Forum: Wirtschaft
Ruf nach Ausweitung: Junckers Märchen vom einigenden Euro
REUTERS

Schon heute ist das wirtschaftliche Gefälle zwischen den Euro-Ländern zu groß. Dennoch empfiehlt Kommissionschef Juncker eine Erweiterung der Währungszone. Eine überspannte Vision - und eine Steilvorlage für Populisten.

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sir_henry 13.09.2017, 18:49
30. Junckers "Europaeische Werte" - guter Whisky, Cognak und Wein

Juncker : (Zitat : " Er begann 1975 ein Studium der Rechtswissenschaften an der Universität Straßburg, das er 1979 abschloss. Im Februar 1980 wurde er von der Anwaltskammer vereidigt und als Rechtsanwalt zugelassen. Er übte diesen Beruf jedoch nie aus, sondern verstand sich von Anfang an als Berufspolitiker. " Juncker sollte besser den Ratschlag von N. Farage beherzigen und wenige trinken, dann kommt er nicht auf solche Schnapsideen, dass alle EU - Mitgliedsstaaten den EURO haben sollen.

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luny 13.09.2017, 18:57
31. Genau

Zitat von Paul-Merlin
Folgt man Junckers Vorschlägen dann hätten wir statt eines Griechenland-Problems dann gleich mehrere. Das Dilema, dass der EUR für Griechenland eine völlig unpassende Währung ist würde sich vervielfältigen. Für Deutschland bedeutete dies noch mehr Stützungszahlungen leisten zu müssen. Statt den EUR endlich abzuwickeln würden sich die schon heute bestehenden Probleme ins Uferlose vervielfältigen.
Hallo Paul-Merlin,

das sehe ich auch so.

Den EUR einzuführen, bevor es eine gemeinsame Wirtschafts-/
Steuer-/Sozial-/Verteidigungs-/Finanzpolitik etc. gab, war ein
gravierender Fehler.

Der Wiedervereinigungskanzler, der der EUR-Einführung zustimmte,
dachte, der EUR werde schon "alles richten".

Allerdings war er von Beginn an ein Konstruktionsfehler. Niemand
käme auf die Idee, ein Haus zu bauen und mit dem Dach anzufangen.

Als Beruhigungspille wurde damals unters Volk gestreut, daß
NIEMAND für die Schulden eines anderen EUR-Landes haften wird.
Das nannte sich NO-BAIL-OUT.

Davon will jetzt niemand mehr etwas wissen, am allerwenigsten
der nette Mann von der EZB. Herr Juncker scheint auch an
gravierenden Erinnerungslücken zu leiden.

Bei einem Beinbruch Globuli zu verordnen, hilft nicht weiter.

LUNY

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fred-vom-saturn 13.09.2017, 18:58
32. Der Steueroptimierer

Ausgerechnet Junker, der Mann der alles, alles aber auch wirklich alles dafür getan hat, das die großen Konzerne Dank der Hilfe Luxemburgs nicht die Steuer entrichten müssen, zu welcher sie eigentlich verpflichtet sind. Dieser Mann, der durch seine Taten bewiesen hat, dass er ein absoluter Antieuropäer ist dem er dafür gesorgt hat, das andere EU Staaten Milliarden an Steuereinnahmen verlieren will uns nun erzählen, das es eine gute Idee sei den ganzen klammen Rest auch noch in den Euro mit aufzunehmen. Vielleicht sollte man die Währung in Anlehnung an die italienische Lira dann Leuro nennen.

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_Mitspieler 13.09.2017, 19:03
33. Hochintelligenter Ansatz

Dann können künftig Nettoempfänger-Länder wie Polen und Ungarn ungestraft nicht nur die bisher vorhandenen EU Rechtsnormen verbiegen, sondern sie sind darüber hinaus auch noch in der Lage über weitere unangemessene Verschuldungen eine zusätzliche Risikoposition aufzubauen. Nicht zu eigenen Lasten, vielmehr zu Lasten derjenigen, die heute in der EU bereits Nettozahler sind und im Euro-Rahmen die Pluspositionen der Target-2-Salden halten. Das sind mit Abstand die Deutschen. Auch Bulgarien und Rumänien sind Lichtjahre davon entfernt, die Euro-Kriterien zu erfüllen. Was daran integrationsförderlich sein soll, bleibt mir schleierhaft. Eher erschließt sich mir der AfD-Zulauf. Beitragsleistungen und Mitbestimmung sind in der EU zugunsten kleiner Länder asymmetrisch verteilt, Leistungsempfänger können Nettozahler majorisieren. Das ist wenig solidarisch. Es gäbe in der EU wichtigere Dinge mit weniger Sprengkraft anzupacken und Lösungen zuzuführen, als das Euro-für-Alle-Fass aufzumachen. Schengenraumsicherung, Integration übergreifender Datenhaushalte, Vereinheitlichung gemeinsam genutzter Systeme und Strukturen etc..

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alfredo24 13.09.2017, 19:09
34. Die EU wird offenbar immer verrückter.

Sollte das eine oder andere Land die EU verlassen, weil die EU immer mehr Nachteile anstatt Vorteile bringt, ist es sehr schwierig. Doch deutlich schwieriger wird es noch, wenn dort auch noch der Euro als Zahlungsmittel eingeführt wäre. Zugleich könnte eine Auf- bzw. Abwertung gegenüber dem Euro nicht mehr vollzogen werden, die das Land bzw. deren Wirtschaft gerade noch retten könnte. Ich kann diese Forderung von Juncker in keinem Fall als einen Vorteil erkennen, im Gegenteil, der Euro-Raum wird immer kurioser.

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B.Buchholz 13.09.2017, 19:10
35.

Zitat von Ökofred
Bitte erhellen Sie mich: Was genau funktioniert nicht am Euro? War eben mit Euro einkaufen: Hat super funktioniert!!!
Eben. Zumal seine Kaufkraft hier viel besser steigt, als mit einer DM. Außerdem können sich Sparer über satte Zinsen und gute Planbarkeit beim Vermögensaufbau freuen, und die Griechen sowieso, weil dieselbe Währung wie in Deutschland viel flexibler für sie handhabbar ist und einen gewaltigen Aufschwung brachte.

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luny 13.09.2017, 19:11
36. Währungen

Zitat von Ökofred
Bitte erhellen Sie mich: Was genau funktioniert nicht am Euro? War eben mit Euro einkaufen: Hat super funktioniert!!!
Hallo Ökofred,

als es noch unterschiedliche Währungen gab, konnten Länder, die
ökonomisch schwächer waren, ihre Währungen abwerten, um
konkurrenzfähig zu werden.

Die Älteren unter uns erinnern sich noch an günstige Urlaube in
Griechenland, Italien, Spanien und Portugal.

Die Abwertung funktioniert mit einer Einheitswährung nicht mehr.

Also wird zu "Sparmaßnahmen" gegriffen.

Deutschland profitiert insofern, als daß der EUR im Gegensatz zur
DM zu schwach ist. Exporte werden dadurch erleichtert. Allerdings
war Deutschland auch mit der DM "Exportweltmeister".

Die EZB versucht, durch NULL-Zinsen die notleidenden EUR-Länder
zu stützen.

Im Gegenzug dazu geht die private Altersvorsorge der Deutschen
gerade über die Wupper.

Dafür steht die SCHWARZE NULL des amtierenden Finanzministers.
Schließlich sind die Zinszahlungen deutlich reduziert.

Klar können Sie mit EUR einkaufen, sofern sie noch welche in der
Tasche haben.

LUNY

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musca 13.09.2017, 19:24
37. Also Rumänien und Bulgarien

Beide sind ja schon einige Zeit EU Staaten .

Nach Herrn Junckers Ansicht sollten beide Staaten so schnell als möglich auch mal in die Euro Zone und ins Schengenabkommen noch dazu.

Herr Juncker scheint damit an der Realität in Europa aber etwas "vorbeizuleben".

Derzeit ist leider sogar zwischen Deutschland und Österreich, beide Staaten sind nun lange schon Schengenstaaten, beide Staaten sind von Beginn auch Euro Staaten , aber das Schengener Abkommen selbst zwischen Deutschland und Österreich ist derzeit mausetot.

Grenzkontrollen im Kern Europas sind seit Herbst 2015 wieder die tatsächliche Normalität und bis auf weiteres ( und auf Antrag Deutschlands selber) wird das auf unbestimmte Zeit auch verlängert werden.

Die Verkehrsprobleme und Staus in den grenznahen Regionen auf deutscher wie österreichischer Seite die mit dem Aussetzen von Schengen und den Grenzkontrollen nun mal verbunden sind und den Verkehrsstaus dazu nervt Leute beiderseits der "eigentlich" offenen Schengengrenze.

Und Herr Juncker redet in seiner einstündigen Rede zur "Lage der europäischen Union" von der Euro Einführung in Bulgarien und Rumänien und von Schengen ...


Naja, ich schreib dazu besser nichts mehr, da muß ich mich leider zu viel ärgern und zuviel Ärger ist der Gesundheit eher abträglich.

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luny 13.09.2017, 19:24
38. Die Wirtschaftskraft

Zitat von det-c
Wo hat schon jemals eine Abwertung wirtschaftliche Probleme gelöst? Wieso ist es ein Problem, wenn Griechenland und Deutschland die gleiche Währung haben? Meck Pomm und BW haben auch die gleiche Währung! Eine einheitliche Währung macht es doch viel leichter Kostenvorteile bei Gehältern, Grundstücken etc darzustellen als bei getrennten Währungen, wo immer die Gefahr von politischen Eingriffen besteht.
Hallo Det-c,

die unterschiedliche Wirtschaftskraft ist das Problem.

In Deutschland funktioniert die Nivellierung über den Länder-
finanzausgleich. Da zahlen eben Bayern und Baden-Württemberg
für Mecklenburg-Vorpommern und Berlin.

Innerhalb der EUR-Zone wurde gesagt, das würde es nicht geben.

Inzwischen ist das anders. Der nette Mann von der EZB notiert
fleißig die Target-Salden. Deutschland hat Forderungen von ca.
800 Milliarden EUR gegenüber den anderen EUR-Staaten.

Deutschland selbst hat 2,1 Billionen EUR Staatsschulden.

Oder anders ausgedrückt: Deutschland hat in die EUR-Staaten
Waren geliefert und diesen Staaten gleichzeitig einen Kredit ein-
geräumt.

Wenn der eingeräumte Kredit erst im Jahre 3095 zurückbezahlt
werden muß, wenn überhaupt, geht das EUR-Casino-Spiel weiter.

LUNY

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luny 13.09.2017, 19:37
39. 20 Jahre

Zitat von zicke-zacke
....geht schon ein bisschen auf die Nerven. Wir haben das Ding seit 20 Jahren und sind alles andere als schlecht dabei gefahren. Das gilt natürlich für Deutschland, aber auch für alle andere Euro-Länder. Ja, einschließlich Italien und Griechenland und alle anderen. Dort wurde eine hochnotwendige Haushaltsdisziplin erzwungen, die den Ländern auf die Dauer (!!) nur gut tut. Anfangsschwierigkeiten gibt es überall.
Hallo Zicke-zacke,

Ihren Enthusiasmus in allen Ehren, aber nach 20 Jahren von Anfangs-
schwierigkeiten zu sprechen, geht komplett an der Realität vorbei.

Die Maßnahmen, den EUR überhaupt noch "zu retten", werden immer
bizarrer.

Und da spricht Herr Juncker davon, noch mehr Länder in die EUR-
Zone aufzunehmen???

Fragen Sie einmal die Griechen und die Italiener, was sie so von
der Haushaltsdisziplin halten. Damit meine ich die Normalbürger.

Die "europäische Einheit" ist nach meiner Auffassung eine
politische Illusion. Die Interessen der Nationalstaaten stehen
weiterhin im Vordergrund. Da helfen auch keine politischen
Sonntagsreden, die "den Europäer" in den Vordergrund stellen.

"Den Europäer" gibt es nicht. Da hilft auch kein EUR.

LUNY

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