Forum: Wirtschaft
Schuldenkrise: Es ist Zeit für einen neuen Kapitalismus
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Die Unsicherheit an den Finanzmärkten ist zurück - und zeigt vor allem eins: Immer mehr billiges Geld in die Wirtschaft zu pumpen ist keine Lösung. Europa muss endlich einen Ausweg aus der selbstgestellten Falle finden. Ein Plädoyer für einen neuen Kapitalismus.

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bhayes 16.04.2012, 18:10
1. Herr Müller hat offensichtlich NICHTS verstanden. Das ist kein "Kapitalismus",

sondern wir haben hier ein Ausbeutungssyndikat bestehend aus dem funktionärsfeudalistischem Komplex mit den Parteien im Zentrum und der Finanzbranche. Die Parteikader haben illegale Gesetze geschaffen, die der Finanzbranche de facto das Gelddrucken erlauben, was diese weidlich überausgenutzt haben und weiterhin ausnutzen. Sie haben u.a. ein leistungsloses Einkommen durch den "Kauf" von Staatsanleihen erzielt, deren Gewinne vom Steuerzahler garantiert wurden; alles von den Parteifunktionären erzwungen.
Das alles hat mit der Wirtschaft der freien Menschen (Marktwirtschaft, im Englischen "Capitalism") NICHTS zu tun, gar nichts. Denn dort gibt es kein aufgezwungenes, diebstahlsorientiertes Geldsystem, dort gibt es keine Haftung für fremde Schulden, dort kann niemand Geld drucken.
Wir müssen diese kriminelle Machenschaften unbedingt stoppen, siehe die Initiative "Stop ESM" des Bundes der Steuerzahler Bayern (Unterzeichner :: Stop-ESM.org).
Denn wenn es das Ausbeutungssyndikat erst einmal geschafft hat, diese kriminelle ESM-Bank zu gründen, dann sind wir erledigt, dann können die stehlen bis zum Umfallen.

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natprod 16.04.2012, 18:12
2.

Ich hoffe dass das Finanzsystem der Welt bald komplett zusammenbricht. Dann koennen wir uns wieder auf die wesentlichen Dinge konzentrieren. Waere schoen....

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kurtwied3 16.04.2012, 18:20
4. bloß nicht.

"Dementsprechend müssen sich Unternehmen und ganze Volkswirtschaften organisieren: Bildung, Kultur, kreative Freiräume - Humankapitalismus statt Finanzkapitalismus."

Nein, Danke ... man muss keine Freiräume "organisieren". Der Grund der Krise ist, das zuviel "organisiert" wurde.

Man bräuchte kein Geld irgendwo "hinpumpen", wenn die Staaten nicht ständig Schulden machen würden -und jedes Jahr auf die Schulden neue Schulden.
Es ist bestimmt kein marktwirschaftlicher/Kapitalistischer Gedanke, immer neue Subventionen, Rettung und Wohltaten zu versprechen und damit Wählerstimmen für die nächste Legislaturperiode zu kaufen.

Das ist Staatsozialismus - indem Preise festgelegt werden.
In der DDR wurde z.B. auch gesagt, was Wohnraum kosten darf - was Lebensmittel kosten dürfen ... Wie die Häuser aussahen weiß man ja. Und auch über die Qualität der Lebensmittel ... und die Verwerfungen, dass dann die Karpfenteiche mit subventionierte Brot befüttert wurden, weil Getreide TEURER war ...
Solche Verwerfungen gibt es nur durch den Eingriff.
Gut gemeint, ist nicht gut gemacht - es muss am Ende erwirtschaftet werden und das ist ein hoch demokratischer Prozess - nämlich, dass Preise sich durch die Nachfrage bilden, also nach dem Wunsch und Bedürfnis der Menschen richten und nicht nach Ideen von Politikern (EEG Subventionen, Bio-Benzin-Subventionen etc.)

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wika 16.04.2012, 18:21
5. Richtig aber ziemlich spät diese Erkenntnis …

Zitat von
[…] Herausfinden wird Europa aus dieser Lage nur, indem es die Interessen der Menschen in den Mittelpunkt stellt. Nur die Kreativität des menschlichen Geistes, der Neues ersinnt, wird die derzeitige Krise überwinden können. […]
… Auszug aus dem Artikel

Der vorstehende Satz hat es mir angetan, weil er es genau beschreibt. Das Humankapital ist als nachwachsender Rohstoff längst zum reinen Konsumgut des Kapitals verkommen und muss dank seiner Vielzählichkeit auch immer billiger herhalten … das ist die eigentliche Botschaft und die Enthumanisierung. Diverse Mahner schreien sich diesbezüglich seit Jahren die Seele aus dem Hals.

Diese Rückbesinnung auf den Menschen kommt damit um Jahre zu spät, der Zug ist dem Grunde nach abgefahren und der Riesen-Crash die nächste Etappe. Und immer noch wollen es die 1% nicht wahr haben, dass sie damit auch nicht glücklich werden, wenn ihnen die Welt unter den Füßen zusammenbricht.

Was auch dieser Aufsatz des Spiegel nicht bietet, ist es einen Ausweg aufzuzeigen. Die Feststellung allein wird nicht reichen wenn kein Konzept da ist. Hier gibt es ein etwas übertriebenes Konzept, ist aber des Nachdenkens wert:
QPress | BfA will Banken-Gründungswelle in Deutschland … ein simpler Umbau des System, genau genommen sogar unter Beibehaltung seines Konstruktionsfehlers, nur eben wird dieser jetzt für die 99% nutzbar und eben nicht mehr für das 1%. Da werden all Hart IV Empfänger zu Bankern gemacht, eine zumutbare Tätigkeit und damit gibt es am Ende keine Bedürftigen mehr und der Staat würde nebenher auch noch im Geld ersaufen. An der Stelle fein vorgerechnet. Und hoppla … sehen wir mal auf die Piraten, das Bürgergeld? Dann landen wir an einer ähnlichen Stelle. Also weiter so und vermehrt den Finger in die Wunde stecken, sonst stehen wir mitten im Scherbenhaufen auch noch ohne Ideen da, dass wäre blöd.

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biwak 16.04.2012, 18:21
6. Ein Mann dieser Position ....

"Sollte Europa nicht in der Lage sein, sich aus der selbstgestellten Falle herauszuwinden" Zitat

.... sollte das Kind auch wirklich beim Namen nennen (können?) und sagen wen oder was er unter Europa versteht.

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Tolotos 16.04.2012, 18:22
7. Kein neuer Kapitalismus, sondern zurück zur politisch kontrollierten Marktwirtschaft!

Zitat von sysop
Die Unsicherheit an den Finanzmärkten ist zurück - und zeigt vor allem eins: Immer mehr billiges Geld in die Wirtschaft zu pumpen ist keine Lösung. Europa muss endlich einen Ausweg aus der selbstgestellten Falle finden. Ein Plädoyer für einen neuen Kapitalismus.
Wir brauchen weniger einen neuen Kapitalismus, als die Erkenntnis, dass Marktwirtschaft und Kapitalismus nicht das gleiche sind.

In einer Marktwirtschaft stellt die Politik die Marktregeln auf, während Kapitalismus bedeutet, dass die alles dominierende Regel die Pflicht zur schnellen Kapitalvermehrung ist.

Da die Politik in der globalisierten Gesellschaft die Fähigkeit verloren oder verschenkt hat, Regeln durchzusetzen, haben demokratische Politiker ihre Unfähigkeit als Fortschritt verkauft indem sie den Umbau der politisch kontrollierten Marktwirtschaft in einen vom Finanzmarkt kontrollierten Kapitalismus als gesellschaftliche Weiterentwicklung vermarktet haben. Inzwischen haben die Geister, die sie gerufen haben, die Kontrolle übernommen, und die etablierte Politik tritt nur noch als deren Werbeplattform in Erscheinung.

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eli_18 16.04.2012, 18:23
8. Ein neuer Mensch?

Nicht das System ist schuld, sondern der Mensch. Nicht der Ölkonzern ist schuld, sondern der Mensch.

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MasterMind 16.04.2012, 18:23
9.

Sehr schöner Beitrag. Muss ich in allen Punkten zustimmen

Ob allerdings Innovationen unser System retten können ist fraglich. Was soll der Mensch denn noch alles produzieren und konsumieren? Es ist ja nicht so, dass es uns an irgendwas wirklich mangelt.

@bhayes

Was hat der ESM mit dem Artikel zu tun? Das unser Finanzsystem ein paar krasse Fehler aufweist, ist jedem bekannt. Aber selbst wenn es diese Fehler nicht hätte, würden wir vor den selben Problemen stehen. Vlt. noch nicht heute, aber irgendwann schon. Denn der Finanzsektor hat sich doch vor allem so entwickelt, weil es in der Realwirtschaft kaum noch etwas zu verdienen gibt. Bzw. nur mit viel Aufwand. Sie dürfen nicht vergessen, dass wir alle oftmals Teil dieses Systems sind.

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