Forum: Wirtschaft
Russischer Konzern Gazprom: Niedergang eines Gasgiganten
AFP

Gazprom wollte seinen Marktwert als erster Konzern auf mehr als eine Billion Dollar steigern - doch nun bricht die Förderung ein, und es mehren sich Forderungen, den Gasriesen zu zerschlagen. Die Geschichte eines spektakulären Niedergangs.

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Beat Adler 26.10.2015, 18:40
100. Dekarbonisierung der Weltwirtschaft

Zitat von w.diverso
sagt der Moskauer Energieanalyst Alexei Griwatsch. Ja aber von Russland selber. Außerdem macht es gar nichts, wenn Gazprom jetzt weniger verkauft. So halten nur die endlichen Vorräte länger. Und vielleicht profitiert in 10 oder 20 Jahren sogar der russische Bürger mehr von den Rohstoffreserven. Momentan landet das Geld sicher nur bei einigen Oligarchen, die jetzt schon mehr Geld haben als sie je ausgeben können.
Die Dekarbonisierung der Weltwirtschaft kommt so sicher wie das Amen in der Kirche. Erdgas im Boden hat dann keinen Wert mehr.
mfG Beat

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behemoth1 26.10.2015, 18:44
101. Putin

Zitat von nixkapital
Ist schon interessant, was Putin so drauf hat. Wenn man mal alles zusammennimmt, was der Kleine so angeblich anstellt (Ukraine einnehmen, Europakrieg vorbereiten, Türkei bedrohen, USA ärgern, die baltischen Republiken piesacken, Jagen gehen, Judo üben, Forenschreibern Texte diktieren, Putinfreunde liken, etc., etc., ), muss sein Tag schon 48 Stunden haben. Aber wahrscheinlich hat der EX-KGBler sogar die Zeit manipuliert, der Schelm...
Dieser Herr will bei den ganz Großen mitspielen und bedient sich seine alten Methoden, die er beim KGB gelernt hatte und kommt hin und wieder zu einem Punkt, aber andere, seine Gegenspieler gehen auch nicht gerade mit Samthandschuhe um, denn wenn es um die Macht geht, gibt dann gibt es kaum Spielregeln.
Ich traue beide Seiten nicht, sie alle gehen über die Menschen hinweg und glauben sich alles erlauben zu dürfen.

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säkularist 26.10.2015, 18:46
102.

Zitat von willibaldus
Nachdem Putin die Verhandlungen zwischen USA und Iran zusammen mit EU so schön zu einem Erfolg gebracht hat, zum Entsetzen der Saudis und Israels übrigens, ist mit dem Ende des Embargos gegen den Iran und einigen extra Millionen Barrel Öl auf dem Weltmarkt dauerhaft zu rechnen. Das macht relativ niedrige Ölpreise für die nächsten Jahre wahrscheinlich.
Und?
Hätten Sie lieber dass der Iran aus ökonomisch strategischen Interessen weiterhin sanktioniert wird?

Ich kann den Öl-Preis in 3 Jahren auch nicht vorhersehen. Allerdings konnte auch niemand den derzeitigen Preisverfall vorhersagen.

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willibaldus 26.10.2015, 18:46
103. Stimmt, die Saudis haben nicht verändert.

Zitat von Beat Adler
Die Saudis haben die Produktion NICHT gesteigert. Schon gar nicht auf Bitten der USA. Die schneiden sich doch nicht ins eigene Fleisch und wuergen ihr Fracking ab. 2/3 der potenteiellen landwirtschaftlichen Nutzflaeche sind in Afrika und nicht einmal zu einem Zehntel in moderner Produktion. Der Grund dafuer ist die massive UNTERbevoelkerung in 52 von 54 afrikanischen Staaten. Die blaue Kurve ist die Wahrscheinlichste in dieser Darstellung: http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/bild-1018633-276185.html Es wird nie zu einem "crash" kommen, weil das gar nicht geht. Aenderungen finden viel zu langsam statt, fuer einen "crash". Dazu sind die Trends der Aenderungen heute POSITIV: Weniger Armut. Weniger Hunger. Besseres Trinkwasser. Laengere Lebenszeit. Weniger Kindersterblichkeit. Weniger Krankheiten. etc. etc. etc. Dazu das Einsetzen der Dekarbonisierung der weltwirtschaft. In 25 bis 50 Jahren geht das Verbrennen der fossilen Energietraeger stetig aber sicher zu Ende. mfG Beat
Nur amerikanische Firmen haben zusätzlich produziert und müssen auch weiterhin den Hahn an den neuen Bohrungen offenhalten, damit die Kosten für das bohren wieder hereinkommen.
ich bin nicht ganz so optimistisch für die Zukunft der Welternährung und des Energieverbrauchs.

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chrisof 26.10.2015, 18:48
104.

die Russische Föderation und ihre gasproduzierenden Unternehmen verzichten ab 2019 auf den Gastransit durch die Ukraine.

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nixkapital 26.10.2015, 18:51
105. ...

Zitat von brucewillisdoesit
Was würden Sie denn davon halten, wenn die Bundewehr morgen zum Schutz der deutschen Minderheit in Österreich einmarschiert, und es der gewaltsam unterdrückten Bevölkerung somit ermöglicht in einer von der Bundeswehr überwachten und kontrollierten Abstimmung über den Anschluß an die Bundesrepublik zu entscheiden (was von der Österreichischen Regierung natürlich mit Waffengewalt verhindert worden wäre) ? Hmm sowas ähnliches gab es schon mal vor etwas längerem, das wurde im nachhinein aber nicht unbedingt von allen als so positv betrachtet, wie sie es da gerade tun.
Österreich ist ein schlechtes Beispiel, weil die vielleicht gleich alle überlaufen würden, inklusive der Armee. Nein, Scherz beiseite.

Moskau fühlt sich gegenüber allen Russen verantwortlich. Und die Ukraine wird sogar als die Quelle, das so genannte Kiewer Rus, bezeichnet. Also quasi der erste Staat der "Russen". Da sind also ganz andere Befindlichkeiten im Spiel, die man im ersten Ansatz nicht unbedingt verstehen muss, aber im Umgang mit Russland in Betracht ziehen sollte...

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bene_lava 26.10.2015, 18:53
106. Sie haben bedingt recht!

Zitat von willibaldus
zwischen USA und Iran zusammen mit EU so schön zu einem Erfolg gebracht hat, zum Entsetzen der Saudis und Israels übrigens, ist mit dem Ende des Embargos gegen den Iran und einigen extra Millionen Barrel Öl auf dem Weltmarkt dauerhaft zu rechnen. Das macht relativ niedrige Ölpreise für die nächsten Jahre wahrscheinlich.
Das stimmt!

Der Iran hat etwas Unerhörtes getan. Vor Kurzem noch hat der iranische Ölminister Öl und Gasexport nach Europa kategorisch ausgeschlossen. Das war die Bedingung der Russen um einer Aufhebung der Sanktionen zuzustimmen.

Der stellvertretende iranische Ölminister hat aber vor Kurzem auf einer Ölkonferenz, an der ich teilnehmen konnte verlauten lassen, dass der Iran nun doch Öl nach Europa liefern werden. Entsprechende westeuropäische Konzerne hätten die Finanizierung einer Pipeline beschlossen.

Allerdings sind die Investitionen, die der Iran benötigt enorm und liegen im hohen zweistelligen Milliardenbereich. Allerdings sind die Förderkosten derart gering, dass sich die Investition selbst angesichts des niedrigen Ölpreises noch rentiert. In 5 bis 10 Jahren können wir mit iranischem Öl rechnen.

Die hohen Förderquoten der Saudis haben übrigens nichts mit Russland zu tun sondern mit dem Iran. Es geht Saudi Arabien darum, die Investitionen in iranisches Öl unrentabel zu machen. Das wird aber wohl nicht gelingen. Es gibt ja bereits jetzt LNG Tanker am Persischen Golf.

Soviel kann man sagen: Fracking ist tot!

Ein weiterer Umstand wird aber künftig eine noch größere Wirkung auf den Ölpreis haben. Die USA werden auf URAN setzen. 100%ig

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willibaldus 26.10.2015, 18:59
107. Nein, keineswegs.

Zitat von säkularist
Und? Hätten Sie lieber dass der Iran aus ökonomisch strategischen Interessen weiterhin sanktioniert wird? Ich kann den Öl-Preis in 3 Jahren auch nicht vorhersehen. Allerdings konnte auch niemand den derzeitigen Preisverfall vorhersagen.
Wenn der Iran sich an die Spielregeln hält ist alles gut.

Dass bei einem Ölpreis über 100 Dollar pro Barrel eine Technik wie shale gas fracking rentabel wird, war abzusehen, die rasante Entwickelung nicht unbedingt.
Die Verzehnfachung des Ölpreises von ca 12 Dollar auf in der Sitze 140Dollar pro Barrel hat die Hochhäuser in den Produzentenländern wie Pilze aus dem Boden schiessen lassen. persischer Golf, Moskau, etc. während bei uns eine Stagnation zu sehen war. Die Kaufkraft ist halt woanders hin gewandert. Ich halte diese rasante Steigerung der Energiepreise seit ca 2000 für einen wichtigen Auslöser der Finanzkrise, nicht den einzigen, aber bedeutend.
Einen Ölpreis von 50Dollar pro Barrel halte ich für langfristig besser für alle. Einen moderaten Anstieg kann ich vertreten. Leider lässt sich das nicht steuern.

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Tauem 26.10.2015, 19:00
108. Die Traktate im festen Glauben

Zitat von auweia
Wie in der Einleitung beschrieben hat der SPIEGEL sich mal mit Gazprom befasst. Kurz danach ging es bergab. (...)
Mit dem Spiegel? In der Tat. Immer weniger Abonnenten, Immer weniger Leser für deren elenden social porn stories und nur noch wenige Gläubige für die allein selig machende Religion.

Gazprom stieg 1998 auf 38 DM und ich konnte meine Papiere recht gut verkaufen.

Energieelefanten sind langlebig: " Esso und Mobil waren im Jahr 1882 Teile eines einzigen Unternehmens, der Standard Oil Company, von John D. Rockefeller. 1911 ordnete der Oberste Gerichtshof der Vereinigten Staaten die Auflösung von Standard Oil an."

Heute gibt es weiter Exxon und Mobil Oil, beide mit vergoldeten Bilanzen. "Der Stürmer" hingegen hat es nur von 1923 bis 1945 geschafft. 22 Jahre. SPON wurde im Oktober 1994 gegründet. 2016 sind dessen 22 Jahre um.

"Neues Deutschland" ist auch mit der DDR mehr oder weniger eingegangen. Tendenzzeitung haben alle kein langes Leben. Im Gegensatz zur "The Times". Die war anfänglich auch ein Schmuddelblatt wie SPON. Konnte sich dann über Qualität retten. Gegründet am 1. Januar 1785 als "The Daily Universal Register", 3 Jahre später in "The Times" umbenannt.

Ich zocke nicht mehr. Aber Gazprom um 4 Euro scheint mir ein Kaufkurs zu sein, bei dem man nicht viel falsch machen kann. Eine Penny-Stock-Aktie wird die nie. Die prognostizierten Brutto-Ergebnisse pro Aktie liegen pro Jahr für 2016/17/18 bei ca. 50 Rubel each. Ein gutes Renditepapier.

Penny Stock, das sehe ich eher bei RWE und EON, die alten Ruhrbarone.

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säkularist 26.10.2015, 19:00
109.

Zitat von Beat Adler
Neue Gasfelder im oestlichen Mittelmeer vor den Kuesten Israels und Aegyptens kommen in nur 2 bis 3 Jahren in Produktion. Fast gleichzeitig mit den Feldern vor den Kuesten von Tanzania und Mosambik. Dort hat China 10 Milliarden US$ investiert. Zusammen mit dem iranischen Gas plus den klassischen Reserven rund um den persischen Golf wird es eher zu einer Ueberproduktion und zu erneutem Preiszerfall kommen, als umgekehrt. Erdgas aus Tiefsee, Fracking und der Arktis, sowie aus Sibirien wird einfach bei den Produktionskosten nicht mehr mithalten koennen. mfG Beat
Tja wer weiss,
vielleicht gibt es ja plötzlich einen saudischen Frühling, oder einen katarischen Frühling oder etwas ähnliches. Und schon sieht die Situation wieder ganz anders aus.
Demokratie- und Menschenrechts-Defizite und unterdrückte Minderheiten sind ja vorhanden, und zwar wesentlich übler als es je in Syrien oder Libyen war.

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