Forum: Wirtschaft
Sanierung: Opel braucht schon wieder mehr Zeit
DPA

So schnell lässt sich das Steuer nicht herumreißen: Auch unter dem neuen Eigentümer PSA fährt der Autobauer Opel hohe Verluste ein. Die Mitarbeiter fragen sich, wie hart der Sparkurs noch werden wird.

Seite 1 von 5
j.cotton 26.02.2018, 09:10
1. Ich hingegegen frage mich eher...

Wie lange PSA da noch zusehen wird. Und das bei den Prognosen für die europäische Automobilindustrie für die nächsten 15 Jahre.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
jotha58 26.02.2018, 09:18
2. ja, es ist schlimm!

es ist viel viel schlimmer gekommen, als ich befürchtet hatte. Über eine zentralisitshe Struktur braucht man sich nicht zu erregen, die gab es bei GM genauso.
Das nächste Problem sind die Lizenzgebühren, die Opel jetzt für alle Modelle an GM zu zahlen hat. Dann hat PSA ein sehr gutes Entwicklungszentrum für kleinere und mittlere Fahrzeuge. Opel hat ein sehr gutes Entwicklungszentrum für kleinere und mittlere Fahrzeuge. Da waren die Probleme vorprogrammiert.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Inspektor 26.02.2018, 09:30
3. Marktbereinigung

Wenn wir ehrlich sind, gibt es in dem Marktsegment welches Opel bedient global eine massive Überkapazität. Preisgünstige Mittelklasse und Kleinwagen mit Allerweltsdesign, durchschnittlicher Technik und mittlerer Qualität bekommt man heutzutage auch aus Frankreich, Spanien, Tschechien, Italien, Japan und Korea. Und Opel bietet imagetechnisch keinerlei Mehrwert oder Alleinstellungsmerkmal gegenüber diesen Konkurrenten. Audi, BMW, Mercedes und Porsche stehen für Luxus und Premium, VW steht wie keine zweite Marke für "solide Arbeit Made in Germany", aber warum sollte man sich hierzulande oder international für einen Opel entscheiden? Dass Opel seit gut 10 Jahren Verluste einfährt (trotz zahlreicher Management-, Strategie- und zuletzt Eigentümerwechsel) halte ich daher für keinen Zufall mehr, sondern für eine sukzessive Marktbereinigung. In 5 bis 10 Jahren wird es keine Neuwagen der Marke Opel mehr geben, da bin ich mir sehr sicher.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
joG 26.02.2018, 09:35
4. Es sollte den Opelanern...

...klar sein, dass PSA ihre letzte Chance ist, bevor sie zu einer reinen Verkaufsmarke umgeformt werden. Sie müssen nun profitabel werden und zwar schnell. Die Franzosen werden nach meiner Erfahrung da weniger geduldig sein, als die Amis das waren und weit weniger langsam bei der Amputation.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
marialeidenberg 26.02.2018, 09:39
5. Wer - zum Teufel - kann mir sagen,

wo der Wurm in dem Opel-Setup steckt? Als GM-Tochter mit durch die Mutter limitierten Marktchancen war miese Performance noch erklärbar, aber jetzt hätte von der ersten PSA-Sekunde an ein gewaltiges Revirement stattfinden müssen, an Haupt und Gliedern. Sicher, Entwicklungszyklen von 10 Jahren bei neuen Modellen haben ihre eigene Dynamik, aber hier verliert man immense Summen in der laufenden Produktion, bei Löhnen, wie sie andere Autobauer ohne weiteres verkraften. Wo, also, ist der Wurm?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
guenther2009 26.02.2018, 10:01
6. Ich finde man soll sich

bei Opel auf die Wasserstofftechnologie konzentrieren. Das ist in der BRD anscheinend ein ungeliebtes Kind und wird im langen Lauf auch viel bringen. Notabe, da die EU auch auf diese Spitzentechnologie setzten wird. Ausserdem ist es mit dieser Technologie so, dass man sofort auf eine halbwegs ausgebautes Tankstellennetz zurückgteifen kann. Es werden auch alle Anforderungen an Luftreinhaltung erfüllt.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
sw59er 26.02.2018, 10:10
7. "dem vom Alteigentümer General Motors abgewirtschafteten Unternehmen"

Boah, da haben sie ja in einem kleinen Nebensatz mal so Richtig gezeigt, wie sie die wirtschaftlichen Hintergründe kennen und wer Schuld ist! Der Ami natürlich! Nur heißt abwirtschaften Profite aus einem Unternehmen zu ziehen und nicht zu reinvestieren. GM hat von Opel über Jahre hinweg keinen Cent gesehen und nur die Verluste aufgefüllt. Keine der von Opel versprochenen Sanierungsmassnahmen hat gefruchtet. Investitionen z.B. in Motoren sind verpufft. Warum sollte es jetzt anders sein? Und jetzt bitte nicht damit kommen, der Markt Europa war zu klein. Wer den Astra nicht in die Top 10 der deutschen Zulassungen bringt, braucht an andere Märkte gar nicht denken. Mitte 2017 war die Zusammenarbeit mit Peugeot das Tollste was man sich vorstellen kann. Jetzt sind's die bösen Franzosen. Das ging schnell. Nein, es ist diese überhebliche Arroganz und Ignoranz der Opelaner, die immer noch meinen sie hätten noch irgendetwas zu melden. Opel ist mausetot und selber schuld. Und damit mich jeder richtig versteht. Ich mag die Marke und fahre seit 40 Jahren Opel.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
marinero7 26.02.2018, 10:15
8.

Zitat von marialeidenberg
wo der Wurm in dem Opel-Setup steckt? Als GM-Tochter mit durch die Mutter limitierten Marktchancen war miese Performance noch erklärbar, aber jetzt hätte von der ersten PSA-Sekunde an ein gewaltiges Revirement stattfinden müssen, an Haupt und Gliedern. Sicher, Entwicklungszyklen von 10 Jahren bei neuen Modellen haben ihre eigene Dynamik, aber hier verliert man immense Summen in der laufenden Produktion, bei Löhnen, wie sie andere Autobauer ohne weiteres verkraften. Wo, also, ist der Wurm?
Wo der Wurm ist? Schwer zu sagen, aber als ehemaliger leitender Angestellter in einem großen deutschen Konzern habe ich gelernt was möglich ist. Man kann über Kostenzuweisungen, wie z. B. die ominösen GM-Lizenz, die Kostenstruktur eines Konzernunternehmens gezielt steuern. Kosten fallen dann dort in der Höhe an wo man sie haben möchte. Solang man nicht weiß wie die roten Zahlen zustande kommen glaub ich gar nichts.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Inspektor 26.02.2018, 10:16
9.

Zitat von joG
...klar sein, dass PSA ihre letzte Chance ist, bevor sie zu einer reinen Verkaufsmarke umgeformt werden.
Ich glaube noch nicht einmal daran, dass Opel als reine Verkaufsmarke erhalten bleiben wird. Dafür ist das Markenimage heutzutage viel zu schwach, selbst im Inland ist Opel hier hinter etliche Importmarken zurückgefallen (vgl. etwa die jüngste Imageumfrage der Fachzeitschrift AMS). Der Blitz auf der Haube ist doch heutzutage das beste Argument für den Käufer, noch einen weiteren Rabattnachschlag zu verlangen. Es wäre daher wirtschaftlich mehr als merkwürdig, wenn PSA mit seinen starken Marken wie Peugeot und Citroen künftig auf Opel als Verkaufsmarke setzen würde.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 1 von 5