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RWE-Ärger über Hambacher Forst: "Die Bundesregierung lässt uns im Regen stehen"
DPA

"Der Forst ist nicht zu retten": Der Chef des Energiekonzerns RWE ärgert sich über die Proteste gegen die Rodung des Hambacher Waldes - und fordert ein Machtwort aus Berlin.

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hansa_vor 28.09.2018, 22:37
70.

Zitat von claus7447
Werter Forist, ich gehöre sicherlich nicht dem rechten - aber auch nicht dem Linksaußen aus - mein Herz schlägt sozial, weil wenn der Staat nicht mehr sozial agiert, der (kleine) Bürger unter die Räder gerät. Ich habe mir so ihre Beiträge mal zu Gute geführt: - Sie sind der Meinung das Klimawandel nicht existiert - gut das ist Trump auch - allerdings einige tausend Wissenschaftler die mehr wie sie und ich davon verstehen sind überzeugt dass wir dafür "selbstgemachte Ursachen haben"! - Der Diesel-Betrug ist für sie auch nur Pille Palle also nicht wert darüber zu reden. Und wenn die Braunkohle auf Dauer keine Daseinsberechtigung hat (oder wie sie sagen Zukunft) dann hätte man sich wohl überlegen können inwieweit es Alternativen zum Hambacher Forst gegeben hätte. Vielleicht lesen Sie mal nach um was es da geht - falls sie in der Lage sind das zu verstehen. Es gibt auch noch andere Werte. OK Schauen sie sich lieber Tatort ab 5 Punkte an und schreiben sie nicht verqures Zeug, denn es gibt immer zwei Gesichtspunkte.
Wer die bisherigen Beiträge von Foristen vor einem Beitrag zurückverfolgt ist für mich ein erstklassiger Blockwart!

Was hat die Meinung des von Ihnen angegangenen Foristen zum Thema Trump oder Diesel Probleme mit dem hier diskutiertem Thema zu tun?

Ehrlich, gibt es mittlerweile eine Gesinnungs"polizei" die alte Beiträge liest um dann bullshitbingo zu spielen?

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lapaula57 28.09.2018, 22:43
71. Ein bisschen Ungehorsamkeit

Zitat von mwroer
Kommen Sie doch bitte wieder runter :) Es geht um 200 Hektar Restforst, die deutsche Waldfläche wächst jährlich weil mehr aufgeforstet werden muss als gefällt werden darf. Es ist ein Stück Restforst - kein Wald, schon gar kein urwald und der liegt auch noch inmitten eines Braunkohleabbaus und wird von einer Autobahn durchschnitten. Die gesellschaftlichen Folgen, wenn der Staat keine Rechtssicherheit mehr garantieren kann oder will ... ja die könnten in der Tat sehr negativ ausfallen. Gegen die Abholzung des Forstes wurden alle Rechtsmittel eingelegt die einem zur Verfügung stehen, alle wurden abgelehnt - also macht man sich einfach 'legal, illegal, mir doch egal' zum Grundsatz. Prima Idee und gleichzeitig das beste Beispiel das sich links und rechts in ihren extremen keinen Millimeter unterscheiden. Irgendwann werden Sie sich nicht mehr beschweren können wenn ein Aktivist ihnen Melasse in den Tank des SUV schüttet und sich auf 'Schutz der Umwelt und so' beruft. Übertrieben? Ja. Denkbar? Ja, leider.
kann manchmal nicht schaden und es ist schön zu sehen, dass ganz normale Bürger sich engagieren, wird in Zukunft nötig sein.
Ein klein wenig können Sie auch mal wieder runterkommen ;-).
Die Nummer mit der Querfront ist sehr durchsichtig, ebenso scheint mir "Freie Fahrt für freie Bürger" etwas anachronistisch.
Das Einzige, was mir aus meinem Konfirmandenunterricht noch erinnerlich ist, ist die Frage des Kadavergehorsams, hat mich damals sehr beeindruckt.

Ich muss jetzt noch schnell meinen SUV in die Garage fahren, Sie haben mich da etwas verunsichert.

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hansa_vor 28.09.2018, 22:43
72.

Zitat von PolitBarometer
Ich selbst wohne innerhalb der rund 3km entfernten Randzone des Hambacher Tagebaus und bekomme das derzeitige Spektakel zwar nur am Rande mit, aber dennoch zieht sich die gesamte Polizeipräsenz bis an den Dürener Stadtrand. Als Kind hatte ich bereits in den frühen 70igern von meinem damaligen, nur wenige Kilometer entfernten alten Heimatort, einen unverbauten, freien Blick auf die damals noch recht kleine Abraumhalde, Sophienhöhe genannt. Schon damals fand ich es spannend, was Rheinbraun, so hießen die ja lange, bevor das Unternehmen dann in RWE aufging, so alles mit ihren riesigen Schaufelradbaggern da so trieb und so mancher sonntägliche Ausflug wurde zu den zahlreichen Aussichtspunkten und Plattformen gemacht, von denen aus man einen Einblick in die tagtägliche Arbeit der Rheinbraun bekam. Auch Filmmaterial im Unterricht - einige werden sich bestimmt noch an die in s/w gedrehten FWU-Filme erinnern - beleuchteten das Thema Kohleförderung. Sicher nicht kritisch, aber dennoch informativ. Auch das absehbare Ende der Kohleförderung durch Tagebauten war bereits Mitte der 80iger auf etwa 25-30 Jahre festgelegt worden. Der Ausstieg hätte in der Tat von ada an mit mehr Vehemenz und einem für die Belegschaft sinnvollen und zugleich sozial vertretbaren Plan angegangen werden können. Stattdessen aber machte man sich mithilfe neuer Techniken, die das geologische Vorkommen der Braunkohle besser verorten konnten, an neue Pläne ran, um den Ausstieg weiter zu verzögern. Das ist aus unternehmerischer Sicht sicher richtig und auch logisch, aber der Sache dienlich ist es sicher nicht gewesen. Und genau das ist das Dilemma, in dem heute RWE steckt. Es wird hinausgezögert, weil man einerseits auf die Kohle nicht verzichten kann und andererseits Sonne und Wind keine wirklich besseren, und vor allem umweltfreundlicheren Alternativen sind. Vom Atomstrom, der selbst unter Betrachtung möglicher Risiken, billig und effizient sein kann, mal ganz abgesehen. Aber das ist ein anderes Thema. Was mich so massiv an den Hambacher "Aktivisten" stört ist, dass da eine Menge Träume und Spinner unterwegs sind, die im Grunde keinen Plan von gar nichts haben. Als Aktivist besetzt man nicht durch bloßes Herumhängen illegal den Wald (Hausfriedensbruch), sondern man hilft aktiv beim Aufbau der alten und später auch der neuen, zu rekultivierenden Landschaft mit. Man bringt sich ein, berät sich, auch mit anderen Organisationen und findet eine gemeinsamen Konsenz und wirkt an einem tragfähigen Gesamtkonzept mit.
Danke für diesen Einblick!

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maxuli 28.09.2018, 22:46
73. sichere Prognosen ?

Die Argumente des RWE Chefs mögen ja schlüssig sein, nur beruhen sie auf einer bestimmten konservativen Vision der Zukunft, nämlich dass die Wirtschaft weiterhin wächst, dass die Versorgung mit regenerativer Elektrizität nicht wesentlich ausgebaut wird, dass die industriellen Großverbraucher von elektrischer Energie weiterhin weniger für die kWh bezahlen müssen, dass der energetische Wirkungsgrad von großen E-Motoren (in Industrie und Wasserwirtschaft) durch Elektronik nicht wesentlich erhöht wird (was technisch durchaus möglich ist), dass das Netzmanagement durch den Einsatz von elektronischer Kontrolle (Smartnet) nicht verbessert wird, etc. Die Aussage „der Hambacher Frost ist nicht mehr zu retten“ beruht auf den Daten, die die RWE für die Zukunft berechnet hat. Es gibt auch andere Berechnungen, die ebenso seriös sind. Ich behaupte sogar, dass mittlerweile die Berechnungen von Verbrauchsprognosen unsicherer sind als die Berechnungen zur Klimaveränderungen.

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liberaleroekonom 29.09.2018, 02:16
74. Welche GRÜNEN meinen Sie denn?

Zitat von golgor
So jetzt will RWE Hilfe vom Staat, wie gut das dieser 15 % der Aktien hält. Wir brauchen keine Kohle mehr. 4 Milliarden fehlen dem Unternehmen, ich bin zutiefst traurig darüber. Dafür musste bisher nur ein Reporter sterben und eine Jahrhunderte alter Wald soll weichen. Ja der Staat sollte wirklich helfen und RWE untersagen weitere Massnahmen durchzuführen. Dann kommen keine Menschen, und die Natur nicht zu Schaden. Ich hoffe die Aktivisten kämpfen weiter und vielleicht setzen ja die Grünen der CDU/CSU ein Ende. Umwelt geht vor Geldgier!!!
Sie haben vollkommen recht. RWE hat nicht automatisch das Recht unsere Umwelt zu verschandeln und der Natur zu schaden. Dieses Recht des Braunkohleabbaus - darum geht es Ihnen ja - wurde RWE durch unsere Volksvertreter erst eingeräumt.
Noch wichtiger als das verfassungsrechtlich geschützte Recht auf Eigentum (der Hambacher Forst gehört nun einmal RWE), war in diesem Fall meines Erachtens 2016 der (richtige) Beschluss der Rot-Grünen NRW-Landesregierung aus dem subventionierten Steinkohlebergbau auszusteigen. Und mit diesem Beschluss haben auch die GRÜNEN (!!!) zugestimmt, die Braunkohlenutzung bis ungefähr 2045 zu erlauben und den Hambacher Forst dafür zu opfern.

Ich rede hier ganz konkret von der Leitentscheidung der rot-grünen Landesregierung aus dem Mai 2016; Zitat: „Braunkohle ist im rheinischen Revier weiterhin erforderlich, dabei bleiben die Abbaugrenzen der Tagebaue Inden und Hambach unverändert“.

Hinzu kommt, dass diese Leitentscheidung im Februar 2017 nochmals explizit mit der Verabschiedung des Landesentwicklungsplans bestätigt wurde. Auch das erfolgte noch unter Rot-Grün mit Zustimmung der GRÜNEN. Erst jetzt diese Entscheidungen und Beschlüsse zu brandmarken, nachdem man nicht mehr in Verantwortung ist, das ist für mich extrem scheinheilig. Genauso scheinheilig wie der jetzigen Landesregierung vorzuwerfen, sich um die Durchsetzung des Rechts zu kümmern und nichts gegen die Abholzung zu unternehmen. Warum sollte sie auch? Was hat sich seit 2016/2017 so gravierend verändert, dass unbedingt jetzt unmittelbar in das bereits beschnittene Eigentumsrecht (Stichwort: Garzweiler) von RWE erneut eingegriffen werden MUSS?
Es wäre schön, wenn die von Ihnen als vermeintliche Retter hochgepriesenen GRÜNEN darauf eine Antwort geben könnten.

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eulenbernd 29.09.2018, 06:27
75. Mit Vollgas vor die Wand

Ich bin überrascht, mit welcher Chuzpe sich dieser Mann hinstellt und behauptet, der Wald sei nicht zu retten. Sehenden Auges und beschleunigend auf eine Wand zuzufahren, von der man annimmt, sie sei aus Papier und ließe sich durchbrechen, das zeugt von Dreistigkeit, Unversöhnlichkeit und von Rechthaberei.
Doch es hat sich etwas verändert: Die Diskussion in der Bevölkerung und die mangelnde Sensibilität der Granden hat die Wand zu Stein werden lassen. RWE wird an diesem Hindernis zerschellen, Wackersdorf lässt grüßen.

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elmer_fudd 29.09.2018, 09:08
76. @ molett #54

Mit Ihrem Beitrag empfehlen Sie sich für die Abteilung Öffentlichkeitsarbeit der RWE und wenn Sie die Durchsetzung der Rechtsstaatlichkeit fordern, gibt es wichtigere Bereiche, in denen das angeraten ist.
Bei dem Gelände handelt es sich nicht um einen "Forst", sondern um ein Waldstück mit bis zu 350 Jahre alten Bäumen, welches zu keinem Zeitpunkt forstwirtschaftlich genutzt wurde. Soziale Verantwortung gegenüber den Beschätigten, Umweltschutz oder Außenwirkung sind bei diesem Unternehmen wohl kaum wesentlicher Bestandteil der Unternehmenspolitik, denn der Personalabbau in den letzten Jahren zeigt das deutlich. Fest steht, dass nach der Ölkrise in den 70ern RWE und anderen Unternehmen die gesetzlichen Rahmen zur Förderung hier verfügbarer Rohstoffe geschaffen wurden, da die Energieversorgung im "nationalen Interesse" lag.
Die Zeiten haben sich geändert, es gibt den Klimawandel und die Vorgaben zur Einhaltung der Emissionswerte und das Verfeuern dieses Rohstoffs (neben den Umweltschäden) ist nicht mehr in der Zeit. Der Schaden für alle sollte gewichtiger sein, als die Dividende und Gewinnmaximierung der Aktionäre.

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stern7000 29.09.2018, 09:12
77. Wie "legal" ist das Handeln der RWE?

Viele Politiker stehen auf der Gehaltsliste des RWE. Das ist erstaunlicherweise auch erlaubt, als Nebenjob. Ich frage mich nur: warum? Das gibt doch auf jeden Fall Interessenkonflikte, wenn ich (als Politiker) Entscheidungen treffen soll, die meinem Arbeitgeber (RWE) die Gewinne schmälern.
Und es heißt ja de facto auch, dass ich - schon seit Jahrzehnten - von MITARBEITERN DES RWE REGIERT WERDE. Ich möchte aber nicht vom RWE regiert werden, die habe ich nicht gewählt.
Das RWE pocht ja immer darauf, dass es ja "legal" wäre, was es macht. Aber wie ernst kann ich die Gesetze und Genehmigungen nehmen, die von den Mitarbeitern des RWE selbst gemacht wurden, zu ihrem eigenen Gunsten?
Wie erst kann ich Gesetze nehmen, die aller Vernunft widersprechen und die Menschheit an den Rande ihrer Existenz bringen kann?
Und: was hat das alles mit Demokratie zu tun? Wenn sich die Großkonzerne ihre Genehmigungen selbst ausstellen und sie auch durchsetzen, gegen den Willen eines ganzen Volkes? Wenn durch den dicken Filz zwischen Kohleindustrie und Politik die - von allen gewünschte - Energiewende verhindert wird? Laut einer Umfrage des Meinungsforschungsinstitutes Emnid sind 73 % der Deutschen für einen schnellen Kohleausstieg und 75 % gegen eine Rodung des Hambacher Forstes.
Ich finde, unser "Rechtsstaat" sollte mal überprüfen, ob er überhaupt noch einer ist.

https://www.google.de/amp/s/www.derwesten.de/wirtschaft/nrw-abgeordnete-haben-einen-nebenjob-beim-stromkonzern-rwe-id7827598.html?service=amp

https://www.zeit.de/gesellschaft/2018-09/zivilgesellschaft-rodung-hambacher-forst-stopp-umfrage

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markus_wienken 29.09.2018, 19:44
78.

Zitat von hansa_vor
Wer die bisherigen Beiträge von Foristen vor einem Beitrag zurückverfolgt ist für mich ein erstklassiger Blockwart! Was hat die Meinung des von Ihnen angegangenen Foristen zum Thema Trump oder Diesel Probleme mit dem hier diskutiertem Thema zu tun? Ehrlich, gibt es mittlerweile eine Gesinnungs"polizei" die alte Beiträge liest um dann bullshitbingo zu spielen?
/einmisch

Es geht hier um Naturschutz und Klimawandel nicht wahr, insofern kann man die Einstellung des Foristen zu den Themen "Trump zum Klimawandel" und Diesel allgemein durchaus mit einbeziehen.

Wenn Sie persönlich ein Problem damit haben, dass man sich Ihre alten Beiträge ansieht und evtl. gegen Sie verwendet sollten Sie konsistent diskutieren und/oder zu Ihren Aussagen stehen.

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Mr.Marcus 29.09.2018, 21:10
79. Kohle?

...manchmal geht es nicht um Klimawandel, sondern einfach um Sinnhaftigkeit. Ich bin pro Diesel und gegen die Abholzung! Die Energiegewinnung durch Kohle ist unwirtschaftlich, dreckig und tot und sollte sofort gestoppt werden! Ich kann nur hoffen dass Annonymus weiter macht...

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