Forum: Wirtschaft
Schuldenpolitik: Wir dürfen unseren Kindern keine schwarze Null hinterlassen
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Lange galt es als höchste Staatsräson, am besten gar keine Schulden mehr zu machen. Jetzt werden Zweifel laut. Es hilft ja nichts, wenn unsere Kinder in einem kaputtgesparten Land leben.

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hador2 01.03.2019, 14:51
40. Grundsätzlich...

...stimme ich mit den Aussagen des Artikels ja überein, aber:

1) Das Beispiel mit der 14 jährigen Tochter ist wirklich nicht geglückt oder würde der Autor seine Tochter auch privat über jegliche Großinvestition entscheiden lassen?

2) Kommt es darauf wofür das Geld ausgegeben wird und für alle Wünsche, die der Autor aufführt reicht das Geld auch nicht. Wie sieht also die Prioritätenliste aus?

3) Wenn wir schon wieder bei der schwäbischen Hausfrau sind, dann bemühe ich auch noch ein Sprichwort: "Spare beizeiten, dann hast Du in der Not" Infrastrukturprojekte scheitern aktuell schon oft daran, dass Bauunternehmen wegen der guten Auftragslage komplett ausgelastet sind. Die Preise sehen entsprechend aus. Gleichzeitig wird immer klarer, dass der nächste Abschwung kommt und zwar NICHT wegen fehlender Infrastruktur sondern wegen globaler Krisen und da hilft auch ein besseres 5G Netz in Deutschland erstmal nix. Da ist es u.U. sinnvoll die großen Projekte erst in der Krise anzuschieben um dann die Konjunktur zu stützen wenn es wirklich nötig ist. Aktuell würde man sie eher überhitzen.

Von daher: Ja, weg mit der Schuldenbremse, aber das Geld lieber noch nicht jetzt ausgeben sondern dann wenn es einen Effekt hat.

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Reg Schuh 01.03.2019, 14:52
41. Falsch! Wir....

Wir dürfen unseren Kindern kein kaputtes Land (und auch keine kaputte Welt) hinterlassen.
Nur wenn dazu aktuell unvermeidlich ist, die schwarze Null nicht zu erreichen, dann ist das so. Keine "schwarze Null" hinterlassen zu dürfen ist aber eindeutig die falsche Überschrift.

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kalsu 01.03.2019, 14:52
42. Es gibt keine schlechten Schulden!

Es gibt höchstens Schulden, die man nicht zurückzahlen kann - das ist schlecht für den Gläubiger, weil er sein Geld nicht zurück bekommt. Und das ist schlecht für den Schuldner, weil der für seine Schulden höhere Zinsen zahlen muss. Schulden die bedient werden, und Deutschland als Staat kann seine Schulden locker bedienen, sind immer gut. Gut für den Gläubiger, da er für sein Geld (das er dem Staat leiht) Zinsen bekommt und so sein Vermögen mehren kann. Und gut für den Schuldner Staat, der damit Gutes tun kann - indem er zum Beispiel in Infrastruktur oder Bildung oder Soziales investiert. Diese Investitionen führen zu wirtschaftlichem Wachstum, zu gutbezahlten Jobs und beides zu höheren Steuereinnahmen mit denen man dann auch locker seine Schulden bedienen kann. Wer Schulden abbauen will, muss sagen, wie er das entspechende Guthaben vernichten will. Denn jedem Euro Schulden steht logischerweise ein Euro Guthaben gegenüberstehen (den man verleihen kann). Denn Geld, was nicht exisitiert kann man auch verleihen.

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curiosus_ 01.03.2019, 14:52
43. Und was hat…

Zitat von Thomas Fricke
Fragen Sie zum Gegencheck einfach mal die vierzehnjährige Tochter, was ihr lieber ist: dass der Bundesetat im laufenden Haushalt ausgeglichen ist - oder WLAN? Sehen Sie?
…WLAN mit dem "Bundesetat im laufenden Haushalt" zu tun? Ungefähr so viel wie eine Kuh mit Schlittschuhlaufen. Oder finanziert bei Ihnen, Herr Fricke, der Bundeshaushalt den WLAN-Router? Den Trick wüsste ich auch gerne. Und selbst der Breitband-Festnetzausbau (an dem dann das private WLAN hängt) hat nichts mit dem Bundeshaushalt zu tun.

Allerdings würde die "vierzehnjährige Tochter" mit ihrer vermutlichen Antwort ("WLAN") eindrucksvoll ihre Kompetenz in derartigen Fragen belegen.

Und zur Sinnhaftigkeit von Staatsschulden habe ich mich Ihnen gegenüber schon früher geäußert.

So, und jetzt sehe ich freudig dem aufziehenden shitstorm der Zentralbank-Gelddruck-Staatsfinanzierungsbefürworter entgegen. Insbesondere dem von brasshead und Patrik74 verursachten.

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PeterMüller 01.03.2019, 14:52
44. Frickescher Sozialismus

Seit Monaten wird man hier von Fricke traktiert mit einer Sicht der Wirtschaftspolitik, wie sie zu besten Zeiten der DDR lief: Der Staat soll Kohle raushauen. Koste es, was es wolle. Super Idee.
Es hat nie funktioniert und wird nie funktionieren, eine Volkswirtschaft auf Dauer stabil zu halten und ihr Investitionen zu ermöglichen, wenn das alles auf Pump aufgebaut wird, weil Zins und Zinseszins wie auch die Tilgung die Leistungsfähigkeit des Staats dann zerbrechen.
Ja, Fricke, im Sinne echten Keyensianismus kann man auf begrenzte Zeit einen Abschwung der Wirtschaft oder eine Rezession durch höhere Staatsausgaben finanzieren. Aber dann gilt es in Aufschwung und Boomzeiten auch, das Geld für die nächste Rezession zur Seite zu legen.
Im Übrigen lügen Sie Ihre Klientel an: Das Land wurde nicht kaputtgespart, nie wurde mehr Geld ausgegeben. Es wurde allerdings für Umverteilung, für soziale Wohltaten und "alternativlose" Rettungsmissionen rausgepulvert. DAS hat das Land kaputtgemacht, die Bundeswehr und die Schulen. Aber das übersteigt offenbar ihre kapazitative Kognitionsfähigkeit. Sorry. Setzen, sechs.

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KlausSeibel 01.03.2019, 14:53
45. Ein Euro kostet weniger als ein Euro

Was gerne auch übersehen wird, ist, dass den Staat ein ausgegebener Euro gar keinen wirklichen Euro kostet. Investiert der Staat 100.000 Euro pro Monat in Wissenschaftler, Leher ... behält er ja im gleichen Moment der Auszahlung bereits 30% als Steuer zurück (oder etwas mehr/weniger). Er hat also nur effektiv 70.000 Euro bezahlt. Und von denen fließen sofort wieder Euros in die Sozialkassen. Und von dem, was übrig bleibt, kassiert er vielleicht kurze später 19% Mehrwertsteuer. Also kostet jeder Euro eigentlich weniger als 50 Cent. Das ist auch ein gewaltiger Unterschied zu einer schwäbischen Hausfrau.

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zzipfel 01.03.2019, 14:53
46. Genau ... einfach Geld rausballern als ob es kein Morgen gibt ...

Beispiel Berlin. Milliarden um Milliarden in den Willy-Brandt-Flughafen Jahr um Jahr versenken, weil der Öffentliche Dienst (der für seine stramme Leistung auch noch mehr Gehalt einfahren will) der Meinung ist, er könne sowas besser organsieren und bauen, als die Privatwirtschaft. Tausende Wohnungen für 2 MRD EUR verkaufen, um sie weniger Jahre später wieder für 17 MRD EUR erwerben zu wollen. Langsam kann man der Meinung sein, die "Wirtschaftsexperten" des Öffentlichen Dienstes und derer die sie stützen, werden überwiegend von aus dem Kader der Quartarls-Irren bestückt. Immer Geld verschwenden, Herr Fricke, muss ja nicht bezahlt werden ... einfach nur irre.

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der_helge 01.03.2019, 14:53
47. Peter Zwegat schlägt die Hände über dem Kopf zusammen...

Es mutet geradezu lächerlich an, für das "machen von Schulden" zu plädieren. Schulden sind eines der Probleme, an dem unsere Gesellschaft krankt. Da soll und muss der Staat mit gutem Beispiel voran gehen. Das Problem ist nicht das keine Schulden gemacht weden sollen, sondern die Verteilung des Geldes. Wenn es nicht reicht, um die Infratruktur zu erhalten und auszubauen, dann muss eben dringend umverteilt werden. Im Lande macht macht man msich zu wenig Gedanken, wieviel Geld in der Bürokratie und dem Sozialsystem verloren geht. Es gibt deutlich zuviel Föderalismus und zu wenig Anreize im Sozialsystem nach dem Prinzip "Hilfe zur Selbsthilfe" und "Belohnung für Einsatz". Da muss angefangen weden, bevor wir unsere Kinder verschulden und dieses Land fiskalpolitisch zu einem Italien oder noch schlimmer Griechenland verkommen lassen.

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muunoy 01.03.2019, 14:55
48. Wofür werden die Steuern verwendet?

Dass man für Investitionen durchaus Schulden machen darf, ist korrekt, wenn man den zu erwartenden Return diskontiert berücksichtigt. Nur investiert unser Staat äußerst ungern. Geld genug war und ist immer da. Unser Staat geht mit dem Geld der Bürger nur nicht verantwortungsvoll um. Die Zuwanderungspolitik hat gezeigt, dass genug Geld da ist, um es an weitere Millionen Bedürftige zu verteilen. Investiert werden die Steuergelder jedoch nicht. Wenn man sich den Bundeshaushalt ansieht, so findet man Ausgabenposten, die als Investitionen gekennzeichnet sind, aber gar keine im eigentlichen Sinne sind. Zumindest nicht in Deutschland. Selbst Mittel für den Kampf gegen unliebsame politische Konkurrenz, was gerne als "Kampf gegen rechts" bezeichnet wird, sieht man als Investitionen an. Der Staat investiert eigentlich nahezu gar nicht. Selbst das Geld, was explizit für Investitionen eingesetzt werden sollte, wird eher umverteilt. So zahlen die Autofahrer fast das Dreifache dessen fürs Autofahren an den Staat, was dieser für Straßenbau und -unterhalt ausgibt. Steuergelder werden von der aktuellen Regierung eher missbraucht, um Klientel zu bedienen. Da werden Steuergelder sogar zum Schaden der Bevölkerung "investiert", was z. B. das sog. "Baukindergeld", die Rente mit 63 oder die Mütterrente sehr schön zeigen. Auch das stetige Steigen der Sozialbudget trotz niedrigster Arbeitslosenrate in wirtschaftlich guten Zeiten zeigt das Versagen der Sozialsysteme auf. Der wirtschaftliche Aufschwung ist bei den meisten Menschen auch nicht angekommen. Angekommen ist der Aufschwung beim Staat. In der Amtszeit von A. Merkel sind die Steuereinnahmen um fast 80% gestiegen. Die Kaufkraft vieler Menschen in der arbeitenden Bevölkerung ist dagegen gesunken. An Sozialtransferbezieher wurde allerdings auch nicht umverteilt. Da hat mal einer ausgerechnet, dass jeder Empfänger von Hartz IV Leistungen im Jahr 40 TEUR bekäme, wären die Steuermehreinnahmen an diese komplett umverteilt worden. Also, der Staat geht mit den Steuereinnahmen nicht verantwortungsvoll um. Mit Schulden wird zumindest die aktuelle Regierung dies auch nicht tun. Daher ist zu fordern, keine Schulden zu machen und die Steuern insbes. auf Arbeitseinkommen drastisch zu reduzieren. Die Bürger und Unternehmen Deutschlands würden mit diesen Mitteln deutlich verantwortungsvoller umgehen. Sie könnten z. B. lückenlosen Mobilfunknetze aufbauen. Das macht nämlich auch nicht der Staat. Im Gegenteil, weil der Staat aufgrund seiner unermesslichen Gier möglichst viel Knete aus den Frequenzversteigerungen raus holen wollte, blieb den Telekommunikationsunternehmen schlussendlich nicht genügend Geld für die nötigen Investitionen.

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n.wemhoener 01.03.2019, 14:55
49.

Schon vor Jahren mahnte Prof. Peter Bofinger, der einzige Wirtschaftsweise mit Durchblick:
"Der Fehler sei, dass man in Deutschland Zukunftsvorsorge eigentlich nur darin sehe, keine Schulden zu machen und nicht zu erkennen, dass die Wettbewerbsfähigkeit und der Wohlstand in der Zukunft nicht nur davon abhängt, wie viele Schulden wir haben, sondern wie unsere Infrastruktur ist, wie klug unsere Menschen sind; das heißt also: wie unser Kapital ist."

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