Forum: Wirtschaft
"Schlanker Staat" und "Eigenverantwortung": Framing für die Fleißigen
DPA

Die ARD will ihr Image aufhübschen? Vielleicht sollte sie bei Gerhard Schröder und Anhang fragen, wie die einst dem Land die Agenda 2010 schöngeredet haben. Das wirkt bis heute. Nur nicht unbedingt gut.

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vulcan 22.02.2019, 17:14
20.

Zitat von Nordstadtbewohner
"Wie schön, dass es nicht mehr so viel staatliche Rente gibt" Die Absenkung der staatlichen Rente mag für Sie und andere Angehörige ihrer Altersgruppe negativ sein, für die jüngeren Menschen ist die Senkung wichtig, damit die Rentenbeiträge nicht noch höher steigen und die Jüngeren immer weniger von ihrem Verdienst haben und sich so nicht selbst auf den Ruhestand finanziell vorbereiten können. Die Agenda 2010 war richtig und wichtig (Auch wenn sie meiner Meinung nach zu lasch war.), daran ändern ein paar unzufriedene Faulpelze nichts. Eigenverantwortung ist kein Framing, Eigenverantwortung sollte wieder mehr zu Pflicht werden.
Komisch nur, dass der Staat trotzdem die RV-Beiträge komplett und gern einstreicht. U.a., um das Geld sonstwo zu verplempern.
Ich für meinen Teil hätte gerne völlig unabhängig vorgesorgt.
Und glauben Sie doch bitte nicht, dass für junge Leute, die heute auch eifrig RV bezahlen müssen, in 40 oder 50 Jahren noch irgendetwas Nennenswertes da ist - Kürzungen jetzt oder nicht.
Naiver Glaube an einen Staat, dem nichts mehr gelingt, außer Renten kürzen und Rentenbeginn nach hinten verschieben.
Steht doch schon in jeder Nachricht der RVA - ins Deutsche übersetzt: Diese Errechnung Ihrer Rente ist völlig wertlos, da es JEDERZEIT anders kommen kann. Tut's ja auch.

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vulcan 22.02.2019, 17:15
21.

Komisch nur, dass der Staat trotzdem die RV-Beiträge komplett und gern einstreicht. U.a., um das Geld sonstwo zu verplempern.
Ich für meinen Teil hätte gerne völlig unabhängig vorgesorgt.
Und glauben Sie doch bitte nicht, dass für junge Leute, die heute auch eifrig RV bezahlen müssen, in 40 oder 50 Jahren noch irgendetwas Nennenswertes da ist - Kürzungen jetzt oder nicht.
Naiver Glaube an einen Staat, dem nichts mehr gelingt, außer Renten kürzen und Rentenbeginn nach hinten verschieben.
Steht doch schon in jeder Nachricht der RVA - ins Deutsche übersetzt: Diese Errechnung Ihrer Rente ist völlig wertlos, da es JEDERZEIT anders kommen kann. Tut's ja auch.

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melnibone 22.02.2019, 17:24
22. Schlanker Staat und Eigenverantwortung ....

Herr Fricke, das ist der Untergang der sozialen Marktwirtschaft in wenigen Worten.
Dass sind die bestehenden Verhältnisse.
Eigentlich ein Pulverfass. Möge nur ´Ingwer oder Kurkuma´ zu unseren Nichtpartipationsverhältnissen beigefügt werden.
Die Ganz Fleißigen sind eine Verhöhnung dieser Gesellschaft.
Die ganz fleißige Erbengemeinschaft paart sich mit der ganz fleißigen Nicht-Einzahl-Gemeinschaft und die ganz fleißige Nichterbschaftssteuerzahlgemeinschaft obendrauf.
So funktioniert Gemeinwesen.
Eine SPD, die all Dieses begleitete.
Danke Herr Fricke.

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Tömmchen 22.02.2019, 17:24
23. Framing findet immer statt

Vielleicht sollte man mal statt "Schummelsoftware" von "Betrugssoftware" sprechen. Geschummelt wurde in der Schule und nicht in einem Milliardenmarkt. Oder man sollte von bestimmten Automobilfirmen vielleicht mal als einer kriminellen Vereinigung sprechen mit mafiösen Strukturen und Verbindungen in höchste Regierungskreise. Fragt sich nur, wer dann der Pate ist? Ach ja, das ist doch der, der seine schützende Hand drüber hält, oder?

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tigga_nb 22.02.2019, 17:27
24. Falscher Kontext

Vordergründig geht es um Sprache und wie unpopuläre Entscheidungen „positiv“verpackt werden können. Leider wird das dazu genutzt, ein falsches Bild zu transportieren. Die Agenda 2010 war ja tatsächlich eine Erfordernis, D aufgrund der grundlegend geänderten globalen Rahmendaten wieder fit für den internationalen Wettbewerb zu machen. Es gab ja mitnichten als Ergebnis einen schlanken, unterfinanzierten Staat, im Gegenteil, wir haben im internationalen Vergleich eine Abgabenbelastung der Bevölkerung auf Rekordniveau. Alle Regierungen nach Schröder haben den wirtschaftlichen Rückenwind genutzt, um sich über Sozialleistungen Wählerstimmen zu kaufen, leider voll zu Lasten der jungen Generation. Zukunftsweisend wäre es, den finanziellen Spielraum für Zukunftsinvestitionen einzusetzen, um den Wohlstand für alle (und auch unseren statistisch Armen geht es im Vergleich der Weltbevölkerung hervorragend, Wohnen, Essen, medizinische Versorgung, Bildung, alles ist auch ohne jegliche Eigenleistung abgesichert) auch in Zukunft zu sichern. Es ist nämlich kein Naturgesetz, daß D ein wohlhabendes Land ist.

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willi2004 22.02.2019, 17:28
25. Für die Linken nochmal zum nachdenken....

die Industriejobs fallen immer mehr weg. Nicht weil die böse FDP oder Schröder es so wollen sondern weil die Welt sich gedreht hat. Automatisierung, andere Produkte, Spezialisierungen und in der ganzen Welt kann man jetzt industrielle Güter in guter Qualität herstellen. Das wollten doch die Linken. Auch in anderen Ländern soll es den Bürgern gut gehen. Und durch die Globalisierung kann jemand der Geld hat dieses in der ganzen Welt anlegen und wer ein gutes Produkt hat kann es millionenfach verkaufen und nicht nur in der kleinen BRD oder in Europa sondern in der ganzen Welt. Deswegen gibt es immer mehr Superreiche. Die Besteuerung dieser Reichen oder der Weltkonzerne ist national nicht möglich sondern nur international mit Handelsverträgen und Steuerabkommen. Aber das wollen ja die Linken ja auch nicht. So nun gibt es mehr Spezialisten und Entscheider aber immer weniger Industriearbeiter in Deutschland. Die Idee war nun unter Schröder den Dienstleistungssektor weit auszubauen. Dort geht es aber um Schnelligkeit um kurzfristig zu reagieren und der Bürger muß bereit sein dafür auch gut zu bezahlen. Aber genau das funktioniert nicht, die Bürger nutzen wenn möglich die Dienstleistungen nur wenn sie billig sind, die Betrieb sind - da sie klein sind - nicht organisiert siehe Tarifbeteiligung und da immer mehr Jobs nur noch Maschinen oder Geräte anwenden müssen sind dafür keine Ausbildungen nötig. Das die ARD nun denkt durch eine freundlichere Sprache besser rüber zu kommen ist halt nur dann gut wenn es nicht raus kommt.

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Newspeak 22.02.2019, 17:32
26. ....

Ich denke beides hängt zusammen. Der "Staatsfunk" hat die letzten 20 Jahre ja genau diese Euphemismen von der Regierung übernommen. Schauen Sie doch mal Tagesthemen. Da wird nicht objektiv berichtet. Da wird "eingeordnet". Da wird mal Regierung gesagt, und mal Regime, und selbst wenn die Einschätzung stimmen sollte, bräuchte es das nicht, wenn man den Bürger für mündig halten würde. Tut man aber nicht. Wir sind nur Kinder, die man belehren muss, in den Augen dieser Leute.

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nochnestimme 22.02.2019, 17:35
27. Nicht vergessen, worum es ging...

Ich kann dem Beitrag Nr. 6 nur zustimmen. Nicht gleich über alles herfallen, was mit der Agenda 2010 zu tun hat. Ich akzeptiere zwar auch noch Falles was Schröder in letzter Zeit so getrieben hat, aber er hat wenigstens noch politischen Lärm veranstaltet. Zuerst am Zaun des Kanzleramts gerüttelt und dann auch einige Hebel der Macht bedient. Es war damals dringend nötig, nachdem Vereinigungskanzler Kohl leere Kassen hinterlassen hatte. Und die Stimmung war damals gar so negativ was die Hartzgesetze betraf, wie Einige es heute schlecht reden. Merkel hat im Übrigen prima (bisher) 14 Jahre damit überlebt. Wesentliches an der sozialpolitischen oder an der Steuerschraube hat sie jedenfalls nicht bewegt. Immer nur Deckel drauf. Stillhalten. Ein politisches Neutrum eigentlich.

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muunoy 22.02.2019, 17:36
28. Fricke lebt in einer anderen Welt

Zitat von travelfox42
Was soll eigentlich immer wieder dieses Drauf-herum-Hacken auf den "Profiteuren" und "Topverdienern", wenn es um den Soli geht? Vielleicht bitte mal bedenken, dass es genau diese Leute waren, die seit Jahren auch das meiste an Soli gezahlt haben. Und der Soli von Anfang an als zeitlich begrenzter Aufschlag definiert wurde. Warum ist es jetzt aus linker Sicht so total ungerecht, nun diese Leute auch mal wieder zu entlasten? Die, die vorher nichts gezahlt haben, können natürlich auch nicht entlastet werden.
Ganz ruhig. Fricke lebt in einer Parallelwelt. Ich lese seine Kolumne jede Woche. Ist besser als jeder fiktionale Roman und erklärt einem ein wenig die verquerte Denkweise von Links-Grünen. Denken Sie an linkes Framing. Da ist man z. B. nicht reich, weil man viel hat, sondern weil man viel verdient. Und dann ist man eben aber einem Jahresbruttoeinkommen von 60 TEUR schon ein pöser Reicher. Dass so ein pöser Reicher über die Hälfte des Jahres für den Staat arbeitet, ohne sonderlich viel dafür zu bekommen, unterschlagen die Links-Grünen gerne. Genaugenommen sind diejenigen, die nach SPD auch in Zukunft den Soli zeigen, genau das, was das Framing "Soli" ausdrückt. Es sind die einzig wirklich Solidarischen. Vielleicht sollte Fricke diejenigen, die er so verachtet, einfach mal so nennen.
Wir haben den Staat auch nicht verschlankt. Während der Amtszeit von A. Merkel stieg das Steueraufkommen um fast 80%. Auch die Steuerquote steigt beständig. Trotz geringster Arbeitslosigkeit haben wir inzwischen das höchste Sozialbudget der Geschichte Deutschlands. Die Personalausgaben insbes. von Ländern und vom Bund steigen nicht nur wegen höherer Gehälter im ÖD, obwohl das der einzige Bereich zu sein scheint, wo Gehälter noch ordentlich steigen. Nein, der Personalbestand des Staates ist auch ordentlich gewachsen. Man schaue nur auf den Bundestag, wo man wohl vorhat, dem Volkskammerkongress Chinas Konkurrenz zu machen. Da ich selbständig und auch noch Vermieter bin, kann ich bestätigen, dass der bürokratische Aufwand mit der weiteren Aufblähung des Staates auch beständig wächst. Wer da noch von einem schlanken Staat redet, lebt definitiv in einer anderen Welt.
Ich könnte so weiter machen, weil im Kommentar von Fricke noch viele weitere Fehler sind. Aber jetzt habe ich keine Lust mehr, weil dieser Post wahrscheinlich sowieso nicht erscheint.

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charlybird 22.02.2019, 17:36
29. Eine

absolut zutreffende Betrachtungsweise. Die ganze Privatisierung hat in der Tat den Menschen und dem Staat nur geschadet und einige Menschen ungerechterweise sehr recih gemacht.
Hartz 4 war obendrein, so wie veranlasst, überflüssig, und hat nur den konservativen Klugschnackern, die immer von sozialen Hängematten faseln, Stammtischmunition verpasst und der olle Schröder hat damit gehofft weiter den großen Kanzler mimen zu können. Pustekuchen.
Ich schreib es nochmal und es ist die Meinung führender Fachmenschen, Kurzarbeit und Lohnfreezing waren die damaligen Schlüssel.
Hartz 4 hat nun Armut auf Jahre generiert, einen permanenten Niedriglohnsektor installiert und die Arbeitsmangelverwaltung muss nun teuer finanziert werden, weil ein Großteil der Jobs subventioniert sind und weder existenzsichernd sind, noch damit eine auskömmliche Rente erzielt wird.
Mit Abwahl, Austritten und einer taumelnden ca. 20 Prozent Volkspartei hat man es dem Basta-Fritzen gedankt. Und das mit Recht.
Fördern, Fordern und Eigenverantwortung, jau, so wie der Kanzler es kurz nach Amtsabgabe vorgemacht hat.

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