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Schuldenkrise: Spanien und EU sollen heimlich über Rettung verhandeln
DPA

Offiziell sträubt sich Spanien dagegen, Hilfen aus dem Euro-Rettungsschirm zu beantragen - hinter den Kulissen laufen laut "Financial Times" aber schon die Vorbereitungen für einen solchen Schritt. Spanien soll aber weitere Reformen zusagen, bevor es unter den Schirm flüchten darf.

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tromsø 21.09.2012, 13:04
1. bitte vor dem Haircut

Zitat von sysop
Offiziell sträubt sich Spanien dagegen, Hilfen aus dem Euro-Rettungsschirm zu beantragen - hinter den Kulissen laufen laut "Financial Times" aber schon die Vorbereitungen für einen solchen Schritt. Spanien soll aber weitere Reformen zusagen, bevor es unter den Schirm flüchten darf.
auf NTV hiess es vor ein paar Minuten, dass ein Schuldenerlass kommen muss für Griechenland. Deshalb gebt den Spaniern und am Besten auch gleich den Italienern ein paar hundert Milliarden zum verfrühstücken.
Denn kommt der Schuldenschnitt für Griechenland, verlieren die privaten Anteilseigner fast nichts mehr. Alle Obligationen legen ja bei der EZB, EFSM und beim IWF.
Und kommt der Schuldenschnitt will die Bevölkerung der Geberländer vielleicht nichts mehr verschenken, politisch korrekt, die Südeurozonenfreunde zeitlich begrenzt finanziell unter die Arme greifen. Also schnell heraus mit der Knete

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okokberlin 21.09.2012, 13:12
2.

wo bleibt bei spiegel.de die meldung,das katalonien die unabhängigkeit von spanien anstrebt, nachdem die gespräche über die geldverteilung in spanien gescheitert sind?

paßt das etwa nicht ins weltbild der euro und europa-zentralstaatfanatiker?

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ein-berliner 21.09.2012, 13:13
3. Heimliche Verhandlungen?

Gehen die Mauscheleien immer noch weiter? Wird für die "Rettung" wieder ein Schlupfloch gefunden und dem nächsten Betrug Tür und Tor geöffnet? Die spanische Regierung hat doch hochnäsig dankend abgelehnt, also was soll das? Der Bande ZEB muß endlich genau auf die Finger gesehen werden, Transparenz ist gefragt - keine Geheimnisse mehr.

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Roland Müller 21.09.2012, 13:33
4. Mauscheleien?

Aber nicht doch. War vor wenigen Wochen noch zu lesen, dass für die Rekapitalisierung der spanischen Banken etwa 60 Mrd. Euro benötigt werden, so rechnet Spanien jetzt mit 70-80 Mrd., der IWF jedoch mit nur 40 Mrd. Euro.
Alles also sauber kalkuliert und transparent.
Ich kann die Spanier verstehen, die nach den bitteren Erfahrungen, die Griechenland machen durfte, den IWF fürchten wie der Teufel das Weihwasser.
Dabei spielt Geld ja inzwischen keine Rolle mehr.
Die Reichen drucken sich ja jetzt einfach ihr Geld.

So, wie die Fed. schon seit vielen Jahren Staatsfinanzierung mit der Notenpresse betreibt, ziehen Europa und Japan jetzt nach.
Bevorteilt sind die vermögenden (systemrelevanten!) Anleger, deren eigentlich verspekuliertes Vermögen vor Verlust bewahrt wird.
and denkt darüber nach, den Ärmsten eines Landes etwas zugutekommen zu lassen. Ein leistungsloses Einkommen wäre ja Schmarotzertum.
Wie war das nochmal mit den Zinsen? Wer erarbeitet die?
Sollte die Mehrheit der Bevölkerung eines Tages verstehen, wie Kapitalismus (von sozialer Marktwirtschaft wage ich schon lange nicht mehr zu sprechen) und Geld (Vermögen/Schulden) wirklich funktionieren, würde der 'Finanzelite' bald ein eisiger Wind ins Gesicht wehen.

Dazu wäre aber nötig, dass die öffentlich-rechtlichen Medien ihren Bildungsauftrag ernst nehmen anstatt Staatspropaganda zu kommunizieren.

Es liegt noch ein langer Weg vor Europa.

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janmarks1961 21.09.2012, 13:37
5. Strukturreformen

Der Beitrag gibt Anlass zu der Hoffnung, dass europäische Instanzen und Geldgeber nicht länger allein Sparen fordern, sondern auch über das Sparen an den richtigen Stellen mitreden. Ich kann jedem, der die Krise in Spanien verstehen möchte, den Beitrag von Stefanie Claudia Müller, Korrespondentin der Wirtschaftswoche in Spanien, dringend empfehlen, der die Situation hier in Spanien auf den Punkt bringt:

"Spanien sollte kein Geld mehr bekommen, wenn es sein politisches und wirtschaftliches System nicht in seinen Grundsätzen ändert und das Mitspracherecht der Bürger garantiert. Um nicht
Generationen von Spaniern zu verschulden, sollte die spanische
Regierung zum Beispiel das Verwaltungssystem der 17 autonomen Regionen reformieren, wo es inzwischen 440 000 politisch besetzte Stellen gibt. Derzeit kostet den spanischen Bürgern allein die Verwaltung der 17 autonomen Regionen 12 Prozent des Bruttoinlandproduktes (BIP).

Dass liegt auch daran, dass viele gleiche Behörden auf zentraler und
regionaler Ebene existieren. Die autonomen Regionen kommen alleine auf
200 Botschafen, 4000 öffentliche Unternehmen und 50 Regional-TV-Kanäle. Die regionale Verwaltung und ihre ausuferenden Kosten sind ein zentrales Problem dieser Krise. In 2011 machte sie mit einem Volumen von 234 Mrd. EUR Zweidrittel der gesamten Staatskosten aus."

Siehe auch: http://www.cotizalia.com/opinion/disparate-economico/2012/09/06/deutschland-sollte-spanien-harte-konditionen-fur-weitere-euhilfen-auferlegen-7389/

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Herr Hold 21.09.2012, 13:43
6. Passt

Zitat von okokberlin
wo bleibt bei spiegel.de die meldung,das katalonien die unabhängigkeit von spanien anstrebt, nachdem die gespräche über die geldverteilung in spanien gescheitert sind? paßt das etwa nicht ins weltbild der euro und europa-zentralstaatfanatiker?
Das passt sogar bestens! Katalonien wäre in Europa Nettozahler. Dann müssen sie ihr Geld nicht mehr einfach so an die Spanier überweisen, sondern können es über den Umsweg der EU allen europäischen Bedürftigen zur Verfügung stellen. Sind doch tolle Aussichten.

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FreeEurope 21.09.2012, 13:45
7. Hauptsache, es gibt die 17 Milliarden für EuroVegas,...

...das größenwahnsinniges Bauprojekt in der Nähe von Madrid.
Für 17 Milliarden Euro soll mitten in der Wüste ein neues Glückspiel-Imperium entstehen, das ähnlich resourcenverschwenderisch (Energieverbrauch, Abgase,Wasser) wie das Original in Texas sein wird. Der Kasino-Milliardär Sheldon Adelson möchte auch Europa absahnen.

Europa kann bei diesem Projekt nur Schaden nehmen:
- entweder die Europäer verzocken dort ihr Geld, machen einen
Spielkasino-Milliardär reich
oder
- es fährt keiner hin und wir haben eine Investitionsruine
(vgl. Financial Times 14.9.'12 "EuroVegas is a gamble not worth taking"

Die Spanier selbst werden von EuroVegas kaum profitieren - sie sollen zu Dumpinglöhnen beschäftigt werden - und der Staat verzichtet auf Steuern (Steuerdumping).
Allerdings trägt Spanien (Regierung und Banken) den gößeren Teil der
Projektkosten und damit den größeren Teil des Risikos.

Fragen an dieser Stelle:
1. Der dt. Steuerzahler haftet für die Euro-Spanienhilfe - und damit für
Euro-Vegas. Sollte es nicht besser eine Volksabstimmung geben, wenn über die ESM-Bürgschaften Großprojekte mit finanziert werden (Wie bei Stuttgart S21)?
2. Führt die geplante Bankenunion nicht dazu das seriös
wirtschaftende Banken (mit ihren Kunden!!!) für die Projekte der Zockerbanken haften müssen?
3. Sollte EuroVegas nicht besser über Aktien oder Anleihen finanziert werden, damit nur diejenigen haften müssen - die auch in ein solches Projekt investieren möchten?
4. Sollten ökologisch fragwürdige Projekte nicht besser gestoppt und in
alternative Umwelttechnologien investiert werden? Wäre es nicht besser, die Menschen geben das Geld für Solaranlagen aus als es in Spiel-Kasinos zu verzocken?

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ehf 21.09.2012, 13:52
8.

Zitat von ein-berliner
Gehen die Mauscheleien immer noch weiter? Wird für die "Rettung" wieder ein Schlupfloch gefunden und dem nächsten Betrug Tür und Tor geöffnet?
Natürlich heimlich. Die Demokratie ist seit dem 12. September offiziell abgeschafft worden zugunsten eines Unrechtsregimes. Wussten Sie das etwa nicht?

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Tevje 21.09.2012, 14:15
9. Es ist schwer zu verstehen,

warum man nicht einfach die Einlagen der Sparer unter 500 000 € auf den spanischen Banken sichert und die Banken, die nicht System-relevant sind (das ist in Spanien nur die Banco de Santander) Pleite gehen läßt. Das käme alle Beteiligten billiger und man wäre die Elite der spanischen Bankster los, die ja ebenso wie ihre angelsächsischen Kollegen, angeblich die Besten sind, die man für zu viel Geld anheuern kann.

Sie können ja dann Türsteher oder Croupiers im Euro Vegas werden.

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