine Bonitätsprüfung muss der Kunde dann aber akzeptieren - für den Händler kostet so eine Abfrage um 1 Euro, fällt also bei größeren Beträgen kaum ins Gewicht. Bei uns klappt es gut, die hartnäckigen und oft abzuschreibenden Zahlungsausfälle (nach der dritten Mahnung) liegen nur bei 1-2 %. Das Mahnwesen lässt sich weitgehend automatisieren, bringt aber schon einige Arbeit mit sich.

2. Ein Einkauf im Webshop sollte auch ohne Registrierung möglich sein. Die vielen Registrierungen und Passwörter nerven und verunsichern die Kundschaft. Wir haben enorm viele Doppel- und Dreifachregistrierungen und müssen Anfragen beantworten wie: ich komm nicht mehr in mein Konto rein... In unserem neuen Webshop werden wir das ändern.

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anomie 28.08.2013, 14:01
37.

Zitat von lezel
Was genau soll da unseriös sein? Die Angestellten bekommen regelmäßig Gelegenheit, die Verträge, die sie unterschreiben, vorher zu lesen. Wer mit dem Angebot nicht zufrieden.....
Mussten Sie schon einmal selber arbeiten?
Also ob sich ein Angestellter heutzutage ernsthaft aussuchen könnte, welchen Vertrag er unterschreibt.
Realitätsferner geht´s nimmer.

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lezel 28.08.2013, 14:09
38.

Zitat von anomie
Mussten Sie schon einmal selber arbeiten?
Ich möchte Sie daran erinnern, daß ich nicht Thema des Forums bin.

Wenn ich meine persönliche Karriere beschreiben will, dann nutze ich die darauf spezialisierten Portale, statt SpOn-Threads zu mißbrauchen.

Schön wäre, wenn auch Sie sich an das Thema halten würden.

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csmart48 28.08.2013, 16:37
39.

@lezel Ich muss leider dem Vorredner recht geben. Es ist ein himmelweiter Unterschied ob ich arbeiten muss oder durch einen glücklichen Umstand nicht mehr arbeiten muss. Statistisch gesehen wird ein Arbeitnehmer zu der 10 Bewerbung zum Vorstellungsgespräch eingeladen. Wenn ich mit Hartz IV single bin ohne und ohne Verpflichtungen , dann mag das ertragbar sein. Wenn ich aber eine Familie habe , kann ich nicht mehr wählerisch sein. Es macht absolut keinen spass von 374 € leben zu müssen. Telefon und Strom noch nicht abgezogen. Drpressionen werden dadurch auch gefördert die den Menschen auch arbeitsunfähig machen lassen können. Ich muss mich über ihre Argumentation doch stark wundern. Naivität möchte ich ihnen absprechen weil sie das Leben als normaler Arbeitnehmer warscheinlich nichf kennen. Zurück zu Amazon. Ein Freund von mir hatte auch mal bei Amazon im Lager gearbeitet. Er hatte sein Vertrag auslaufen lassen weil er mit Hartz IV mehr bekommt. Verheiratet ein Kind.
Der Kunde sieht immer nur tolle Preise. Das aber diese auf dem Leid anderer Aufgebaut sind, interessiert kein Mensch.

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