Forum: Wirtschaft
Schuldenschnitt: Griechischer Finanzminister fordert Opfer von der EZB

Griechenlands Finanzminister Venizelos will die EZB beim Schuldenschnitt für sein Land ins Boot holen. Auch nationale Zentralbanken rief er zum Forderungsverzicht auf. Der Politiker verlangt auch Zinssenkungen bei der Rückzahlung von Hilfsgeldern.

Seite 3 von 4
UnitedEurope 03.02.2012, 18:51
20.

Zitat von chiefclancywiggum
Was sollten wir daraus lernen? Bei dem Spiel gar nicht mitzuspielen. Gilt übrigens auch für Deutschland als Kreditnehmer im Interesse der nachfolgenden Generationen.
Man sollte nicht mehr bedingungslos jedem die Kredite hinterherwerfen, das stimmt. Aber ohne Kredite würde unser System sofort zusammenbrechen, und das möchte sich niemand ausmalen, auch die Anarchisten nicht. Immerhin hat dieses System den aktuellen Wohlstand geschaffen.

Zitat von chiefclancywiggum
Aber die sind ihnen scheinbar nicht so wichtig wie die gierigen, rücksichtslosen Menschen in anderen Ländern.
Hab ich nie behauptet. Ich wollte nur auf die andere Seite der Medaille verweisen. Das überhebliche Geute von uns Deutschen nimmt langsam Überhand, ich wollte lediglich auf die Mitschuld der "reichen" Länder hinweisen. "Der Deutsche" würde gut daran tun, etwas mehr Demut zu lernen, was die Sache angeht. Schließlich sind nicht alle Griechen faul und korrupt und nicht alle Deutschen fleißig und intelligent. Dazu braucht man nur mal mittags RTL einschalten ...

Beitrag melden Antworten / Zitieren
UnitedEurope 03.02.2012, 18:58
21.

Zitat von myfivecents
Moment, Moment, das hört sich jetzt so an als hätten wir Griechenland gezwungen, unsere Waren zu kaufen!
Nein habe ich nicht behauptet. Ich sage nur, dass sie die Waren nur kaufen konnten, weil wir reichen Länder ihnen die Kredite hinterhergeworfen haben.

Zitat von myfivecents
Haben wir nicht. Wir haben lediglich die "starke" Nachfrage nach deutschen Gütern bedient. Warum auch nicht?
Weil der Käufer nicht kreditwürdig war, deswegen. Und wenn das sogar Sie wissen, dann sollte das unsere Industrie doch gleich 3x wissen.

Zitat von myfivecents
GR produziert doch sogut wie nichts brauchbares, konkurenzfähiges. Da bleibt doch kaum eine Wahl als zu importieren.
Mag ja sein, aber niemand zwingt Deutschland diese Nachfrage zu decken und mit ungedeckten Schecks bezahlt zu werden. Genau so wie niemand GR zwingt, diese Güter auf Pump zu kaufen. Dann brauchen wir uns hinterher nicht wundern.

Zitat von myfivecents
Gehen Sie doch mal in einen Supermarkt und schauen sich die Produkte an. 80-90% sind importiert. Und die wenigen einheimischen Produkte werden entweder exportiert oder als 3.Wahl in die Märkte geschüttet. Es würde de facto an Allem fehlen, ob Maschinen, Fahrzeuge, Lebensmittel oder Bekleidung. Also wird importiert was das Zeug hält und wenn es dann schonmal da ist, wird es auch gekauft. Schließlich ist es ja schick, mit einem BMW oder Porsche durch die Gegend zu fahren und französischen Rotwein zu trinken...Ach ja, und weil man ja auch Nachholbedarf hat, wurde hemmungslos konsumiert. Ratenzahlungen, Finanzierungen und was auch immer für Zahlenspiele getrieben wurden, alles völlig normal. Bis jetzt, wo die Gläubiger mal etwas mehr als nur warme Worte, Schuldzuweisungen, Forderungen oder was auch immer sehen wollen: Nämlich Bargeld. Da wird dann ganz schnell klar, dass das künstliche Konsumkartenhaus einzustürzen droht und es ernst wird. Mit der Mastercard die Rechnung der Visa-Karte zu bezahlen ist eben keine wirkliche Option. Was macht man also da? Man fordert. Und das von höchster Stelle.
Ja, und wenn Deutschland weder Kredite noch Waren geliefert hätten, hätten wir ein paar Probleme weniger. Aber nur mal so aus Interesse: Kennen Sie niemanden, der sich einen BMW auf Pump gekauft hat? Oder Leasing? Oder einen Kredit hat?
Und was wenn der von heute auf morgen arbeitslos ist, was dann? Prügeln Sie auf den dann genau so sein? Oder ist das dann unpatriotisch?

Zitat von myfivecents
Wie wäre es denn, wenn die EZB erstmal fordert? Was ist denn mit den Steuersündern, die vor 2 Wochen namentlich veröffentlicht wurden? Werden die Damen und Herren jemals belangt?
Alle geflüchtet, genau wie unsere säumigen Steuerzahler. Ab in die Schweiz, Singapur, Australien. Geld kennt keine Nationalität.

Zitat von myfivecents
Wird jemals ein Euro dahin fließen wo er hingehört? Natürlich nicht. Das wäre viel zu aufwändig, es läßt sich doch auf diese Weise viel mehr verdienen als umgekehrt. Da stehen sich Schuldner und Eintreiber in nichts nach. Und währenddessen hält das stolze, greichische Volk lieber weiter alle vefügbaren Hände auf und fordert. Es ist einfach nur ekelhaft und widerwärtig, sowas jeden Tag von Neuem zu lesen.
Dann hören Sie halt auf damit. Oder sind Sie masochistisch veranlagt? Sonnen Sie sich in Ihrem Glauben, dass der Grieche per se faul und schlecht ist und der Deutsche ehrlich und fleißig.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
TheFrog 03.02.2012, 19:19
22. Toll...

Zitat von UnitedEurope
Ja, und wenn Deutschland weder Kredite noch Waren geliefert hätten, hätten wir ein paar Probleme weniger. Aber nur mal so aus Interesse: Kennen Sie niemanden, der sich einen BMW auf Pump gekauft hat? Oder Leasing? Oder einen Kredit hat? Und was wenn der von heute auf morgen arbeitslos ist, was dann? Prügeln Sie auf den dann genau so sein? Oder ist das dann unpatriotisch?
Das ist ja ein toller Vergleich. Wenn hier die Raten für was auch immer nicht bedient werden, dann drehen Ihnen die Gläubiger kaltlächelnd den Hals um. Dann sind Sie nicht in der Lage, auch nur die kleinste Forderung zu stellen, und Ihr Stolz, den interessiert niemand.

Andererseits....wenn sie soviel Schulden haben, das Sie Ihren Gläubiger in Bedrängis bringen, wird dieser evtl. nochmal nachschießen, aber das Ende ist immer gleich....weil irgendwann so ein Verhalten unweigerlich in die Pleite führt.

Und Pleite sind unsere Griechen ! Mehr Pleite geht gar nicht mehr !

Beitrag melden Antworten / Zitieren
chiefclancywiggum 03.02.2012, 19:27
23.

Zitat von UnitedEurope
"Der Deutsche" würde gut daran tun, etwas mehr Demut zu lernen, was die Sache angeht. Schließlich sind nicht alle Griechen faul und korrupt und nicht alle Deutschen fleißig und intelligent. Dazu braucht man nur mal mittags RTL einschalten ...
Ich habe auch nicht verallgemeinert, aber in der Summe stimmt es. Und mitgehangen, mitgefangen. Das geht uns in Deutschland auch nicht anders.

Wir haben schliesslich auch bereits geholfen, nur muss es da auch Grenzen geben. Gerade auch, wenn unverschämte Forderungen gestellt werden. Der Ton macht die Musik.

Im Übrigen bin ich der Erste, der die RTL Zuschauer als Wiederaufbauhelfer nach Griechenland schicken würde. So kämen die Griechen dann auch noch in den Genuss einer echten Strafe, die die EU im Zweifel eh nicht verhängt!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
c++ 03.02.2012, 19:47
24.

Zitat von UnitedEurope
Haben wir doch in den letzten 15 Jahren schon gemacht. Wir haben den Griechen Waffen, Maschinen, Güter verkauft, obwohl wir wussten, dass sie das mit von uns geliehnem Geld "bezahlen".
WIR haben Griechenland überhaupt nichts verkauft. Es sind einzelne Firmen in Deutschland gewesen, die Kaufverträge abgeschlossen haben, nicht WIR. Und WIR haben es ihnen auch nicht geliehen.
Wie wäre es also, wenn diejenigen die Verantwortung übernehmen, die die Gewinne gemacht und die Kredite vergeben haben. Das waren nicht die Steuerzahler

Nebenbei, wer Waren kauft, die er nicht bezahlen kann, ist ein Betrüger und damit kriminell. Ich denke, das ist in jeder Rechtsordnung ein Straftatbestand. In keiner Rechtsordnung ist dagegen derjenige verantwortlich, der etwas verkauft.
Die Anmerkung scheint mir wichtig angesichts Ihrer Feststellungen

Zitat von UnitedEurope
Wir, Deutschland, Frankreich und Co. haben Griechenland, Portugal und wie sie alle heissen Geld zu günstigen Zinsen geliehen, weswegen diese Länder sich immer weiter verschuldeten, anstatt das Geld in ihre Wirtschaft zu investieren. Aber es gehören zwei dazu, der der verleiht, und der der es bekommt.
Verantwortlich dafür ist die Einführung des Euro, womit auch traditionell hochverschuldete Staaten sich die Bonität des Euro leihen und sich damit überschulden konnten. Ohne den Euro wäre es in dieser Form unmöglich gewesen, weil dann der Zins seine Steuerungsfunktion behalten hätte und die Schuldenlast wegen begrenzter Kapitaldienstfähigkeit dieser Länder heute deutlich niedriger wäre.
Nebenbei sollten Sie auch sehen, dass die durch das Eurodebakel verursachten Exportüberschüsse logischerweise zu diesen starken Kapitalexporten geführt hatten.
Verantwortlich sind für die gegenwärtige Misere also die politischen Kräfte in Deutschland, die völlig unüberlegt und dilettantisch eine Währungsunion zwischen Staaten völlig unterschiedlicher Wettbewerbsfähigkeit beschlossen hatten. Und da die Ursache der Misere nicht angegangen wird, geht es lustig weiter.

Zitat von UnitedEurope
Wir wussten doch alle, dass Griechenland niemals die ganzen Produkte würde kaufen können, die wir ihnen verkauft haben.
Sie ignorieren die Tatsache, dass es sich um zahllose einzelwirtschaftliche Entscheidungen handelt. Dass sie makroökonomisch zu Fehlentwicklungen geführt haben, kann man den Unternehmen nicht anlasten, sondern den - sorry - dummen Politikern

Zitat von UnitedEurope
Niemand hat Griechenland gezwungen sich weiter zu verschulden, niemand hat Deutschland gezwungen, ihnen das Geld zu leihen.
Wie oben erwähnt, wer Waren kauft, ohne sie bezahlen zu können, ist ein Betrüger, nicht der Verkäufer. Außerdem hat DEUTSCHLAND kein Geld verliehen, sondern die Anleger haben die als Folge des Euro wachsende Kapitalüberschüsse dorthin exportiert, wohin auch die Exportüberschüsse der Waren gegangen sind. Das ist zwangsläufig so, der Markt erzwingt das.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
myfivecents 03.02.2012, 20:12
25.

Nur mal ein paar Ihrer Kommentare zusammengefaßt:

Ich "sonne" mich garantiert nicht mehr in irgendeinem "Glauben"- dafür habe ich mehrere Jahre, also zu lange in diesem Land (GR) gelebt UND gearbeitet um noch in Traumwelten zu schweben. Ich habe tagtäglich erlebt, mit welcher Arroganz und Dreistigkeit sich dieses Volk durchs Leben mogelt. Unrechtsbewußtsein ist ein absolutes Fremdwort (wohl keine griechische Erfindung!), es sind immer die Anderen Schuld, ob im täglichen Leben, im Straßenverkehr oder in der großen Polit-Show.

Daher sind auch die von Ihnen gezogenen Vergleiche zu unserer Gesellschaft unpassend. Natürlich gibt es Parallelen, es gibt aber einen ganz entscheidenden Unterschied: Wir halten nicht die Hand auf und f o r d e r n Geld nur weil wir über unsere Verhältnisse gelebt haben. Und wenn Sie sich dann von Einheimischen den Vorwurf gefallen lassen müssen, dass Sie doch im Grunde die Schuld daran tragen, dass man sich verschuldet hat, weil ja die Maschinen, Fahrzeuge und sonstigen Verbrauchsgüter aus Deutschland so teuer seien, dann stellt man sich ernsthaft die Frage, wer jetzt nicht ganz rund läuft. Aber das bekommt man natürlich nicht in den Touristencentren mit. Da gehts nämlich auch nur um unser bestes: Unser Geld.

Gerne würde ich dieses unsägliche Thema Griechenland endlich beiseite packen, leider aber wird man tagtäglich in unseren Medien mit Hiobsbotschaften überschüttet. Mal abgesehen von teils schlecht recherchiertem Journalismus, ist es doch im Kern stets korrekt. Es hat sich in den letzten Jahren nichts geändert und es wird sich auch nie etwas ändern! Und wer was anderes glaubt oder auf deren Aussagen, Versprechungen und Abkommen vertraut, der ist entweder weltfremd oder verschließt die Augen vor der Realität. Das Volk sieht sich als Opfer und will garnichts tun damit die dortige Krise vorbei geht und solange dieses so ist, ist jegliche Mühe vergebens. Dabei haben doch Alle in diesem System munter mitgemacht. Fragen Sie doch mal einen Griechen an der Tankstelle, ob er jemals eine Quittung erhalten hat? Damit fängt es doch an.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
c++ 03.02.2012, 20:12
26.

Zitat von kuerbiskern100
loszupreschen, sollten Sie sich daran erinnern, dass Deutschland nach dem 2. WK von seinen Kriegsgegnern aufgebaut wurde.
Ich bin sprachlos, wer hat Ihnen das denn erzählt?
Deutschland wurde nach dem 2. WK nicht von Kriegsgegnern, sondern von der Bevölkerung in Deutschland aufgebaut. Wenn Sie es nicht glauben, gehen Sie mal in ein Altersheim und reden Sie mal mit den letzten Bewohnern, die daran noch beteiligt waren.

Zitat von kuerbiskern100
Dennoch blieben viele Altnazis in Amt und Wuerden.
Und was hat das jetzt damit zu tun, dass der griechische Finanzminister Opfer von der EZB fordert?

Zitat von kuerbiskern100
Ein Neumarshallplan wird laengst auch von vielen deutschen Oekonomen vorgeschlagen. Irgendwas muss da ja dran sein.
Und wer sollen die vielen deutschen Ökonomen sein? Das Problem Griechenlands ist doch nicht, dass sie kein Geld zum Aufbau der Wirtschaft hatten. EU-Mittel wurden bekanntlich in hohem Maße nicht abgerufen bzw. in den Teich gesetzt. Griechenland braucht erst einmal die Strukturen, um solche Gelder wirksam einsetzen zu können. Sind die vorhanden, kommt jede Menge privates Investitionskapital ganz alleine, da braucht man keinen "Marshallplan"

Zitat von kuerbiskern100
Nicht GR allein ist der Schuldige
Das ist richtig. Da fallen mir die Namen etlicher Politiker in Deutschland ein von der Partei CDUCSUFDPSPDGRÜNE

Beitrag melden Antworten / Zitieren
recardo 03.02.2012, 22:15
27.

Zitat von sysop
Griechenlands Finanzminister Venizelos will die EZB beim Schuldenschnitt für sein Land ins Boot holen. Auch nationale Zentralbanken rief er zum Forderungsverzicht auf. Der Politiker verlangt auch Zinssenkungen bei der Rückzahlung von Hilfsgeldern.
Ich war! mal Beführworter des Euros und der EU. Heute denke ich, es wäre besser gewesen, wir hätten den Euro nie eingeführt. Wir sind einfach immer die, die alles zu verantworten haben, egal was wir tun. Jetzt kommen diese Pfeiffen mit Eurobonds, dass sich ein Land wie Griechenland noch mehr verschulden kann, noch mehr Korruption erzeugt und dann alles zu Lasten der Dummen. Martin Schulz will Eurobonds, dass hat der Gestern noch mal bekräftigt bei Illner. Wenn das war wird, dann wird es ein Raubzug sondergleichen werden und helfen kann dann nur noch ein Austritt Deutschlands aus der Eurozone, die ohnehin nicht mehr unmöglich scheint: Martin Schulz, in seiner Hektik schafft auch dass mit seinen Eurobonds, ganz genauso, wie er mit zu verantworten hat, dass Griechenland in der Eurozone ist.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
UnitedEurope 04.02.2012, 09:45
28.

Zitat von c++
WIR haben Griechenland überhaupt nichts verkauft. Es sind einzelne Firmen in Deutschland gewesen, die Kaufverträge abgeschlossen haben, nicht WIR. Und WIR haben es ihnen auch nicht geliehen. Wie wäre es also, wenn diejenigen die Verantwortung übernehmen, die die Gewinne gemacht und die Kredite vergeben haben. Das waren nicht die Steuerzahler
Komisch, wenn DIE Firmen Gewinne machen und davon Steuern zahlen, ist alles in Butter. Da will dann jeder Bürger teilhaben, wenn sie Verluste machen, heisst es wieder "war ja nicht ich!".
Solange die Firmen *angeblich* Gewinn mit Griechenland machten, haben Sie und alle anderen nicht geklagt und gemeckert.

Zitat von c++
Nebenbei, wer Waren kauft, die er nicht bezahlen kann, ist ein Betrüger und damit kriminell.
GR hat sie ja bezahlt, mit Schuldscheinen. Das ist nicht illegal, aber wenn Deutschland so dämlich ist, und sich damit bezahlen lässt, kann es nicht GR die alleinige Schuld zuschieben "Ja wenn wir das gewusst hätten, dass GR gar kein Geld hat...". Ich sage nicht, dass GR unschuldig ist, aber wir sollten auch nicht so tun, als ob wir in den letzten 2 Jahren über Griechenland großartig neues erfahren hätten.

Zitat von c++
Ich denke, das ist in jeder Rechtsordnung ein Straftatbestand. In keiner Rechtsordnung ist dagegen derjenige verantwortlich, der etwas verkauft. Die Anmerkung scheint mir wichtig angesichts Ihrer Feststellungen
Da haben Sie soweit recht, der Verkäufer ist in dem Moment kein Täter. Aber wenn Ihr Bruder einem Hart4-Empfänger einen Mercedes verkauft, und sich mit Schuldscheinen bezahlen lässt, und diese plötzlich wertlos werden. Würden Sie Ihren Bruder frei von Verantwortung sprechen? War das wirklich so unvorhersehbar?

Zitat von c++
Verantwortlich dafür ist die Einführung des Euro, womit auch traditionell hochverschuldete Staaten sich die Bonität des Euro leihen und sich damit überschulden konnten.
Schuld sind die Verträge um den Euro herum, die mangelnde Haushaltsdisziplin aller Staaten, die falschen Statistiken die die Griechen geliefert haben, der falsche Umgang der GR, Portugiesen etc. mit dem billigen Geld.
Der Euro hat im Endeffekt nur den Finger in die Wunde gelegt. Denn auch die Drachme und Lire kann man nicht unendlich weit abwerten.

Zitat von c++
Verantwortlich sind für die gegenwärtige Misere also die politischen Kräfte in Deutschland, die völlig unüberlegt und dilettantisch eine Währungsunion zwischen Staaten völlig unterschiedlicher Wettbewerbsfähigkeit beschlossen hatten. Und da die Ursache der Misere nicht angegangen wird, geht es lustig weiter.
Kann ich durchaus zustimmen.


Zitat von c++
Sie ignorieren die Tatsache, dass es sich um zahllose einzelwirtschaftliche Entscheidungen handelt. Dass sie makroökonomisch zu Fehlentwicklungen geführt haben, kann man den Unternehmen nicht anlasten, sondern den - sorry - dummen Politikern
Ja, die Währungsunion war zu ökonomisch, zu wenig politisch. Eine Währungsunion nur zwischen Deutschland, Frankreich und den Niederlanden, dafür mit strengen Regeln, wäre viel effektiver gewewesen. Und wer beitreten wollte, müsste sich diesen strengen Regeln unterwerfen. Stattdessen hat man jeden eingeladen, der bei drei nicht auf den Bäumen war.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
paul2032 04.02.2012, 11:42
29. Umverteilung

[QUOTE=sysop;9562266]Griechenlands Finanzminister Venizelos will die EZB beim Schuldenschnitt für sein Land ins Boot holen. Auch nationale Zentralbanken rief er zum Forderungsverzicht auf. Der Politiker verlangt auch Zinssenkungen bei der Rückzahlung von Hilfsgeldern.

Hinter der EZB stehen die Steuerzahler jener Länder, die positive Bilanzen aufweisen.
In den nächsten 10 - 20 Jahren wird man von dem bisherigen Wirtschaftsmodell Deutschlands, wonach einer immer alles verdient, abrücken müsseen und den anderen Ländern Chancen geben müssen, um ein geeintes Europa zu formen.
Ausgeglichene Handelsbilanzen wären das Ziel.
Alles andere sind Hütchenspielertricks.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 3 von 4