Forum: Wirtschaft
Schließungen von Bäckern und Metzgern: "Das soziale Miteinander ist in Gefahr"
DPA

Der Städte- und Gemeindebund fordert innovative Konzepte der Kommunen für die Ortsmitte. Die sinkende Zahl von Handwerksbetrieben wie Bäckereien und Fleischereien werde sich sonst auf die Lebensqualität auswirken.

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chrismuc2011 24.04.2019, 08:51
1.

Es liegt doch auch am Verbraucher, dass die kleinen Bäckereien und Fleischereien zumachen.
Der Bürger kauft das Brot bei Discountern oder Ketten billigst ein, ebenso Fleisch. Beides wird in hoher Taktung in großen Fabriken industriell hergestellt, verarbeitet und verpackt. Wie soll da ein kleiner Bäcker mithalten. Zumal der Kunde erwartet, dass das komplette Warenangebot von 7:00 bis 20:00h, vermeindlich frisch, zur Verfügung steht. Bei den Fleischereien sieht es noch düsterer aus. Dort kommen noch hohe Auflagen hinzu, was die Einrichtung, Verarbeitung und Lagerung betrifft. Da muss letztendlich der kleine Metzger den gleichen Aufwand betreiben, den ein großstädtischer Schlachthof hat. Das ist nicht finanzierbar.

Würde der Kunde ein Brötchen für 50-70 cent und einen Laib Brot für 3-4 Euro akzeptieren, könnten die Bäcker überleben, und auch den Lehrlingen und Gesellen attraktivere Löhne bezahlen. Sinngemäß gilt das Gleiche für Metzgereien.

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RalfBukowski 24.04.2019, 08:57
2. Der Markt regelt sowas

"Viele Menschen würden erwarten, dass noch handwerklich gefertigte Brötchen oder Brot angeboten würden und seien bei richtiger Vermarktung auch bereit, dafür einen höheren Preis zu bezahlen." Das halte ich schlicht für falsch. Es sind ein paar, aber nicht viele. Die meisten Leute wollen eben billigbillig. Sonst würden die Backshops in Tankstellen und Supermärkten nicht so erfolgreich sein. Und beim Schlachter sieht das genauso aus.

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icke_hier 24.04.2019, 08:59
3. Unfug!

Was will irgendwer gegen den Verfall von Handwerk und Zunft ernsthaft unternehmen? Wenn man das nachhaltig erreichen wollen würde, müsste man ALLES ändern bzw. rückwärts drehen. Man müsste den gesellschaftlichen ‚Konsens‘, dass heutzutage nur wer studiert ist berufliche Chancen hat ändern, man müsste sich von Digitalisierung und der Dienstleistungsgesellschaft (Hände weg von KI eingeschlossen) entfernen und hin zu produktiver Arbeit - insbesondere als Wertverkörperung - zurückgehen, man müsste diesen lächerlichen Urbanisierungszuzug und damit die perverse Verteuerung (inner)städtischen Lebens unterbinden, man müsste die Billig-ist-geil-Mentalität aus den Köpfen bringen und gleichzeitig realistische Löhne zahlen .... Freunden Sie sich lieber damit an, dass Sie Industriebrötchen und billiges Hormonfleisch jeden 2. Tag auf Ihrem Grill mit Freunden genießen dürfen. Anders ausgedrückt: Sie hinterlassen ja heute auch keine Nachricht an einer Häuserwand, wenn Sie jemanden etwas mitteilen wollen, sondern schreiben eine E-Mail. Sie gehen ja auch nicht mehr in den Wald Holz sammeln, wenn Sie es zu Hause warm haben wollen, sondern fummeln womöglich auf einer App herum, damit Sie es in Ihrer Butze genau um 19:32 Uhr exakt 21,6 Grad haben. Also, was soll das Herumgeheule, dass man etwas gegen ‚modern times‘ tun müsste?

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paulus_pax 24.04.2019, 09:00
4. Bewusstes Dumping macht die Kleinen kaputt

Ganz einfach: Der Laden von der Kette bietet so lange Niedrigpreise, bis der kleine Bäcker um die Ecke nicht mehr kann und aufgibt. Danach werden die Preise heraufgesetzt. Dann kommt das nächste Opfer an die Reihe, denn niemand macht etwas gegen diese Krakenarme und der Konsument schaut in der Mehrzahl nicht so weit...

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hohnspiegel 24.04.2019, 09:01
5. Initiative kommt zu spät

Dieses Ausbluten von Innenstädten und Stadtteilen ist doch schon viele Jahre im Gange, an allen Ecken schiessen Discounter hoch die auch Frischfleisch und Backwaren, mittlerweile in der Filiale fertig gebacken anbieten. In unserem Stadtteil hat letztes Jahr der letzte Bäcker zu gemacht, eine Metzgerei hält sich noch.
Mitverantwortlich ist auch die Lage, denn die meisten fahren mit dem Auto zum einkaufen und in der Ortslage gibt es meist nur beim Discounter Parkplätze , dann kauft man dort und fährt nicht mehr extra zum Bäcker oder Metzger und muss oft einen Parkplatz suchen. Dazu kommt dass vielfach Metzgeroder Bäcker ihr einsames Dasein in einer Lage fristen wo es keine weiteren Geschäfte mehr gibt.

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ford_mustang 24.04.2019, 09:02
6. Da sind noch andere Faktoren schuld.

Wenn man sieht wie (offensichtliche) Geldwäschereien die leer gewordenen Läden okkupieren. Wettbüros, Handyläden, usw. tragen nicht zu einer angenehmen Infrastruktur bei. Ich komme jeden Tag, zu unterschiedlichen Zeiten, an einem Sushiladen vorbei. Insgesamt habe ich dort 3 Gäste gezählt. Da frage ich mich, wie finanziert der seinen Laden?

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mondxyzz 24.04.2019, 09:04
7. Malls neben noch intakten Innenstädten

Vielleicht recherchieren Sie mal zu dem Thema, warum selbst neben noch intakten, schönen Ortskernen mit vielen kleinen florierenden Geschäften, so zum Beispiel in Kaufbeuren und Rheine immer noch alle Kaufkraft ausfsaugende Malls entstehen, die den kleinen Mittelständlern dann den letzten Rest geben. Offensichtlich ja mit Zustimmung aller Verantwortlichen.

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HARK 24.04.2019, 09:07
8. Miese Qualität

Die Verbände haben eine weitere wichtige Ursache vergessen: miese Qualität. Wenn die Brötchen aus dem sog, Handwerksbetrieb aus der selbigen Teigmischung der Lebensmittelindustrie gefertigt werden wie die Discounter-Ware, braucht niemand den alteingesessenen Bäcker. Nicht ohne Grund boomen die Bio-Bäckereien.

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syt 24.04.2019, 09:10
9. Vielleicht sollten unsere Politiker

einmal da drüber nach denken,das kleine Betriebe ,nicht so viel Steuern entnommen wird .Das Bäcker ,Fleischer......,also Handarbeitsberufe ,Geld brauchen,um überleben zu können. Sonst werden wir nur noch ,von Industrie Ware ernährt ,da diese Hand Arbeit keiner mehr ,für so wemig Lohn mehr machen wird. Das Handwerk stirbt aus ,da ihr Grossbetriebe fördert .Das ist eure Politik ,Danke !

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