Forum: Wirtschaft
Sanktionen: Behörden kürzen Hartz-IV-Empfängern häufiger Gelder

Verpasste Termine und Fristen haben für Hartz-IV-Empfänger zunehmend ernsthafte Konsequenzen: Die Behörden strichen im vergangenen Jahr mehr als 610.000 Langzeitarbeitslosen Gelder - zwölf Prozent mehr als 2009.

Seite 1 von 45
reinhard_m 14.02.2011, 08:17
1. Keine weiche Welle

Das ist auch richtig so. Eine weiche Welle, die sinnlos Geld mit der Gießkanne verteilt, können wir uns nicht länger leisten. Zu groß, zu unübersehbar sind die Kosten, die noch mit der Euro-Rettung auf uns zukommen werden.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
KRabba 14.02.2011, 08:26
2. Geht in Ordnung

Zitat von sysop
Verpasste Termine und Fristen haben für Hartz-IV-Empfänger zunehmend ernsthafte Konsequenzen: Die Behörden strichen im vergangenen Jahr mehr als 610.000 Langzeitarbeitslosen Gelder - zwölf Prozent mehr als 2009.
Das Geld word knapper und deshalb muss gespagrt werden, wie in allen Betrieben auch.
Wer Termine verpasst und Fristen versäumt, muss mit Konsequenzen rechnen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
deppvomdienst 14.02.2011, 08:28
3. Das war ja Sinn der Sache ...

Zitat von sysop
Verpasste Termine und Fristen haben für Hartz-IV-Empfänger zunehmend ernsthafte Konsequenzen: Die Behörden strichen im vergangenen Jahr mehr als 610.000 Langzeitarbeitslosen Gelder - zwölf Prozent mehr als 2009.
Erwerbslosigkeit soll ja, nach der Konzeption der Hartz-Gesetzgebung, unbequem sein - auch wer keine Erwerbsarbeit hat, soll "zu tun" haben.
Im Gegensatz zur Polemik der Linken, wonach angeblich den betroffenen Menschen etwas, das ihnen zusteht, vorenthalten wird, ist es ausdrücklich so gedacht, dass man auch für Hartz-IV etwas tun muss, was über den mehr oder weniger regelmäßigen Gang zum Sozialamt hinausgeht. Hartz-IV ist eben kein bedingungsloses Grundeinkommen - und das ist auch gut so!
Über die Sinnhaftigkeit der jeweiligen Maßnahmen will ich dabei nicht urteilen. Aber man muss vom Grundsatz her festhalten, dass es dem Antragsteller eben nicht selbst überlassen ist, wie er sich im sozialen Netz einrichtet. Irgendwie muss er den Glauben daran wach halten, dass er/sie selbst auch an der Überwindung seiner Situation interessiert ist. Wenn nicht, wird gekürzt. "Schlafen macht hungrig und Essen macht müde" darf für keinen im Land eine Lebensperspektive sein.

Wer in Hartz-IV gelandet ist, muss akzeptieren, dass die Erfolgsstrategien, die er/sie sich selbst ausgedacht hat, nicht aufgegangen sind und muss bereit sein Wege zu gehen, auf die er/sie selbst nicht gekommen ist. Ist das Bevormundung? Wenn ja, dann soll es so sein!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
derschlumpf 14.02.2011, 08:38
4. Ich habe kein Mitleid

mit den Leuten, die sanktioniert werden.
Meine Lebensgefährtin arbeitet in einem Jobcenter. Ich bekomme ab und an mit (wenn auch ohne Namen und Geschlecht der Personen), was dort abgeht.
Ich kann nicht verstehen, dass sich Leuter herausnehmen, sich weder auf Termine zu melden noch an diese zu halten. Ortsabwesenheit über mehrere Wochen, ohne dem Vermittler Bescheid zu geben ist auch wohl eher Standard als Ausnahme.
Dann gibt es Personen, welche nicht arbeiten können, da ihr Kind ja um 13:00 aus der Schule abgeholt werden muss.
Und der Verdienst ist bei den Stellenangeboten ja eh immer zu gering (man verlangt hier 1500€ Netto ohne überhaupt eine Ausbildung zu haben).
Schöne Welt. Wer bezahlt mir die Spritkosten? Wer kümmert sich um meine Kinder?
Nicht dass ich falsch verstanden werde: Ich bin für eine gleiche Bezahlung bei gleicher Arbeit, ich bin für Unterstützung sozial Benachteiligter, aber ich bin auch gegen Schmarotzer!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Natas 14.02.2011, 08:41
5.

Zitat von
2010 sei die Zahl der Betroffenen um rund zwölf Prozent auf 610.599 Personen gestiegen, schreibt die "Berliner Zeitung" unter Berufung auf die Auskunft der Bundesregierung zu einer kleinen Anfrage der Linkspartei im Bundestag. Damit hätten drei Prozent der Hartz-IV-Empfänger zeitweise weniger Geld erhalten, als ihnen regulär zugestanden hätte. Im Vorjahr seien es noch 2,6 Prozent gewesen.
Wenn 610.599 Menschen 3% der Hartz4 Empfänger ausmachen, haben wir in wirklichkeit 20 mio. Hartz4 Empfänger.
Hat Spiegel hier mal ausversehen die realen HIV Zahlen verraten?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Der Markt 14.02.2011, 08:42
6. ohne

Es ist völlig in Ordnung, daß denen, die nicht mitmachen, die Gelder gekürzt werden. Ich habe unlängst bei meiner sogenannten Fallmanagerin an die Tür geklopft, und sie gefragt, ob sie eine Minute Zeit für mich hätte, ich hatte keinen Termin. Sie sagte, daß zwei ihrer "Kunden" nicht erschienen sind und so konnte ich mit ihr sprechen. Gleich die ersten zwei "Kunden" einfach nicht zum Termin erschienen!
Wer etwas vom Staat haben will, muss auch mitmachen, zumal einem auf dem Jobcenter auch nicht der Kopf abgerissen wird.
Anscheinend aber kann so manch einer eine Leistungskürzung verschmerzen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
chrome_koran 14.02.2011, 08:46
7. Statt Kampfrhetorik vielleicht mit den Fakten auseinandersetzen?

"Strafsystem"... Sorry, jeder, der zum A-Amt geht, bekommt einen Haufen Papiere mit auf den Weg, in denen unter anderem drinsteht, was man als "Kunde" dieses Ladens für Pflichten hat. Wer die Pflichten nicht erfüllt, hat mit Sanktionen zu rechnen. So einfach ist das. Ich sehe da keine diktatorischen, menschenentwürdigenden, strafähnlichen Züge.
Das ist ähnlich wie mit der Arbeit, wer da unentschuldigt fehlt oder dauernd unpünktlich erscheint, auf den kommen unter Umständen auch gewisse Unannehmlichkeiten zu. Rechte vs. Pflichten, so funktioniert nun mal die Gesellschaft. Deshalb verstehe ich die Aufregung nicht so recht.

Und ja, ich kann auch aus eigener Erfahrung sprechen, da ich auch einige Male im Leben zweitweise "zwischen den Berufen" war und somit "Kunde" der "Agentur". Möglicherweise machte ich etwas falsch, denn Schikanen sind mir keine widerfahren.
Natürlich arbeiten auch bei den Behörden nur Menschen und Irrtum, Willkür oder persönliche Abneigung sind auch hier nicht auszuschließen. Aber so wie es in den Medien dargestellt wird, sieht es aus, als ob Willkür ein Massenphänomen wäre. Vielleicht bilde ich mir nur ein, in Deutschland zu leben, un in Wirklichkeit sind wir bereits Teil Weißruslands?...

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Jettenbacher 14.02.2011, 08:52
8. Das ist nicht vollkommen OK.

Zitat von ecua
Das ist vollkommen OK. Wer staatliche Leistungen bezieht sollte nun wirklich zu den Terminen erscheinen.
Offentsichtlich mussten Sie noch nie so einen Termin wahrnehmen. Diese Termine sind zu 95% reine Zeitverschwendung, bzw. Beschäftigungstherapie für Beamten der "wie auch immer dieses Amt grade heißt" Ämter.

I.d.R. wird abgefragt, ob sich im persönlichen Umfeld etwas verändert hat, ob Anschrift und Telefonnummer noch stimmen und nach ca. 3 Minuten ist man wieder draussen.

Diese Termine haben zum großteil Null Wert für beide Seiten, im Gegenteil, es müssen auch noch Fahrkosten erstattet werden.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
anon11 14.02.2011, 08:54
9. ,

Zitat von sysop
Verpasste Termine und Fristen haben für Hartz-IV-Empfänger zunehmend ernsthafte Konsequenzen: Die Behörden strichen im vergangenen Jahr mehr als 610.000 Langzeitarbeitslosen Gelder - zwölf Prozent mehr als 2009.

Ja, und deshalb gibt es so viele Klagen wie noch nie. Die Mehrkosten für den Steuerzahler stehen da dann wieder in keinem Verhältniss zu den ürsprünglichen, rechtswidrig gekürzten Zahlungen.

http://www.bz-berlin.de/archiv/32-00...le1086939.html

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 1 von 45