Forum: Wirtschaft
Sanktionen: Wie wichtig ist der Iran-Handel wirklich für Europa?
SPIEGEL ONLINE

Die deutsche Wirtschaft läuft Sturm gegen Washingtons Forderung, ihr Iran-Geschäft abzuwickeln. Ein Überblick über die Handelsbeziehungen mit Teheran in Grafiken.

Seite 1 von 3
womo88 09.05.2018, 16:29
1. Falsche Frage!

Die Frage müsste eigentlich lauten: Lässt sich Europa von den USA erpressen bzw. geht`s nicht auch ohne die USA?
Die USA haben ihren Zenit überschritten.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
MatthiasPetersbach 09.05.2018, 16:40
2.

Irgendwie sehe ich jetzt nicht, warum man sich der völlig willkürlichen Einordnung der USA bzgl. guten und bösen Staaten unterwerfen soll.

Und Ultimatusse :) kann ich auch stellen: Amerika soll seine Aktivitäten endlich mal auf den eigenen Kontinent beschränken. Und zwar sofort - sonst gibts Ärger.

Die Welt wäre auf jeden Fall schöner.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
teherlon 09.05.2018, 16:48
3. Verkehrte Welt!

In Hinblick auf das jeweilige Handelsvolumen kann man nur noch mit dem Kopf schütteln. Die EU hat historisch über die letzten 10 Jahre betrachtet ein 25 bis 100x größeres Handelsvolumen mit dem Iran als die USA.
Warum sich also die EU der Entscheidung oder dem Willen der USA anschließen oder beugen soll, erschließt sich daraus keinesfalls.

Warum wir alle völlig panisch aufschreien, wenn die USA ihre - bisher sowieso schon seehr überschaubare Handelsbeziehungen - zum Iran kappen, ebenso wenig.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Marvin__ 09.05.2018, 16:53
4. Warum ist Deutschland so scharf auf den Sitz im UN-Sicherheitsrat ...

... wenn wir bei allen wichtigen Entscheidungen die internationalen Institutionen sowieso umgehen? TTIP statt WHO, USA statt UN und Trump statt IAEO.

Wenn sowieso jeder alleine handelt, und nur noch das Recht des Stärkeren gilt, dann sollten wir konsequenterweise die internationalen Organisationen abschaffen. Und für das gesparte Geld Panzer kaufen.

Der Alleingang Trumps wäre übrigens ein guter Anlass, die Beziehungen zu Russland und China wieder aufzuwärmen, und die Richtung USA herunter zu fahren.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
jowi.krause 09.05.2018, 16:53
5. Falsche Frage!

Wichtig ist die Frage, wodurch Europa einen Handelskrieg der USA kompensieren könnte. Iran ist ein kleiner Markt, da ist nicht so viel Umsatz zu machen. Aber wenn wir die ohnehin unsinnigen Sanktionen gegen Russland beenden, da wäre schon eher was zu holen.
Gemeinsam mit Russland und Iran könnte man auch den Petrodollar ablösen, den Dollar als Reservewährung gemeinsam mit China in Pension schicken. Dann wäre der "Wirtschaftsriese" USA sehr schnell auf Normalmaß geschrumpft und ebenso pleite wie Griechenland.
Da soll Mutti M. nur nichts von Alternativlosigkeit erzählen. Es gibt Alternativen, man muss nur den.Mut haben, sie zu ergreifen.
In einer Zeit, in der der tönerne Riese USA sich selbst als Führungsmacht abschafft, ist die Stunde für Europa, Russland und China gekommen, um das Überleben zu sichern. USA bedeutet Krieg, seit Jahrzehnten. Lasst uns endlich Friedenspolitik machen!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
marialeidenberg 09.05.2018, 16:54
6. Antwort: Eminent wichtig.

Ökonomisch vielleicht nicht aber politisch von unschätzbarer Bedeutung. Denn wenn der Handel auf Weisung der USA eingestellt wird entfällt für den Iran die Geschäftsgrundlage des Vertrages.

Der Iran würde sein Atomprogramm wieder aufleben lassen, was wiederum die Kriegstreiber 'im Interesse des Weltfriedens' losschlagen ließe.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Proggy 09.05.2018, 16:56
7. Deutschland ein Vasallenstaat der USA?

Es ist eigentlich völlig irrelevant wie "wichtig der Handel mit dem Iran für Europa" ist. Es geht um die Forderungen der USA.
Damit geht es schlicht darum, dass die USA meinen, Deutschland (und andere 'befreundete' Staaten) hätten sich der amerikanischen Sicht von "Gut" und "Böse" kritiklos anzuschließen und den amerikanischen Entscheidungen wie Vasallen zu folgen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
hitcher 09.05.2018, 16:56
8. Handelsbilanz

Nein, Europa sollte sich generell nicht erpressen lassen, weder vom IS, noch von Zöllen noch von sonst. Kündigungen der USA wie Klima oder Atom. Da ist es schon eine Frechheit, was der USA Botschafter von der dt. Wirtschaft "erwartet". Aber sollten unsere Politiker im Diplomatieübermut trumptreu sein wissen wir nun, dass der wegfallende Außenhandel mit Iran nicht das größte Problem der Europäer ist.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
schwaebischehausfrau 09.05.2018, 17:01
9. Das bewährte Muster von US-Sanktionen...

Die USA verhängen primär Sanktionen, die andere Staaten und deren Wirtschaft bezahlen müssen. Das zeigt sich erneut an den US-Sanktionen gegen den Iran und das war bei den US-Sanktionen gegen Russland nicht anders. Man darf gespannt sein, wie lange die EU, die ja in allen wesentlichen Metriken (Einwohnerzahl, BIP etc.) in Summe größer ist als die USA, wieder wie gewohnt kuschen wird (wie ja erst wieder bei den verhängten US-Strafzöllen gegen die EU) oder ob man den Mumm hat, sich irgendwann zu emanzipieren. Dazu würde gehören, der einheimischen EU-Unternehmen den Rücken zu stärken, wenn ihnen von den USA gedroht wird (wie gleich gestern per "Befehl" des US-Botschafters in Berlin, sich aus Geschäften mit dem Iran zurückzuziehen, geschehen), indem man klarmachen würde, dass jede Sanktion gegen "nicht folgsame" EU-Unternehmen in den USA dann 1:1 Sanktionen gegen US-Unternehmen in der EU zur Konsequenz hätten. Von der deutschen Regierung darf man soviel Rückgrat aber sicher nicht erwarten - die wird wie immer den Schwanz einziehen. Mit einem Faktotum wie Altmaier an der Spitze sogar noch demütiger als schon in der Vergangenheit. Interessant wird sein, ob Frankreich mit Macron genauso kuschen wird: Denn kein anderes Land hatte nach Abschluß des Atom-Abkommens mit dem Iran so große Wirtschafts-Delegationen nach Teheran geschickt und so hohe Erwartungen in Aufträge für die einheimische Industrie wie die Frankreich.
P.S.: Das Hauptproblem der EU in den wirtschaftlichen Beziehungen zu den USA offenbart sich auch hier wieder: Während die USA ganz leicht Sanktionen gegen europäische Unternehmen verhängen können, und damit sogar noch die heimischen Unternehmen stärken, ohne sich damit selbst zu schaden (z.B. bei Sanktionen gegen europäische Autobauer, um Ford und GM zu stärken), ist die EU in einem ausweglosen Dilemma: Am stärksten sind die US-Exporte in der IT-Industrie (Microsoft, IBM, Oracle, Cisco, Google & Co.). Aber da diese Unternehmen mit ihren Produkten fast überall eine monopolartige Stellung haben und fast nie ersetzt werden können durch Produkte von EU-Unternehmen, würden Sanktionen gegen die USA in diesem Sektor die eigenen EU-Unternehmen nur schwächen. Denn selbst wenn durch Strafzölle auf US IT-Unternehmen ein Unternehmen hier beschliessen würde, diese durch die eines nicht US-Unternehmens zu ersetzen (sofern das überhaupt möglich wäre), dann dauert sowas locker 5-10 Jahre und kostet einen Dax-Konzern schnell mal einen dreistelligen Millionen-Betrag nur an Umstellungskosten.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 1 von 3