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Sanktionen der Jobcenter: Mit aller Härte gegen Hartz-IV-Empfänger
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Einen Termin versäumt, ein Jobangebot abgelehnt - schon reagieren Jobcenter mit aller Härte. In diesem Jahr mussten bereits tausende Hartz-IV-Empfänger Leistungskürzungen hinnehmen. Ist das verhältnismäßig?

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Haarfoen 10.10.2018, 20:43
10. ?

Habe selber so einen Fall in meinem Bekanntenkreis: Der Typ ist trotz akademischer Ausbildung einfach fertig und hat seit mehreren Jahren nicht mehr regelmäßig gearbeitet. Psycho- Salat, Alkoholismus, Unfähigkeit, Probleme sich an minimale Absprachen wie Termine, usw. zu halten. Mehrere Therapien, fruchtlos. Am Anfang willig, knickt dann sofort ein, Konzentrationsstörungen, Hirn nicht mehr trainiert, jämmerliche Performance. Netter Kerl, nervt aber mehr, denn er helfen würde.
Wird auch regelmäßig sanktioniert. Bringt rein gar nichts. Schafft nur Existenzängste, weiteren Psycho- Salat, Schulden, Aggression, usw. Der hört sowieso nur noch: Reiß Dich mal zusammen - will er ja, schafft er aber nicht. Die Leute gehören nicht auf den Arbeitsmarkt (die armen Arbeitgeber - welche Zumutung), sondern in Therapiegruppen. Und um die Gerechtigkeit zwischen hart arbeitenden Menschen und einem Hartz IV- Empfänger auszugleichen, sollte man den hart arbeitenden Menschen einfach mehr zahlen. Wichtigste Lektion: Deutlich mehr Geld und Engagement in die Bildung und Betreuung von Kindern investieren, so dass der / die sanktionierten Hartz IV Empfänger zum Auslaufmodell werden.

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reichsvernunft 10.10.2018, 20:43
11. Ohne Druck geht es nicht...

... wie soll man denn die Niedriglöhner zur Zwangsarbeit treiben, wenn sie nicht das Gefühl haben bei Ausbeutung und Komplizenschaft bei illegalen, unbezahlten Überstunden besser dran zu sein? Wie soll man denen denn weiß machen, dass es noch schlimmer kommen kann, als nix zu haben, nix zu sparen, sich kaputt zu arbeiten und am Ende für eine Mini-rente betteln zu müssen? Hm. Da hilft nur Druck, Druck, Druck. Denn Menschen sind ja von Natur aus faule Opportunisten. Alle. Zumindest die "sozialschwachen" auf jeden Fall, denn sonst hätten die ja was anständiges gelernt. Arme Leute sollten sich schämen nicht was besseres zu sein, wirklich. Zum Glück verranzen wir ja unsere flächendeckende Bildungslandschaft inzwischen so, dass die Chancen auf jedenfall richtig verteilt werden - wäre ja noch schöner wenn die Proleten plötzlich meinen würden, sie dürften ihre Existenzangst mit SUV und Eigenheim betäuben, statt rechts oder links außen zu wählen. Und die Studien, die fast durchgehend belegen, dass "kein Druck", also ein Bedingungsloses Grundeinkommen, eher zu mehr, besser qualifizierten Vermittlungen führt, das sind alles Fälschungen von Kommunisten und Leistungsverweigerern. (Es ist schließlich eine echte Leistung in der Leistungsgesellschaft einen BWL Bachelor abzusitzen statt ob schwieriger familiärer Situation frühzeitig arbeiten zu gehen und seinen Bildungsweg eben nicht bis zum bestmöglichen Anwesenheitswisch zu durchlaufen... Schmarotzer...)
Ich kann diesen Neoliberalen Quark schon längst nicht mehr ertragen, aber es freut mich, dass der Staat, der Repräsentant aller Deutschen Bürger sein sollte, klar stellt, wem er dient und wer zu dienen hat. Klare Fronten sind gut. Vielleicht kommen dann langsam ein paar mehr Menschen auf den Trichter, dass es mit dem Korrupten Kopf unserer Gesellschaft so nicht weiter gehen sollte, und das unabhängig davon ob man jetzt ein bibeltreuer Homosexueller, eingewanderter Nationalsozialist oder ein Marx verehrender Bildungsbürger ist. Betrogen werden nämlich alle von ein und demselben Pack. Und das erkennt man nicht an der Hautfarbe.

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ErwinLottemeyer 10.10.2018, 20:48
12. Immer das gleiche Argument der "Druck-Ausüber"

Immer das gleiche Argument der "Druck-Ausüber", wie es auch immer gern angeführt wird, wenn es um Überlegungen zum Grundeinkommen geht:

"Wie soll man den Menschen, die für kleines Geld zur Arbeit gehen, erklären, dass andere, die sich nicht anstrengen, netto fast das Gleiche in der Tasche haben?" (Ach Gott, wer macht dann die Drecksarbeit? Soll ich die etwa selber erledigen?)

Wie wäre es denn mal zur Abwechslung wieder Löhne zu zahlen, von denen man auch leben kann? Ich weiß das ist in Kreisen der 'Hautevolee' nicht so beliebt, daher lieber nach unten 'knechten' so gut es geht. Die, die für einen Hungerlohn arbeiten, sollen ruhig sehen, was passieren kann, wenn sie nicht mehr mitspielen würden - Sozialdarwinismus par Excellence. Und die SPD lässt in Bayern in großen Lettern "ANSTAND" plakatieren, einfach nur noch eine Lachnummer, der Verein.

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Stäffelesrutscher 10.10.2018, 20:53
13.

Zitat von meinerseiner
heißt das Zauberwort. Es sollte statt Geld Kürzung Gemeindearbeit angesetzt werden. Es gibt viel zutun
... und diejenigen, die diese Arbeit bisher in bezahlten, tarifgebundenen Beschäftigungsverhältnissen erledigt haben, sollen dann zur Arbeitsagentur, oder wie stellen Sie sich das vor?

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Stäffelesrutscher 10.10.2018, 20:55
14.

Zitat von Andre V
Jetzt muss schon der ominöse "Analphabet" herhalten, der seine Briefe nicht lesen kann und deshalb sanktioniert wird... Ich kann gar nicht so viel Kopf schütteln, wie ich müsste.
Es gibt übrigens auch Aufstocker oder Elternteile, die eine Vorladung für einen Zeitpunkt bekommen, an dem sie arbeiten/einen Termin mit dem Kind/einen Termin beim Arzt haben - aber sie können nur eine Hotline erreichen, nicht etwa ihren Sachbearbeiter. Und der behauptet dann hinterher, die Absage bzw. Bitte um Terminverlegung habe nicht stattgefunden.

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jackberlin 10.10.2018, 20:58
15.

So eine Reform konnte sich auch nur unsere Lehrerpartei ausdenken: Getreu dem preußisch-pädagogischen Ideal: Wer nicht hören will, muss fühlen. Ich frage mich nur, wie die Arbeitslosen vor der Agenda eigentlich motiviert wurden, arbeiten zu gehen. Damals gab es die nicht sanktionierbare Sozialhilfe auf dem Niveau von heutigem ALG2. Sicher: Manche hatten sich damit abgefunden, davon zu leben, aber die große Mehrzahl hatte sich doch trotzdem um Arbeit bemüht. Man könnte meinen, das hat man geändert, um Arbeitslose zu zwingen, Arbeit anzunehmen, die auf Sozialhilfeniveau bezahlt wird. Und damit die Löhne für alle kräftig nach unten zu regulieren. (Ja, auch für Euch, die Ihr ständig über die faulen Arbeitslosen schwadroniert. Aber soweit muss man erst mal denken können) Deshalb gilt heute auch der Mindestlohn genau für diese Bürger nicht. Die werden mit Sanktionsandrohungen weiter dazu gezwungen, für Fünf Euro Stundenlohn zu schuften. Soweit meine Verschwörungstheorie.

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nikolasvegas 10.10.2018, 21:00
16. Der Vergleich mit Sanktionen des Strafgesetzbuches

ist so absurd wie (zum Glück?) nicht weiter ausgeführt. Strafgefangene sind Ihrer persönlichen Bewegungsfreiheit beraubt, wegen einer Straftat, in aller Regel wenigstens. Ein wichtiger Grund im Sinne des SGB II bei grds. arbeitsfähigen Leistungsempfängern liegt sozusagen auch in deren Sphäre, hat aber gänzlich andere Umstände. Gruß an die BENTO-Redaktion. P. S. Bin Jurist, habe u.a. zwei Jahre für die BA gearbeitet. Und: Ich verkenne das unverschuldete Elend vieler Betroffener nicht. Ich habe Ihnen versucht zu helfen.

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twinketoe 10.10.2018, 21:08
17.

Sanktionen bringen doch nix außer ALG2 einzusparen. Die Leute werden ins Amt einbestellt, beim Termin gibt es nix was irgendwie ein Grund wäre da aufzulaufen. Vor allem für Menschen mit Psychischen Erkrankungen aber auch für Krebskranke Menschen deren ALG1 nach Krankengeld ausgelaufen ist und die gar nicht arbeitsfähig sind. Problem ist doch, dass die Sachbearbeiter überhaupt nicht auf die Leute eingehen können. Kranke Menschen gehören nicht in ALG2 sondern in die Sozialhilfe.
Außerdem sollten keine Alibifortbildungen mehr finanziert werden sondern Weiterbildungen die die Menschen im echten Leben weiterbringen. Aber ne, da wird man als Ex Personaler in ein Bewerbungstraining gesteckt für 8 Wochen.

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wilfried.becker.50 10.10.2018, 21:11
18.

Zitat von Stäffelesrutscher
Es gibt übrigens auch Aufstocker oder Elternteile, die eine Vorladung für einen Zeitpunkt bekommen, an dem sie arbeiten/einen Termin mit dem Kind/einen Termin beim Arzt haben - aber sie können nur eine Hotline erreichen, nicht etwa ihren Sachbearbeiter. Und der behauptet dann hinterher, die Absage bzw. Bitte um Terminverlegung habe nicht stattgefunden.
Naja, man bekommt nicht Dienstags einen Termin für (morgen) Mittwoch. Unser Jobcenter vergibt Termine in 10 oder 14 Tagen.
Und erreichen kann man den Sachbearbeiter immer.

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hansriedl 10.10.2018, 21:14
19. Wer kein Lohnsklave sein will,

muss vom Jobcenter als Arbeitsunwillig eingestuft und sanktioniert
werden.
Diese Menschenverachtende Politik ist nichts anderes als ein weiterer Kniefall zu Gunsten der Konzerne und deren Gewinne.
Das Kapital regiert, Politiker nur noch willige Befehlsempfänger.
Oder, Knechtschaft, ein Rückschritt ins Mittelalter wo Menschen noch Rechtlos waren.

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