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Schuldenkrise: Ahnungslos in die Euro-Dämmerung
DPA

Die meisten Bürger ahnen es noch nicht, doch das Endspiel um den Euro hat begonnen: Entweder Europas Regierungen schaffen noch schnell eine politische Union oder die Währungsgemeinschaft zerbricht. Egal, für welchen Weg sie sich entscheiden - für eine billige Lösung ist es wahrscheinlich längst zu spät.

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ariovist1966 06.06.2012, 19:25
290. Es lebe Europa

Zitat von sysop
Die meisten Bürger ahnen es noch nicht, doch das Endspiel um den Euro hat begonnen: Entweder Europas Regierungen schaffen noch schnell eine politische Union oder die Währungsgemeinschaft zerbricht. Egal, für welchen Weg sie sich entscheiden - für eine billige Lösung ist es wahrscheinlich längst zu spät.
Ich plädiere für die politische Union! Die Rettung aus der Finanzkrise durch eigene, bis an´s äußerste gehende Anstrengung, im Kampfe bei Tag und bei Nacht: der Gründungsmythos für geeintes Europa. Herrlich! Endlich ein Staat, der nicht durch Kriege gegründet wird. Und dennoch leiden alle zusammen und die finanziellen Kosten werden ähnlich hoch sein. Deshalb sollte diese Chance genutzt werden und die Union endlich Wirklichkeit werden. Nie wieder DM! Es lebe Europa!

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FrancoisVillon 06.06.2012, 19:25
291. Staaten kaufen

Die Staaten von heute sind nichts anderes als Unternehmen, die untereinander konkurrieren. Im Vergleich zur freien Wirtschaft ist es hier jedoch nicht möglich, den "Unterlegenen" zu übernehmen. Statt dessen wird der Unterlegene auch noch mit reichlich Geld beschenkt. Das wäre so, als würde man z.B. Schlecker permanent an den Tropf hängen, um ihn nicht pleite gehen zu lassen. Es wird zwar nichts mehr gekauft, aber die Führungsebene kassiert weiter, während die unteren Mitarbeiter nichts mehr zu tun haben und dementsprechend arbeitslos werden.

Der Unterschied zwischen Wirtschaft und Staaten ist jedoch, dass aufgrund der Staatssouveränität kein Staat wegen einer Pleite vereinnahmt/annektiert werden darf. Dies müsste geändert werden. Zumindest innerhalt der Staaten, die zur EU gehören. Angenommen Deutschland kauft Griechenland, so wäre Deutschland nun finanziell für Griechenland verantwortlich wie einst die DDR. D müsste dafür Sorge tragen, dass GR ein Soli bekommt und die Korruption abgeschafft würde.
Im Gegenzug werden deutsche Gesetze angewandt und GR zum 17. Bundesland von D. Die Sprache dürfen die Griechen behalten.

Im Laufe der Jahrzehnte kann sich Deutschland dann immer mehr Länder einverleiben und wenn es die Hälfte aller europäischen Länder gekauft hat, dann wird Deutschland in Euroland umbenannt. Wie gesagt, die Sprachen dürfen die jeweiligen Länder behalten. Es werden dann nur die Gesetze und die deutschen Parteien eingesetzt.

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DerKritische 06.06.2012, 19:26
292. ........

Zitat von juergendi
Nicht der Euro hat oder ist das Problem, sondern das Finanzsystem. Das System bedürfe, um wirklich zu funktionieren, unendliches Wachstum. Wie soll das gehen, wenn aller wahrscheinlichkeit nicht mal unser Universum unendlich ist? Es gibt auf der Erde nichts, was unendlich ist, wie soll es also unendliches Wachstum geben?
Sie vermischen hier 2 Dinge. Schulden auftürmen und
die nachfolgenden Konsequenzen.
Logisch wird exponentielles Wachstum, hier der Zinseszins,
zu einem Problem, wenn man seine Schulden nicht tilgt.

Tilgt man nämlich z.B. in einem Jahr/Monat mehr als man
pro Jahr/Monat an Zins zu berappen hat, schrumpf die
Schuld, bis sie abgebaut ist. (Einfache Mathematik)
Tut man dies nicht, bekommt man dann allerdings
irgendwann ein echtes Problem.
Genau das Problem haben die meisten EU-Staaten,
sie werden von ihren Schulden aufgefressen.
Die EZB und die nationalen Notenbanken versuchen
mit Gelddrucken dem entgegenzuwirken, aber irgenwann
kommt doch "The Day of Reckoning". Unausweichlich.
In letzter Konsequenz heisst das Hyperinflation und
Währungsschnitt. In D. sicher nicht unbekannt.

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Pati M. 06.06.2012, 19:28
293. Lösungsvorschlag

wenn das schwächste Glied in der Kette wegbricht wird das mittelfristig den Euro stärken(den es auch noch im July geben wird, keine bange Herr M.) Einen vorschlag hätte ich: Jeder Hedgefondsmanager der gegen den Euro, und somit auch gegen die Menschen in dem Betroffen Land leben wird von den Medien gnadenlos an den Pranger gestellt- mit Name, Foto, Werdegang und allem drum und dran.dies finde ich mehr als legitim, weil wer mit dem Schicksal von Menschen spekuliert, und sei es über Umwege gehört nach meinem rechtempfinden in den Knast und nicht an schwer möglich ist wär das öffentliche Bloßstellen dieser leute in einer freien Gesellschaft doch legitim!

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rabenkrähe 06.06.2012, 19:30
294. nene

Zitat von Palmstroem
Da möchte man doch gerne Sklave sein! Vergleichen sie doch mal die Durchschnittslöhne in Europa: Großbritannien 3.180 Euro Deutschland 3.106 Schweden 2.715 Frankreich 2.550 Italien 2.490 Spanien 2.256 Polen 1.351 Quelle - statista - Löhne 2008 kaufkraftbereingt
........

Wie Sie vielleicht zur Kenntnis nahmen, ist die Arbeitslosigkeit in Europa so hoch wie noch nie, in südeuropäischen Ländern wird beispielsweise eine katastrophale Jugend-Arbeitslosigkeit von bis zu 50 Prozent verzeichnet.
Deren "Einkommen" finden sich natürlich nicht in diesen Statistiken, die sich zudem aus wunderschönen Alt-Vertragsverhältnissen nähren. Ein tarifgebundener Audi-Mitarbeiter verdient sich dumm und dämlich, dazu bekommt er sogar noch eine satte Gewinnbeteiligung. Nur sind nur noch rund ein Viertel aller Audi-Mitarbeiter tarifgebunden. Der stattliche Rest kommt über Zeitarbeit oder Werkverträge.
Dafür steigt der Anteil der Geringverdiener, hierzulande liegt er schon deutlich über zehn Millionen, in Spanien und anderen Ländern sind diese Anteile noch viel höher.
Dieser Punkt ist zentral, weil er Folge des eigentlichen Hintergrunds dessen ist, was so ablenkend "Schuldenkrise" geschimpft wird, in Wirklichkeit nämlich ist das ganze Desaster eine Folge der Globalisierung nach US-Maß.
Als die USA die Kontrolle über die weltweiten Märkte zu verlieren drohten erfanden sie die Übermacht der Finanzmärkte und beschönigten das unter dem hergeholten Begriff der Globalisierung. Der Dollar sollte die Weltmacht sichern, und sei er auch nur schuldenbasiert. Damit wurde nur leider auch der volkswirtschaftliche Faktor Arbeit abgewertet, im Zuge der Profitmaximierung geht die Arbeit halt stets zum billigsten Anbieter.
Die Folgen zeigen sich am europäischen Arbeitsmarkt, und nicht nur dort, selbst in den USA ist es ja nicht besser.
Ein Witz, dieser Katastrophe mit mehr Wachstum, also erstmal mit mehr Schulden begegne zu wollen. Wo soll hierzulande die Kaufkraft denn herkommen. Und mit innovativen Zauberpapierchen der Finanzbranche läßt sich das schon gar nicht richten. Die können mit diesem Dreck nur gelegentliche Gewinne einstreichen, und Regel-Verluste sozialisieren...
rabenkrähe

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vincent.earp 06.06.2012, 19:31
295. ...und dann?

Nehmen wir an, der EURO geht in der Dämmerung unter. Und dann? Nicht nur, dass, wie in dem Artikel geschrieben, unglaubliche Summen aufzubringen wären, um diese Situation zu meistern und damit wohl ganz Europa überfordert wäre und wir alle ein komplett verlorenes Jahrzehnt auf der Sollseite zu verbuchen hätten, sondern die einzelnen Staaten für sich einen schmerzvollen Weg vor sich hätten, um sich wieder an die Position heranzukämpfen, die Sie noch vor 1-2 Jahren inne hatten. Allein dort hinzukommen, wird weitere 8-10 Jahre in Anspruch nehmen und die Weltmärkte ziehen weiter, entwickeln sich weiter von einer anderen, teilweise viel höheren Basis und suchen sich starke Partner für ihre Geschäfte. Europa muss, wenn es wirklich soweit kommt, aus den erlebten Fehlern lernen und sofort ein neues, belastbares Europa "erfinden". Ansonsten ist es kein Ende mit Schrecken, sondern der Schrecken fängt dann erst richtig an.

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idealist100 06.06.2012, 19:32
296. Wie soll es den funktionieren?

Zitat von sysop
Die meisten Bürger ahnen es noch nicht, doch das Endspiel um den Euro hat begonnen: Entweder Europas Regierungen schaffen noch schnell eine politische Union oder die Währungsgemeinschaft zerbricht. Egal, für welchen Weg sie sich entscheiden - für eine billige Lösung ist es wahrscheinlich längst zu spät.
Mit 14 in die Lehre, dann Abi auf Abendschule, dann Studium zum Dipl. Ing. insgesamt 42 Jahre in die Rentenversicherung einbezahlt und mit 60 in Rente mit 18 % Abzügen. In den anderen Ländern mit 60 ohne Abzüge bei uns demnächst bis 67 ach was bis 70 und dann ganz schnell in die Kiste damit die Politiker nach 8 Jahren mit dem 10 bis 15 fachen Geld in Pension gehen können.

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integritaet 06.06.2012, 19:33
297. Ausrichtung

Mag sein,.....daß alles so eintrifft...nur verstehe ich nicht warum man sich bei solchen Artikeln immer mit dem Sumpf verbindet....und nicht den Blick auf die Lösungen legt. Das ist sicher ein großer Anteil den die Medien , mit an der Krise haben.....Krisen können auch Chancen sein....und das wir uns nicht nur in der Finanzwelt sondern auch kulturell im Umbruch befinden, ist ganz klar auszumachen. Nur liegt hier eine unglaubliche große Chance....!

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DatMüllerken 06.06.2012, 19:33
298. Nachfrage

Zitat von Neapolitaner
...Bankenrettung mit Einlagengarantie ... zwischen 4 und 9 Billionen ... davon träumt Goldman-Sachs wohl, dass der Deutsche Fiskus zur Rückversicherung des internationalen Finanzsystems mutiert.
weil es mich interessiert: war der Dollar mit Goldstandard nicht auch die Rückversicherung des Finanzsystems?

Gruß dM

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TS_Alien 06.06.2012, 19:33
299. .

Zitat von duddelhuddel
vor 65 Jahren sind die Sachwerthalter mit ihren Sachwerten im Rucksack auf Land gewandert und haben versucht ihre Sachwerte in Hungerstillendes zu tauschen. Was haben wir auf unserer Tenne nicht alles gefunden - Gut und Teuer und zum Teil nur zwei Kartoffeln wert.
Nach einem wie auch immer aussehenden Währungscrash wird keine Hungersnot ausbrechen, die Infrastruktur ist auch nicht beschädigt. Insofern sind Vergleiche mit der Nachkriegszeit unsinnig.

Sachwerte retten Vermögen über die Crashzeit. Diese Sachwerte müssen nicht während der Crashzeit veräußert werden.

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