Forum: Wirtschaft
Schuldenstreit: Alexa, bring Italiens Wirtschaft zum Laufen!
REUTERS

Ein Fall für künstliche Intelligenz? Deutsche und Brüsseler Experten wissen erschreckend wenig darüber, wie man der Wirtschaft Italiens wirklich hilft. Das bekommt das Land gerade leidvoll zu spüren.

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senscommun 16.11.2018, 14:23
10. Zu Ende gedacht?

Was hindert einen in der Logik des Autors an der Schlussfolgerung (und ich argwöhne, dass diese Schlussfolgerung die letzte ist, die er gerne zulassen würde), dass es für manche Länder gar keine Maßnahmen gibt oder vielleicht jemals geben kann, die der Wirtschaft zu einer dynamischen Entwicklung verhelfen und einen Abbau des Schuldenbergs ermöglichen?

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tschoemitoe 16.11.2018, 14:24
11. plumper Versuch von Sozen-Fricke...

finde es verantwortungslos, so zu tun, als ob Berlin überhaupt irgendwas zu dem Thema geht hätte. Gerade nach der Erfahrung mit den so stolzen Griechen hält sich Berlin bisher auffällig zurück. Es ist aktuell nur ein Disput zwischen Rom und Brüssel. passt aber nicht so ins sozialistische Bild des Autors...
in Italien ist das große Problem, dass dort die Sieger die Menschen mit Lügen und Luftschlössern überschüttet haben und jetzt nur noch jemand gebraucht wird, um die Party zu finanzieren - Italien selbst kann das überraschenderweise nicht. Wer ist also der gemeinsame Feind von rechts und links? mit Wirtschaftslehre hat das überhaupt nichts zu tun

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order66 16.11.2018, 14:31
12.

Besonders gut hat mir die Stelle gefallen, in der der Autor von einer Förderung der Steuermoral geschrieben hat. Augenscheinlich kein Kenner der Materie. Aber gut ich habe auch nur begrenzten Einblick, da wir nur ein paar Freunde in Rom haben. Ich habe zuweilen den Eindruck das Steuerhinterziehung ein Volkssport für alle Schichten geworden ist. Und zwar deutlich hemmungsloser als in Deutschland, auch geht die Bekämpfung der Schattenwirtschaft schleppender voran, als bei uns. Man behauptet, dass man die Schulden innerhalb eines Jahres realisieren könne, wenn man die Steuerhinterziehung effektiv verfolgen würde, an statt Ablässe für einen kleinen Euro zu verkaufen.

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Ökofred 16.11.2018, 14:34
13. echt jetzt?

Zitat von sozialismusfürreiche
In Italien ist es nötig, dass dort Steuern endlich richtig bezahlt werden (bei uns auch, aber in Italien noch viel mehr nötig). Die Technokratenregierung die da vor 6-7 Jahren oder so übernommen hatte, hatte gut Ansätze dazu. Die schickten Kontrolleure los, die sich in das Geschäft gestellt haben und kontrollierten, dass auch ordentlich abgerechnet wurde. Und sie sich herausstellte floß damals 3/4 nicht in die Buchhaltung. Das hat den Italienern nicht gefallen und sie begannen noch rechtsradikaler und populistischer zu wählen, weil sie die Steuern nicht zahlen wollen. Und jetzt hat man den Salat. Ich würde es riskieren und Italien bankrott gehen lassen. Bei Griechenland hätte man das auch tun sollen.
Die meisten Menschen in Italien sind angestellt beschäftigt wie bei und. Da werden die Steuern direkt abgezogen. Der grösste Teil des Steueraufkommens kommt von da (wie bei uns) Was soll man da verbessern?

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newbie99 16.11.2018, 14:35
14. Jaja, Wirtschaftswissenschaften sind alle Humbug

Ja, das ist auch so eine Lebensweisheit von zumeist eher linker Ecke: Wirtschaftswissenschaften sind alles Humbug. Im Zweifel weiß es man es selbst - wohlmöglich als gelernter Sozialpädagoge oder Literaturwissenschaftler - alles viel besser.

Wirtschaftliche Prozesse sind sehr dynamisch und nur zu einem gewissen Teil von politischer Seite kurz- bis mittelfristig zu beeinflussen - zumindest hin zu mehr Wirtschaftswachstum. Abwürgen geht auch schon mal ruckzuck. Ich sehe mich sicherlich nicht dazu in der Lage, objektiv und realistisch das bisherige Reformbestreben der Italiener zu beurteilen. Ich bin mir aber hingegen sicher, dass es bei weitem nicht so positiv ist, wie es in dem Bericht hier dargestellt wurde. Aber selbst wenn: Die Idee dahinter ist, dass der Staat ein Umfeld schafft, in dem Wirtschaftsdynamik entstehen kann. Ob sie dann wirklich entsteht, hängt aber dann auch von vielen anderen Faktoren ab - und viele davon sind von der Politik insbesondere kurzfristig nur schwer beeinflussbar.

Zumeist wird aber eine solche Position wie hier eingenommen, um klarzustellen, dass diese ganzen Reformen und alles darumherum überhaupt nicht notwendig sind. Dabei zeichnen (oder zeichneten - wer weiß) sich viele diese Länder dadurch aus, dass es einen wirklich überbordenden Kündigungsschutz gibt, der es Unternehmen quasi unmöglich macht, Leute zu entlassen - oder durch eine Finanzpolitik, die darauf abzielt, sich von fehlenden Staatseinnahmen nicht davon abbringen zu lassen, ordentlich viel Geld auszugeben. Und da gibt es auch noch viele andere Beispiele.

Mir kann aber niemand erklären, wie man heutzutage glaubwürdig darlegen will, dass übermäßiges Schuldenmachen ein Land eben nicht in eine totale Katastrophe führen kann; dass man vielmehr weiterhin einfach mal überlegen kann, wo der Staat überall Geld ausgeben soll (oder vermeintlich auch muss) und er sich konsequenzlos den Rest jederzeit vom Kapitalmarkt leihen kann. Wenn die Verschuldenskrise eines gezeigt hat, dann, dass genau das eben nicht so ist.

Ja, es gibt Zeiten, in denen Entscheidungen objektiv notwendig sind, die nicht gerade für enthusiastische Schübe beim Wahlvolk sorgen. Und das sind dann eben Zeiten, in denen Populisten dem Volk klarmachen wollen, dass rein gar nichts dergleichen wirklich erforderlich ist und die Party ungehindert weiter gehen kann - komme was da wolle. Und wenn, dann sind nur irgendwelche anderen Schuld. Es ist ärgerlich, dass solche Schmalspur-Politiker auch im Jahre 2018 damit noch erfolgreich sein können. Aber vielleicht liegt es zu einem gewissen Teil auch an denen, die eine Wissenschaft lieber für Nonsens erklären, als ihre unbequemen Konsequenzen zur Kenntnis zu nehmen.

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Ökofred 16.11.2018, 14:37
15. und dann?

Zitat von Politikverdrossener24
Ganz einfach: Raus aus dem Euro. Wechselkurse runter. Wenn sich Italien rational verhält, halten Sie von der EU zuvor noch alimentieren. Ob direkt, oder indirekt (über die Target2-Salden), eine Währungsreform ist nicht mehr zu vermeiden. Die Frage ist nur, wie lange es die Politik noch schafft, die Bürger zu täuschen. Dafür wird sie Italien viel Steuergeld anbieten.
Warum muss man hier immer den selben Unsinn lesen? Was passiert denn mit den italienischen Schulden? Die sind nämlich in EURO? Puff, und sie sind weg, oder verwandeln sich ebenso in (wertlose?) LIRA? Bitte Erläuterung, was es helfen soll wenn Italien den Euro verlässt? (Ausser dass Prof. (Un)Sinn sagen kann er habe das schon immer gewusst....)

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detarouter1 16.11.2018, 14:41
16. Ja wenn...

da nicht die gemeinsame Währung wäre. Ich bin ganz bei dem Autor, wenn er schreibt, daß man die Geschicke des Landes den Politikern überlassen sollte, die das Volk gewählt hat. Aber, dann sind die , wie auch immer gearteten Folgen, auch bitte vom italienischen Volk selbst zu tragen.
Hier aber kommt die gemeinsame Währung ins Spiel, die diese Konsequenz blockt. Der Umstand, dass am Markt trotz aller Querelen mit Brüssel, unverdrossen italienische Staatsanleihen gekauft werden, ist für mich ein klares Indiz, dass eben dieser Markt darauf setzt, daß Brüssel im Zweifel einknickt, whatever it takes. Siehe das Beispiel Griechenland.

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Listkaefer 16.11.2018, 14:42
17. Danke für den Artikel.

Es ja doch nun allgemein bekannt, dass Ökonomen etwa genauso seriös sind wie Astrologen. Wenn ich früher den Herrn Sinn im Fernsehen sah, habe ich immer den Sender gewechselt. Ökonomen wirbeln mit Prognosen immer viel Staub auf. Dass sich die Prognosen anschließend nur zum geringen Teil bestätigen wird kaum bemerkt und geht bei dem Klamauk erneuter Prognosen regelmäs

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andraschek 16.11.2018, 14:48
18. Und wer soll statt dessen regieren?

Zitat von Jetztredich
Man hilft Italien am Besten, indem man die gesamte Politikerkaste entfernt. Italien ist ein wunderbares Land mit viel Potential. Aber ich glaube, es gab in den letzten dreissig Jahren kein europäisches Land mit schlechteren Politikern als Italien. Dies beginnt bei den Koruptionsskandalen in den 80ern, welche der Democratia Christiana den Garaus gemacht haben, über die verschiedenen Bunga-Bunga- Epochen bis hin zu rechten Populisten und linken Clowns, die Italtien heute regieren!
Irgendjemand sollte es zumindest machen, leider kann ich aus Ihrem Kommentar nicht entnehmen was Sie sich vorstellen wie es weiter gehen soll.

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interessierter Laie 16.11.2018, 14:51
19. lieber Herr Fricke

so borniert ist die Ökonomie gar nicht - es sei denn, Sie haben im Studium etwas völlig anderes gehört als ich. Die Wissenschaft ist sich vollkommen bewusst, dass Wirtschaftswachstum eine Folge einer Vielzahl von Faktoren ist. Davon werden nur wenige von einer nationalen Ökonomie und noch weniger von der nationalen Politik (allein) bestimmt. Deswegen kann kein Ökonom nach Vorlage einer Liste politischer Maßnahmen einen garantierten Wachstumswert ausweisen. Aber ihre Argumentation ist im übertragenen Sinne so: Wenn der (nach ärztlichem Rat) abstinente, schlanke, sportliche Nichtraucher krank wird, sollte er es doch ruhig mal mit exzessiver Völlerei, täglich zwei Flaschen Vodka und Kettenrauchen zuhause probieren. Schließlich sei die erhoffte Gesundheit anders ja auch nicht eingetreten. Ich würde Italien die Mehrausgaben, die es jetzt geplant hat, durchaus zubilligen. Italien hätte dieses Geld nämlich. Es müsste nur seine eigenen Steuergesetze effektiver durchsetzen.

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