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Schuldenkrise: Es ist Zeit für einen neuen Kapitalismus
DPA

Die Unsicherheit an den Finanzmärkten ist zurück - und zeigt vor allem eins: Immer mehr billiges Geld in die Wirtschaft zu pumpen ist keine Lösung. Europa muss endlich einen Ausweg aus der selbstgestellten Falle finden. Ein Plädoyer für einen neuen Kapitalismus.

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rabula_raser 16.04.2012, 22:06
90. Können? Können muss nicht sein! - I

Zitat von sysop
Die Unsicherheit an den Finanzmärkten ist zurück - und zeigt vor allem eins: Immer mehr billiges Geld in die Wirtschaft zu pumpen ist keine Lösung. Europa muss endlich einen Ausweg aus der selbstgestellten Falle finden. Ein Plädoyer für einen neuen Kapitalismus.
Kennen! Kennen muss sein!

Und wer heute mit der Gnade der frühen Geburt gesegnet ist, der wird ganz hervorragende Möglichkeiten haben, die Tatsache zu erkennen, dass Deutschland im Jahre 2012 faktisch so etwas ist, wie die real-existierende Kaderfunktionärsdiktatur des deutschen Besitzstandsfeudalerbadels unter der Führung der ehemaligen FDJ-Kaderfunktionärin, deren Funktion in der Sicherstellung der ideologischen Kampffestigkeit der FDJ-Kader bestand.

Dass die Neue Soziale Marktwirtschaft nichts anderes ist, als die deutsche Entsprechung der Plutonomy, wie sie von Ajay Kapur, einem global strategist der Citigroup, USA schon 2005 konzipiert und propagiert wurde. Dass die Übersetzung dieser neuen Weltwirtschaftsordnung in die deutschsprachige Begrifflichkeit aber "Kannibalkapitalismus" bedeutet, der für eine hybride Vermögenselite die Wiederherstellung einer herrenmenschlichen Nazigesellschaft bedeutet, kann im Statistischen Jahrbuch 2008 der Bundesrepublik Deutschland nachgelesen werden. Dort findet sich die Information, dass schon im Jahre 2007 weniger als 25% der deutschen Privathaushalte über mehr als min. 75% aller deutschen Privatvermögen verfügten.

Damit ist einerseits der volkswirtschaftliche Zustand einer Feudalgesellschaft gegeben und mit der Spaltung der deutschen Gesellschaft in eine Besitzstandsfeudalelite von < 25% sowie einer ca. 20 - 25%igen Helfershelfer- und Handlangerclique und der neuen Untermenschenschicht, die in immer extremerer Weise in zwangsarbeitsähnlichen Niedrig- und Billiglohnjobs der Zeit-, Leih- und Miniarbeitsjobs führt und in die immer extremistischer winkeladvokatorisch ausgefeilteren Werksvertragsarbeitsleiharbeiterverhältnisse.

Diese Verhältnisse, die weder mit den Grundsätzen oder gar dem Geist unseres Grundgesetzes zu vereinbaren sind, noch mit den Grundsätzen und Prinzipien der sozialen Marktwirtschaft nach der Definition von Walter Eucken, Alfred Müller-Armack oder gar Ludwig Erhard (siehe "Wohlstand für alle"), führen in diesem Deutschland von 2012 in eine neue Nazigesellschaft, in der weder die Grundlagen einer demokratischen, zivilgesellschaftlichen, fairen, kultivierten und schon gar nicht sozialen Gesellschaft gelten. Dass dieser gesellschaftliche Niedergang der Bundesrepublik Deutschland schon seit 1982 "die geistig-moralische Wende" der Gruppe Kohl-Genscher und der staatsfeindlichen Gruppe Schröder-Fischer im Deutschen Bundestag so glatt durchgewinkt werden konnte, lässt Erinnerungen an solche Juristen wie Roland Freissler und Hilde Benjamin hoch kommen, die ebenfalls für die damaligen Herrchaftseliten Recht gesprochen hatten.

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Petra Raab 16.04.2012, 22:06
91.

Zitat von sysop
Die Unsicherheit an den Finanzmärkten ist zurück - und zeigt vor allem eins: Immer mehr billiges Geld in die Wirtschaft zu pumpen ist keine Lösung. Europa muss endlich einen Ausweg aus der selbstgestellten Falle finden. Ein Plädoyer für einen neuen Kapitalismus.
Hier ist auch ein guter Lösungsansatz für ein neues
Wirtschaftssystem
Wissensmanufaktur - Plan B - Institut für Wirtschaftsforschung und Gesellschaftspolitik - Andreas Popp - Rico Albrecht

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zudummzumzum 16.04.2012, 22:08
92.

Zitat von
Myrlin, 26.04., 21:39 Das Problem ist im system. Geld existiert durch leihen und die zurückgeforderte Menge seitens der Banken ist immer 'geliehenes Geld' Zinsen. Da Geld = 'geliehenes Geld' ist, gibt es die Zinsen nicht. Bei 2 % Zinsen wären ohne Zinsenszins die existierende Geldmenge innerhalb 50 Jahre wieder an die Bank gegangen. Als Zins. Die Schuld würde jedoch immer noch bestehen. Darum muss die Geldmenge wachsen. (…)
&#226;€žZinsen sind der Lohn f&#195;&#188;r Konsumverzicht&#226;€œ. Durch ein Darlehen kann ich einen Wert schaffen, den ich mir an sich noch nicht leisten k&#195;&#182;nnte. An diesem Mehrwert partizipiert der Darlehnsgeber durch den Zins.

Problem: die meisten Sachwerte werden im Lauf der Zeit weniger wert, dieser Vorgang wird durch Abschreibung dargestellt &#226;€“ und es werden auch Konsumentenkredite gegeben, denen keine Wertsch&#195;&#182;pfung gegen&#195;&#188;bersteht.

Beides wird im heutigen Geldsystem nicht dargestellt: Krethi und Plethi sind &#226;€žkreditw&#195;&#188;rdig&#226;€œ und es wird nicht genug darauf geachtet, wozu der Kredit gebraucht wird.

Das hat zu einer &#226;€žGeldblase gef&#195;&#188;hrt&#226;€œ, nichts anderes. Es hat auch keinen Zweck den Kapitalismus mit einer Komponente anreichern zu wollen, die professionelle Ethikschwurbler mit Humankapital, Kultur, Bildung und derartig hohlen Phrasen umschreiben.

Ein Produkt ist genau so viel wert, wie der K&#195;&#164;ufer im Moment des Kaufs daf&#195;&#188;r bezahlt!

Hieraus auf Parallelprodukte zu schlie&#195;Ÿen, ist fahrl&#195;&#164;ssig. Also sagt der Kurs der 2% gehandelter Aktien nichts &#195;&#188;ber den Wert meiner Aktien im Depot und schon gar nichts &#195;&#188;ber den B&#195;&#182;rsenwert des Unternehmens aus. Auf diese &#226;€“ uralte &#226;€“ Basis ist der Kapitalismus zur&#195;&#188;ckzuf&#195;&#188;hren!!!

Das geht einfach: Wer Geld verleiht, tr&#195;&#164;gt daf&#195;&#188;r die Verantwortung und kann diese nicht an Banken oder Staat abdr&#195;&#188;cken! &#195;œber eine Sozialquote kann man noch reden, aber was dar&#195;&#188;ber hinaus geht, muss man entweder &#226;€žAusfallversichern&#226;€œ (was die Rendite mindert oder aufzehrt) oder selbst anlegen und das Risiko tragen.

Nur &#226;€“ was h&#195;&#164;tten dann noch Banker und Politiker zu tun? So einfach darf man die Sache nicht machen!

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Ylex 16.04.2012, 22:08
93.

Zitat: "Dementsprechend m&#252;ssen sich Unternehmen und ganze Volkswirtschaften organisieren: Bildung, Kultur, kreative Freir&#228;ume - Humankapitalismus statt Finanzkapitalismus."

Jetzt bricht aus purer Hilflosigkeit die M&#228;rchenstunde aus - Herr M&#252;ller, stellen Sie die Verteilungsfrage, Sie wissen, dass Sie um den hei&#223;en Brei herumreden. Wenn Sie den "Humankapitalismus" erfinden, dann beschreiben sie ihn auch konkret, dann beziehen Sie auch Gerechtigkeit und Solidarit&#228;t mit ein.

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maka2 16.04.2012, 22:09
94. Problem erkannt, aber falsche Lösung.

Grundsätzlich rennt der Beitrag doch bloß Türen ein, die glaube ich schon seit über 100 Jahren weit offen stehen. Wenn man es denn nur wissen wollte oder man sich zumindest darum kümmern würde.

Ja, immer noch mehr Autos produzieren, obwohl jeder der eins will schon eins hat, und Häuser bauen, für die niemand die Miete bezahlen kann, ist in der Tat dämlich. Das war aber schon vor 20 Jahren dämlich.
Aber die Konsequenz daraus scheint mir besonders zweifelhaft: Da bei so ziemlich allem außer Lebensmitteln die Märkte gesättigt und alle Konsumbedürfnisse befriedigt sind sollen wir einfach neue Produkte entwickeln damit das Wachstum weiter gehen kann?
Ist das nicht anders herum gesagt, dass wir einfach neue Bedürfnisse erfinden müssen, die wir bisher einfach gar nicht haben? Kennt jemand noch die Simpsons-Folge mit dem Blumen-Tag? Nein, sowas macht Volkswirtschaftlich keinen Sinn. Das schiebt das Problem nur nochmal 20 Jahre raus, aber der Fehler liegt doch nicht darin, dass uns nichts mehr einfällt, was man noch verkaufen könnte. So Hippy-Sozialistisch es auch klingt, der Fehler liegt doch im System! Warum immer nur Wachstum?
Wirtschaft dreht sich nicht um Profitmaximierung, sondern um die Befriedigung der Bedürfnisse der Bevölkerung. Wenn genug Häuser stehen und genug Essen produziert wird, dann brauchen wir nicht noch mehr davon. Die einzigen, die davon profitieren ist die Kapitel-Wirtschaft. Aber Geld ist lediglich das Medium, dass den Tausch-Handel einfacher macht. Geld ist nichts, wenn man es nicht wieder für etwas ausgibt. Einfach nur mehr und mehr Geld horten bringt absolut gar nichts!
Scheiß auf Wachstum! Alles was wir brauchen ist eine Wirtschaft, die die materiellen Bedürfnisse aller Leute befriedigt. Wenn das Erreicht ist kann man sich zurück lehnen und in aller Zufriedenheit auf hohem Niveau stagnieren. Die einzigen, die in so einer Welt keinen Platz haben, sind die Multi-Milliadäre, die sind dann in ter Tat einfach überflüssig und erfüllen keine Funktion. Die sind eher noch ein Störfaktor.

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RubyRhod 16.04.2012, 22:13
95. Der Autor...

... sollte ernsthaft nochmal zurück in die Schule.

Also für alle zum Mitschreiben:

Wenn eine Bank (egal welche) Geld 'rausgibt', dann hat derjenige, der das "Geld" erhält, genausoviele Schulden, wie er Geld hat.
Nur doof, dass er aber MEHR zurückzahlen muss - eine Differenz, die im System nicht vorhanden ist.

So, nun wirds aber noch blöder: die nicht vorhandene Differenz versucht man, durch neue Kredite wet zu machen, womit man automatisch in potentielles Schuldenwachstum kommt - auch ohne Zinseszinsen, die dem ganzen aber den gewissen Pepp verleihen.

Na gut, da sagt der Autor und auch andere Gehirnamputierte, man müsse sparen:
1.:
Zahlen der Staat, die Länder und die Kommunen ihre Schulden zurück, setzt sofort starke Deflation ein. Und Inflation zum Ausgleich? Wie denn? Habt ihr es nicht verstanden? siehe oben: Geld entsteht durch Schulden!

2.:
Ein Zurückzahlen würde selbst bei irational großen Raten Jahrhunderte dauern - total utopisch der Blödsinn.

Auch sonst konnte man dem Artikel wenig abgewinnen - der übliche polemische Blödsinn, das einfaches Dahergeschwätz ist. Unwissenschaftlich, falsch und auf unterstem Niveau. Sowas erwarte ich sonst nur von der CDU/FDP.

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wespetzel 16.04.2012, 22:14
96. Kapitalismus?

Zitat von Ha.Maulwurf
Tja, da zeigt sich wieder die große Lebenslüge der Kapitalisten: Es gibt kein endloses Wachstum. Kapitalismus braucht und produziert Armut. Das wird sich nie ändern. Deswegen ist ein "neuer" Kapitalismus auch Augenwischerei. Jedenfalls dann, wenn man ein funktionierendes Wirtschaftssystem für alle Menschen schaffen möchte.
Das jetzige System hat aber auch gar nichts mehr von Kapitalismus...
es ist einfach nur Betrug,Raub, Hütchenspielerei und Kapitalverbrechen wenn Leute , die wertlose Zettel wie CDS, CDO, Staatsanleihen, MBS, Dollars ,Euros nach Gutdünken für Arbeit , Dienstleistungen und Renten verteilen, sich dann aus dem Staub machen und unsere Kinder die enstandenen Verpflichtungen erwirtschaften sollen.
Es ist so einfach und offensichtlich, dass ich verrückt werden könnte, wie es den Eliten immer wieder gelingt diese einfache Tatsache hinter Sozialismus, Faschismus , Kapitalismus , links ,rechts , target saldo, Griechenbashing, Wulff, Exportweltmeister usw. zu kaschieren.

Kettenbrief basta überlasse mir die Geldschöpfung einer Nation und es ist mir egal , wer die Gesetze macht

es wäre einfach einen gerechten Reset zu erarbeiten, aber dafür müssten sich die Gauner wieder zum Gemeinwohl bekennen...
ich wär dabei:-

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#venturi 16.04.2012, 22:18
97.

Zitat von sysop
Die Unsicherheit an den Finanzmärkten ist zurück - und zeigt vor allem eins: Immer mehr billiges Geld in die Wirtschaft zu pumpen ist keine Lösung. Europa muss endlich einen Ausweg aus der selbstgestellten Falle finden. Ein Plädoyer für einen neuen Kapitalismus.
Das Schicksal der Geldsystems war schon bei seiner Gründung besiegelt. Auch in der Vergangenheit war dies schon des öfteren der Fall. Und immer wieder wird das gleiche feudale Betrugssystem hochgefahren um die Menschen zu kontrollieren, zu überwachen und gegeneinander aufzuhetzen!! Die Verantwortlichen sollten wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit zur Verantwortung gezogen werden.

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wespetzel 16.04.2012, 22:27
98. auf auf

Zitat von Jochen aus F
Doch, ich finde schon, dass der Autor das Kern des Problems verstanden und auch korrekt dargestellt hat. Endlich finde ich es mal im Mainstreamjournalismus, dass man mit neuen Multimilliarden-Schulden vielleicht Zeit kaufen kann, aber keine Probleme löst. Wenn man das vor kurzem noch hier im Forum postete, wurde der Beitrag zensiert. Was mit dem Euro passieren wird, war den Insidern bereits vor seiner Einführung klar.
wir sind 10 Jahre hintendran anzufangen, ein neues Sytem zu entwickeln.
Angesichts der alternativlosen Verantwortungslosigkeit, die angesichts eines globalen Supergaus immernoch zelebriert wird, ist es Herrn Müller gar nicht hoch genug zu danken, dass er den Kettenbriefcharakter der westlichen Zivilisation wenigstens mal beschreibt .

Jetzt muss aber unbedingt nachgelegt werden, denn bevor die Zeche gezahlt werden muss , brauchen wir ein WIR -Gefühl, das ein neues System erschaffen will, statt sich in Bürgerkriege treiben zu lassen.

Keine Augenwischerei...alles steht deutlich sichtbar an der Wand

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#venturi 16.04.2012, 22:31
99.

Zitat von airbse
... gibts bereits.
Die Zeitgeistbewegung strebt nach einer Technologie- und streng wissenschaftlich organisierten Gesellschaft. Alle Städte sollen neu aufgebaut werden und so flexibel wie möglich nach modernsten Methoden durchorganisiert werden. Geld spielt keine Rolle mehr - alles wird so perfekt wie möglich gemacht. Geplante und gefühlte Obsoleszenz gibt es nicht mehr und viele andere Schwächen auch nicht mehr. Armut, Machtverteilung, Parteipolitik, Kriege, Konflikte gibt es im heutigen Sinne auch nicht mehr.

Das finde ich nicht schlecht, ist aber wohl eher etwas für das 23. Jahrhundert.

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