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Rüstungskonzern: Rheinmetall gibt Schmiergeldzahlungen zu
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"Dafür stehen wir gerade": Der Rüstungskonzern Rheinmetall hat ein Bußgeld von 37 Millionen Euro akzeptiert - für Schmiergelder, die in Griechenland geflossen sind. Der Vorstandschef gibt sich reumütig.

chrutchfield 10.12.2014, 18:51
1. Werden Schmiergelder...

...nur in den Ländern bezahlt, die was bekommen oder oder denen man etwas verkaufen will oder kann es sein, dass auch hier im Lande Schmiergeld an "Entscheidungsträger" bezahlt werden. Wird das auch mal überprüft oder geht man davon aus, dass alles seine Richtigkeit hat?

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n.nixdorff 10.12.2014, 19:28
2. Früher

waren Schmiergelder in der Tat noch als nützliche Angaben von der Steuer absetzbar. Das ist seit sehr vielen Jahren nicht mehr so und ich frage mich, welche freche Arroganz dazu gehört, das weiterhin zu tun. Rheinmetall gibt mit hoher Wahrscheinlichkeit auch nur das zu, was nicht mehr geleugnet werden kann. Ich möchte nicht wissen, wo dieser Konzern auch in letzter Zeit überall mit der Gießkanne bzw. Umschlägen nachgeholfen hat, den Wettbewerb auszuschalten.

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Zeitwesen 10.12.2014, 19:44
3. @#1

Gibts bei uns in der Politik nur selten.
Politiker wären selten dämlich "Schmiergelder" anzunehmen, das ist nämlich verboten hierzulande.
Erlaubt ist es aber dem Politiker ein fettes Pöstchen NACH seiner Amtszeit zukommen zu lassen, das ist nämlich hierzulande vollkommen legal.
Also warum sollte ein Politiker dieses Risiko eingehen wenn er sich ganz legal bestechen lassen kann.

Typische deutsche Politikerkarriere: z.B. *Zensiert* ehemaliger Verkehrsminister der sich u.a. vehement gegen ein Gesetz zur Reduzierung von CO² eingesetzt hat, im Sinne der Automobilindustrie. Danach Präsident der deutschen Automobilindustrie, sowie Vizepräsident im Lobbyverband Pro Mobilität... usw...aber darüber liest man kaum, schließlich zahlt die Autobranche auch gut für Werbeanzeigen.

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raber 10.12.2014, 19:47
4. Bestecher und Bestochene plus Bestechungsbetrag

Das wird doch wohl nicht die einzige Bestechung von Rheinmetall gewesen sein! Wo es Bestecher gibt, gibt es auch Bestochene. Wird die Information von der deutschen Staatsanwaltschaft auch automatisch an die griechische, mit Namen, abgegeben oder wie läuft so etwas ab? Leider sagt der Artikel nicht über welche Summen diese Bestechungsstrafe verhängt wurde. Somit kann man auch nicht erahnen ob es angebracht ist oder wieder nur ein Alibi-Verfahren gewesen ist.

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rotertraktor 10.12.2014, 23:04
5. Teamwork

Zitat von chrutchfield
...nur in den Ländern bezahlt, die was bekommen oder oder denen man etwas verkaufen will oder kann es sein, dass auch hier im Lande Schmiergeld an "Entscheidungsträger" bezahlt werden. Wird das auch mal überprüft oder geht man davon aus, dass alles seine Richtigkeit hat?
Das fragen Sie am besten mal die Gebrüder Kauder (beide CDU).

Während Volker Kauder als oberster Cheflobbyist von Heckler & Koch, der tödlichsten Waffenschmiede Europas, im Bundestag sitzt und dort für ungehinderte Waffenexporte sorgt, setzt sich sein Bruder Siegfried Kauder unermüdlich dafür ein, dass die UN-Richtlinien gegen Korruption hierzulande nicht umgesetzt werden - mit bestem juristischen (nomen est omen;-) Kauderwelsch.

http://de.wikipedia.org/wiki/Volker_Kauder#Waffenexporte

https://www.youtube.com/watch?v=JA1AWIq7pMg

Ein Schelm, wer sich bei diesem brüderlichen Teamwork etwas Böses denkt.

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tims2212 11.12.2014, 00:36
6. @3

Leider muss ich Sie enttäuschen. Im Gegensatz zum normalen Beamten im Finanzamt kann und darf ein Abgeordneter "Gefälligkeiten" ohne Bedenken oder Furcht vor Strafverfolgung annehmen! Weshalb dürfen denn Politiker bis zu 6 Nebenjobs haben und müssen kein Wort erklären, warum Sie als WirtschaftsMinister z.B. bei grossen Konzernen im Aufsichtsrat sitzen!? Wer sich selbst die Regeln basteln kann, macht es sich eben gemütlich!

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minsch 11.12.2014, 03:06
7.

Und was ist mit den Managern, die für die Steuerhinterziehung in Höhe von 6,5 Mio € verantwortlich sind? Werden die nicht strafrechtlich verfolgt, oder was?

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Andreas1979 11.12.2014, 07:08
8. richtigerweise hätte die Strafe

eine Schenkung sein müssen und das eingenommene Geld zum Schuldenabbau Griechenlands eingesetzt werden.

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hevopi 11.12.2014, 07:46
9. In Griechenland

gab es doch nur eine Alternative: Zahlen oder keinen Auftrag. Für mich sind die Empfänger die richtig bösen Buben, nicht die Zahler, die keinen Ausweg sehen.

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