Forum: Wirtschaft
Schäfer-Gümbel: SPD will komplette Soli-Abschaffung nur bei höheren Steuern für Reich
Michael Gottschalk / Getty Images

Der Solidaritätszuschlag soll abgeschafft werden - doch die Koalition streitet weiter darüber, ob das auch für Topverdiener gelten soll. SPD-Interimschef Thorsten Schäfer-Gümbel will sie steuerlich nicht entlasten.

Seite 1 von 23
LDaniel 13.08.2019, 08:42
1. Aha

Also will man die Leute, die ohnehin schon nahezu den ganzen Staat finanzieren, noch mehr schröpfen... . Da will die sterbende SPD wohl das ganze Land mit in den Tod reißen.

Beitrag melden
madjogi 13.08.2019, 08:47
2. Wir haben gelernt

dass man mit ca. 3.500 € netto als Single in D als "Reich" gilt. Was bedeutet dann die Aussage der SPD dass man den Soli nur dann komplett abschaffen will, wenn die "Reichen" einen Beitrag zum Sozialstaat leisten? Wer hier laut jubelt und "Ja" schreit sollte mal genau nach der SPD-Definition von "Reich" fragen. Es gab einmal ein Urteil des Bundesverfassungsgerichts: "Halbteilungsgrundsatz". Danach ist es Verfassungswidrig dem Steuerzahler mehr als die Hälfte seiner Einkünfte wegzusteuern. Aber das hat noch keinen Politiker interessiert. Als Staat muss man sich nicht an seine eigene Gesetzte halten.

Beitrag melden
karlo1952 13.08.2019, 08:49
3. Neue Argumente der Foristen

wird es wohl nicht geben. Deshalb bleibe ich dabei, wer vorher keinen Soli bezahlt hat, muß auch danach keinen mehr bezahlen. Alles andere wäre ungerecht. Wenn Reiche mehr Steuern zahlen sollen, was ich nicht ablehne, kann man ja die Steuersätze entsprechend anheben, oder eine Reichensteuer einführen. Allerdings befürchte ich, dass neue Steuern, wie die bereits diskutierte CO2-Steuer, wohl wieder alle, und vor allem, die weniger Betuchten treffen wird.

Beitrag melden
burlei 13.08.2019, 08:52
4. Das wäre doch mal ein Kompromiss

Puscht den Spitzensteuersatz auf 50% hoch (die 0,5% mehr als der Soli betrug können für Planstellen von Steuerfahndern ausgegeben werden), dann ist er immer noch niedriger als unter Kohl. Ein weiterer Vorteil: die FDP ist erst mal wieder für ein paar Tage ruhig, bis die Wirtschaft zu einem Statement kommt, dass die FDP als ihre Meinung vortragen kann. Weiterer Vorteil: auch die SPD stellt langsam fest, dass Koalitionsverträge nicht das Papier wert sind, auf die sie gedruckt wurden. Die CDU hat das schon seit Jahrzehnten verinnerlicht.

Beitrag melden
Lebonk 13.08.2019, 08:56
5.

Hoffentlich weiß die SPD, dass sie die Gesellschaft weiter spaltet, wenn sie die Neiddebatte fördert. Sie hofft dadrauf, dass die Bürger sagen: Jawoll, gut ! Gebts bzw nehmts den Reichen ! Was für eine kurzsichtige Ansicht ! Gerade der Soli eignet sich überhaupt nicht für solche Betrachtungen. Er ist eine begrenzte Abgabe, die nun ausläuft. Für alle. Wer was anderes will, beschädigt den ohnehin ramponierten Ruf der Politiker. Was sagen und was anderes machen.
Eine Erhöhung der Steuern nach Abschaffung des Soli kann man ja in Betracht ziehen, aber sinnvoll ist das nicht. Die sog. Reichen tragen ohnehin schon den größten Teil der Steuerlast. Sie sind in der Regel Besitzer von großen, mittelständischen oder kleinen Unternehmen, schaffen Arbeitsplätze. Die SPD sollte sich das klar machen. Und viele potentielle Wähler wissen das auch. Wer so orientierungslos Politik macht, muss wissen, dass damit die Einstelligkeit und Bedeutungslosigkeit nahe ist.

Beitrag melden
ingenieur-aus-überzeugung 13.08.2019, 08:57
6. Topverdiener

Da ist Sie wieder, die Neiddebatte. Alleine die Wortwahl zeigt welches Geistes die Aussprechen sind. Anstatt Top-, oder Spitzenverdiener oder Reiche könnte man auch sagen, die Leistungsfähigsten, oder Topleister, high performers. Dann würde man das besser beschreiben und die Betroffenen würden sich sogar gerne dazu rechnen lassen.
Aber so, diejenigen, die sowie schon am meisten zur Bezahlung des Systems beitragen, indem Sie halt fleißig in der Ausbildung waren und jetzt oft mehr als 40h leisten, werden dann auch noch mit neidenden Ausdrücken bedacht. Klar, dass uns das nicht gefällt. Und, lustiges Detail, Reich ist man laut dieser Definition schon, wenn man leicht 6-stellig verdient.
Hurra, ich bin Reich.
Von wegen!!
Reich ist man, wenn man nicht mehr weiß wohin mit dem Geld. Und von diesen Menschen gibt es mehr als genug.
Und ich neide es Ihnen nicht.
Aber macht ruhig weiter. So schafft ihr es, dass die Leister immer weniger Lust haben von ihrem Erleistetem abzubrechen und es den Armen, die nur 5-stellig, verdienen, anzugeben.

Beitrag melden
kritischer-spiegelleser 13.08.2019, 08:57
7. Diese "Gümbel-Politik" zeugt von gravierendem Unverständnis

Der Soli hat nun mal absolut nichts mit der "SPD-Reichensteuer" zu tun. Der Soli wurde dem Bürger als befristet verkauft und sollte endlich wieder abgeschafft werden. Hier geht es nur um die Glaubwürdigkeit der Politik. Eine Reichensteuer muss die SPD ihren "reichen" Wählern verkaufen, wenn sie zur Finanzierung ihrer sozialen Projekte notwendig ist.

Beitrag melden
yvowald@freenet.de 13.08.2019, 09:00
8. Vollständige Besteuerung auch der Kapitalerträge

Zitat von LDaniel
Also will man die Leute, die ohnehin schon nahezu den ganzen Staat finanzieren, noch mehr schröpfen... . Da will die sterbende SPD wohl das ganze Land mit in den Tod reißen.
"Die Leute", die über Millionen-Einkommen verfügen, finanzieren eben nicht den ganzen Staat, sondern setzen alles daran, möglichst wenig oder gar keine Steuern zu zahlen.
Diejenigen, die gar nicht arbeiten, sondern nur von ihren Dividenden oder sonstigen Kapitalerträgen leben, sollten endlich nicht nur zur Abgeltungssteuer (25 Prozent) herangezogen werden, sondern die vollen Steuern zahlen, wie dies auch wir ArbeitnehmerInnen tun müssen.

Beitrag melden
Paddel2 13.08.2019, 09:01
9. Vorsicht, Ironie

Liebe SPD, endlich habt ihr es kapiert. Ihr müsst endlich konsequent ran an die Geldbeutel der Ärzte, Lehrer, Ingenieure, und Hochschullehrer. Es ist unerträglich, wie diese „reiche“ Klientel auf Kosten der Armen lebt.

Beitrag melden
Seite 1 von 23
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!