Forum: Wirtschaft
"Schlanker Staat" und "Eigenverantwortung": Framing für die Fleißigen
DPA

Die ARD will ihr Image aufhübschen? Vielleicht sollte sie bei Gerhard Schröder und Anhang fragen, wie die einst dem Land die Agenda 2010 schöngeredet haben. Das wirkt bis heute. Nur nicht unbedingt gut.

Seite 1 von 13
dasfred 22.02.2019, 13:16
1. Dem framing den richtigen Rahmen gegeben

Das hat Herr Fricke doch mal schön illustriert. Der ARD Skandal ist ein nichts, gegen das, was uns die PR Strategen der Politik alles mit wohlklingenden Begriffen unterschieben. Der frisch Entlassene ist jetzt freigesetzt und dem Arbeitsmarkt zur Verfügung gestellt. Er ist nicht mehr arbeitslos, sondern arbeitsuchend. Klingt gleich viel Aktiver. Der reiche Erbe wird uns von Lindner als Leistungsträger präsentiert. Der Mann, der mit Überstunden noch aufstocken muss, um seine Familie ist ernähren ist dafür eben der Minderleister, weil sein Wert nicht an der eingesetzten Kraft und Zeit, sondern an seinem Einkommen gemessen wird. Das die ARD sich nun ein Diskussionspapier bestellt hat, ist im Grunde nur Notwehr. Wenn man in den Framing Katalog der Rechten und Gebührenhasser sieht, wird klar, dass dort auch einige Geschütze aufgefahren werden um der Rundfunk massiv zu diskreditieren.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
travelfox42 22.02.2019, 13:21
2. Eine Lanze für die Fleißigen

Was soll eigentlich immer wieder dieses Drauf-herum-Hacken auf den "Profiteuren" und "Topverdienern", wenn es um den Soli geht? Vielleicht bitte mal bedenken, dass es genau diese Leute waren, die seit Jahren auch das meiste an Soli gezahlt haben. Und der Soli von Anfang an als zeitlich begrenzter Aufschlag definiert wurde. Warum ist es jetzt aus linker Sicht so total ungerecht, nun diese Leute auch mal wieder zu entlasten? Die, die vorher nichts gezahlt haben, können natürlich auch nicht entlastet werden.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
curiosus_ 22.02.2019, 14:24
3. Stimmt natürlich, jeder...

...framed so gut er kann. Allerdings ist der Wähler nicht ganz so dumm wie mancher framer hofft, auf Dauer setzt sich dann doch die Wahrheit durch. Siehe die Entwicklung der SPD-Wahlergebnisse.

Framing wird überbewertet. Bzw. ist inzwischen sogar kontraproduktiv, da bei vielen die Alarmglocken angehen, wenn besonders positive neue Bezeichnungen auftauchen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Nordstadtbewohner 22.02.2019, 16:40
4. Einspruch, Herr Fricke!

"Wie schön, dass es nicht mehr so viel staatliche Rente gibt"

Die Absenkung der staatlichen Rente mag für Sie und andere Angehörige ihrer Altersgruppe negativ sein, für die jüngeren Menschen ist die Senkung wichtig, damit die Rentenbeiträge nicht noch höher steigen und die Jüngeren immer weniger von ihrem Verdienst haben und sich so nicht selbst auf den Ruhestand finanziell vorbereiten können. Die Agenda 2010 war richtig und wichtig (Auch wenn sie meiner Meinung nach zu lasch war.), daran ändern ein paar unzufriedene Faulpelze nichts. Eigenverantwortung ist kein Framing, Eigenverantwortung sollte wieder mehr zu Pflicht werden.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
phocs 22.02.2019, 16:40
5. Schulden oder Enteignung

Die von Herrn Fricke vermissten üppigeren Leistungen für irgenwen speisen sich aus Steuern, also dem Eigentum anderer Leute.

Gegen diese Art von Enteignung haben sogar Leute was, die davon nur gering betroffen sind. Der Grund ist das unangenehme Bewusstsein eines hemmungslosen Staates, dessen gierige Hand natürlich jederzeit jeden treffen kann.

Die Linke Idee, dass der Staat grundsätzlich gut ist, trifft einfach nicht zu. Weiß eigentlich such jeder.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Ein_denkender_Querulant 22.02.2019, 16:45
6. Nur nicht unbedingt gut?

Deutschland war in den neunzigern, durch massive finanzielle Unterstützung der ehemaligen DDR und damit jahrelangen Stillstand in der Prozessoptimierung der "kranke Mann" Europas mit sehr schlechten Wirtschaftszahlen.

Jeder sollte sich an die "Deutschland AG", erinnern, ein Geflecht aus gemeinsamen Beteiligungen innerhalb der wichtigsten deutschen Unternehmen. die Übernahmen von Firmen praktisch unmöglich machten. Wir hatten uns in der sozialen Marktwirtschaft eingekuschelt. Dagegen gab es massive Kritik, auf diese reagierte die Regierung Schröder.

Die wirtschaftlichen Erfolge wirken immer noch, gerade aber die Entflechtung der Firmen und Gesetze zur einfacheren Übernahme bedingen ebenso einen Ausverkauf unserer Wirtschaft. Wenn die Deutschen nicht langsam anfangen und ihr Geld in deutsche Firmen stecken, um die Aktienkurse zu erhöhen, droht ein weiterer Ausverkauf mit langfristig sehr negativen Auswirkungen, wie z.B. die Übernahme von Opel mit Massenentlassungen zeigt.

Es ist sehr leicht, Schröder und die Agenda 2000 für die weitere Aufspaltung der Gesellschaft verantwortlich zu machen. Wo aber gab es korregierende Eingriffe unter Merkel? Nichts, gar nichts. Da sollte man ansetzen und kritisieren. Meine Meinung...

Beitrag melden Antworten / Zitieren
valensine 22.02.2019, 16:52
7. Die berühmte Brücke

Eine solche Brücke zu schlagen... von einer von den Bürgern zwangsfinanzierten Rundfunkanstalt ohne Mitspracherecht zu einer von den Bürgern erst zu wählenden Volkspartei... das ist schon etwas weit hergeholt. Da wollte wohl jemand auf die SPD prügeln und hat dafür ein Anlass gesucht, oder? Von einer Argumentation mit rotem Faden ist meiner Meinung nach nicht viel zu lesen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
n.wemhoener 22.02.2019, 16:57
8.

Und deshalb wäre die richtigere und ehrlichere Bezeichnung für die Schröderschen Reformen "Arbeitnehmerenteignungsgesetze" gewesen und nicht "Agenda 2010".

Beitrag melden Antworten / Zitieren
ruhepuls 22.02.2019, 16:58
9. Lieber einen "fetten" Staat?

Was wäre uns denn lieber? Ein "fetter" Staat, sowie in den "guten alten Zeiten", als jedes Jahr mehr Beamte eingestellt wurden - Unkündbarkeit und Dienstschluss auf die Minute inklusive? Heute schweben die Pensionsansprüche von damals als Damoklesschwert über uns. Die Agenda 2010 war sicher nicht "der Stein der Weisen" - man hätte vieles besser machen können - aber sie war wenigstens ein Bruch mit dem bräsigen "alles bleibt so wie es ist" der Kohl-Ära. Wenn Deutschland heute wieder vorne mitmischt, dann verdankt es das auch der Agenda 2010. Gab es Verlierer dabei? Ja, die gab es. Aber die gibt es immer. Die Frage ist nur, womit Deutschland insgesamt besser fährt: mit einem "schlanken" oder einem "fetten" Staat?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 1 von 13