Forum: Wirtschaft
Schuldenstreit: Argentinien kassiert Lizenz von US-Bank
DPA

Argentinien ergreift neue Maßnahmen gegen die Auszahlungsblockade in den Vereinigten Staaten. Das Land hat die Lizenz der Bank of New York Mellon kassiert. Das US-Institut kann dort nun keine Geschäfte mehr machen.

Seite 3 von 3
biesi61 27.08.2014, 08:42
20. Argentinien handelt völlg richtig,

dem steinalten und im 19. Jahrhundert lebenden Bezirksrichter und völlig gewissenlosen Hedgefonds-Managern muss endlich jemand die Grenzen ihrer Macht zeigen. Neues Geld wird sich für Argentinien in den Staaten finden, die eh das Dollar-Joch und endlose IWF-Diktate abschütteln wollen (China, Brasilien, Indien, Russland, Iran u.a.m.).

Beitrag melden Antworten / Zitieren
leo19 27.08.2014, 09:11
21. Würden Sie heute argentinische Anleihen kaufen?

Diese Regierungen bestehen aus Gaunern, die das Geld anderer Leute verschwenden und grosse Teile davon in die eigene Tasche stecken.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Mach999 27.08.2014, 09:42
22.

Zitat von Ulrike E.
Eigentlich geht es um ganz entscheidende Punkte: 1.) Man kauft Papiere zu einem Bruchteil des Preises, kann also nur ein Anrecht auf den *gezahlten Preis* erhalten. 2.) Warum haben denn beide US-Fonds die Schuldenanleihen im großen .....
Ich bin wahrlich kein Freund von Hedgefonds, aber so billig kann man nun auch nicht argumentieren.
1) Seit wann hat man nur Anspruch auf den gezahlten Preis? Man hat Anspruch auf das, was das Papier verspricht, und das ist nunmal die vollständige Rückzahlung + Zinsen.

2) Weil sie genau diesen Anspruch durchsetzen wollten. Sie haben damit den ursprünglichen Käufern der Papiere ein Risiko abgenommen. Dieses Risiko wollen sie sich jetzt teuer bezahlen lassen. Das mag nicht moralisch sein, aber geschädigt sind höchstens die Altanleger, die bei dieser ganzen Aktion Verlust gemacht haben. Der Hedgefonds macht Gewinn und Argentinien will auch Gewinn machen, indem sie von dem geliehenen Geld nur einen Teil zurückzahlen.

3) Die Anleihen wurden unter us-amerikanischem Recht ausgegeben, nicht unter deutschem, argentinischem oder kongolesischem. Das wollte Argentinien so. Damit ist selbstverständlich die USA zuständig. Niemand hätte Anleihen unter argentinischem Recht gekauft.

Es ist nun einmal so: Argentinien ist überschuldet, und zwar nicht wegen der ausländischen Investoren. Argentinien hat Schulden gemacht und will sie nicht zurückzahlen. Die argentinische Regierung bekommt die Probleme ihres Landes nicht in den Griff, nicht nur im finanziellen Bereich. Das Land ist hochgradig gespalten. Da ist es ganz gut, einen gemeinsamen Feind außerhalb zu haben. Das sind in diesem Fall Hedgefonds und die USA. Das löst zwar keine Probleme, hält die korrupte Regierung Kirchner aber an der Macht.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
quakiutel 27.08.2014, 12:31
23. Argentinien ist ein unseröses Land...

... wenn es Geld borgt und von vornherein nicht vorhat,
dieses Geld in voller Höhe zurückzuzahlen. Der alte Herr Richter in USA schützt nur die legitimen Forderungen der beiden angeblichen Geldgeier - er ist somit voll klar im Kopf. Argentinien muss sich einige Unarten abgewöhnen, denn auch Russland, Iran, Indien oder China wollen ihr Geld irgendwann zurückhaben! Die hören die Nachtigall jetzt schon trapsen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
bunterepublik 28.08.2014, 12:36
24. Keinen Cent

Ich würde Argentinien nach dieser Show keinen Cent leihen.

Erst Darlehen aufnehmen, dann nicht bedienen, rumtricksen, die Gläubiger erpressen, bis sie auf nen Großteil verzichten und am Ende auch noch die Rechtslage sich hindrehen und auf "Opfer" machen, das von bösen Kapitalisten ausgepresst wird. Gehts noch? Und die Linken dieser Welt bewundern dies noch. Ich kann da nur den Kopf schütteln.

Argentinien hat Anleihen nach amerikanischem Recht gegeben, dann muss nach amerikanischen Recht gehandelt werden. Basta.

Hätten Sie die Anleihen nach argentinischem Recht ausgegeben, hätten Sie tricksen können, wie sie wollen....nur dann hätte denen doch niemand im Ernst auch nur einen Blechpfennig geliehen.
Also pacta sunt servanda....ich hoffe den Gauchos wird ordentlich die Leviten gelesen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
bunterepublik 28.08.2014, 12:45
25. Moment....mal genau bleiben

Zitat von Ulrike E.
Eigentlich geht es um ganz entscheidende Punkte: 1.) Man kauft Papiere zu einem Bruchteil des Preises, kann also nur ein Anrecht auf den *gezahlten Preis* erhalten. 2.) Warum haben denn beide US-Fonds die Schuldenanleihen im großen Stil gekauft? Obwohl der Schuldenschnitt zu diesem Zeitpunkt bereits verhandelt war? 3.) Warum fand das entsprechende Verfahren vor einem US-Gericht statt? Es hätte an einem neutralen Ort verlegt werden müssen, damit man wirklich von einem *fairen* Verfahren sprechen könnte. Normalerweise gilt doch folgende Regelung: Die Gläubiger werden in der Reihenfolge bezahlt, in der sie die Anleihen erworben haben. Und nicht nach ihrem Standort. Die US-Hedgefonds sollten sich einmal an die eigene Nase fassen und etwas mäßigen.
Zu 1)

Ein "Irgendwer" gab Argentinien Geld und erwarb eine Rückzahlungsforderung (Anleihe = eine Art Darlehen). Argentinien versprach gegen Vorlage der Anleihe den Betrag X zurückzubezahlen. Hierfür hat der Fond dann die Papiere zum Preis Y vom "Irgendwem" extrem billig gekauft, weil der Verkäufer (="der obige Irgendwer) dachte, er griecht (=bekommt - Gäg verstanden---kommt von Griechenland) eh nix mehr. Und besser er bekommt wenig als nix. Der Fond hingegen glaubte daran, dass da mehr drin ist, nämlich alles und kaufte.

zu 2)

die aufgekauften Anleihen waren gerade nicht vom Schuldenschnitt betroffen. Der Anleiheninhaber hatte dem Schnitt nicht zugestimmt.

zu 3)

Weil Argentinien bei Ausgabe der Anleihen US-Recht vereinbart hat. Wäre die Anleihe argentinischem Recht unterstellt worden, hätte kein vernünftiger Mensch nur einen Cent gegeben.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Ulrike E. 29.08.2014, 15:13
26. Antwort

Zitat von Mach999
Ich bin wahrlich kein Freund von Hedgefonds, aber so billig kann man nun auch nicht argumentieren. 1) Seit wann hat man nur Anspruch auf den gezahlten Preis? Man hat Anspruch auf das, was das Papier verspricht, und das ist nunmal .....
Hi,
es geht nicht, um eine billige Argumentation.
Aber, wenn man die Schuldscheine *später* kauft, kann man nicht darauf dringen, *als erster* bedient zu werden.
Wie würden Sie als Betroffener argumentieren? Gut, zahle jeden Preis, weil es der Hedgefond so will?

Der Hedgefond kaufte damals *wissentlich* die Schrottpapiere und nun will er einen großen Reibach machen, dass ist einfach nicht okay.
Übrigens, wenn der Staat pleite geht, bekommt *niemand Geld*.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
pimposse 30.09.2014, 08:39
27. Wieso diskutiere alle am Thema vorbei?

Die einzige Frage ist doch, warum sich die US-Rechtsprechung herausnimmt, alle anderen Gläubiger zu benachteiligen? Die Gerichtsentscheidung lautet, dass erst der Hedgefonds komplett zum Nominalwert bedient werden soll, bevor die anderen Gläubiger etwas bekommen!
Alle Foristen versuchen den Fall auf sich privat anzuwenden. Was würdet Ihr sagen, wenn Ihr ein Insolvenzverfahrens durchlaufen hättet bei dem klare Regelungen festgelegt und 12 Jahre penibelst von Euch mit regelmäßigen Zahlungen eingehalten wurde? Und dann kommt da plötzlich der Nachfolger eines amerikanischen Gläubigers, der beim Insolvenzverfahreneinfach nicht mitgemacht hat und plötzlich durch einen amerikanischen Bezirksrichter zuerst vollständig mit Zinseszins bedient werden soll! Glaubt Ihr das diese Bevorzugung tatsächlich vereinbart wurde und Argentinien und alle anderen Gläubiger das wußten? Dann wäre sicherlich nicht nur Argentinien mit Blödheit hoch 3 gesegnet, sondern auch alle ursprünglichen Gläubiger einschließlich dem Vorgänger der Hedgefonds und all ihrer Rechtsberater! Wenn die Regeln so klar gewesen wären, hätten diese sich bestimmt nicht auf ein Verramschen ihrer Forderungen eingelassen!
Also lasst mal Eure pseudomoraluschen Argumente einer vermeintliche Gerechtigkeit außen vor, es geht nicht einfach darum den Hedgefonds gigantische Gewinne zu neiden oder ein Exemple zu statuieren an einem Pleitestaat! wer Geld an einen solchen Staat leiht, der weiß worauf er sich einlässt und kalkuliert das Risiko bereits in den Zinsen ein und finanziert einen Teilausfall mit anderen ähnlich risikoreichen Geschäften nach dem Motto, dass es in 95% des Kreditvolumens schon gut gehen wird!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 3 von 3