Forum: Wirtschaft
Sanktionen: Das steckt hinter der deutsch-russischen Handelsflaute
imago

Seit die EU Sanktionen gegen Russland verhängt hat, ist der Handel mit Deutschland um fast die Hälfte eingebrochen. Doch sind daran tatsächlich die Strafmaßnahmen schuld? Die Zahlen deuten auch auf andere Gründe hin.

Seite 3 von 14
observatorius 22.02.2017, 17:30
20. Low Quality Journalism at its worst...

1. Eine angeblich ganz neue Erklärung für den Rückgang des deutschen Außenhandels mit Russland, der allerdings nie jemand widersprochen hat (im Gegenteil, die Außenhandelsaktivität von Rohstoffexporteuren korreliert idR eng mit deren Preisentwicklung).
2. Ein widersprüchliches Zahlen-kauderwelsch: Z.B. wird der Rückgang der russischen US-Importe zwischen 2012 und 2015 in Grafik 1 mit 31,1 % angegeben zugleich in einer weiteren Grafik aber mit 15,5mrd (2012) und 11,5mrd (2015) beziffert, was einem Rückgang um lediglich 25,8% entspricht. Das gleiche gilt für die Widersprüchlichkeit der anderen Zahlen. Auch gibt es längst Zahlen für 2016, aber es wäre ja mühsam die zu recherchieren...
3. Eine Recherche bezüglich der Effekte der Sanktionen sparen sich die Autoren gleich ganz.

Beitrag melden
keine Zensur nötig 22.02.2017, 17:33
21. Wer im Glashaus sitzt,

der sollte nicht mit Steinen werfen.

Ihr Gelaber von freiem Denken, funktionierendem Recht und einem freiem Markt zeugt von erheblicher Unkenntnis. all das gibt es auch bei uns so nicht. Auch unser Markt ist reguliert, wenn auch die Neoliberalen daran kräftig gesägt haben, unser Recht enteignet mal schnell Bausparer - da reicht ein Blick in den SPON von gestern oder die vage Erinnerung an die sogenannte Bankenrettung jenseits aller Rechtsnormen - und das mit dem freien Denken wird zum Problem, wenn man sich abseits des Mainstreams bewegt.

Zum bidderen Beitrag an sich - wir als Westen haben seit Längerem tief und fest geschlafen - und verschlafen.

Fakt 1
Russland hat seit gut zehn Jahren - also noch VOR den Sanktionen einen qualitativen Schwenk vorgenommen. Weg von der jahrhundertealten Westorientierung (seit Peter dem Großen) hin nach Asien.

Fakt 2
Die Sanktionen treffen, wie gehabt, vorallem die Russen da ganz unten. Die allerdings haben sich hinter Zaren Wladimir gestellt. Die Folge der Sanktionen allerdings ist für uns verheerend.

Fakt 3
Unser aller pöser Putin hat die Sanktionen genutzt, um stattlich gestützte Programme aufzulegen, die den Umbau der Wirtschaft Russlands befördern. Also weg vom Rohstofflieferanten und hin zur Industrialisierung und Autarkie.

Fakt 4
Dank der Sanktionen kaufen die Russen nun woanders ein. Der Markt ist für den Westen quasi dauerhaft weg.

Fakt 5
Der immer wieder genannte Ölpreisverfall ist gestoppt, da auch den Saudis die Luft bzw. der Dollar ausgeht. Man hat sich innerhalb der größten Ölförderer geeinigt. Das sorgt dafür, dass sich die russischen Kassen wieder füllen.

Das Alles findet man im Netz, und auch bei SPON, wenn denn nicht der Großmeister Bidder die Feder führte.

Zur allgemeinen Ermunterung samt einem lösenden Lachen empfehle ich das hier:

https://www.heise.de/tp/features/Amerika-spielt-Monopoly-Russland-spielt-Schach-3630410.html

Zum Verstehen der russischen Lage das hier:

https://www.heise.de/tp/features/Die-Guten-und-die-Boesen-3366912.html

Beitrag melden
Ishibashi 22.02.2017, 17:34
22. Relationen

Eine sehr gute Analyse, aber was etwas untergeht ist ein Vergleich mit anderen Ländern.
Geographisch ist Russland groß, aber wirtschaftlich vernachlässigbar.
Nach Großbritannien exportierten wir Güter im Wert von 89,3 Mrd in 2015. Also mehr als 4 mal so viel wie nach Russland.
Russland wird maßlos überschätzt und die Probleme des Brexit unterschätzt.

Beitrag melden
südwest3 22.02.2017, 17:39
23. super Artikel

Sehr gut recherchiert - und zeigt deutlich, dass die Propaganda Russlands daneben liegt.
Sie sollten einen Faktencheck einrichten, entsprechend der Washington Post oder der NY Times, würde gut ankommen!

Beitrag melden
Thomas Schröter 22.02.2017, 17:39
24.

Fuck the Eu, Brexit und Trumps Antideutschlandkurs im Osten kompensieren:
Statt auf Druck der USA lachhafte Panzerprovokationen an der russischen Westgrenze zu unternehmen und schrittweise EU und die Assoziation mit dem Maghreb zu beerdigen sollte Deutschland die Exporte nach Russland wieder hochfahren und die Infrastruktur im fernen Osten mit aufbauen um so die Transib bis nach China und so die transkontinentale Entwicklung weiter voranzutreiben.
Wenn die USA nicht mehr können als Brzezinski's paranoiden, destruktiven und minimalistischen "grand chessboard" Stagnationsstrategie zu folgen, muß dem Deutschland eine konstruktive und visionäre transkontinentale Wachstumsstrategie entgegengesetzen.

Beitrag melden
Neophyte 22.02.2017, 17:39
25. Russland auf dem Weg in die nächste Pleite..

Normalerweise lernen Länder dazu wenn Sie einmal Pleite gegangen sind, nicht so die Russen. Genau wie in der UdSSR ist der russische Staat 2017 wieder marode und auf dem Weg zur nächsten Pleite, aber weiterhin wird weltweit Großmachtpolitik betrieben auf ganz großem Fuss. Russland ohne Atomwaffen und Erdöl ist nichts. Atomwaffen könnte sich heutzutage jedes Land besorgen, aber die meisten Länder sind da schlauer und unterliegen nicht einem Machtkomplex..

Beitrag melden
Nordstadtbewohner 22.02.2017, 17:40
26. Prinzip des freien Marktes nicht verstanden.

Zitat von grbxx
Wir sollten die Öl- und Gasimporte stoppen Früher oder später ist es sowieso soweit, und Russland kann das nur mit neuen Produkten ersetzen. Diese setzen freies Denken, funktionierendes Recht und einen freien Markt voraus.
Ein freier Markt existiert nur ohne Embargos. Das ist ein Punkt, den Sie vergessen. Mein Arbeitgeber betreibt mit russischen Unternehmen Geschäfte und ich wüsste nicht, warum ich als MA das schlecht finden sollte. Überhaupt denke ich, dass dieses "wir", so wie Sie es verwenden, in Wirtschaftsfragen unangebracht ist. Jeder muss für sich entscheiden, was gut für ihn ist.

Zum Artikel: Ich kann dem Autor nicht zustimmen, da in das Zahlenmaterial sehr viel hineininterpretiert wird. Das halte ich für falsch.

Beitrag melden
zerobeke 22.02.2017, 17:41
27. Selektive Wahrnehmung...

gibt diesem Artikel keine Chance zu bestehen, denn der Autor griff nur den Ölpreis als die Ursache aus dem Zusammenhang heraus.
Dabei leidet der russische Bankensektor am meisten unter den Sanktionen, der früher die Wirtschaft Russlands mit billigem Geld aus dem Ausland versorgte und so die Kaufkraft aufrecht hielt. Nach Sanktionen begnügt sich die russische Wirtschaft mit Zinssätzen jenseits der 20% Marke. Wer da die Schuld nur beim billigen Öl sieht, hat nicht lange recherchieren wollen.

Beitrag melden
oli69 22.02.2017, 17:42
28. Quintessenz

Die Quintessenz von diesem Beitrag ist also, die Russland Sanktionen haben gar keine Auswirkung auf Russland, so wie Sie das schreiben Benjamin Bidder. Dann könnten diese also wieder aufgehoben werden, korrekt ? Ich frage mich stark ob Ihre Statistik überhaupt stimmt, woher nehmen sie dann die Zahlen zu Weissrussland. Das ist ja eine da-facto diktur und so werden diese Zahlen kaum aussagekräftig sein.

Beitrag melden
james.n 22.02.2017, 17:44
29.

Die Sanktionen gegen Russland, die Merkel vehement gefordert und durchgesetzt hat, waren ein kompletter Schuß in den Ofen. Seehofer, der Putin in Moskau besuchte, versuchte ja bereits den Rollback. Trump scheint auch nicht abgeneigt. Aber doch nicht mit unserer Kanzlerin. Sie, die doch perfekt russisch spricht, hat es hinbekommen, dass Putin, wenn sie redet, auf Durchzug stellt. Wie soll da die deutsch-russische Wirtschaft gedeihen?

Beitrag melden
Seite 3 von 14
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!