Forum: Wirtschaft
Schuldenpolitik: Wir dürfen unseren Kindern keine schwarze Null hinterlassen
imago/ photothek

Lange galt es als höchste Staatsräson, am besten gar keine Schulden mehr zu machen. Jetzt werden Zweifel laut. Es hilft ja nichts, wenn unsere Kinder in einem kaputtgesparten Land leben.

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fuchsi 01.03.2019, 15:20
70. Mehr Schuldem

sind für Investitionen ganz in Ordnung. Die Bahn und den öffentlichen Dienst hat die Generation Stoiber und Co. kaputtgespart, allerdings ohne nennenswerten Widerstand, weil eine vernünftige mögliche Opposition schon seit Jahren mit in der Regierung sitzt. Wer aber heute mehr Schulden fordert, muss auch die Umverteilung von unten nach oben stoppen. Womöglich brauchen wir dann nur wenige Schulden zu machen, wenn sich die obersten 10% der Gesellschaft mehr an deren Gesamtkosten beteiligen. Und nicht quasi steuerfrei davonkommen.

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elli1965 01.03.2019, 15:20
71. Statt Schulden besser die Einnahmen erhöhen!

Wenn es Investitionen gibt, die einen Mehrwert in der Zukunft generieren, dann muss nicht gleich dieses durch neue Schulden finanziert werden. Besser und auch gerechter wäre es allemal Steuergerechtigkeit herzustellen. Damit meine ich z.B. die Besteuerung von Umsätzen durch Google & Co, Abbau von Steuervermeidungskonstruktionen a la Niederländische Antillen oder Erbschaftsteuer auf alles. Vielleich sollte von der Leyen sich durch McKinsey und andere einmal beraten lassen, wie sie ohne externe Berater auskommt. Grundsätzlich stehen Schulden immer exakt gleiches Guthaben gegenüber, ich sehe nicht ein warum einige wenige immer weiter Guthaben anhäufen und von unseren Staatsystem profitieren und dabei per Steuerentlastung zusätzlich noch bevorzugt werden, der einfache Bürger jedoch über Steuer- und Sozialabgaben genau diesen Staat verhältnismäßig überproportional trägt. Wenn neue Schulden oder Kürzungen im Sozialbereich immer gleich durch Steuersenkungen für die Vermögenden begleitet werden darf man sich nicht wundern, wenn das politische System hinterher aussieht wie in den USA oder Großbritannien.

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david82wierer 01.03.2019, 15:21
72. Themaverfehlung

Zitat von DietmarKöniger
Wird in dem Artikel der Name Schäuble nicht genannt. Nicht nur das er Europa mit seinem Fetisch Austeritätspolitik, genervt, gedemütigt und zerrissen hat, er sorgte in Deutschland dafür das unsere Kinder und Enkel in einem Land leben in dem nichts mehr entwickelt wird, weil die Bildung schlecht ist. Das kann man auf soviele Bereiche ausdehnen, im Bericht wird das ja auch zum Teil genannt. Das Ego von Herrn Schäuble war schadhaft und ist es heute immer noch. Ich könnte vor Zorn schreien wenn ich Herrn Schäuble in seiner Selbstgefälligen Art und Weise sehe. Er ist, mehr als alle anderen für die Zerstörung von Bildungs, Sicherheitslevels verantwortlich. Das muss und sollte immer wieder thematisiert werden das wenige Menschen das Schicksal von so vielen, ausschließlich durch ihr verqueres und eindimensionales Bild erschweren und ggf. sogar zerstören. Das schlimme ist: Ich fand Herrn Schäuble mal gut. Aber jetzt......
Ihr Post hat nichts mit diesem Beitrag zu tun. Bildung ist nicht nur Aufgabe des Staates oder der Länder. Jeder der etwas lernen und Infrakstruktur möchte hat Eigenverantwortung. Etwas zu tun und nicht nur sagen, wenn dass und das da ist dann geht es uns gut. Nein, es ist auch der eigene Wille und die auch der Schweiß der zum Erfolg führt. Manchmal muss man mit dem umgehen lernen was man hat. In unserem Land fehlt nicht das Geld, es wird an falschen Stellen ausgegeben. Das ist richtig.

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Mondlandungsskeptiker 01.03.2019, 15:21
73. Es kommt drauf an

was man mit dem Geld macht, das hat der Autor richtig benannt. Aber er hätte ruhig erwähnen dürfen, dass der deutsche Staat noch nie soviel Geld eingenommen und ausgegeben hat wie derzeit. Warum sind dann Schulen und Straßen und Bahnlinien in so schlechtem Zustand? Richtig, weil nicht investiert wird und wurde, sondern lieber in sehr großem Maßstab für Zwecke des Konsums umverteilt. Das kann man Sozialstaat nennen, man kann es aber auch Klientelwirtschaft und Mästung der Bürokratie nennen. Wählerstimmen gibt es eben eher für eine unproduktive und unsinnige neue Sozialleistung für die Mittelschicht als für ein neues Eisenbahngleis...

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johnny_b 01.03.2019, 15:21
74. Investitionen und laufende Ausgaben trennen

Investitionen sind notwendig und auch (wenn richtig getätigt) renditeträchtig. Sie stehen in keinen Gegensatz zu einem ausgeglichenen Haushalt. Denn eine Investition erzeugt einen Gegenwert, daher ist sie abgesehen von Nebenkosten erst einmal Schuldenstandsneutral. Es erhöht zwar die Schulden um einen Wert X, aber eben auch das Vermögen um den gleichen Wert, der Schuldenstand bleibt gleich.

Um es noch transparenter zu machen sollten im Bundeshaushalt Investitionen klar von den sonstigen Ausgaben getrennt werden.

Problematisch sind laufende Ausgaben wie z.B. Zuschüsse zur Arbeitslosen- oder Rentenversicherung. Denn diese erzeugen keinen direkten Gegenwert (beim Staat) und können auch nicht in schlechten Zeiten mal so eben wieder runtergefahren werden.

Um den Staatshaushalt zukünftsfähig zu machen mussen die laufenden Ausgaben runter und die Investitionen hochgefahren werden.

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oli h 01.03.2019, 15:21
75. Ich versteh' es trotzdem nicht...

Der Vergleich mit dem Hauskauf gleich am Anfang hinkt gewaltig. Denn: Der Plan zumindest beim Hauskauf ist, den Kredit irgendwann zurückzuzahlen. Und wenn wir nun auf die schwarze Null verzichten, wie Herr Fricke vorschlägt, dann werden nicht nur keine Schulden getilgt (es ist ja eine 0 und kein Minus), sonden die Schulden wachsen. Jedes Jahr steigt der Schuldenberg und wenn man mal davon ausgeht, dass vielleicht irgendwann wieder die Zinsen steigen, dann hat man etwas, was es in der Welt von Herrn Fricke eigentlich gar nicht geben dürfte: Eine Staatsschuldenkrise. Vielleicht könnte Herr Fricke in seiner nächsten Kolumne mal erklären, wie es lanfgristig funktioniert, am Ende jedes Jahres mehr Staatsschulden zu haben als am Anfang. Denn würden die Schulden irgendwann gesenkt werden, hätten wir ja sogar schwarze Zahlen > 0. Aber im Grunde kennen wir die Antwort. Irgendwann passiert ein Wunder: Die Konjunktur springt an und wir können alle Schulden zurückzahlen. Bis dahin hilft nur: Schulden machen. Kommt mir vor wie bei einem Süchtigen: Ich höre morgen mit dem Rauchen auf. Aber jetzt steck' ich mir erst mal eine an...

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Franziskus 01.03.2019, 15:21
76. Schweizer Modell

In den 70iger Jahren hatte unser Centermanager die Idee in die Fertigungssteuer zu investieren. Wir hatten leider nicht genügend Geld in der Kasse um dieses Projekt zu finanzieren. Unser Centermanager hatte kein Verständnis für das Verhalten unserer Schweizer Muttergesellschaft. Das Geld was wir ausgeben müssen wir zuerst verdienen. Die Schweiz ist nicht nur in ihrer demokratischen Ausrichtung, sondern auch in der Führung von Unternehmen, Ausgabenpolitik der öffentlichen Hand ein Musterbeispiel für wirtschaftliches Handeln. Die Lehrjahre mit meinen Schweizer Kollegen haben mich davor bewahrt, zig Jahre eigene Erfahrung zu sammeln. Ich habe sie einfach kopiert und es hat bestens geklappt. Die Schweiz ist doch ein Musterbeispiel für gesellschaftliches und wirtschaftliches Handeln. Das zu kopieren kann nur zum Erfolg führen.

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jogola 01.03.2019, 15:22
77. Wer kein Geld hat

Zitat von icebeer
Was nützt dem Kind [...], wenn es kein Geld mehr hat?
zahlt Zinsen, wer Geld hat bekommt Zinsen für das Geld, das er herleiht. Wenn keiner was leihen will, zahlt niemand Zinsen und niemand bekommt welche.

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Thomas Schröter 01.03.2019, 15:22
78. 10 Jahre Gesetze gebrochen und jetzt diese Erkenntnis

Die gesetzwidrige (STabG, etc) und für den gemeinsamen Wirtschaftsraum der EU fatale Austeritätspolitik Deutschlands seit 2008 wurde mit welchen Ökonomischen Argmenten sinnvoll begründet?
Jetzt darauf zu kommen, daß es nicht nur juristische Gründe gab das StabG umzusetzen und die vorgeschriebenen Investitionen bei Zeiten vorzunehmen, als das noch günstig war ist ein bißchen spät.

Die notwendigen Investitionen hätten nicht zwangsläufig in eine höhere Verschuldung münden müssen sofern man sich um geeignete Finanzierungsmodelle rechtzeitig gekümmert hätte.
Es wäre niemals zu den Spannung innerhalb der EU und mit den transatlantischen Partnern gekommen.

Im Grunde ist das was in den letzten Jahren gemacht wurde genau die Politik der DDR vor deren Zusammenbruch. Ohne ausreichende Reinvestitionen von einem Produktionshoch zum nächsten mit den gleichen dubiosen Jubelmeldungen von damals. Alles auf Verschleiß.
Ist ja auch das Personal von drüben was verantwortlich zeichnet.

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zila 01.03.2019, 15:22
79. Ein nicht sehr durchdachter Artikel.

"Zumal in Zeiten niedriger Zinsen. Weil womöglich absehbar ist, dass die Finanzierungskosten von heute durch mehr Wirtschaftsleistung und Wohlstand und (dadurch auch) öffentliche Einnahmen in ein paar Jahren gedeckt sind."
Ja, wenn man teilweise sogar Negativ-Zins bekommt macht das Sinn, gerade fuer Investitutionen in Infrastruktur und Technologie, allerdings wird viel Geld fuer soziale Wohltaten und ineffektive Prestigeprojekte und unsinnige Subventionen verbraten (BER ist ein schoenes Beispiel). Die Zeiten niedriger Zinsen gehen auch wieder vorbei, USA und andere Laender haben ihre Leitzinsen laengst wieder um die 2%, und das ist noch immer niedrig. Abgesehen vom EZB-Leitzins gibt es noch die Landestypischen Aufschlaege (Kommunen und Laender zahlen auch mehr als der Bund). Dass die Schulden zumindest unterm dem BIP wachsen macht Sinn.

Seit ich privat schuldenfrei bin investier ich einen Teil des Geldes was vormals fuer Rueckzahlungen und Zinsen entschwand mit ordentlicher Rendite - warum sollte der Staat nicht einen Teil derartiger Ersparnisse langfristig anlegen, statt teilweise schaedlicher kurzlebiger Steuergeschenke ?

Die Schuldenbremse war ein absolut richtiger Schritt, sorry.

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