Forum: Wirtschaft
Russischer Discounter Mere: Billig-Attacke aus Sibirien
DPA

Der russische Supermarkt Mere verkauft in Leipzig Markenbutter für 92 Cent - Aldi verlangt mehr als zwei Euro. Wie ist das möglich?

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shotaro_kaneda 24.02.2019, 21:57
10.

Und Zitat: "Geholfen hat dem Unternehmen in den vergangenen Jahren auch die wirtschaftliche Lage in Russland: Die Realeinkommen der Menschen sind deutlich gesunken. Es gibt deshalb einen gesteigerten Bedarf nach extrem günstigen Discountern." Das gleiche trifft auch auf die unteren 50% Arbeitnehmer in Deutschland zu.

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pavel1100 24.02.2019, 21:58
11. Aller Anfang ist schwer

Ich hoffe, dass so ein Laden irgendwann auch mal in meiner Gegend aufmacht. Nicht weil ich auf Billigangebote angewiesen wäre aber als Freund der russischen Küche hoffe ich dann auch Lebendsmittel aus Russland zu finden. So gesehen wünsche ich dem Unternehmen Glück und einen langen Atem. Mit Politik hat das nichts zu tun.

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zzzzxy 24.02.2019, 22:00
12. woanders stünde

dass die armen bauern zuwenig bekommen, wenn die butter 90cent bekommen. mere toll, aldi böse?
schinken für 3,08 muss dreck sein, wo bleibt der schrei nach dem Tierwohl?
und dass die in einen ex aldi ziehen ist bestenfalls logisch: lager, infrastruktur - alles schon da. klar ist palettenschieben ohne personal günstig - null.Service, wenig arbeitsplätze.
wo ist der mehrwert?

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Moment_of_Zen 24.02.2019, 22:00
13.

Alleine wegen der tschechischen Lebensmittel würd ich da vorbeischauen wenn ich in Leipzig wohnen würde. Beste Qualität. Nun ja, fahr ja morgen eh nach Prag. Ich liebe tschechisches Essen und Lebensmittel. Wenn diese vertrackte schwere Sprache nicht wäre (Deutsch ist dagegen ne Babysprache) würd ich glatt hinziehen.

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anitawulfel 24.02.2019, 22:01
14.

Disruptiv wie Musk bei den Elektrofahrzeugen, doch weil es ein russisches Unternehmen ist, muss alles irgendwie komisch, krude, falsch sein.
Jeder, der schon mal in einer russischen Stadt war und das Stadtzentrum verlassen hat, weiß, dass man billigst in Russland einkaufen kann; der Grund, die Rentnerinnen müssen von 150 Euro im Monat leben, entsprechend ist das Angebot und ja, es ist alles ein wenig bescheidener, aber satt wird man.
Am eindrucksvollsten war für mich der Preis für Hokkaido: Prenzlauer Berg, schon gesehen für 5,90 Euro im Biomarkt, 39 Cent in den Randgebieten von St. Petersburg.

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28zwei27 24.02.2019, 22:06
15.

Zitat von jasenoster
Wenn ich mich nicht irre hat dieser „Schrott“Discounter keine 2 Wochen in der Schweiz überlebt. Wegen Lieferengpässen
Ja, richtig. Sie irren sich.
Die "Lieferengpässe" gab es kurzzeitig in der Filiale Leipzig.
Manchmal kann es helfen, wenn man mehr als nur eine Überschrift liest, und versteht.

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thecrow123 24.02.2019, 22:07
16. Armut in Deutschland gestiegen?

Zitat von RalfHenrichs
In Deutschland ist die Armut in den letzten Jahren extrem angestiegen. Da kann ein Billigstsupermarkt mit B-Ware durchaus erfolgreich sein, ähnlich der der 1-€-Läden. Mere muss dann nur hoffen, dass Deutschland nicht mal eine vernünftige Regierung bekommt, die ernsthaft die Armut in Deutschland bekämpft. Das Unternehmensrisiko ist aber sehr gering.
Wo kommen Sie denn her? Vielleicht ist das in Ihrer Region ja der Fall, in Berlin ist dem aber definitiv nicht so! Abgesehen davon: Ich sehe kein Problem darin, in solch einem Laden einkaufen zu gehen und das hat aus meiner Sicht nichts mit Armut zu tun, sonder mit der persönlichen Grundeinstellung. Eine andere Regierung (auch wenn die mir wahnsinnig viel Geld schenkte), würde daran sicher nichts ändern. Im übrigen gibt es ja, wie von Ihnen erwähnt, schon länger ähnliche und erfolgreiche Geschäftsmodelle, allerdings kaum auf Lebensmittel beschränkt. Ob die wirklich groß expandieren können, frage ich mich auch. Aber als Nischenprodukt macht sowas aus meiner Sicht schon Sinn.

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haarer.15 24.02.2019, 22:11
17.

Zitat von shotaro_kaneda
Und Zitat: "Geholfen hat dem Unternehmen in den vergangenen Jahren auch die wirtschaftliche Lage in Russland: Die Realeinkommen der Menschen sind deutlich gesunken. Es gibt deshalb einen gesteigerten Bedarf nach extrem günstigen Discountern." Das gleiche trifft auch auf die unteren 50% Arbeitnehmer in Deutschland zu.
Das ist nicht von der Hand zu weisen. Weil die Schere auch bei uns sichtbar immer weiter auseinanderdriftet, sollte man sich über diese neue Marketing-Strategie nicht wundern. Und ja - billiger geht in Deutschland immer schon gut. Gerade was Essen und Lebensmittel angeht. Allein die Anzahl der Tafeln in D ist doch beschämend genug.

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TS_Alien 24.02.2019, 22:12
18.

Solange die Qualität der Waren stimmt, ist doch alles OK. Eigentlich ist es absurd, dass Wurst mit etwas Verschnitt bereits als B-Ware gehandelt wird. Genauso sieht es mit Produkten geringerer Haltbarkeitsdaten aus. Wer eine noch drei Wochen haltbare Butter kauft, wird sie vermutlich in dieser Zeit konsumieren.

Ich wundere mich nicht, dass ein Anbieter billiger sein kann als z.B. Aldi. Viele (Marken-)Produkte haben im Preis noch Spielraum nach unten. Sonst würde Aldi damit keine Milliarden verdienen. Und auch den Herstellern geht es prächtig. Die haben sogar noch jedes Jahr Milliarden für Werbung übrig.

Es wäre sehr interessant, wenn man die Einkaufspreise der Handelsketten erfahren könnte. Dann erst wäre eine halbwegs brauchbare Einschätzung möglich, ob Konkurrenten auf dem Markt eine Chance haben oder nicht.

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bumbewasserzong 24.02.2019, 22:14
19. Herrlich

Interessant zu sehen, welche Geister westlicher Raubtierkapitalismus ohne Grenzen geweckt hat und nun verdientermaßen dadurch implodiert.

Da es Otto Normalverbraucher seit jeher egal ist, woher Produkte stammen und wer sie zu welchem Preis und unter welchen Arbeitsbedingungen produziert hat, stürmt er folgerichtig Discounter. Vollkommen schnuppe, ob der Chef des Discounters mit einer deutschen, österreichischen oder russischen Flagge wedelt. Billig kennt keine Grenzen.

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