Forum: Wirtschaft
Russischer Konzern Gazprom: Niedergang eines Gasgiganten
AFP

Gazprom wollte seinen Marktwert als erster Konzern auf mehr als eine Billion Dollar steigern - doch nun bricht die Förderung ein, und es mehren sich Forderungen, den Gasriesen zu zerschlagen. Die Geschichte eines spektakulären Niedergangs.

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brucewillisdoesit 26.10.2015, 19:06
110.

Zitat von Beat Adler
2/3 der potenteiellen landwirtschaftlichen Nutzflaeche sind in Afrika und nicht einmal zu einem Zehntel in moderner Produktion. Der Grund dafuer ist die massive UNTERbevoelkerung in 52 von 54 afrikanischen Staaten. Die blaue Kurve ist die Wahrscheinlichste in dieser Darstellung: http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/bild-1018633-276185.html Es wird nie zu einem "crash" kommen, weil das gar nicht geht. Aenderungen finden viel zu langsam statt, fuer einen "crash".
Selbst die UN hat sich schon lange von Ihren eigenen idealistischen Vorstellungen und einer Stabilisierung der Weltbevölkerung bei 12 Mrd um 2050, die sie jahrelang propagierte verabschiedet (hier dieselben Zahlen in weniger geschönter Form: https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/5/56/World-Population-1800-2100.svg/2000px-World-Population-1800-2100.svg.png)
Die Annahme, das menschliche Verhalten würde sich kurzfristig ändern, ohne das externe Einflüße (z.B. Nahrungsmangel) dieses erforderich machen ist absurd. Hier eine Langezeitüberischt: http://visualeconsite.s3.amazonaws.com/wp-content/uploads/popgrowthsince_1500.jpg
Und sie meinen echt, das hört jetzt plötzlich gleich auf ?
Gehen wir mal vorsichtig von kurzfristig 15 Mrd aus, dann bedeutet das eine Verfünfzehnfachung der Population in ca. 150 Jahren. Sowas verträgt kein Ökosystem, vor allem nicht wenn es sich um einen Apex-Predator handelt.
Und was Afrika betrifft: kein Kontinent weltweit hat eine derartige Zunahme der Bevölkerung seit den 50ern erlebt (Nigeria allein ist schon bei ca. 120 Mio, Ägypten by ca. 80 Mio).
Wo wollen Sie denn da z.B. Getreide anbauen ? In der Sahara ? der Sahelzone ? In der Namib ? Im zu rodenden zentralafrikanischen Dschungel ?
Und was unter "Crash" zu verstehen ist wissen sie vermutlich auch, nämlich den Rückgang der Weltbevölkerung, allerdings nicht aufgrund vernünftigen, kognitiven Verhaltens, sondern aufgrund der unschönen Nebeneffekte der Überbevölkerung.
Nur jemand ohne jegliche Form mathematischen Verständnisses kann auf die Idee kommen exponentielles Bevölkerungswachstum stelle kein ernsthaftes Problem dar.

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batmanmk 26.10.2015, 19:07
111. Fortschritt

Zitat von Beat Adler
Die Dekarbonisierung der Weltwirtschaft kommt so sicher wie das Amen in der Kirche. Erdgas im Boden hat dann keinen Wert mehr. mfG Beat
Aber vielleicht das Erdgas in den Gasspeichern, wenn dann nachts der Wind nicht mehr weht und die Wasserstoffzellen auch leer sind. Bin auch gespannt auf die Flugzeuge, die aus 98% Akkuzelle bestehen und der Rest aus Nutzlast. Wenn so ein Flieger überhaupt hochkommt.

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brucewillisdoesit 26.10.2015, 19:31
112. Nur der Staat wirtschaftet effizient, oder wie ?

Zitat von nixkapital
Hm, aber in privater Hand funktioniert das? Und was ist mit z.B. mit dem Pflegenotstand? Hier ein Bericht aus einem privatwirtschaftlicehn Krankenhaus, das natürlich nach Effizienzkriterien geführt wird: http://www.wdr5.de/sendungen/themanrw/krankenhaus-pflegenotstand-100.html Oder was ist seit der Teilprivatisierung der Bahn geschehen? Verspätungen, technische Mängel, etc. Ich könnte weitere Beispiele bringen. Dass die Wirtschaft alles richtet, ist eine (teure) Mär...
Die Pflegekräfte können sich ein anderes Krankenhaus (oder Job) suchen, wenn es Ihnen nicht gefällt, und die Patienten werden ähnliches tun und reißaus nehmen, wenn sich die Probleme herumsprechen. Sprich derartige Häuser werden eher kurz- als mittelfristig verschwinden. Wäre das ganze hingegen in Staatshand würde man die Probleme einfach mit mehr Geld lösen, und somit Ineffizienzen und Verschwendung permanent zementieren (so wie z.B. in der DDR üblich), anstatt derartige Ineffizienzen durch den Markt bereinigen zu lassen.
Die Bahn ist auch nur deswegen ein Problem, weil sie eben nicht privatisiert wurde. Sie ist zwar formal eine eine AG, defakto aber immer noch ein Staatskonzern weil nicht vernünftig und radikal genug privatisiert wurde und weil als staatlicher Anteilsbesitzer Monopolstellungen ja scheinbar nicht so schlimm, sondern eher wünschenswert sind (Festnetz, Schienenntz).

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AllesnureinWitz 26.10.2015, 19:32
113.

Zitat von bkarger
Das Ziel der EU - den Niedergang der russischen Wirtschaft zu betreiben. Daher die Sanktionen gegen Russland im Auftrag der USA und auch zum Schaden der europäischen und deutschen Wirtschaft. Der Ukraine-Konflikt ist auf Betreiben von Baroso (...) und den USA (...) geschürt worden. Und in Folge dessen wurde die Krim von Russland besetzt. Allerdings war die grosse Mehrheit der Krim - Bewohner für den Anschluss an Russland. Ursache und Wirkung wird halt bei SPON -wie so oft- verdreht.
Naja, Ihre unbeweisbaren Behauptungen mal beiseite, leidet die russiche Wirtschaft viel mehr unter dem geringen Preis für Gas, als unter den nett gemeinten Sanktiönchen der EU. Die Wirtschaft Russlands ist nämlich nicht breit aufgestellt und wenn dann eben eine der wenigen Hauptsäulen einbricht, fällt das ganze Gebilde in sich zusammen. Die Diversifizierung der Wirtschaft war ein erklärtes Ziel der russischen Regierung - es blieb allerdings stets bei dieser Erklärung. Da braucht Putin jetzt nicht mit dem Finger ins Ausland zeigen.
Der Maidan formte sich aufgrund des massiven Einflusses, den die russische Regierung auf Janukowytsch aufbaute, damit dieser das Assoziierungsabkommen mit der EU nicht durchwinkt. Auch dieses Problem war also nicht von ominösen Hintermännern transatlantischer Herkunft verursacht, sondern made in Russia.
Die Besetzung der Krim mit den grünen Männchen könnte sich für den Kreml auch noch als Fehler herausstellen, sowie die Destabilisierung des Donbass ud die jetzige Intervention in Syrien. Denn der Krieg mag den vorwiegend militärisch affinen Russen schöne Propagandabilder liefern, aber die Rechnung für das Ganze ist auch schon unterwegs.

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stonecold 26.10.2015, 19:33
114.

Zitat von chrisof
die Russische Föderation und ihre gasproduzierenden Unternehmen verzichten ab 2019 auf den Gastransit durch die Ukraine.
Nur die Europäische Union besteht weiterhin darauf, dass Erdgas durch die Ukraine geleitet wird:

"Es herrscht politische Einigkeit in Europa, die Gas-Transitrouten durch die Ukraine aufrecht zu erhalten."

http://www.welt.de/print/die_welt/wirtschaft/article148027365/Die-EU-ist-der-groesste-Energiekunde-der-Welt.html

warum eigentlich?

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willibaldus 26.10.2015, 19:37
115. Das kann ich nachvollziehen,

Zitat von Tauem
Mit dem Spiegel? In der Tat. Immer weniger Abonnenten, Immer weniger Leser für deren elenden social porn stories und nur noch wenige Gläubige für die allein selig machende Religion. Gazprom stieg 1998 auf 38 DM und ich konnte meine Papiere recht gut verkaufen. Energieelefanten sind langlebig: " Esso und Mobil waren im Jahr 1882 Teile eines einzigen Unternehmens, der Standard Oil Company, von John D. Rockefeller. 1911 ordnete der Oberste Gerichtshof der Vereinigten Staaten die Auflösung von Standard Oil an." Heute gibt es weiter Exxon und Mobil Oil, beide mit vergoldeten Bilanzen. "Der Stürmer" hingegen hat es nur von 1923 bis 1945 geschafft. 22 Jahre. SPON wurde im Oktober 1994 gegründet. 2016 sind dessen 22 Jahre um. "Neues Deutschland" ist auch mit der DDR mehr oder weniger eingegangen. Tendenzzeitung haben alle kein langes Leben. Im Gegensatz zur "The Times". Die war anfänglich auch ein Schmuddelblatt wie SPON. Konnte sich dann über Qualität retten. Gegründet am 1. Januar 1785 als "The Daily Universal Register", 3 Jahre später in "The Times" umbenannt. Ich zocke nicht mehr. Aber Gazprom um 4 Euro scheint mir ein Kaufkurs zu sein, bei dem man nicht viel falsch machen kann. Eine Penny-Stock-Aktie wird die nie. Die prognostizierten Brutto-Ergebnisse pro Aktie liegen pro Jahr für 2016/17/18 bei ca. 50 Rubel each. Ein gutes Renditepapier. Penny Stock, das sehe ich eher bei RWE und EON, die alten Ruhrbarone.
Nachdem man RWE untersagt hat, die Kosten für den Rückbau der Atomkraftwerke zu sozialisieren, geht es steil bergab. Tja, was haben die vor 15 Jahren noch über die Solarzellen und Windmühlen gelacht. Jetzt lacht keiner mehr, da kommen die Tränen.

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micromiller 26.10.2015, 19:40
116. In US$ ausgedrückt seiht es nicht sehr gut aus

dank des Bemühens der westlichen Politik die Russische Währung zu destabilisieren. Die Bilanz und G&V des Unternehmens sehen jedoch durchaus nicht schlecht aus. Die Verschuldung ist die niedrigste aller vergleichbaren Unternehmen, der Umsatz kaum rückläufig und der Gewinn recht stabil mit knapp € 5Milliarden im letzten Quartal. Also kein schlechtes Investment, wenn man bereit ist über den Tellerrand hinweg zu sehen.

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willibaldus 26.10.2015, 19:40
117. Das kommt aber nur bedingt von den

Zitat von säkularist
Tja wer weiss, vielleicht gibt es ja plötzlich einen saudischen Frühling, oder einen katarischen Frühling oder etwas ähnliches. Und schon sieht die Situation wieder ganz anders aus. Demokratie- und Menschenrechts-Defizite und unterdrückte Minderheiten sind ja vorhanden, und zwar wesentlich übler als es je in Syrien oder Libyen war.
Herrscherhäusern. Die haben sich vor 35 Jahren in die Hände von Extremisten begeben und die Kultur dafür aufgegeben ohne wirklich davon überzeugt zu sein, anders als weite Teile der Bevölkerung.
http://www.zeit.de/politik/ausland/2015-10/islam-saudi-arabien-salafismus-dogmatismus

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brucewillisdoesit 26.10.2015, 19:45
118. Irrglauben

Zitat von nixkapital
Moskau fühlt sich gegenüber allen Russen verantwortlich. Und die Ukraine wird sogar als die Quelle, das so genannte Kiewer Rus, bezeichnet. Also quasi der erste Staat der "Russen". Da sind also ganz andere Befindlichkeiten im Spiel, die man im ersten Ansatz nicht unbedingt verstehen muss, aber im Umgang mit Russland in Betracht ziehen sollte...
Sorry, ist ja schön wenn die Russen sowas glauben, spielt aber keine Rolle und man muss darauf auch absolut keine Rücksicht nehmen. Ihre Rechte und Vorstellungen enden nämich an der Russischen Grenze, Die Deutschen haben ja auch vergleichbar merkwürdige Vorstelllungen und weite Teile der Bevölkerung glauben Ihre Form eingeschränkter Meinungsfreiheit hätte weltweit (einschließlich der des Jurisdiktionsbereichs USA) Gültigkeit. Interessiert auch niemanden ernsthaft. Solange die Leute irgendwelchen Blödsinn glauben, ist das ja auch vollkommen ok, wenn Sie aber glauben andere müßten derartigen Blödsinn tatsächlich ernst nehmen hört es nun mal auf mit lustig.

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willibaldus 26.10.2015, 19:53
119. Ich würde sagen der Maidan war ein Protest gegen

Zitat von AllesnureinWitz
Naja, Ihre unbeweisbaren Behauptungen mal beiseite, leidet die russiche Wirtschaft viel mehr unter dem geringen Preis für Gas, als unter den nett gemeinten Sanktiönchen der EU. Die Wirtschaft Russlands ist nämlich nicht breit aufgestellt und wenn dann eben eine der wenigen Hauptsäulen einbricht, fällt das ganze Gebilde in sich zusammen. Die Diversifizierung der Wirtschaft war ein erklärtes Ziel der russischen Regierung - es blieb allerdings stets bei dieser Erklärung. Da braucht Putin jetzt nicht mit dem Finger ins Ausland zeigen. Der Maidan formte sich aufgrund des massiven Einflusses, den die russische Regierung auf Janukowytsch aufbaute, damit dieser das Assoziierungsabkommen mit der EU nicht durchwinkt. Auch dieses Problem war also nicht von ominösen Hintermännern transatlantischer Herkunft verursacht, sondern made in Russia. Die Besetzung der Krim mit den grünen Männchen könnte sich für den Kreml auch noch als Fehler herausstellen, sowie die Destabilisierung des Donbass ud die jetzige Intervention in Syrien. Denn der Krieg mag den vorwiegend militärisch affinen Russen schöne Propagandabilder liefern, aber die Rechnung für das Ganze ist auch schon unterwegs.
die Korruption, die unter Janukowitsch noch schlimmer geworden war, trotz der 35 Milliarden mit denen Russland die Ukraine geschmiert hat, oder gerade deswegen. Das Assoziierungsabkommen war nicht der Anlass aber vielleicht das Sahnehäubchen. Ich glaube nicht, das das die entscheidende Rolle gespielt hat.

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