Forum: Wirtschaft
Schuldenkrise in Europa: Warum Barroso falsch liegt
AFP

Kommissionspräsident Barroso hat sich endlich was getraut, als er die harten Sparauflagen der EU in Frage stellte. Doch seine Kritik geht am Ziel vorbei: Es sind nicht die Euro-Südstaaten, die zu sehr knausern. Sondern Länder wie Deutschland.

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snBandit 24.04.2013, 16:46
30. Words don't come easy...

Herr Münchau... Die Briten scheinen es Ihnen angetan zu haben. Bei uns heisst es aber immer noch "Wort" und nicht worddää. Vielleicht können Sie dieser geneigten Leserschaft erklären, auf welches Gaspedal wir denn treten sollen? Seit gefühlten Ewigkeiten kann Deutschland endlich einmal den Finanzanal(z)ysten beweisen, dass es noch in der Lage ist, einen halbwegs ausgeglichenen Haushalt vorzuweisen. Kredite an Südländer werden uns mit saftigen Zinsen vergoldet, ein Zahlungsausfall wird mit immer neuen Krediten abgewendet und so langsam übernehmen andere europäische Länder deutsche Konzepte in Sachen Wettbewerbsfähigkeit und Nachhaltigkeit. Jeder kennt dieses "tolle" System - deswegen auch Systemkrise und nicht Euro-Krise. Dem Euro ging es noch nie besser und er ist weeeiiiiiit davon entfernt, irgendwann das Zeitliche zu segnen! Da können Sie Dollars drucken wie sie wollen. Die europäischen Verbindlichkeiten werden eben nicht weg-inflationiert (siehe U.S.A. und Japan), sondern auf ein volkswirtschaftlich erträgliches Maß gesenkt. Sofern dann noch die Chinesen Ihre restlichen Devisenreserven in Europa unterbringen ist doch alles in Ordnung?!! Schliesslich muss China 2014 mit dem Schuldendienst für sein "Wirtschaftswunder" beginnen und erst DANN wird sich zeigen, wie gut hier investiert wurde. Apropas investieren. In einem gebe ich Ihnen Recht, neben dem Sparen hätte gerade wir auch in den Südländern investieren können. Denn das schafft komischer Weise auch Wachstum trotz des Sparens! ;) Und bitte keine Griechen-Beleidigungen mehr. Wer unseren Würstchen-Schelm den Betrug nicht so krumm nimmt, brauch sich bei Griechenland nicht das Mundwerk zerreissen. Bis neulich!

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Progressor 24.04.2013, 16:47
31. Der heiße Brei

Ökonomen, Politiker und mindestens die Mehrheit der Bevölkerung müssen lernen, dass unser Wirtschaftssystem nur funktioniert, wenn sich die Staaten jedes Jahr neu und höher verschulden. Solange dies nicht der Fall ist, muss weiter gespart werden.

Ich hoffe, wenn sich die Eurozone im Todeskampf befindet, wird es langsam in die Birnen reingehen.

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Kindergeburtstag 24.04.2013, 16:47
32. Sparen!

Zitat von mantrid
Hier von Sparpolitik zu reden, ist wohl ein Witz! Kein einziges Euro-Land spart, es gibt nur welche, die weniger neue Schulden machen. Man könnte ja schon glücklich sein, wenn keine neuen Schulden hinzukämen. Schulden wären nur bei Infrastrukurvorhaben zu vertreten, wenn künftig der Erhalt ohne Schulden finanziert werden kann. Für Deutschland hieße das z.B. vernünftiger Erhalt der Straßen, ohne neue Schulden zu machen. Die südlichen Länder müssen von der traditionellen Methode Abschied nehmen, sich Geld zur drucken, wenn sie etwas brauchen. Was Barroso völlig ausblendet, dass Zinszahlungen wirtschaftliche Spielräume verbauen und das eine inflationsgetriebene Politik z.B. Rentner verarmen lässt. Um es auf den Punkt zu bringen: Barroso hat keine Ahnung.
Aus dem Artikel "Der Euro-Raum spart insgesamt zu viel."
Haha!
Also ich finde man müßte zu allererst von dem Verfassungsgericht allen Politikern das Wort "Sparen" verbieten lassen, so lange es faktisch nicht zutrifft!
Klar kann man in Notsituationen mal ein wenig mehr ausgeben, wenn es sich um eine aus der Not gebotene Maßnahme handelt, aber die aktuelle Situation, dass die Verschuldung und Neuverschuldung in Deutschland die Handlungsmöglichkeiten diktiert ist einfach nicht richtig und nur durch echtes Sparen zu ändern!

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peternmartin 24.04.2013, 16:48
33. Frage: Japan

Es wäre hübsch, wenn der Weltökonom Münchau mal die Frage beantworten würde, warum die unglaubliche Neuverschuldung des Staates auf 280 Prozent vom BIP eigentlich in Japan konjunkturell nichts gebracht hat? Die Söhne Nippons haben doch genau das von Münchau empfohlene Rezept angewendet und sich dreimal so hoch verschuldet wie die EU mit ihren 90 Prozent. Wenn das die Wucht in Tüten ist, warum sind die dann in der Deflation und haben extrem wenig Wachstum gehabt?

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Cortado#13 24.04.2013, 16:49
34. Baroso, Merkels liebster EU-Ja-Sager kann...

Zitat von sysop
Kommissionspräsident Barroso hat sich endlich was getraut, als er die harten Sparauflagen der EU in Frage stellte. Doch seine Kritik geht am Ziel vorbei: Es sind nicht die Euro-Südstaaten, die zu sehr knausern. Sondern Länder wie Deutschland.
doch Merkel-Deutschland nicht an den "Spar-Wahn" Pranger stellen! Da hackt er lieber auf den Süd-EU-Staaten rum. Unsereiner muss sich das bedingungslos gefallen lassen, da ein Ein- oder Widerspruch nicht gewünscht - sagen wir lieber nicht erlaubt - ist!!
Wieder ein Beispiel von EU diktatorischem Gehabe!

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elwu 24.04.2013, 16:52
35. Ahem,

zu "Wren-Lewis errechnete dann, wie hoch eine optimale strukturelle Primärbilanz für den langfristigen Schuldenabbau momentan wäre" wäre festzustellen: diese Formulierung gaukelt eine Präzision und Verbindlichkeit vor, die makroökonomischen Rechnungen prinzipbedingt nicht gegeben ist.

Wren-Lewis hat bestenfalls geschätzt, basierend auf Annahmen. Das er das natürlich in irgendwelche Rechenwerke verpackt hatte, ändert nichts daran: das Ergebnis ist beliebig ungenau und beliebig irrelevant.

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feuerwehr 24.04.2013, 16:53
36. optional

Es gibt in diesem Forum Menschen, die immer noch Glauben, Staatsschulden müssten irgendwann zurückgezahlt werden.
Wäre das so, hätten die, die sparen wollen, ein echtes Problem. Der Staat würde ihnen sagen, ich will deine Anlage nicht. Stattdessen drängen nach wie vor viele zu des Staatsanleihen. Welcher Psychomechanismus hilft bei der Ausblendung?

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TS_Alien 24.04.2013, 16:54
37. .

[QUOTE=muellerthomas;12577463]Nein, nicht Deutschland, sondernd er deutsche Staat. Deutschland ist großer Netto-Gläubiger.


Die einzelnen Anleihen werden regelmäßig getilgt, die nominale Summe muss aber natürlich nicht sinken.

Zitat von
Und dabei nützt einem eine Schuldenquote nichts, egal ob von 80 %, 90 % oder 100 %. Auch ein Rückgang der Schuldenquote bringt nichts, wenn nicht auch die Schulden sinken (und nicht nur das BIP steigt). [/quote9 Aber selbstverständlich. Ein normalverdienender Privathaushalt kann vielleicht 200.000 Euro Schulden tragen, ein Gutverdiener sicher das doppelte, je höher das Einkommen, desto mehr Schulden sind möglich. Was ist daran unverständlich?
Das BIP ist kein Einkommen des Staates. Damit ist Ihr Vergleich schon sinnlos.

Warum Sie immer zwischen Deutschland und Deutschland als Staat unterscheiden, verstehe ich nicht. Im Endeffekt müssen die Bürger Deutschlands für die Schulden des Staates aufkommen. So oder so kostet das die Bürger Geld. Ob nun höhere Steuern erhoben werden müssen oder deutsche Staatsanleihen im Wert sinken oder Leistungen des Staates zusammengestrichen werden, ist nebensächlich. Es kostet die Bürger Geld, manche mehr und manche weniger. Aber selbst das wenige wird mehr sein, wenn der Staat wie bisher noch mehr Schulden macht.

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cato-der-ältere 24.04.2013, 17:00
38. Bestechende Logik

Wenn man den Euro im derzeitigen Bestand erhalten will muss man für diese Länder übergreifend Politik machen. Richtig.
Wenn es richtig ist dass nicht die Klein-Angela-Rechnung "Alle sollen sparen" aufgeht, sondern Bremse hier Gas dort richtig ist - FÜR DEN EURORAUM ALS GANZEM, dann muss man das in der Tat auch tun.
Oder die Alternative wählen. Oder die Linke. Die macht insofern intelligente Politik, weil sie guckt wie es ALLEN Menschen geht, und nicht nur den angeblichen Leistungsträgern und den Powerpoint-Charts der BIP-Daten. Aber das ist vielen dann definitiv zu hoch...

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dunnhaupt 24.04.2013, 17:01
39. Reichskanzler Heinrich Brüning ...

... verursachte die Finanzkrise von 1930 nicht, jedoch steht er im Brockhaus als der Mann, der "durch seine Sparmaßnahmen die Krise wesentlich verschlimmerte." Auch Frau Merkel wird dereinst mit dieserm Satz im Lexikon verewigt werden.

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