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Schrille Warnung: Beamtenbund sieht durch Bürgerversicherung Staatswesen gefährdet
DPA

Die SPD würde in einer Großen Koalition gern die private Krankenversicherung abschaffen. Das gefährde aber die "Funktionsfähigkeit unseres Staatswesens", behauptet der Beamtenbund.

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sarandanon 30.11.2017, 11:16
70.

Zitat von vonlipwig
Die PKV ist für viele Beamte alles andere als ein Privileg. Sie können praktisch nicht in die GKV, da der Beihilfeanspruch entfallen würde und der Staat die Arbeitgeberanteile nicht übernimmt, die Beiträge ergo doppelt so hoch wie bei "normalen" Arbeitnehmern wären. Die Kosten für die PKV sind einkommensunabhängig, auch "kleine" Beamte mit geringen Bezügen müssen also hohe Beiträge zahlen. Zudem sind die Kinder und nicht berufstätige Ehepartner nicht kostenfrei mitversichert. Dazu kommt dann noch die "Kostendämpfungspauschale", das Vorstrecken der Arztkosten, ... .
Tja, es ist eben nicht immer so einfach, wie manch Mitforist sich das mit der Beamtenschaft vorstellt und erst mal wieder auf das "faule Beamtenpack" los basht, dass die Tastatur knirscht. Aber mehr als Stammtischgemaule aufgrund Hörensagen und Klischéverbreitung ist für viele scheinbar nicht drin.
Es gibt eben gerade bei den Beamten des mittleren und nach meinen Erfahrungen auch aus gehobenen und höheren Dienstes viele, die froh und/oder einverstanden wären, in der GKV zu sein. Gerade aus den oben beschriebenen Gründen. Ist aber aktuell nicht möglich.
Klar gibt's da auch die Reaktionäre, meist in der eher kleinen Gruppe der hohen Beamtenschaft zu finden, und dazu gehört wohl auch dieser Vertreter des BB.
Letztendlich ist auch die PKV, die zu 30% abgeschlossen werden muss, nicht immer ein Schnäppchen. Es könnte also durchaus sein, dass ein Beamter in einer GKV innerhalb der neu zu gestaltenden BV besser wegkommen würde.
Es ist natürlich totaler Humbuk zu behaupten, dass das Staatswesen zusammenbrechen würde. Ich (beamtenähnlich und ich halte mich für besser verdienend) wäre absolut dazu bereit, Mitglied der GKV zu sein. Die Zweiklassengesellschaft unseres Gesundheitssystems muss dringend abgeschafft oder zumindest drastisch abgemildert werden.

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DR.TL 30.11.2017, 11:17
71. Wessen Interessen vertritt der Beamtenbund wirklich?

Wenn zukünftig eine einheitliche Gebührenordnung für Privatpatienten und gesetzlich Krankenversicherte alle Anreize für eine Zweiklassen-Medizin beseitigen würde, gäbe es auch für Beamten bei der medizinischen Versorgung keine Vorteile mehr. Ihre Privilegien als Privatpatienten werden bisher von allen Steuerzahlern über das System der Beihilfe finanziert und belasten die Haushalte von Bund, Ländern und Gemeinden immens. Die berechneten Einsparpotentiale von bis zu 60 Milliarden Euro würden helfen, viele dringend notwendige Investitionen in Kitas, Schulen, Universitäten und soziale Projekte zu finanzieren, ohne dass die Krankenversorgung der Beamten darunter leiden würde. Warum müssen Beamte bei der Pension bzw. Rente und in der Krankenversicherung heute noch so eklatant besser gestellt werden, als alle anderen Bürger? Mit niedrigeren Gehältern kann man das garantiert nicht begründen. Es gibt auch keine Rechtfertigung dafür, dass Ärzte und Krankenhäuser für Privatpatienten ein deutlich höheres Honorar abrechnen können und deswegen eine Zwei-Klassen-Medizin in Deutschland vorherrscht. Für gleiche Leistungen darf es auch nur ein gleiches Honorar geben und für die Krankenversicherung müsste es für alle abhängig Beschäftigten, also auch für Beamte gleiche Bedingungen und Kostenbelastungen bei paritätisch finanzierten Versicherungsbeiträgen geben. Nur für Kinder sollte Beitragsfreiheit bestehen und deren Kosten müssten alle Bürger über ihre Steuern mitfinanzieren, da Kinder eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe darstellen. Wer kann gegen gleiche Honorarhöhen für Privatpatienten und sozialversicherten Krankenkassenmitgliedern sein und eine Gleichbehandlung von Angestellten, Arbeitern und Beamten ablehnen? Nur diejenigen, die zulasten Anderer davon profitieren. Die Politik sollte hier endlich einmal zukunftsorientiert handeln und einen Schritt in Richtung etwas mehr soziale Gerechtigkeit gehen.

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gabynicholson 30.11.2017, 11:18
72. Warum nicht mal die Österreicher fragen?

Ich habe letztens einen Beitrag über das österreichische Rentensystem gesehen. Dort gab es lange Jahre auch diese Privilegien für Beamte. Vor einigen Jahren wurde diese dann abgeschafft, d.h., Beamte müssen jetzt die ganz normalen Beiträge zum Rentensystem und Krankenkassen zahlen. Resultat: das Rentenniveau ist zum Nutzen aller gestiegen. Es ist mir total unverständlich, warum wir in Deutschland immer noch an dieser vorsintflutlichen Methode festhalten. Manchmal tut es halt auch mal gut, sich an positiven Beispielen anderer Länder zu orientieren, aber dazu müsste man ja mal über den deutschen Tellerrand hinaussehen liebe Beamte.

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mrca 30.11.2017, 11:19
73. Wenn schon die Gleichmacherei gewünscht ist, dann bitte konsequent

Dan bitte sollte auch die Pension abgeschafft werden, wie ja auch immer wieder gefordert wird. Nur wenn es keine sogenannten Priviligien mehr gibt, dann wird auch niemand mehr Beamter sein wollen. Jetzt werden die meisten Leute sagen, "ist doch egal.". Nur dann bedeuten die nächsten Lohnrunden bei Verdi, dass dann auch Polizei, Feuerwehr, Richter, Staatsanwälte usw. eben auch streiken werden. Natürlich angekündigt. Nur muss sich dann auch niemand wundern, wenn dieser Personenkreis, wie alle anderen Arbeitnehmer auch, dann nun eben nicht dem Bürger zu Hilfe eilen. Dann ist es eben nicht nur die Müllabfuhr oder der ÖPNV der nicht funktioniert.

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GerhardFeder 30.11.2017, 11:22
74. Selten so gelacht

Zitat von lathea
Ausserdem gibt es einen Bestandsschutz.
Irrtum! Für Beamte gibt es das nicht, sie stehen außerhalb der üblichgen Rechtsordnung. Da wird eben einfach ein Gesetz beschlossen und weg sind Besoldungs-Bestandteile, ehemals verbindliche gesetzliche Zusagen, Versorgungsrechte usw.

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stadtrat1 30.11.2017, 11:24
75. PKV nimmt nicht jeden

Bei allen Beiträgen wurde eines Vergessen, die PKV nimmt nicht jeden. Bei vielen Kassen reicht schon eine kleine Erkrankung wie z.B. Bluthochdruck um nicht genommen zu werden. Denn das ist der Trick, dadurch kann die PKV billiger bei besseren Leistungen sein. Das funktioniert jedoch nicht auf Dauer, denn viele Kassen erhöhen jedes Jahr die Beiträge um mehr als 10%. Für den einen oder anderen kann das zur Altersarmut führen. Meiner Meinung nach kann dieses System die nächsten 15 Jahre nicht überstehen. Dann wird wohl doch eine Art Bürgerversicherung kommen.

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CrocodileDandy 30.11.2017, 11:24
76. Kenn mich mit Versicherungen nicht aus...

...aber wenn jetzt die Lobbygruppen loskeilen, scheint eine Bürgerversicherung der richtige Weg zu sein. Eine einheitliche Grundversorgung für alle zu gleichen Konditionen: Warum nicht?

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nobronski 30.11.2017, 11:24
77. Selbstverständlich......

.... werden die Beamten ihre Pfründe mit Klauen und Zähnen bis aufs Blut verteidigen. Die "Solidargemeinschaft", das sind immer die anderen. "Wir Beamten" sind "etwas Besonderes", weil wir den Staat "am Laufen halten".
Es wird dringend Zeit, diese Herrschaften von ihrem hohen Ross herunter- und auf den Boden der Tatsachen zurückzuholen. Eine Solidargemeinschaft funktioniert, in dem die Starken den Schwächeren helfen. Es kann dabei nicht sein, dass sich eine konkrete Gruppe der "Stärkeren" sich diesem Prinzip verschließt und letztlich nur ihre eigenen Privilegien sichern und nutzen will - für die Allgemeinheit jedoch rein gar nichts beitragen will.
Nicht nur, dass diese nichts in die Rentenkasse einzahlen, dennoch eine oftmals weit über dem Durchschnitt liegende Rente (Pension) erhalten.
Dies alles damit zu rechtfertigen, dass diese "Vergünstigungen und Alimentierungen" notwendig seien, da man als Beamter ja auch eine große Verantwortung trage und der Korruption und den Verlockungen des schnöden Mammons vorgebeugt werden solle, ist obsolet.
Und wenn von langen Wartezeiten- und Listen die Rede ist, kann ich nur lachen. Bereits aktuell kann man hingehen, wohin man will - es müssen doch bereits heute schon überall "Wartemarken" wie beim Schlachter im Supermarkt gezogen werden. Eine absolut lächerliche Drohung und als Argument derart untauglich, dass man sich um den Geisterzustand und die Realitätsferne des Mannes sorgen muss.

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carstenbittner 30.11.2017, 11:29
78. Die SPD...

... hat nicht verstanden, dass die Privatversicherten mit ihren höheren Honoraren, die natürlich voll aus den Beiträgen bezahlt werden müssen, die gesetzliche Krankenversicherung quersubventionieren. Wenn die Bürgerversicherung eingeführt wird, wird die Versorgung der gesetzlich Versicherten nicht besser, sondern nur teurer.

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die Stechmücke 30.11.2017, 11:29
79. Der AUFSCHREI

Alle arbeitenden Menschen in einer Bürgerversicherung zusammenschließen macht Sinn. Warum sollten die Beamten bevorzugt werden. Das schiefe Argument der Staat bricht zusammen wenn den Beamten ihre Vorteile weggenommen werden ist der Witz des Tages. Die Beamten müssen geschmiert werden um sie unbestechlich zu halten.Dreister geht es nicht mehr. Für mich macht es immer noch einen großen Unterschied bezüglich der Arbeitsbelastung zwischen einem Beamten und einem Schichtarbeiter im Akkord.Nicht ganz Ernst gemeint:Frage; was ist Beamtenmikado? Antwort: wer sich zuerst bewegt hat verloren.

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