Forum: Wirtschaft
Sanktionen: Arbeitsagenturen strafen Hartz-IV-Empfänger ab
dapd

Hunderttausende Bezieher von Hartz IV haben im laufenden Jahr Strafen erhalten. Laut einem Zeitungsbericht verhängten die Arbeitsagenturen fast 521.000 Sanktionen, weil Auflagen nicht eingehalten wurden. Oft ging es um geplatzte Termine und andere Versäumnisse.

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Crom 16.10.2012, 11:40
200.

Zitat von Onsom2000
Komischerweise liest man nie "Frauen verdienen ca. 20% weniger als Männer in gleichwertigen Anstellungen. Das IAB fand hierfür keine Gründe, will aber nachforschen ob Frauen unfähig sind ein anstängdiges Gehalt zu fordern"
Stimmt halt nicht, deswegen liest man's auch nicht.

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socrateased 16.10.2012, 11:40
201. Das System ist in sich pervers

Zitat von sysop
Hunderttausende Bezieher von Hartz IV haben im laufenden Jahr Strafen erhalten. Laut einem Zeitungsbericht verhängten die Arbeitsagenturen fast 521.000 Sanktionen, weil Auflagen nicht eingehalten wurden. Oft ging es um geplatzte Termine und andere Versäumnisse.
Sämtliche behördlichen Terminvereinbarungen lassen sich auch ganz ohne Druck erfolgreich "durchsetzen". Nämlich durch vernünftige Arbeit von Sachbearbeitern. Diese aber werden im Bereich SGB2 jedoch selbst wie Plastikmeterware von der Rolle be- und abgehandelt und bei Nichtgefallen wieder weggeworfen, und sind daher häufig völlig überfordert. Die Folge ist stupides Einladung zu völlig sinnlosen Terminen, bei denen einfach nichts rumkommen kann - für keine der beiden beteiligten Seiten.

Dieser ganze SGB-Sanktionenschwachsinn ist hausgemacht, ein rigides und stupides System, welches Personen, die einen verfassungsgemäßen Anspruch auf bloße Existenz haben, völlig unnötig in die Rolle des unmündigen Kindes zwingt. SGB II ist fast ausschließlich Schönwetter-Sozialstaat, der dazu dient, mit aller Macht die sozialstaatliche Fassade vor dem derzeit laufenden, aggressiven Sozialstaatsabbau beibehalten zu können. Aus Verfassungsanspruchs-Klient wird "Gegenleistungskunde", aus Beratung wird stupides Unterwerfungsdenken und Textbaustein-Routine. Arme Sachbearbeiter mit ihren Zeitverträgen. Arme Leistungsbezieher mit ihrer halbjährlichen reboot-Pflicht. Sie sitzen beide im selben Boot - die Frage ist nur, wer gerade mal wieder völlig unnötig rudern darf.

Die sogenannte "Agenda 2010" dient(e) lediglich und hauptsächlich der massiven Einsparung von Systemfinanzmitteln, sowie der Aufrechterhaltung einer Drohkulisse für "Minderleister" ("Lex IG-Gesamtmetall"), und nur zu einem sehr geringen Teil den besonders schwierigen Beratungsfällen, geschweige denn der Personalzufriedenheit in den Jobcentern.

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olymp666 16.10.2012, 11:41
202. Koan Titel

Zitat von gbk666
Höchstens 40% insgesamt gehen vielleicht arbeiten und davon steht weniger als die Hälfte um 6 auf :-)
Zitat: (Quelle Wiki)
Die Beschäftigungsquote betrug in Deutschland 2007 69,4 %

Wann die alle aufstehen müssen, habe ich leider nicht googeln können. ;-)

Gruß

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firehorse67 16.10.2012, 11:41
203.

Zitat von jamesbrand
ich mal ganz ehrlich sein. Ich bin als 59 jähriger arbeitsloser Industriekaufmann nicht bereit für 7 Euro Brutto als Regalauffüller zu arbeiten.

und damit haben sie vollkommen recht. zumal sie davon wahrscheinlich kaum ihre miete zahlen könnten und trotzdem zum jobcenter rennen müssten und trotzdem aufstocken müssten und dem entsprechend nicht nur über alles und jedes rechenschaft ablegen müssten, und sich weiter bewerben müssten, denn ein nicht ausreichend bezahlter job bei dem man unterstützend alg2 beantragt ist für das jobcenter nur ein vorübergehender zustand.

das vergessen hier leider einige, dass es auch alg2 empfänger gibt, die vollzeit oder teilzeit arbeiten und trotzdem beim jobcenter vorstellig werden müssen und deren auflagen einhalten müssen.

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warndtbewohner 16.10.2012, 11:41
204. Also was soll das Gejammer

wer hat denn dieses Hartz IV Gedöns gewählt sprich die SPD. Ein Großteil der Arbeitslosen und der Hartz IVler hat die doch gewählt bzw, geht nicht zur Wahl und lässt sich somit alles gefallen. Wenn die Brüder den Arsch nicht hochkriegen und engagiert dagegen kämpfen geschieht ihnen recht.

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cassandra106 16.10.2012, 11:41
205.

Zitat von MütterchenMüh
Betrachtet man die Menge der Alg-II-Hilfsempfänger in Relation mit der Summe der verhängten Sanktionen, so ist das Ganze eher eine Marginalie. Ein paar Querulanten hat es und wird es immer geben. Diese Erkenntnisresistente Gruppe von Verweigerern kann man nur hart und konsequent anpacken. Berlin mit seiner verbreiteten Subkultur ist nicht umsonst Hartz-IV-Hauptstadt. Bei allem Verständnis für den Einzelfall, aber hier hilft nur hartes Durchgreifen.
Womit denn? Mit verfassungswidriger Kürzung unter das Existenzminimum? Mit verfassungswidriger Zwangsarbeit? Mit noch mehr schwachsinnigen Pseudojob, mit denen schon die Statistik um Millionen geschönt wird? Oder durch Ersetzen von richtigen Jobs mit billigeren Hartz 4 Sklaven?

Gab´s erst letzten so ein schönes Beispiel, wo eine Stadt einen Hausmeister als Billiglohnleiharbeiter einstellte. Weil es dabei ja auch so Auftragsspitzen gibt...

Viele der Sanktionen sind sogar nach dem SGBII gesetzeswidrig und die Leute, die klagen, bekommen nicht selten recht. Viele trauen es sich aber auch gar nicht.

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Crom 16.10.2012, 11:42
206.

Zitat von lapje
Warum ... schreibt der Autor aber nichts darüber, dass schon lange über die Hälfte der Widersprüche, welche vor Gericht gehen, gegen die ARGEn entschieden werden? (Zahlen sind bei jeder Sozialen Einrichtung, z.B. VDK, nachzulesen)
Es sind nicht über die Hälfte sondern die Zahl liegt knapp darunter. Das wurde hier im SPON-Forum schon mehrfach durchgekaut!

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bauklotzstauner 16.10.2012, 11:42
207.

Zitat von tizian
Das ist falsch. Wer den Abschluss einer Eingliederungsvereinbarung ablehnt, bekommt den Inhalt dieser Eingliederungsvereinbarung als Verwaltungsakt auferlegt. Es gibt für den verweigerten Abschluss einer Eingliederungsvereinbarung keine Sanktion und sollte sie ausgesprochen werden, ist sie rechtswidrig.
Nun, der Artikelschreiber war wohl nicht auf dem neuesten Stand.

Tatsache ist aber, daß der Nichtabschluß einer Eingliederungsvereinbarung tatsächlich ein Sanktionsgrund war! Es dauerte 3 oder 4 Jahre, bis die ARGEN in sovielen Prozessen deswegen verloren hatten, daß eine interne (!!!) Dienstanweisung erging, diese Sanktionen nicht mehr durchzuführen - weil komplett rechtswidrig (Stichwort Vertragsfreiheit kontra Knebelverträge). Im Gesetz wurde das meines Wissen aber immer noch nicht korrigiert!

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kalle_lutz 16.10.2012, 11:42
208. Ab in den Knast,

Zitat von adrianralle
Was aber, wenn es nicht mehr zum Leben reicht? Wird er dann nicht kriminell und die Allgemeinheit muss dadurch Angst vor ihm bekommen?
das ist Bestimmt viel Günstiger! (Ironie aus).
Bei einigen Kommentaren fällt mir der Kitt aus der Brille!

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cassandra106 16.10.2012, 11:43
209.

Zitat von hatem1
Es ist kaum anzunehmen, dass die Kunden der Arbeitsagentur sich 2011 und 2012 besonders renitent gezeigt haben. Warum also setzt die Arbeitsagentur erst seit 2011 ihre eigenen Regeln auch mittels konsequenter Sanktionen um?
Viel interessanter:
Interview mit einer Jobcenter-Mitarbeiterin
Eine Jobcenter-Mitarbeiterin klagt Hartz IV an

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