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Schlechte Zahlen: Wie der ungeklärte Brexit die Wirtschaft lähmt
DPA

Das Gezerre um den Brexit und die Furcht vor Zollchaos in Dover lähmt Großbritanniens Wirtschaft: Viele Firmen legen Investitionen auf Eis, die britische Handelskammer senkt ihre Wachstumsprognose.

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Ex-Saudi-Expat 18.12.2018, 11:41
100.

Zitat von 123rumpel123
Warum reduzieren Sie und viele andere den Brexit immer auf den kleinkrämerischen Aspekt der Handelsverträge? Ob die Briten nur 1 oder 5 Jahre für eine n Handelsvertrag brauchen ist doch nicht entscheidend. WTO ist kein Weltuntergang. Und einige Staaten und Verbände wie z.B. der in Asien hat die Briten nach dem Brexit schon fest geladen und eingeplant usw. Von den USA und Canda ganz zu schweigen. Größe ist nicht entscheidend. Der Schweiz ging es immer gut, auch vor der Zusammenarbeit mit der EU.
Wenn die Briten nicht ganz schnell Lösungen präsentieren ist der Bereich in dem ich arbeite in 5 Jahren auf der Insel Geschichte. Glauben Sie ernsthaft ein Unternehmen wie Airbus oder seine Zulieferer kann es sich leisten 1 - 5 Jahre auf eine Einigung zu warten?
Die arbeiten alle schon an den Plänen für den Exodus. Nicht umsonst kommt bei Terminen auf der Insel mittlerweile regelmäßig die Frage nach der "QoL" in Bayern, Bremen oder dem Languedoc.

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HaPeGe 18.12.2018, 11:43
101. Also, ...

Zitat von rudi_ralala
...hier ist einer. Nicht nur Großbritannien wird das schlechteste Wirtschaftsjahr seit der Finanzkrise erleben sondern noch viele andere Länder, auch im Europa. Hier wird Panik verbreitet und man schiebt die allgemeine schlechte Wirtschaftslage auf den Brexit. Wenn es demnächst zur Großen Weltwirtschaftskrise kommt, kann Großbritannien froh darüber sein, sich von der EU abgenabelt zu haben.
Die Konjunkturprognosen zeigen im Moment nach unten bzw. werden nach unten korrigiert. Das haißt aber nicht, dass uns eine Weltwirtschaftskrise bevorsteht. Unsicher ist das Verhalten der USA, da der dortige Präsident von heute auf morgen Entscheidungen fällt, die mit Ökonomie nichts zu tun haben. Und übrigens: Abwärtskorrekturen hat es bei Wirtschaftsprognosen schon immer gegeben. Das liegt in der Natur von Prognosen.

Was der Brexit für Großbritannien bedeutet..., nun ja, wenn es zu einem ungeordneten Brexit kommt, dann könnte folgendes passieren (lt. Bank of England und britischer Regierung):
- das Bruttoinlandsprodukt im kommenden Jahr um 8 Prozent ein- brechen
- die Hauspreise könnten um rund ein Drittel nachgeben,
- das Britische Pfund könnte ein Viertel an Wert verlieren,
- die Arbeitslosigkeit könnte sich von 4,1 auf 7,5 Prozent beinahe verdoppeln
- und es könnte eine Inflation von 6,5 Prozent geben.
Ich denke, der EU wird das nicht widerfahren, dafür ist die gesamtwirtschaftliche Lage in der EU zu stabil, vor allem in Deutschland.

Ich muss Ihnen also deutlich widersprechen; den größten Schaden wird Großbritannien davontragen. Aber die Engländer haben eben noch nicht relaisiert, dass es kein British Empire mehr gibt. Und die USA, ... die werden GB keinen Penny geben zwecks Unterstützung.

Womit begründen Sie eigentlich, dass es demnächst eine Weltwirtschaftskrise geben wird ?

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proratio 18.12.2018, 11:48
102.

Zitat von 123rumpel123
Warum reduzieren Sie und viele andere den Brexit immer auf den kleinkrämerischen Aspekt der Handelsverträge? Ob die Briten nur 1 oder 5 Jahre für eine n Handelsvertrag brauchen ist doch nicht entscheidend. WTO ist kein Weltuntergang. Und einige Staaten und Verbände wie z.B. der in Asien hat die Briten nach dem Brexit schon fest geladen und eingeplant usw. Von den USA und Canda ganz zu schweigen. Größe ist nicht entscheidend. Der Schweiz ging es immer gut, auch vor der Zusammenarbeit mit der EU.
Handelsverträge sind kleinkrämerisch? Genau diese Handelsverträge bzw. Freihandelsabkommen braucht und will Großbritannien ganz dringend. GB muss übrigens seinen Status als WTO-Mitglied nach eigenem Recht erstmal neu regeln. Dem müssen dann alle Mitgliedsstaaten zustimmen. Als WTO-Mitglied ist GB im internationalen Handel dem Meistbegünstigungsgrundsatz verpflichtet, wonach ein WTO-Mitglied allen WTO-Handelspartnern die gleichen Vorteile einräumen muss. Ebenso gilt, dass es keine Diskriminierung ausländischer gegenüber inländischen Waren und Dienstleistungen geben darf. Zwischen der EU und Großbritannien wären künftig Zölle zu zahlen, da ein Import bzw. Export in ein WTO-Drittland vorliegt. Sie haben ja an anderer Stelle behauptet, GB könnte auf Zölle verzichten. Genau das geht nach WTO-Regeln eben nicht. Und jetzt erklären Sie mir mal, wo die Vorteile für GB bei einem Rückfall auf WTO-Regeln gegenüber der EU-Mitgliedschaft liegen? Richtig, es gibt keine.

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123rumpel123 18.12.2018, 11:49
103. xxx

Zitat von bluraypower
Die Fakten: 1. Das Referendum im Jahre 2016 wurde aufgrund von falschen Tatsachen und Lügen für den Brexit entschieden. Die Befürworter sind jetzt nicht mehr im Verlauf der Verhandlungen dabei und haben sich zurück gezogen. Warum wohl? 2. Das Referendum war und ist immer noch nicht bindend und hat somit noch nicht einmal eine Legimitation. Aber man tut halt so in den Köpfen der Brexit Befürworter. 3. Mittlerweile über 90% aller Wirtschaftsprüfer, Gewerkschaften und Verbände weltweit und in UK prophezeien einen starken Wirtschaftsabschwung für das Land. Es kommt nur noch darauf an wie das UK aus der EU Austritt. Der No Deal Brexit ist dabei die schlimmste Form. Selbst das britische Wirtschaftsministerium geht von einer Schwächung der Wirtschaft aus, egal welcher Deal zustande kommt oder nicht. Deutlicher kann es nicht sein! Wer jetzt noch was von Paradis nach dem Brexit redet, dem ist nicht mehr zu helfen oder möchte einfach nur sein Unvermögen zu diesem Thema hier zur Schau stellen. Und ein zweites Referendum könnte jetzt genau das richtige sein mit Verbindlichkeit. Jetzt sind die Fakten auf dem Tisch und keine Fakes. Wenn die Briten dann immer noch Pro Brexit voten, dann sei es so. Aber ein zweites Referendum will May nicht weil sie wissen, das ihre Bürger beim ersten über das Ohr gehauen wurden und ein weiteres gegen den Brexit ausgehen würde. Ganz einfach!
ZU 3. Die letzte nennenswerte Prognose, hier im Spon veröffentlicht, rechnet mit einem 4% niedrigeren BIP als ohne Brexit.

Wenn das der Weltuntergang für das VK ist, , den man mit anderen Wirtschaftssektoren nicht ausgleichen kann, und das kann eben jetzt keiner seriös prognostizieren , dann haben Sie recht.

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Trevor Philips 18.12.2018, 11:49
104.

Zitat von frankcrx
Des weiteren hat die EU gerade ein Freihandelsabkommen mit Japan abgeschlossen. EU = ca 450 Mill. Einwohner, JP = 125 Mill. Einwohner. Wer hier den stärkeren Einfluss auf einen guten Deal hat liegt wohl auf der Hand. Dagegen GB mit 66 Mill. Einwohner wird wohl mit Japan keinen so guten Deal erzielen können. Das alles hat mit Volkswirtschaft zu tun. Wie wild das dann alles wird, wird man sehen. Und der Imageschaden liegt ziemlich deutlich auf Seiten von GB. Die EU hat hier im Sinne ihrer Mitglieder klare Kante gezeigt. Merke: Freiheit macht noch lange nich satt.
Schon wieder die verzweifelt wirkenden Versuche ein Handeslabkommen nur anhand der Einwohnerzahl festzumachen.
Dann dürften ja Neuseeland, Australien und Kanada mit rund 5, 25 und 36 Millionen Einwohnern bald untergehen. Es ist ganz einfach, entweder besteht ein Interesse den gegenseitigen Handel auszubauen und zu fördern, dann gibt es ein für beide Seiten akzeptables und vor allem annehmbares Abkommen oder aber es gibt dieses Interesse nicht, dann erfolgt halt Handel nach den WTO-Regeln.
Ob und wie die "klare Kante" der EU "im Sinne ihrer Mitglieder" war wird sich noch zeigen. Jetzt wo May nachdem der Druck unerträglich wurde ein No deal Szenario ausarbeiten lässt kommen da auch einige Kröten auf die EU zu. Nix mehr Fisch aus der EEZ des UK, kein einfacher Transit von Waren und Gütern nach Irland und all die anderen Späße wie Einfuhrzölle auf die Güter des Exportweltmeisters.
Klare Kante geht aus beiden Richtungen und May wird genau das, nachdem sie monatelang gekatzbuckelt hat jetzt zeigen müssen.

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ramuz 18.12.2018, 11:55
105. Sie haben recht.

Zitat von lab61
Wenn ich das richtig verstanden habe, dürfen die Briten das nach den WTO-Regeln gar nicht so einfach einseitig machen.
123rumpel123s Beitrag ist sachlich falsch.

Täte das UK das nämlich, müsste es das auch für alle anderen Importe nach WTO-Regeln auch tun. Was wiederum heftigste Verwerfungen in den exportierenden Ländern aufwerfen würde - ich denke nur mal an MWSt/UmsSt-Regeln in diesen Ländern....

.

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Beat Adler 18.12.2018, 11:59
106.

Zitat von lab61
Es wäre aber auch demokratisch, den britischen Wähler nun unter folgender Prämisse erneut abstimmen zu lassen: Sind sie mit dem Austritt zu dem jetzt ausgehandelten Bedingungen einverstanden, oder würden Sie es dann eher bevorzugen, doch in der EU zu verbleiben? Die beiden möglichen Antworten wären dann: A) Ja. Ich möchte, dass GB zu diesen Bedingungen die EU verlässt. B) Nein. Unter diesen Vorrausetzungen lehne ich den Austritt ab und möchte, dass GB in der EU verbleibt. DAS wäre dann die erste, richtige Abstimmung, bei der die Wähler auch wüssten, WORÜBER sie denn überhaupt abstimmen; was da im Falle des Austritts nun TASÄCHLICH auf sie zukommt, statt eines in den Himmel gemalten 320 Millionen-Pfund-Geldregens jede Woche.
Zu diesem Punkt, einer 2. Abstimmung, soll der Theresa May sorgfaeltig zugehoert werde: Sie argumentiert, dass eine 2. Abstimmung die Spaltung der Briten, der britischen Gesellschaft in Grossbritanien VERSTARKT, das ganz unabhaengig vom Ausgang dieser 2. Abstimmung.

In diesem Punkte gebe ich ihr, ein (Ausland)Schweizer(Patriot), vollkommen Recht.

In einem Staat ohne die Tradition der Volksabstimmung lernen die Verlierer das Verlieren NICHT: Sie spalten die Gesellschaft.

In Grossbritanien kommt erschwerdend dazu, dass der Frieden in Nordirland fast ausschliesslich nur durch die EU, Dank der die vollstaendige Aufloesung der Grenze zwischen Irland und Nordirland, ermoeglicht wurde! Es gibt genug "rogue elements" in Nordirland, die bereit sind sich wieder gegenseitig die Koepfe einzuschlagen!

Ein Staat ohne Tradition der Durchfuehrung von Volksabstimmungen, soll die Finger davon lassen! Das ist mein persoenlicher Ratschlag, auch an die Gelbwesten in Frankreich!
mfG Beat

Wer FUER die direkte Demokratie ist, kann in der Schweiz nachsehen, was das bedeutet! 1. Die Verfassung aufmerksam lesen und 2. Die Kantone erschaffen! Das ist VORHER zu tun!
mfG Beat

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Stephan H. 18.12.2018, 12:04
107. Umverteilung: Genau so funktionierts

Zitat von sponnewsreader
Die zusätzlichen Kosten verbleiben im Wirtschaftskreislauf. Also nur Umverteilung, oder?
Nehmen wir mal an die wichtigsten Importe (Lebensmittel, Medikamente etc. etc.) für die Menschen in UK steigen im Preis um 20%. Klarerweise erhöhen die Unternehmer dann folgend die Löhne und Gehälter um 20% damit die Inlandsnachfrage gleich bleibt und die Menschen zufrieden bleiben. Im Export akzeptieren dann die ausländischen Kunden Preiserhöhungen, Zollabwicklungskosten und lange Lieferzeiten, denn Lieferanten aus dem Empire sind immer gut fürs Image. Und so entsteht aus einer Umverteilung eine noch höhere Wertschöpfung für UK denn das BSP steigt. Tolle Gewinnsitiution. Hat jemand einen roten Bus an den ich meine Argumente kleben kann?

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kajoter 18.12.2018, 12:09
108. @ 99

Zitat von 123rumpel123
Ein No-Deal käme nur zustande, wenn man sich vertraglich nicht einigen kann. Dazu gehören zwei. Wenn Ihrer Ansicht folgt, wäre der Imageschaden auf beiden Verhandlungsseiten.
Mit Sicherheit nicht.
Die EU hat für den Fall des Austritts eines Mitgliedslandes klare Regeln und Vereinbarungen, die auch von den Briten unterschrieben wurden. Wenn ein "No Deal" einträte, hieße dieses, dass die Briten ihre Vereinbarungen nicht erfüllten.
Aber es war klar, dass gerade Sie eine derartig schlichte Logik ignorieren.

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Ökofred 18.12.2018, 12:12
109. aha, man lernt nie aus..

Zitat von Beat Adler
"und die Schwiez) jeweils einen Status haben, der EU Ländern ähnlich ist. Diesen Status lehnen die Briten konsequent ab (nicht nur wg der bösen Freizügigkeit), diese Länder zahlen / Kopf etwa soviel ein wie EU Mitglieder, haben aber kein Mitbestimmungsrecht." Immer in den SPON Blogs wiederholt, trotzdem falsch: Die Schweiz unterschrieb und ratifizierte zusammen mit jedem Einzelnen der 28 EU Staaten bisher um die 120 bilateralen Vertraege, immer auf der Basis gegenseitiger Nutzen, neudeutsch: "win-win". Eine internationale Abmachung, wo die Schweiz nichts zu sagen hat, dafuer als Gegenleistung zahlen soll, wuerde in der Schweiz an der Urne verworfen werden, immer! Seit wenigen Tagen ist der neue Rahmenvertrag Schweiz-EU in seinem Volltext in Vernehmlassung in der Schweiz. Jeder, jede Partei, jede Organisation, jede Firma, jeder einzelne Stimmbuerger kann nun seinen Senf dazu geben. Hier wird nichts hinter dem Ruecken der Buerger vermauschelt! Hier wissen die Politiker, dass wenn sie sowas versuchen sollten an der Urenne eine Watsche, Ohrfygge, von den Stimmbuergen bekommen! mfG Beat
Toll wäre es, wenn Sie jetzt noch beschreiben, wo zB in der Konsequenz die Unterschiede zu den Vereinbarungen sind, die Norwegen hat. Oder gibt es da keine? Dann hätte die Schweiz das doch einfach mit der EU abschliessen können, oder sind die Bedingungen mit den einzelnen EU Ländern unterschiedlich?
Tatsache ist zumindest, dass die Schweiz auch eine Menge Geld in die EU Fonds zur Angleichung der Lebensverhältnisse zahlen musste (aber auch dass die Schweiz Geld aus EU Fonds bekommt, zb für Forschungsvorhaben), und auch dass die Schweiz in der EU selber nicht viel mitreden kann. Was dann ja auch für GB gelten wird.
Also zahlen, aber nicht mitreden. Oder habe ich was falsch verstanden?

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