Forum: Wirtschaft
Schmutziges Weihnachtsbaum-Geschäft: Tot unter der Tanne

Aus Georgien kommen mehr als die Hälfte der Samen für Christbäume in deutschen Wohnzimmern. Um den Nachschub an begehrten Nordmann-Tannen für das reiche Westeuropa zu sichern, setzen arme Zapfenpflücker ihr Leben aufs Spiel.

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backtimer 25.12.2010, 22:15
80. x

Ich gebe meinem Vorschreiber recht. Diese Einnahmen sind bei Erntejobs nicht unüblich.

Lassen Sie mich kurz von der Apfelernte in Neuseeland berichten: Ein 400-kg-Standardkorb mit Äpfeln brachte uns als Pflückern je nach Sorte, Beschaffenheit der Reihe und Geschwindigkeit $28-$35 (= 0,08$/kg). Je nach eigner Erfahrenheit und Schnelligkeit hat man diese Menge in ca. 2 Stunden oder weniger gepflückt. Ein Kilo Braeburn-Apfel kosten in Deutschland ca. 2 Euro, vor Ort waren es etwa $1/$2 pro Kilo.

Was ich damit sagen will: So funktioniert die Ernteindustrie, ob Tannzapfen oder Äpfeln. Die Bauern bleiben natürlich trotzdem arm. Man kann Ihnen auch keinen Vorwurf machen dass sie die Arbeit machen - das Gehalt ist zu verlockend. Ich fände es aber fair wenn die Ausrüstung gestellt würde.

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flyhi152 26.12.2010, 02:45
81. Deutsche Spracgke swere sprracke....

".... der Dorfschullehrer hat seine Freund verloren...."

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Milkshake 26.12.2010, 02:56
82. \ ^o^ /

Zitat von klarafall
... war der Artikel schon. Zum ersten wusste ich nicht, daß die Samen für Nordmann-Tannen aus Georgien kommen (wer ist eigentlich für diesen Etikettenschwindel verantwortlich?). Zum zweiten wusste ich nicht, daß der deutsche Wohlstand selbst im entlegenen georgischen Bergland spürbar ist: er führt, wie man im Satz "In einer guten Saison bringt Dato tausend Euro nach Hause, fünfmal so viel wie er und seine Frau, auch sie Lehrerin, monatlich verdienen" lesen kann, dazu daß ein Doppelverdiener-Lehrer-Ehepaar statt 24 Monatsgehältern über 34 Monatsgehälter im Jahr verfügen kann. Da kann man jetzt Mitleid haben, muss aber nicht. Nachdem Lehrer nirgends auf der Welt verhungern müssen, ist das für die Gegend ein stattliches Gehalt. Man sollte schon mal die Verhältnismässigkeit wahren...
Ja, stimmt, den Leuten geht es dort fürstlich! Die Bilder sprechen ja nun wirklich mehr als Worte. Dieser dekadente Herr in der dekadenten Wohnung seiner noch dekadenter erscheinenden Mutter. Diese ebenfalls spätromische Dekadenz und der Reichtum welches uns dieses dicke Ofenrohr, welches aus einem heruntergekommenen Ofen ragt und dieser geradezu obszön überverhältnismäßige Backstein auf dem Ofen zeigen. Nicht zu erwähnen das gar nicht heruntergekommene Stahlbett aus glorreichen Sowjetzeiten. Hat bestimmt 30 Megapixel! Der (dekadent) abgegriffene Holztisch in der linken Ecke des Raumes runden den Eindruck des Betrachters ab: Den Leuten geht es dort eindeutig zu gut! Spätestens das Interieur des gar nicht mehr als Schule zu bezeichnenden Tempels, ja, Palastes der Bildung und der an den Wohlstandes eines Erdölstaates erinnernde Tante-Emma-Laden lassen dem verarmten Mitteleuropäer vor Wut rot anschäumen!


Jetzt mal im Ernst: Ich bin erschüttert, was hier einige von sich geben. Wo ist die Reflektion? Was denkt ihr, wie es den Menschen ginge, wenn sie nicht noch die Tannenzapfen sammeln würden? Wenn ihnen die 1000 Euro noch fehlten? W a s soll es denn dort noch weniger geben?

Auch daran gedacht, dass wir unseren Reichtum hier auf Kosten vieler, vieler Menschen dort draussen in der Welt haben? In einigen Regionen der Erde sieht es so schlecht aus, dass den Menschen gar nichts anderes übrig bleibt als Dinge zu tun wie Piraterie, Kinder in den Bergbau schicken und Prostitution. Wie kann man so etwas einfach ausblenden und sich noch darüber aufregen und stolz darauf sein, dass man sich darüber aufregt erinnert zu werden, dass man doch etwas tun kann und doch Verantwortung gegenüber dem Rest der Welt hat und Solidarität nicht an der Staatsgrenze aufhört?! - wobei bei vielen die Solidarität am Gartenzaun aufzuhören scheint.

Wie es schon schön von wenigstens einigen guten Menschen hier in diesem erschreckend unmenschlichen Thread gesagt wurde sollte man m i n d e s t e n s dankbar sein für das was man hat.

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na,na,na 27.12.2010, 10:17
83. Wäre doch wieder ein Thema für

Frau Aigner, da ja inzwischen das Thema Street view
weitgehend abgearbeitet ist und keine alte S.. mehr interessiert.
Vielleicht denkt die Frau auch mal an das Cadmium in den Votovoltaikanlagen und in den Energiesparlampen.
Das wäre doch was, da kann sie sich mit den Brüssler Polittieffliegern streiten.

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