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Schließungen von Bäckern und Metzgern: "Das soziale Miteinander ist in Gefahr"
DPA

Der Städte- und Gemeindebund fordert innovative Konzepte der Kommunen für die Ortsmitte. Die sinkende Zahl von Handwerksbetrieben wie Bäckereien und Fleischereien werde sich sonst auf die Lebensqualität auswirken.

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muellerthomas 24.04.2019, 09:49
30.

Zitat von ptb29
Die Internetkonzerne werden nicht besteuert und sind dadurch günstiger als der Einzelhändler in der Innenstadt, zumal letzterer nur ein begrenztes Sortiment hat. Wenn die Leute keine Klamotten mehr kaufen, brauchen sie auch keine Backwaren und Würstchen.
Wie oft wird dieser Unsinn hier noch wiederholt? Amazon war nie besonders günstig, sondern überzeugt mit Kundenservice. Wenn sich der sich selbst so hoch lobende Fachhandel da mal eine Scheibe abschneiden würde, liefe es vielleicht auch besser.

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syracusa 24.04.2019, 09:55
31.

Zitat von Claudia_D
Selbst bin ich wieder dazu übergangen, mein Brot beim Bäcker zu kaufen, obwohl ein Discounter und ein Großsupermarkt gleich im Laden auch "frisches Brot" anbieten.
Auch die meisten kleineren Bäcker arbeiten nicht mehr wirklich handwerklich, denn sie könnten sonst noch weniger überleben. Anstatt Teige mehrere Tage lang aufzubauen und den im Getreide steckenden Enzymen die Arbeit und Geschmacksbildung zu überlassen, arbeiten auch 90% der handwerklichen Betriebe mit Zusatzstoffen, die Teige schneller reifen lassen und maschinengängiger machen. Das merkt man leider auch am Geschmack und an der unzureichenden Frischehaltung. Solche Bäcker haben es IMO nicht verdient, im Wettbewerb mit Discountern und großen Ketten zu überleben.

Es gibt nur noch sehr, sehr wenige handwerklich arbeitende Bäcker, die genießbares und lange lagerfähiges Brot herstellen. Interessanterweise gibt es aber sogar Großbetriebe, die das auch schaffen.

Lesen Sie sich beispielsweise mal auf der Webseite des "Freibäckers" Erbel ein (https://arnderbel.de/arnd_erbel/werte/), oder auf der Webseite von Lutz Geißler (https://www.ploetzblog.de/)

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Fantaer 24.04.2019, 09:56
32. Nicht begehrt

Bäcker und Fleischer sind keine begehrten Berufe. Und am Ende kauft der Kunde alles bei Rewe oder edeka.

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tucson58 24.04.2019, 09:58
33.

Zitat von chrismuc2011
Es liegt doch auch am Verbraucher, dass die kleinen Bäckereien und Fleischereien zumachen. Der Bürger kauft das Brot bei Discountern oder Ketten billigst ein, ebenso Fleisch. Beides wird in hoher Taktung in großen Fabriken industriell hergestellt, verarbeitet und verpackt. Wie soll da ein kleiner Bäcker mithalten. Zumal der Kunde erwartet, dass das komplette Warenangebot von 7:00 bis 20:00h, vermeindlich frisch, zur Verfügung steht. Bei den Fleischereien sieht es noch düsterer aus. Dort kommen noch hohe Auflagen hinzu, was die Einrichtung, Verarbeitung und Lagerung betrifft. Da muss letztendlich der kleine Metzger den gleichen Aufwand betreiben, den ein großstädtischer Schlachthof hat. Das ist nicht finanzierbar. Würde der Kunde ein Brötchen für 50-70 cent und einen Laib Brot für 3-4 Euro akzeptieren, könnten die Bäcker überleben, und auch den Lehrlingen und Gesellen attraktivere Löhne bezahlen. Sinngemäß gilt das Gleiche für Metzgereien.
Guter Beitrag , kann dem nur zustimmen .

In unserer Gesellschaft ist man immer schnell am jammern und tut dann so als wäre es irgend eine fremde Macht die solche Prozesse herbeiführen , aber das wir ALLE es selber sind blendet man aus .

Weder die Politik oder sonst jemand schreiben einem vor einen Massenkosnum zu betreiben und alles was Angeboten wird auch haben zu müssen und so auch zu einer Wegwerfgesellschaft geworden sind.

Das gleiche Verhalten findet man doch auch bei der CO 2 Debatte und der Friday for Future Bewegung . Hier spendet man Beifall das die Jungendlichen mal was tun und die Politiker kritisieren weil die nichts machen



Nur wer kauft den in den großen Supermarktketten Lebensmittel aus allen Herren Ländern ein die erst um die Welt bis in den Supermarkt gekarrt werden?


Wer bestellt doch lieber aus Bequemlichkeit im Internet billige Klamotten und Elektronikgeräte die auch um die ganze Welt transportiert werden und man sie innerhalb von 24 Stunde an die Haustüre fahren lässt und bei Nichtgefallen wieder so zurückschickt ?

Mit diesem Massenkonsum, weil man glaubt alles du gleich haben zu müssen macht so ganz nebenbei die kleinen regionalen Unternehmer kaputt , was dann kurioserweise wieder beklagt wird !

Diese Massenprodukte gibt es doch nur weil die Masse sie auch haben will und keiner muss sich hie über Politiker oder Großkonzerne aufregen , man muss nur sein Konsumverhalten ändern , das wäre auch eine glaubhaftes Verhalten in Sachen CO 2 Einsparung und vor allem würde es den kleinen Unternehmen helfen , deren Bedeutung zunehmen und dann vermutlich wieder attraktiver für Auszubildenden werden würde .

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Andreas1979 24.04.2019, 09:59
34. Es liegt an vielen Ursachen

Doch auch steigende Mieten können nicht in den Brötchenpreis eingepreist werden. Die Stadt muss schlussendlich ausbluten, damit die Menschen nicht mehr so stark Richtung Stadt ziehen wollen. Nur so kann der Immobilienwahnsinn aufgehalten werden.

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gruebi01 24.04.2019, 09:59
35. Völliger Unsinn, denn:

1. Ist die Qualität der Ware beim Discounter nicht notwendigerweise schlechter als beim Schlachter oder Bäcker nebenan, denn der kleine Schlachter macht in vielen Fällen die Fleischsalate, die er aus grossen Schüsseln in der Kühltheke anbietet, längst nicht mehr selbst, sondern füllt diese nur um, aus den großen Gebinden des Großhandels.
2. Regelt dieses Problem der Markt. Wenn es wirklich einen Bedarf nach dem selbstständigen Schlachter oder Bäcker in der Nachbarschaft gibt, d.h. wenn es genügend Menschen gibt, die auch die höheren Kosten bereit sind zu bezahlen, werden diese Handwerke auch wieder erblühen. Und wenn nicht, dann eben nicht.
3. Muss selbst die kleine Minderheit, die Brot aus dem Supermarkt ablehnt, nicht darben: Selbst ist der Mann - oder die Frau, also ran an den Ofen oder den Brotbackautomaten.

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Klaus's Meinung 24.04.2019, 09:59
36. Auch die Bäcker sind gefordert

In unserer Stadt hat ein Handwerksbäcker fast direkt neben der Supermarktbäckerei eine schicke
Bäckerei mit modernem Café eröffnet. Natürlich mit tollen Öffnungszeiten Mo-So. Ab 6 Uhr. Mutig investiert.

Da kann der Supermarkt nicht mithalten. Der Laden läuft jetzt richtig gut und der Teiglingeaufbäcker im Supermarkt läuft jetzt natürlich nicht mehr gut.

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blackbaro 24.04.2019, 09:59
37. Die Kette fängt doch schon viel früher an

Bei den Metzgern zb. fing das Elend doch mit dem Sterben der regionalen Schlachthöfe an. Ein Zustand den wir unseren hiesigen bzw EU Politikern mit immer neuen Vorschriften zu verdanken haben. Jetzt will es von den Herren wieder keiner gewesen sein und es wird krampfhaft nach Lösungen gesucht, aber bitte keine die der Lobby der Grossen Lebensmittelkonzerne nicht passen.

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kolenya 24.04.2019, 10:00
38.

Eine Metzgerei zu finden, ist auch hier schwer, sodass ich das Fleisch an der Theke im Supermarkt kaufe. Da gibts dann auch immer neue Angebote, dass sich das jeder leisten kann. Hack teilweise günstiger als abgepackt. Bäckereien gibt's hier in der kleinen Stadt nebenan gar keine Probleme. 2 alte Bäcker und 2 Ketten vorhanden, dort kaufe ich das Brot für 3,50? das Laib. Nur andere Backwaren bleiben etwas besonderes, da wir nicht gerade viel verdienen. Auch in der Nachbargemeinde gibt es 2 "richtige" Bäcker und 2 Ketten. Vom Bäckereisterben blieben wir also bisher zum Glück verschont. Das Industriebrot ess ich wirklich nicht gern.

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schredder66 24.04.2019, 10:00
39. Die Malls auf der grünen Wiese...

Zitat von mondxyzz
Vielleicht recherchieren Sie mal zu dem Thema, warum selbst neben noch intakten, schönen Ortskernen mit vielen kleinen florierenden Geschäften, so zum Beispiel in Kaufbeuren und Rheine immer noch alle Kaufkraft ausfsaugende Malls entstehen, die den kleinen Mittelständlern dann den letzten Rest geben. Offensichtlich ja mit Zustimmung aller Verantwortlichen.
...sind nicht ursächlich für das Aussterben von Handwerk und innerörtlichen Lagen.

Es sind und waren die Kommunalpolitiker, die mit ihrer Infrastruktur- und Verkehrspolitik die Kommunen lahmgelegt haben. Die Mall auf der grünen Wiese kennt keine Parkraumprobleme und ist gut an die vorhandene Verkehrsinfrastruktur angebunden. In den innerörtlichen Lagen ist die (Verkehrs)Infrastruktur oftmals unzureichend - ausserdem versuchen Vermieter, sich mit absurden Mieten eine goldene Nase zu verdienen. Und wer kann diese Mieten zahlen? Handelsketten.

Was spricht dagegen, eine Mall auf der grünen Wiese zu bauen, die ausschliesslich regionale Händler beherbergt? Was spricht dagegen, den wegbrechenden Handel durch Freizeit- und Gastro-Angebote zu erweitern / ersetzen?

Was spricht dagegen, wenn sich der stationäre Handel etwas vom Geschäft der Handelsketten und Online-Anbieter abgucken würde?

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