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Sanktionen: Jobcenter bestrafen wieder mehr Hartz-IV-Empfänger
DPA

Das Jobcenter hat 2016 wieder mehr Hartz-IV-Empfänger bestraft: Rund 135.000 von ihnen wurde das Existenzminimum gekürzt. Oft zu Unrecht - fast vier von zehn Klagen gegen die Sanktionen hatten Erfolg.

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Kanalysiert 16.02.2017, 12:03
340.

"Job"-Center....wenn man da als ehemals Selbständiger hingeht, um sich arbeitslos zu melden, schicken die einen weiter und sagen, man könne ja Hartz4 beantragen, hier wäre man falsch, da man vorher nicht angestellt gewesen ist. Bitte was? Man ist gesund und will arbeiten und die weigern sich dann, da mitzuarbeiten?
Hauptsache die Karteizahlen tief halten, oder wie oder was? Bin da nie wieder hin und habe zum Glück selbst wieder was gefunden. Wenn man sowas obendrein dazu lesen muss, ist man nur noch entsetzt. Statt die Kleinen zu drangsalieren, könnte man sich ja mal um die massive Steuerflucht der Wohlhabenden besser bemühen, die zahlen solche Kosten aus der Portokasse mit dem hinterzogenen Geld. Ekelhafter Verein!

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derdreas 16.02.2017, 12:04
341. Gegenleistung??

Bei all dem was dort bezogen wird (sollte sich andere Leistungen mit einrechnen Miete,heitzkosten....) würde ich persönlich es auch schön finden wenn nicht nur so eine plumpe Gegenleistung Pflicht sein würde ! Unsere Dörfer und Städte könnten so sauber sein ! Rasen mähen Müll sammeln Schnee schippen Unterstützung in der Kita oder hort usw... warum geht sowas nicht ....

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jackberlin 16.02.2017, 12:04
342.

Zum 1. Punkt: "Wird eine Sanktion umgesetzt erhält der Kunde einen Sanktionsbescheid, gegen den er in Widerspruch gehen kann. Tut er dies wird der Sachverhalt erneut geprüft und über den Teamleiter des Mitarbeiters bestätigt." Eine äußerst effiziente Beschwerdekette. Der "Kunde" beschwert sich bei der Person, die ihm Unrecht antut, darüber, dass sie ihm Unrecht antut. Danach beschwert er sich bei der nächsten Instanz des gleichen Teams. Das grenzt an Comedy. Den Spruch mit den Krähen kennen Sie? Aber wenigstens für Sie und Ihre Kollegen ist das alles gut bezahlte "Arbeitszeit". Sie wissen doch, dass die meisten Kürzungen wegen Lappalien erfolgen, wie verspätetes Erscheinen bei Terminen, in denen sowieso nur dummes Zeug gequatscht wird. Oder man wird an private Zeitarbeitsvermittler weiter vermittelt. Dafür geht ein Großteil der staatlichen Sozialausgaben drauf. Das wäre mal eine interessante Kalkulation, wie viel der Steuerzahler sparen würden, wenn man Jobs, wie Ihren und die damit verbundene Bürokratie abschaffen würde. Ist Ihnen klar, dass Sie aktiv dazu beitragen, dass unsere Löhne kaputt gehen, weil Sie Arbeitslose dazu zwingen, unter Tarif oder gar unter Mindestlohn zu arbeiten?
Übrigens: Die internen Dienstanweisungen, betreffs Erfüllung einer Sanktions-Quote, wurden bereits vor Jahren an die Öffentlichkeit gebracht. Kann man immer noch leicht im Netz finden.

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friedrich_eckard 16.02.2017, 12:05
343.

Zitat von urmedanwalt
Ich bin mir ziemlich sicher, dass das BVerfG die Sanktionen kippen wird, so, wie sie jetzt verhängt werden. Weniger als das Minimum verstößt gegen Art. 2 Abs. 1 GG. Man könnte höchstens daran denken, gesondert Bußgelder zu verhängen, die halt dann erst mal gestundet werden müssen. Eine Verrechnung mit dem Alg2 geht nicht.
Ihr Nick lässt mich vermuten, dass wir Juristenkollegen sind... nun wecken Sie mir aber keine schlafenden Hunde! Tatsächlich wäre es wohl möglich, "Verstösse gegen Mitwirkungspflichten" von Hartz-IV-Beziehern rechtlich sauber und verfassungsfest als Ordnungswidrigkeiten einzustufen und mit Bussgeld zu bedrohen. Dann wünsche ich aber viel Spass... zum einen wäre jeder derartige Bussgeldbescheid nach § 68 OWiG gerichtlich nachprüfbar, die zuständigen Amtsgerichten werden ihre helle Freude haben... und zum anderen wird man dann wohl in den JVA reichlich zusätzlichen Platz für "Erzwingungshäftlinge" brauchen. Rechtlich wäre dieser Weg also wohl gangbar - funktionieren würde es so auch nicht.

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allessuper 16.02.2017, 12:08
344. ja, aber nicht nur-

Zitat von mikn1000
Statt nur auf die Abschreckung durch Sanktionen zu setzen, sollte man auch überlegen gewünschtes bis vorbildliches Verhalten durch finanzielle Anreize zu unterstützen. Es kann ja jeder für sich selbst analysieren, ob er lieber für unerwartetes Verhalten bestraft oder für ein gewünschtes Verhalten belohnt werden will? Und wenn 38% der Sanktionen aufgehoben bzw. angepasst werden, scheinen ja 62% nicht angreifbar. Das zeigt auch, dass das System auf die falschen Anreize setzt.
sämtliche Untersuchungen zum Thema Motivation, das ja aufgrund des Bedarfs in der Arbeitswelt sehr gut erforscht ist, laufen auf eine Aussage hinaus: Es gibt nur intrinsische Motivation. Also sollte die Aufgabe lauten: Wie bringe ich Menschen dazu, sich und ihr Leben so lebenswert zu finden, dass sie aus eigenem Antrieb "mitmachen" und ihren Platz in der Gesellschaft einnehmen wollen? Es ist nämlich entgegen aller anderslautenden Gerüchte, die wir ruhig an dieser Stelle beim Namen nennen wollen, nämlich manipulierende Propaganda, es ist also so, dass Menschen soziale Wesen sind und gern in einer Gruppe leben und sogar müssen, sonst sterben sie. Das ist das Ergebnis der Evolution. Babys sterben, wenn sie allein sind und sind auch nach 9 Monaten im Mutterbauch nicht überlebensfähig und noch lange nicht fertig. Andere Tiere schon. Deswegen wäre übrigens ein bedingungsloses Grundeinkommen die richtige Maßnahme. Wer mehr will kann mehr verdienen. Aber die Existenzangst ist weg. Ich wette mit jedem hier, dass nach 2-3 Jahren und einigen Maßnahmen drum herum die meisten Menschen sich engagieren, damit das Leben aller besser wird: Omas und Opas, Gärten in der Stadt, Unterstützung in der Schule und bei der Pflege usw. einfach weil Menschen gern füreinander da sind - es sei denn, sie sind früh verletzt worden. Aber dann gäbe es auch dafür genug Freiwillige, die dazu beitragen zu integrieren. Ist das so schwer zu kapieren?

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christian-h 16.02.2017, 12:08
345. Angabe

Zitat von marcaurel1957
1)Jeder mit vernünftiger Ausbildung und hoher Qualifikation der auch arbeitsfähig ist, bekommt einen gurten Job und gutes Gehalt. 2)Gut, ich gebe zu, dass das ab 55 nicht immer einfach ist.
1) Ach, ist das so. Gibt es da ein Anrecht darauf oder ist Ihnen das nur so spontan eingefallen.

Stellt sich schonmal die Frage was für Sie eine "hohe Qualifikation" darstellt und wieviel Prozent der arbeitsfähigen Menschen darunter fallen.

2) "Nicht immer einfach" ist eine sehr positive Beschreibung. Studien sehen das allerdings etwas kritischer, die sehen die Chanchen für 55+ in den Arbeitsmarkt zu gelangen eher als sehr schlecht an.

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Business Ethics 16.02.2017, 12:10
346.

Zitat von marcaurel1957
Schauen wir uns doch die Fakten an...dann ist Ihr Beitrag ganz einfach zu bewerten: 1. Jeder mit vernünftiger Ausbildung und hoher Qualifikation der auch arbeitsfähig ist, bekommt einen gurten Job und gutes Gehalt. Gut, ich gebe zu, dass das ab 55 nicht immer einfach ist. 2. Leute die sich nicht selbst helfen können, bekommen eine Leistung der Allgemeinheit, die sich Harz IV nennt. 3. Wir haben noch nie soviel für soziale Zwecke ausgegeben wie heute, ein Blick in die öffentlichen Haushalte genügt, um diese zu begreifen 4. Die Rettung "systemrelevanter Unternehmen" ist sicher unschön, zuweilen aber für die Gesamtgesellschaft nötig...auch für die Menschen! . Was glauben Sie wäre passiert, wenn Banken unkontrolliert pleiet gegangen wären....schauen Sie sich die jüngere Wirtschaftsgeschichte an. So sehr ich solche systemfremden Eingriff hasse, so nötig war die Bankenrettung in unser aller Interesse. Übrigens haben davon nicht "Zocker" profitiert, sondern die Eigentümer wurden schlicht enteignet. Somit sollte klar sein, dass alle Behauptungen meines Beirags korrekt waren und sie ohne jede Begründung eben mal so herumgeschwafelt haben
Verzeihung, aber Sie haben überhaupt nichts begründet, sondern z.T. einfach nur Ihre Behauptungen ein zweites mal veröffentlicht.

Und aus einem Satz wie dem folgenden, ich darf auch hier unten nochmals zitieren, "sollte klar sein, dass alle Behauptungen meines Beitrags korrekt waren und Sie ohne jede Begründung eben mal so herumgeschwalfelt haben."

"4. Die Rettung "systemrelevanter Unternehmen" ist sicher unschön, zuweilen aber für die Gesamtgesellschaft nötig...auch für die Menschen! ."

Was ist denn o.g. Behauptung anderes als eine aus dem luftleeren Raum gegriffene, eben, Behauptung? Ebenso gilt dieses für die Punkte 1. bis 3., zu denen Sie ebenfalls nichts, aber auch gar nichts zur substantiellen Unterfütterung beigetragen haben. Vermutlich glauben Sie den Unsinn sogar selbst, den Sie dort verzapft haben.

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Satyrus35 16.02.2017, 12:10
347. Leicht gesagt......

aber wie bestraft man jemanden, der Kinder hat und trotzdem (oder vielleicht gerade deswegen) jede Mitarbeit an der Verbesserung seiner Situation verweigert?
Wie hingegen belohnt man jemanden, der zu seiner leistungsfreien Grundsicherung ein paar Stunden hinzu arbeitet und schon mit auch nur geringster Entlohnung in den Einkommensbereich der vielen, vielen fleißigen Geringstverdiener vorstoßen würde?
Ich weiß mir keinen Rat, außer vernünftige Löhne zu zahlen. Das ist aber nicht nur von den "bösen" Arbeitgebern nicht unbedingt gewollt.....unser aller GeizistGeil-Fetisch macht es auch nicht eben einfacher

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EL2666 16.02.2017, 12:11
348.

Zitat von joke61
für zum Teil überforderte Beamte. Denke das vieles damit zu tun hat, wie der Beamte am entsprechenden Tag drauf ist, oder ob sein Gegenüber sympatisch oder weniger sympatisch rüberkommt.
Im Jobcenter arbeiten so gut wie keine Beamte !!!!!

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