Forum: Wirtschaft
Schlecker-Familie soll 68 Millionen Euro nicht versteuert haben
DPA; imago

Vor fünf Jahren meldete die Drogeriemarktkette Schlecker Insolvenz an. Ab Montag muss sich die Familie in einem Strafprozess verantworten. Nach SPIEGEL-Informationen macht ihnen zudem das Finanzamt erheblichen Ärger.

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jowitt 03.03.2017, 18:48
140. Der neoliberale Ökonom

Zitat von Der neoliberale Ökonom
Sie widersprechen sich selbst. Kapitalgesellschaften hafter per se nur mit ihrem (Stamm-)Kapital. Sie sind eine eigene juristische Person. Von daher haftet auch nur die juristische Person und nicht ein Manager oder der Eigentümer. Und das ist gut so. Auch wenn das vor Neid verseuchte Linke anders sehen wollen.
Das stimmt ja so auch nicht. Legen sie einen betrügerische Insolvenz hin, sind sie natürlich auch als Manager dran. Nur bei geregelter, rechtzeitig angemeldeter Insolvenz haben sie als Manager einer Kapitalgesellschaft nichts zu befürchten.

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deutscher-michel 03.03.2017, 18:49
141. Respeckt...

wenn sie das Geld in die marode Firma gesteckt haben, um Schlecker und die Arbeitsplätze der Mitarbeiter zu erhalten.
Vor Gericht gehören sie nur dann, wenn sie die Insolvenz verschleppt haben, um noch Geld aus der Firma rauszusaugen,

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hf1205 03.03.2017, 18:49
142. Falsch,

Zitat von Der neoliberale Ökonom
Dieser Fall wird aus nicht vorm Amts- oder Landgericht ausgetragen (Strafgesetz) sondern vor einem Finanzgericht quasi die erste Schiedstelle zwischen Finanzamt und Steuerpflichtigen. Es ist eine Klärung des Sachverhaltes. Nicht mehr und nicht weniger.
der Prozess findet ab Montag vor dem Stuttgarter Landgericht statt. Im übrigen steht auch der Vorwurf im Raum, dass Schlecker 2 Wochen vor der Insolvenz Immobilien an Kinder und Verwandte überschrieben hat. Das zeugt nicht gerade von Intelligenz, denn dass der Insolvenzverwalter schnall darauf kommt und es dann strafrechtliche Folgen hat, hätte man sich denken können.

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Dogbert 03.03.2017, 18:53
143. Genau das ist ja die Frage

Zitat von ruediger
Hat jemand der jetzt Schlecker kritisiert schon mal darüber nachgedacht, was passiert wäre, wenn es dieses Darlehen nicht gegeben hätte? Schlecker wäre vermutlich früher pleite gewesen, und die Mitarbeiter früher auf der Strasse gestanden.
die vor einem Finanzgericht zu klären sein wird. Wenn es, nach vernünftigem Ermessen, möglich gewesen wäre Schlecker mit diesem Kredit vor der Pleite zu retten liegt vermutlich keine Privatentnahme vor. Schlecker selber wird aber, soweit ich weiss, Insolvenzverschleppung vorgeworfen. Da wird sich dann das Gericht fragen wie glaubwürdig es ist das die Kinder von der drohenden Insolvenz nichts wussten. Wenn sie es nicht wussten sind sie von der Fa. Schlecker betrogen worden und also müssten sie diese entsprechend verklagt haben. Der Artikel gibt darüber keine Auskunft, für den ersten Fall haben sich die Kinder jedoch sehr wohl strafbar gemacht. Und hätten dann auch bewusst versucht eine Privatentnahme als Kredit zu tarnen. Und schon sind wir eben doch, durch Vorsatz, bei einer Steuerhinterziehung. So oder so, die ganzen Foristen, die hier über das "Pech" der Schleckers Krokodilstränen vergiessen, sollten nicht vergessen das ein grosser Teil des geplatzen Kredits letztlich, im Zuge der steuerlichen Absetzung, von der Allgemeinheit bezahlt wurde.

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jowitt 03.03.2017, 18:53
144. @jogola

Zitat von jogola
ist es ihr Privatvergnügen, wenn Sie dem Vater trotzdem einen Kredit geben, von dem man zumindest verstärkt ahnen konnte, dass sie ihn nicht wiedersehen.
Da haben Sie Recht. Aber das müsste dann schon dem Fremdvergleich standhalten. das tut es scheints nicht. Einem anderen hätten sie in der Situation keinen so hohen Kredit ohne Sicherheiten gewährt.

Damit ist das nunmal eine verdeckte Gewinnausschüttung und vorher zu versteuern. Was sie dann anschließend mit dem Geld machen, ist dann wirklich deren Privatvergnügen. Sie können ja auch nicht zum Finanzamt gehen und sagen, diesen Monat zahle ich keine Steuern, weil ich meinem Vater Geld geliehen habe und der das verprasst hat.

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jowitt 03.03.2017, 18:55
145. @KlausMeucht

Zitat von KlausMeucht
Ich denke im Sozialrecht ist es unterschiedlich. Kinder sind durchaus unterhaltspflichtig gegenüber den Eltern, aber mit großzügigen Freibeträgen. Muss einer ihrer Eltern ins Pflegeheim fragt der Staat bei Ehepartner und Kinder nach. Die Schlecker Kinder haben durch ihre Eltern eine hervorragende Ausbildung finanziert bekommen. Man kann generell schon erwarten dass Kinder für die Schulden der Eltern aufkommen. Allerdings nicht unbegrenzt.
Unterhalt zu zahlen bedeutet ja noch lange nicht, "für Schulden aufkommen". Sie vermischen da zwei Dinge, die nichts miteinander zu tun haben.

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willib1055 03.03.2017, 18:58
146.

Zitat von KlausMeucht
Ich denke im Sozialrecht ist es unterschiedlich. Kinder sind durchaus unterhaltspflichtig gegenüber den Eltern, aber mit großzügigen Freibeträgen. Muss einer ihrer Eltern ins Pflegeheim fragt der Staat bei Ehepartner und Kinder nach. Die Schlecker Kinder haben durch ihre Eltern eine hervorragende Ausbildung finanziert bekommen. Man kann generell schon erwarten dass Kinder für die Schulden der Eltern aufkommen. Allerdings nicht unbegrenzt.
Pflegeheim und Schulden sind aber zwei Paar Stiefel.

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Der neoliberale Ökonom 03.03.2017, 19:01
147. eben nicht?

Haben Sie mehr Fakten als SPON?
Also so eindeutig ist das nicht, sonst würde Spon ja schon von einem Urteil berichten, oder das Finanzgericht würde den Einspruch der Schleckers abweisen. Sie konstruieren eine Kausalzusammenhang der zutreffen könnte, aber bis jetzt nicht bewiesen werden konnte. Und beweisen muss in diesem Fall das Finanzamt. Sollte das Darlehen zu marküblichen Konditionen gewährt worden sein und die Betriebe eng miteinander verzahnt seien,

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Der neoliberale Ökonom 03.03.2017, 19:07
148.

Zitat von Knackeule
Kann doch mal passieren, war sicher keine Absicht, sondern wegen unseren komplizierten Steuerregeln hat das die Familie halt einfach übersehen. Und wegen lumpiger 68 Millionen muß man jetzt auch nicht so einen Terz darum machen. Wichtig ist, dass die Finanzämter die Steuererklärungen der einfachen Arbeitnehmer genau prüfen, weil das sind ganz viele und deshalb kann man da viel mehr Steuern rausholen. Aber gut, dass das Finanzamt das bei Schlecker wenigstens noch rechtzeitig gecheckt hat. Bin mal gespannt, was jetzt passiert. Vor nicht allzu langer Zeit wurde ja festgelegt, wer mehr als eine Million Steuern hinterzieht, muß ins Gefängnis. Diese Grenze wäre bei der sauberen Familie Schlecker garantiert überschritten. Aber vielleicht gibt es ja Ausnahmen.
Die Steuerregel ist in diesem Fall doch gar nicht kompliziert, sondern die Interpretation des Sachverhalts. Da gibt es die Meinung des Finanzamtes und die des Steuerpflichtigen. In diesem Fall muss der Steuerpflichtige klagen und das tut er. Ob das Finanzamtrecht hat oder nicht wird ein Finanzgericht entscheiden. Steuerhinterziehung ist es aber in keinem Fall.

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Der neoliberale Ökonom 03.03.2017, 19:14
149.

Zitat von sozialismusfürreiche
Die Kinder haben das Geld aus der Gewinnausschüttung an den Vater weitergereicht. War das ein Geschenk? Wenn ja, dann wird neben der Kapitalertragssteuer auch Schenkungssteuer fällig. Und das zurecht nicht zu knapp!
Ob es eine Gewinnausschüttung ist, st doch die Kernfrage, Sie Blitzmerker.

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