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Schließungen von Bäckern und Metzgern: "Das soziale Miteinander ist in Gefahr"
DPA

Der Städte- und Gemeindebund fordert innovative Konzepte der Kommunen für die Ortsmitte. Die sinkende Zahl von Handwerksbetrieben wie Bäckereien und Fleischereien werde sich sonst auf die Lebensqualität auswirken.

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spinelldete 24.04.2019, 09:11
10. Der Markt hat das schon geregelt

Die überwiegende Zahl der Marktteilnehmer gibt ihr Geld für Kreuzfahrten, Ledersofas, Alufelgen und ähnliche Dinge aus, gleichzeitig fluten sie den Discounter, wenn es "Hackfleisch, gemischt" im Sonderangebot gibt. Preise, die ein handwerklich arbeitender Metzger oder Bäcker verlangen muss, sind dieser Gruppe zu teuer. Andererseits gibt es nicht wenige Menschen, die diese Preise zahlen würden, sich es aber nicht leisten können. Dazwischen gibt es ein paar versprengte Konsumenten, denen lokal produzierte Qualität wichtig ist und die auch tief in die Geldbörse greifen, wenn nötig. Das sind, wie man sieht, fürs Überleben der Betriebe zu wenige. Dass industriell produziertes Backwerk (Teiglinge aus China!) nicht der Weisheit letzter Schluss ist, wird erst bemerkt werden, wenn es zu spät ist. Wie bei allem, so auch hier.

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tabilo7 24.04.2019, 09:16
11.

Zitat von RalfBukowski
"Viele Menschen würden erwarten, dass noch handwerklich gefertigte Brötchen oder Brot angeboten würden und seien bei richtiger Vermarktung auch bereit, dafür einen höheren Preis zu bezahlen." Das halte ich schlicht für falsch. Es sind ein paar, aber nicht viele. Die meisten Leute wollen eben billigbillig. Sonst würden die Backshops in Tankstellen und Supermärkten nicht so erfolgreich sein. Und beim Schlachter sieht das genauso aus.
Ich gebe Ihnen Recht, dass in Deutschland vor allem der Preis und nicht die Qualität ganz vorne steht, allerdings würde ich die Gruppe der Leute nicht unterschätzen, die gerne 10 Minuten in der Schlange stehen, damit sie sich handwerklich gute Backwaren für einen realistischen Preis kaufen können. Ich sehe vor allem die Bäcker sterben, die sich auf den Preiswettbewerb mit Discountern eingelassen haben.

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ptb29 24.04.2019, 09:16
12. Billig bei Amazon kaufen

Die Internetkonzerne werden nicht besteuert und sind dadurch günstiger als der Einzelhändler in der Innenstadt, zumal letzterer nur ein begrenztes Sortiment hat. Wenn die Leute keine Klamotten mehr kaufen, brauchen sie auch keine Backwaren und Würstchen.

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Robinson-Jr. 24.04.2019, 09:19
13. regelt sich von alleine

Bei uns gibt es wenige Bäcker die noch althergebrachte Qualität liefern. Diese sind dafür aber auch gefragt und machen ihren Schnitt. Andere Bäcker (-ketten) die nach der gleichen Methode wie die Discounter "billig, billig" arbeiten werden sterben, denn keiner fährt nach dem Supermarktbesuch noch zum Bäcker ran, wenn sich die dortige Qualität nicht vom Supermarkt-Backshop abhebt.

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pjius 24.04.2019, 09:21
14. Bäckereien sind nicht mehr das, was Sie waren

Seit Jahren ist es doch so, dass selbst Bäckereien Ihre Eier günstig aus den Niederlanden beziehen. Backmischungen verwenden, die Glasur fertig aus der Fabrik kommt! Statt 1,50€ für ein Croissant beim Aufbackbäcker zu beziehen, kann ich es mir gleich im Aldi für 49 Cent kaufen! Gleiche Qualität! Es gibt in Deutschland nur noch sehr wenige gute Traditionelle Bäckereien die Ihr Handwerk verstehen! Diese läden laufen aber auch gut!

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exil-paulianer 24.04.2019, 09:22
15. Zusammenhalten...

Die Gemeinde- und Stadträte haben das Problem ja auch in der Hand.
Ein erster Schritt wäre die großen Discounter und Supermärkte auf die Wiese zu verbannen.
Ein zweiter Schritt wäre in der Innenstadt/Dorf nur Geschäfte zu genehmigen die die vorhandenen Angebote nicht doppeln - so könnte die Kaufkraft im Ort verbleiben.
Ja ich höre die Unkenrufe "der freien Marktwirtschaft oder der Markt regelt das schon".
ABER, will man die Kleinen erhalten muss man sie schützen... so eine Art Nationalpark für gefährdete Angebote.
Und dann werden die vom aussterben übrig gebliebenen auch überleben.
Zwar langsam - aber sie werden sich erholen.
Eigentlich ganz einfach!

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Knippi2006 24.04.2019, 09:27
16. Die Gemeinden trifft die Hauptschuld

denn wer hat denn all den Discountern ermöglicht, am Rand der Gemeinde im Grünen günstig neu zu bauen? Den Blick stur auf höhere Erträge durch die Gewerbesteuer gerichtet. Das hat vielen kleinen Handwerksbetrieben das Genick gebrochen. Man denkt eben nicht weit genug in die Zukunft, sondern immer nur bis zur nächsten Wahl.

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Attlila 24.04.2019, 09:27
17. Ein Teufelskreis

der kleine Metzger/Bäcker muss Preise erhöhen um zu überleben oder werden selbst zu lokalen Großunternehmen/Ketten. Allerdings kann und will ich mir Semmeln für 50C und Brezeln für über 70C sowie das Kilo Brot für 3.70€ als Normalverbraucher mit Familie nicht ständig leisten.

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AZ1 24.04.2019, 09:29
18. 5 Euro

So viel zahle ich im Schnitt für ein Brot: beim (kleinen und unabhängigen) Biobäcker, Vollkorn und wirklich sehr lecker. Die Qualität ist mir das Geld wert. Da hier viele Manschen bei den Biobäckern kaufen, habe ich keine Sorge, dass sie verschwinden würden.

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rockwater 24.04.2019, 09:31
19.

Der Freie Markt ist nun mal ein Arschloch und muss vom Staat stetig und kräftig in den Hintern getreten bekommen, damit er allgemeinverträglich und sozial bleibt.
Also mehr Regeln, Ver- und Gebote müssen her.
Hier z.B. das Supermarktverbot im Umkreis von 20 Kilometern und großzügige Parkregelungen in Innenstadtbereichen für Kurzparker.

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