Forum: Wirtschaft
Sarkozys Wirtschaftspolitik: Frankreich bremst Europas Wachstum

Frankreich verpasst Europa einen negativen Schock: Die lahme Wirtschaft des Landes zieht das Wachstum in ganz Europa nach unten. Präsident Sarkozy ist unter Druck - wegen seiner Wirtschaftspolitik gab es schon einen Eklat mit dem deutschen Finanzminister Steinbrück.

klaus1201 11.09.2007, 16:47
1. Was soll das Geschrei...

Zitat von sysop
Frankreich verpasst Europa einen negativen Schock: Die lahme Wirtschaft des Landes zieht das Wachstum in ganz Europa nach unten. Präsident Sarkozy ist unter Druck - wegen seiner Wirtschaftspolitik gab es schon einen Eklat mit dem deutschen Finanzminister Steinbrück.
...wenn die Prognosen von 2,4 auf 1,9 fallen. Vor allem das Großmaul Steinbrück sollte sich mit Kritik zurückhalten, er wird zum Jahresende seine Negativzahlen vor allem im Binnenmarkt auch präsentiert bekommen.

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tzscheche 11.09.2007, 17:06
2. zeitverschiebung

Zitat von sysop
Frankreich verpasst Europa einen negativen Schock: Die lahme Wirtschaft des Landes zieht das Wachstum in ganz Europa nach unten. Präsident Sarkozy ist unter Druck - wegen seiner Wirtschaftspolitik gab es schon einen Eklat mit dem deutschen Finanzminister Steinbrück.
frankreich steht wirtschafts- und finanzpolitisch genau da, wo deutschland vor rund 5 jahren stand. damals haben sie die gleiche schlagzeile mit "D" statt "F" im titel gebracht...schon vergessen?

also nicht immer gleich mit dem nackten finger auf angezogene leute zeigen !

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marrrrtin 11.09.2007, 17:09
3. Frankreich...

Ich finde die Position von Sarkozy gar nicht so verkehrt. Er will ja durch Investitionen der Wirtschaft positive Impulse geben. Wenn die Wirtschaft jetzt einbricht, heißt das doch, dass das Land jeden positiven Impuls brauchen kann. Gibt es kein angemessenes Wirtschaftswachstum, kann man Sparziele sowieso vergessen.

Man muss kein Freund Sarkozys sein, um in diesem Sachverhalt den Franzosen zu stützen und Steinbrück zu rügen. Vorausgesetzt natürlich, die französischen Ausgaben gehen wie versprochen allein in Investitionen und nicht in den Konsum (was beispielsweise höhere Renten tun würden), um sich den Rückhalt beim Wahlvolk zu sichern.
Sarkozy beweist anscheinend Wirtschaftskompetenz, Steinbrück ist zu sehr im Sparwahn gefangen (den Deutschland zwar braucht, aber nicht ohne Verstand), um wirtschaftspolitisch Vor- und Nachteiliges zu verstehen.

Positiv sind in der aktuellen Anfangsphase des Aufschwunges i.d.R. alle sog. Investitionen, die künftiges Wachstum begünstigen, also etwa Verbesserung der Bildung, bessere Forschung, bessere Verkehrsinfrastruktur. Negativ sind hingegen Zusatzausgaben, die vorwiegend konsumptiver Natur sind, also höhere Zahlungen an Arbeitslose, Rentner, mehr Geld für Politiker, Steuersenkungen etc.

Die Zusatzausgaben konsumptiver Natur sind dann gerechtfertigt, wenn es die Finanzen zulassen (also Überschüsse gefahren werden) und die Investitionen ein wünschenswertes Niveau erreicht haben.


Wieder einmal sieht man bewiesen, warum Frankreich langfristig stärker wächst als Deutschland: Die Politiker sind einfach kompetenter in Wirtschaftsfragen, und vor allem sind sie pragmatischer. Zur Erinnerung: Zwischen 1996 und 2006 wuchs Deutschlands Wirtschaft jährlich um etwa 1%, die französische Wirtschaft um etwa 2%.

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HessiJames 11.09.2007, 18:00
4. Nicht alles, was gleich aussieht, ist auch vergleichbar

Zitat von tzscheche
frankreich steht wirtschafts- und finanzpolitisch genau da, wo deutschland vor rund 5 jahren stand. damals haben sie die gleiche schlagzeile mit "D" statt "F" im titel gebracht...schon vergessen? ...
Oh, das ist mir aber neu. - Wußte gar nicht, dass es in Frankreich auch eine sauteure (und trotzdem wunderbare) Wiedervereinigung gab.

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forumgehts? 11.09.2007, 18:19
5. On verra!

Zitat von tzscheche
also nicht immer gleich mit dem nackten finger auf angezogene leute zeigen !
Nun, damals hat man eben auf uns gezeigt! Das ist sowieso eine der Lieblingsbeschäftigungen in der EU. Und ehrlich gesagt, mehr ist auch nicht drin im E uropa der U nfähigen.
PS: Was Sarko betrifft, so schlage ich vor, dass wir uns über ihn in 2 oder 3 Jahren wieder unterhalten. Jetzt bringt das noch nichts. Wenn jemand sofort eine kompetente Meinung über ihn einholen will, so soll sie/er einfach mal seine Cécy fragen.

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wilfried.schmoelz 11.09.2007, 18:54
6. In dieser Form nicht vergleichbar

Unabhängig davon, daß Frankreich eine ganz andere
sozio - ökonomische Struktur als Deutschland hat, sollte
man mit Vergleichen, die rein auf Zahlen, deren
Manipulierbarkeit man ja kennt, vorsichtig sein: wie
oft sind gerade in Deutschland schon Prognosen geplatzt
wie eine Seifenblase.
Hinzu kommt, daß - man mag es sehen, wie man will,
als " über die Verhältnisse lebend " oder wie auch immer-
in Frankreich keine derart soziale Einschnitte stattfanden,
wie in Deutschland, mutmaßlich auch nicht stattfinden
werden.
Ferner: in bezug auf Daseinsvorsorge fanden auch keine
Einschnitte statt; hier sei nur auf innere Sicherheit,
die in Frankreich eine starke soziale Komponente hat,
verwiesen.

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mchica 11.09.2007, 19:19
7. Was soll der Chauvinismus?

Ich bin ehrlich gesagt etwas erschrocken ob der chauvinistischen Ausbrüche der deutschen Presse gegenüber Sarkozy und Frankreich. Das ist derart undifferenziert und Herr Steinbrück ist nun wahrlich nicht das Maß aller Dinge. Sollte er sich tatsächlich gegenüber Sarkozy so geäußert haben, ist das in der Tat unverschämt, auch wenn der deutsche Finanzminister in der Sache nicht Unrecht hat.
Auch die künstliche Aufregung über die Fusion der beiden Energieversorger Suez und Gaz de France ist irgendwie lächerlich, wer hat denn die Ministererlaubnis zum Zusammengehen von EON und Ruhrgas erteilt und damit Fastmonopolisten geschaffen? SPD-Minister und Staatssekretäre, die heute genau in dieser Branche tätig sind"!

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waldbahner 11.09.2007, 22:18
8. Sarkozy braucht Steinbrücks Rat sicher nicht..........

Zitat von mchica
Ich bin ehrlich gesagt etwas erschrocken ob der chauvinistischen Ausbrüche der deutschen Presse gegenüber Sarkozy und Frankreich. Das ist derart undifferenziert und Herr Steinbrück ist ....
Viel vergessen scheinbar das vor nicht allzulanger Zeit Deutschland der Bremser im europäischen Aufschwung war.
Ich hoffe hier glaubt niemand das die Regierung Merkel für den Wirtschaftsaufschwung verantwortlich ist.
Auch Frankreichs Präsident erklärt Herrn Steinbrück nicht wie man deutsche Finanzpolitik zu machen hat.

Sicher fällt es den Franzosen schwer nicht mehr auf Augenhöhe mit den Deutschen zu sein.
Der schwache Export Frankreichs besonders in den Osten wo Deutschlands Warenströme immer schneller fließen macht den Franzosen natürlich Sorgen.

Das man die Energieversorgung in eigenen Händen behalten möchte finde ich normal und gesund.

Was Frankreich in der schwierigen Lage garnicht braucht ist einen schulmeisterlichen Rat aus Deutschland.

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