Forum: Wirtschaft
"Schlanker Staat" und "Eigenverantwortung": Framing für die Fleißigen
DPA

Die ARD will ihr Image aufhübschen? Vielleicht sollte sie bei Gerhard Schröder und Anhang fragen, wie die einst dem Land die Agenda 2010 schöngeredet haben. Das wirkt bis heute. Nur nicht unbedingt gut.

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nobody_incognito 24.02.2019, 14:16
120.

Zitat von cerberus66
Herrn Fricke stimme ich soweit zu, dass gerade im Bereich von Wirtschaftspolitik sich einer manipulativen Wortwahl bedient wird. Dies allerdings von allen Seiten, wie zB beim Begriff der "Gerechtigkeitslücke" https://www.google.com/amp/s/amp.welt.de/debatte/kommentare/article109418261/Die-deutsche-Sucht-nach-Gleichmacherei.html on der offenbar ökonomische Gerechtigkeit mit äkonomischer Gleichheit gleichgesetzt wird. Ein besonders zur Manipulation einladender Begriff ist meines Erachtens "Soziale Marktwirtschaft". Im Namen der Marktwirtschaft wurde versucht eben die grundlegenden Funktionen einer Marktwirtschaft stiizulegen. Die Reaktionsmöglichkeiten auf Marktpreise wurde gewissermaßen geknebelt zB mit nach unten starren Löhnen durch allgemeinverbindliche Tarifabschlüsse, durch das Kündigungsschutzgesetz, durch steuerliche Nchtamerkennung betrieblicher Aufwendungen durch inflexoble Sozialausgaben. Die Agenda 2010 war das Eingeständnis der Politik, dass auch eine soziale Marktwirtschaft eben eine Marktwirtschaft ist. Und diese Feststellung gilt ohne jede Beschönigung.
Adam Smith gilt als der geistige Vater der "selbstregulierenden" Marktwirtschaft. Er selbst hat aber gesagt, dass das ohne Moral/Vernunft nicht funktionieren kann. Was beim "freien" Spiel rauskommt war die Weltwirtschaftskrise 1929. Seither wird an dieser Marktwirtschaft rumgedoktort und wer am Schaltpult sitzt, der kann die Knöpfe beliebig einstellen, so dass es hier oder dort klimpert.
Ein Beispiel wie man es vernünftig regulieren kann ist die OPEC mit dem Ölpreis. Also wenn die Einnahmen durch fallende Preise sinken, dann wird nicht mit Erhöhung der Förderung reagiert, sondern mit Drosselung. So ähnlich verhält es sich mit den Arbeitszeiten, wobei man die globale Wettbewerbssituation einbeziehen muss, d.h. ohne so was wie "internationale Solidarität" geht es nicht.

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DietrichHorstmann 24.02.2019, 16:20
121. Zehntausende verdienen ihr Geld mit framing

Werbefirmen, Thinktanks , Umfrageinstitute, bezahlte Blogschreiber . Es gibt mehr von diesem Framern als Journalisten. Klappern gehört zum Geschäft. Dass Meinungsmache nur den privaten Absahnern mit populistischem, oft minderwertigem Opium fürs Volk erlaubt sein soll, halte ich für undemokratisch. Framing ja, aber offen und fair wie die ARD es tut. Journalismus aber bedeutet, unfaires Framing nicht nur bei der Konkurrenz anzuprangern.

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pittiken 25.02.2019, 05:02
122.

Zitat von curiosus_
Hier haben Sie jetzt mal die Handelsbilanzsalden Deutschlands seit 1950: 1950: -3,1% 1951: -0,12% 1952: 0,52% 1953: 1,72% 1954: 1,71% 1955: 0,69% 1956: 1,46% 1957: 1,97% 1958: 2,52% 1959: 2,1% 1960: 1,73% 1961: 1,99% 1962: 0,96% 1963: 1,58% 1964: 1,45% 1965: 0,26% 1966: 1,63% 1967: 3,41% 1968: 3,45% 1969: 2,61% 1970: 2,22% 1971: 2,03% 1972: 2,38% 1973: 3,47% 1974: 4,94% 1975: 3,46% 1976: 2,95% 1977: 3,09% 1978: 3,1% 1979: 1,56% 1980: 0,58% 1981: 1,72% 1982: 3,05% 1983: 2,4% 1984: 2,93% 1985: 3,81% 1986: 5,55% 1987: 5,65% 1988: 5,83% 1989: 5,73% 1990: 4,2% 1991: 0,71% 1992: 1,01% 1993: 1,81% 1994: 2,06% 1995: 2,3% 1996: 2,62% 1997: 3,03% 1998: 3,22% 1999: 3,16% 2000: 2,79% 2001: 4,38% 2002: 6,01% 2003: 5,85% 2004: 6,87% 2005: 6,87% 2006: 6,65% 2007: 7,77% 2008: 6,96% 2009: 5,64% 2010: 6% 2011: 5,87% 2012: 7,01% 2013: 6,99% 2014: 7,27% 2015: 8,01% 2016: 7,88% 2017: 7,57% Hartz4 ("Die Agenda 2010") kam am 1. Januar 2005. Und da hatten wir bereits seit Jahren (und bis heute) Handelsbilanzüberschüsse wie wir sie zu DM-Zeiten (seit 1950) nie hatten. "D aufgrund der grundlegend geänderten globalen Rahmendaten wieder fit für den internationalen Wettbewerb zu machen"? Wir waren bereits so fit wie nie vorher seit 1950. Ganz einfach abzulesen an unseren Handelsbilanzsalden.
Niedersachsen-Klicke, VW wollte seine Personalkosten senken und niemand wollte gerne in dem 5000 x 5000 Programm mitmachen, also musste eine Drokulisse geschaffen werden. Aber mit Kündigung und ALG und anschließender Arbeitslosenhilfe reichte das nicht, daher hat der Hartz als Angestellte von VW einen Plan ausdenken können mit den besagten Folgen, und zwar negativen Folgen.

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willi2004 25.02.2019, 18:56
123. Sie vergessen das die Firma vorher schon....

Zitat von redwed11
Sie haben recht, der Soli sollte abgeschafft werden. Aber dann sollte die Politik so konsequent sein, den Spitzensteuersatz auf die alte Marke von 52 % zu erhöhen. Dann hätte die Angelegenheit den richtigen Namen. Weiterhin sollte die Kapitalertragssteuer nach der Höhe der Einkommenssteuer eingezogen werden um die Bevorteilung von Einkommen aus Aktien endlich zu beenden. Am Beispiel der Geschwister Quandt zeigt, wie hier mit zweierlei Maß gemessen wird. Die Geschwister Quandt zahlen, wenn sie denn zahlen, für ihr leistungsloses Einkommen von 500 Millionen Euro im Jahr nur 25 % Kapitalertragssteuer während viele für ein weit geringeres Einkommen den Spitzensteuersatz der Einkommenssteuer zahlen. Sie haben recht, man sollte den Spitzenverdienern endlich mehr Gerechtigkeit zukommen lassen. Übrigens, die von Ihnen angeführten "Topverdiener" haben auch am meisten, ob durch wirkliche Leistung gerechtfertigt bleibt dahingestellt, zusammengerafft. Damit ist eine hoher Steuersatz völlig gerechtfertigt.
... Steuern bezahlt hat, Körperschaftssteuer, Gewerbesteuer, Abgaben an IHK und Handwerkskammer, Berufsgenossenschaft u.a.. Also stimmt ihr Vorwurf hinten und vorne nicht.

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