Forum: Wirtschaft
Russischer Konzern Gazprom: Niedergang eines Gasgiganten
AFP

Gazprom wollte seinen Marktwert als erster Konzern auf mehr als eine Billion Dollar steigern - doch nun bricht die Förderung ein, und es mehren sich Forderungen, den Gasriesen zu zerschlagen. Die Geschichte eines spektakulären Niedergangs.

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hapeschmidt2 26.10.2015, 20:09
120. Transport....

Zitat von Beat Adler
Neue Gasfelder im oestlichen Mittelmeer vor den Kuesten Israels und Aegyptens kommen in nur 2 bis 3 Jahren in Produktion. Fast gleichzeitig mit den Feldern vor den Kuesten von Tanzania und Mosambik. Dort hat China 10 Milliarden US$ investiert. Zusammen mit dem iranischen Gas plus den klassischen Reserven rund um den persischen Golf wird es eher zu einer Ueberproduktion und zu erneutem Preiszerfall kommen, als umgekehrt. Erdgas aus Tiefsee, Fracking und der Arktis, sowie aus Sibirien wird einfach bei den Produktionskosten nicht mehr mithalten koennen. mfG Beat
Gas aus Tansania, Mosambik muss im Gegensatz zum Gas aus Sibirien per Schiff im aufwendigen Verfahren transportiert werden. Das macht den Preis zu teuer. Das selbe Problem hat gerade die USA. Gefracktet GAs ist genug vorhanden. Bloß der Käufer für den Export fehlt. Weil.......keine bzw. zu teure Lieferwege.

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hapeschmidt2 26.10.2015, 20:12
121. Kosten...

Zitat von willibaldus
Nur amerikanische Firmen haben zusätzlich produziert und müssen auch weiterhin den Hahn an den neuen Bohrungen offenhalten, damit die Kosten für das bohren wieder hereinkommen. ich bin nicht ganz so optimistisch für die Zukunft der Welternährung und des Energieverbrauchs.
400 Förderanlagen wurden in den USA stillgelegt. Weil z.Zt. nicht profitabel. Die Preise auf dem Binnenmarkt purzeln. Transportkosten zum Export machen us-Rohstoffe für den europäischen Markt uninteressant.

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abc-xyz 26.10.2015, 20:16
122.

Zitat von batmanmk
Aber vielleicht das Erdgas in den Gasspeichern, wenn dann nachts der Wind nicht mehr weht und die Wasserstoffzellen auch leer sind. Bin auch gespannt auf die Flugzeuge, die aus 98% Akkuzelle bestehen und der Rest aus Nutzlast. Wenn so ein Flieger überhaupt hochkommt.
Ähnlichen Unsinn behauptete Mann Anfang des 20. Jahrhunderts als man den Motorenflug der Gebrüder Wright belächelte. Über 20 Jahre später flog aber Charles Lindbergh über den Atlantik und weitere 40 Jahre später war der Mensch auf dem Mond.

Dabei muss nicht einmal der Energieträger komplett ersetzt werden. Es reicht schon, wenn weite Teile ersetzt werden. Würde mehr als genug sein, dass der Diktatorenclub um die Petrostaaten den Laden dicht machen, denn von dem Zeug hat inzwischen jeder mehr als genug. Staaten wie Norwegen oder auch die Emiraten haben das schon seit Jahrzehnten erkannt und entsprechend investiert. Bei den übrigen Staaten wurde nur die eigene Tasche gewirtschaftet. Das werden die entsprechenden Völker sehr bald auch ganz bewusst erfahren..

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stonecold 26.10.2015, 20:16
123.

Zitat von brucewillisdoesit
Die Pflegekräfte können sich ein anderes Krankenhaus (oder Job) suchen, wenn es Ihnen nicht gefällt, und die Patienten werden ähnliches tun und reißaus nehmen, wenn sich die Probleme herumsprechen. Sprich derartige Häuser werden eher kurz- als mittelfristig verschwinden. Wäre das ganze hingegen in Staatshand würde man die Probleme einfach mit mehr Geld lösen, und somit Ineffizienzen und Verschwendung permanent zementieren (so wie z.B. in der DDR üblich), anstatt derartige Ineffizienzen durch den Markt bereinigen zu lassen. Die Bahn ist auch nur deswegen ein Problem, weil sie eben nicht privatisiert wurde. Sie ist zwar formal eine eine AG, defakto aber immer noch ein Staatskonzern weil nicht vernünftig und radikal genug privatisiert wurde und weil als staatlicher Anteilsbesitzer Monopolstellungen ja scheinbar nicht so schlimm, sondern eher wünschenswert sind (Festnetz, Schienenntz).
Wie effektiv "radikale Privatisierung" ist, sehen Sie am britischen Gesundheitssystem und Bahnwesen.

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o.b.server 26.10.2015, 20:21
124. Russlands Wirtschaftskraft

Zitat von bkarger
Das Ziel der EU - den Niedergang der russischen Wirtschaft zu betreiben.
liegt auf dem Niveau von Italien (Italien ca. € 1670 Milliarden, Russland ca. € 1922 Milliarden). Die EU liegt bei € 13900 Milliarden. Die Russische Wirtschaft ist also nicht annähernd vergleichbar. Dennoch glaubt Putin, der Chef einer Supermacht zu sein und lässt sich wie im kalten Krieg wirtschaftlich an die Wand drücken. Das Rüstungsspiel hat die ehemalige UdSSR bereits einmal verloren und Putin macht den selben Fehler nochmal. Russland lebt von seinen Rohstoffen und seinen Rüstungsexporten. Und das reicht halt nicht.

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abc-xyz 26.10.2015, 20:31
125.

Zitat von o.b.server
liegt auf dem Niveau von Italien (Italien ca. € 1670 Milliarden, Russland ca. € 1922 Milliarden). Die EU liegt bei € 13900 Milliarden. Die Russische Wirtschaft ist also nicht annähernd vergleichbar. Dennoch glaubt Putin, der Chef einer Supermacht zu sein und lässt sich wie im kalten Krieg wirtschaftlich an die Wand drücken. Das Rüstungsspiel hat die ehemalige UdSSR bereits einmal verloren und Putin macht den selben Fehler nochmal. Russland lebt von seinen Rohstoffen und seinen Rüstungsexporten. Und das reicht halt nicht.
Von 1922 Mrd Dollar (nicht Euro) könnte Putin nur träumen. Aufgrund des massiven Rubelverfalls sind es nur noch 1200 Mrd Dollar:

http://www.nytimes.com/2015/10/23/opinion/the-myth-of-putins-strategic-genius.html?smid=tw-share&_r=0

Russland befindet sich im freien Fall. Dass das Putin und seine Entourage allen voran der gleichgeschalteten, russischen Systempresse anders sehen, ist keine Überraschung..

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hapeschmidt2 26.10.2015, 20:33
126. Und nebenbei....

Zitat von o.b.server
liegt auf dem Niveau von Italien (Italien ca. € 1670 Milliarden, Russland ca. € 1922 Milliarden). Die EU liegt bei € 13900 Milliarden. Die Russische Wirtschaft ist also nicht annähernd vergleichbar. Dennoch glaubt Putin, der Chef einer Supermacht zu sein und lässt sich wie im kalten Krieg wirtschaftlich an die Wand drücken. Das Rüstungsspiel hat die ehemalige UdSSR bereits einmal verloren und Putin macht den selben Fehler nochmal. Russland lebt von seinen Rohstoffen und seinen Rüstungsexporten. Und das reicht halt nicht.
Und nebenbei.....exportiert Russland so Dinge wie Getreide, Atomtechnik, das beste CP-Virenschutzprogramm und fliegt alles zur ISS (weil Eueopa und die USA z.Zt. dazu nicht in der Lage sind). Warten wir mal 10 Jahre ab......vielleicht werden dann wir Europäer Textilien für Russland und China nähen.

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deviet 26.10.2015, 20:43
127. Die Russen sind nicht wie wir

Der grundlegende Fehler Europas ist, dass wir die Russen mit uns selber vergleichen. Wir glauben, die Russen Denken und Handeln wie wir.

Das ist aber ganz und gar nicht so. Herr Bitter hat recht, nach unseren Gesichtspunkten befindet sich Gazprom im Niedergang. Er vergisst aber, dass auch ein Niedergang eines Unternehmens kein Automatismus ist. Es liegt immer an den Menschen, ob sie einen Niedergang zulassen. Ich bin überzeugt davon, Russland wird seinen größten Konzern stützen. Wer will das verhindern?

Ich wäre deshalb sehr Vorsichtig was Prognosen des russischen Handelns betrifft. Zu oft haben wir uns geirrt.

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j.w.pepper 26.10.2015, 20:45
128. Glaubt jemand im Ernst...

Zitat von willibaldus
Nachdem man RWE untersagt hat, die Kosten für den Rückbau der Atomkraftwerke zu sozialisieren, geht es steil bergab.
...die Kosten des Rückbaus werden auf diese Weise NICHT sozialisiert? Allein 25 % von RWE gehören kommunalen Gebietskörperschaften, der größte Teil institutionellen Investoren (Sparkassen, Versicherungen...). Der größte Einzelaktionär außer der RWE Beteiligungsgesellschaft (die wiederum den vorgenannten gehört) ist die böse, böse Black Rock, selbst das aber mit gerade einmal 5 %...und auch Black Rock vertritt nicht einen Buhmann im Hintergrund, sondern zahllose kleinere Aktionäre. Wer ernsthaft glaubt, den erzwungenen Atomausstieg von RWE (und EoN...und EnBW...und auch Vattenfall) zahlt irgenein böser Kapitalist, ist ein Phantast. Natürlich zahlen wir ALLE diese tolle Panik-Idee.

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Emderfriese 26.10.2015, 20:47
129. Potential

Zitat von o.b.server
liegt auf dem Niveau von Italien (Italien ca. € 1670 Milliarden, Russland ca. € 1922 Milliarden). Die EU liegt bei € 13900 Milliarden. Die Russische Wirtschaft ist also nicht annähernd vergleichbar. Dennoch glaubt Putin, der Chef einer Supermacht zu sein und lässt sich wie im kalten Krieg wirtschaftlich an die Wand drücken. Das Rüstungsspiel hat die ehemalige UdSSR bereits einmal verloren und Putin macht den selben Fehler nochmal. Russland lebt von seinen Rohstoffen und seinen Rüstungsexporten. Und das reicht halt nicht.
Etwas, das bei solcher Argumentation immer übersehen wird, ist nicht das Heute, sondern das Potential. Und da sehe ich wesentlich mehr in Russland als z.B. in Italien.

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