Forum: Wirtschaft
Schutz vor Zwangsräumungen: Ein Grieche kämpft um sein Hausrecht
SPIEGEL ONLINE

Nikolaos Bourlioufas ist überschuldet, doch ein Gesetz schützt ihn vor dem Rauswurf aus seinem Haus. Die Tsipras-Regierung will diese Regel jetzt ausweiten. Ist das sozial? Ein Hausbesuch.

Seite 1 von 11
MoeWHV 03.05.2015, 17:33
1. Ah ja

"Aus der damaligen Zeit steht ihm eigentlich eine zusätzliche Rente zu, die er jedoch nicht bezieht. Begründung: Er müsste mehr als die Hälfte davon an den griechischen Fiskus abgeben, und "der bekommt von mir keinen Cent"."

Das sagt alles darüber aus warum Griechenland am Rande des Abgrundes steht. Ich finde den Schutz vor Zwangsräumung eigentlich ja gut, aber der oben genannte Herr sollte wahlweise seine Rente in Anspruch nehmen oder sein Haus abtreten. Wer den Staat so verachtet das er auf Geld verzichtet nur damit dieser kein Geld bekommt, der verdient auch keinen Schutz. Er hat es anscheinend ja nicht nötig...

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Zaunsfeld 03.05.2015, 17:43
2.

Zitat:
Bourlioufas arbeitete lange in Australien. Aus der damaligen Zeit steht ihm eigentlich eine zusätzliche Rente zu, die er jedoch nicht bezieht. Begründung: Er müsste mehr als die Hälfte davon an den griechischen Fiskus abgeben, und "der bekommt von mir keinen Cent".


Genau solche Irrationalitäten sind es, die mich zur Überzeugung haben kommen lassen, dass Griechenland nie mehr auf einen grünen Zweig kommen wird .... nicht in den nächsten 50 Jahren.
Da könnte einer eine zweite Rente aus einer früheren Tätigkeit aus Australien beziehen und verzichtet freiwillig darauf, nur weil er dem Staat die Hälfte davon abgeben müsste. Gut, die Hälfte abgeben zu müssen ist viel, aber besser die Hälfte der zustehenden Rente als gar nichts.

Nur weil der Mann dem Staat, von dem er selbst abhängig ist, die Steuereinnahme nicht gönnt, verzichtet er ganz auf diese Rente. Genau das ist das Problem in der griechischen Mentalität. Keiner will Steuern zahlen, aber alle wollen (und müssen ja teilweise auch) vom Staat unterstützt werden. Wo das Geld für den Staat herkommen soll, fragt aber keiner. Und wenn doch mal einer fragt, ist die Antwort fast einhellig, dass das Geld von den restlichen europäischen Steuerzahlern kommen soll, die davon nie etwas zurückbekommen werden.
Ich sehe schwarz für Griechenland.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
anaxamander 03.05.2015, 17:45
3. Rentenbesteuerung in Griechenland?

Wieso besteuert Griechenland die Auslandsrenten denn so hoch?
Und so ganz kann ich den Mann nicht verstehen. Selbst bei über 50% Steuer bliebe doch noch ein Teil um das Leben seiner Familie zu erleichtern.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
sabine_jacob 03.05.2015, 17:50
4.

Zitat von MoeWHV
"Aus der damaligen Zeit steht ihm eigentlich eine zusätzliche Rente zu, die er jedoch nicht bezieht. Begründung: Er müsste mehr als die Hälfte davon an den griechischen Fiskus abgeben, und "der bekommt von mir keinen Cent"." Das sagt alles darüber aus warum Griechenland am Rande des Abgrundes steht. Ich finde den Schutz vor Zwangsräumung eigentlich ja gut, aber der oben genannte Herr sollte wahlweise seine Rente in Anspruch nehmen oder sein Haus abtreten. Wer den Staat so verachtet das er auf Geld verzichtet nur damit dieser kein Geld bekommt, der verdient auch keinen Schutz. Er hat es anscheinend ja nicht nötig...
Hallo, ich finde Den Schutz der Zwangsräumung sehr gut, Schaut euch doch mal Spanien, was dort passiert ist. Die Menschen haben sich das Leben genommen, weil der Staat ihnen ihre Existenz genommen hat!?
Wie lange wird es in Deutschland dauern, bis sich keiner mehr die Miete leisten kann, weil sich die Gehälter dem Wirtschaftswachstum nicht angepasst haben ??? !

Pentagramm

Beitrag melden Antworten / Zitieren
meischer 03.05.2015, 17:53
5. als Konsequenz

dürfte keiner unter 35000 Einkommen mehr einen kredit bekommen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
oliverschleyer 03.05.2015, 17:55
6. Reiche brauchen Linke nicht zu fürchten

Der Artikel bringt es auf den Punkt: Ein Einkommen von 50 Tsd. Euro pro Jahr bedeutet immer hin fast 4.200 Euro im Monat. Auch 35 Tsd. Euro bedeuten noch fast 3000 Euro im Monat. Ist das arm?
Immobilen-Vermögen von 200 Tsd. Ist das arm?
Humanitärer Katastrophen hören sich anderes an.
Dies sind Gesetzte für Wohlhabende, die übrigens von den anderen europäischen Steuerzahlern bezahlt werden sollen, da die nicht einbringenbaren Forderungen in eine Bad-Bank verschoben werden und europäisiert werden sollen.
Auch in Deutschland werden Hartz IV-Empfänger nicht aus Ihren Häusern vertrieben. Allerdings würde niemand auf die Idee kommen, Menschen den oben genannten Vermögen und Einkommen ein Haus zu finanzieren. Dies ist aber der Fall, da die Lasten von BAD - Banken immer von allen Steuerzahlern bezahlt werden.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Manitou-01@gmx.de 03.05.2015, 17:57
7.

Wozu Zwangsräumung? Wenn dann die Häuser leer stehen und verkommen, ist keinem gedient. Besser ist es, Kredite zinslos zu stunden, bis die Schuldner wieder zahlungsfähig sind, bzw. die Immobilien ohne Wertverlust verkauft werden können. Wenn man unverkäufliche Häuser räumt und verfallen läßt, bekommt man sein Geld auch nicht zurück. Das hat man bei der US-Immobilienkrise gesehen.
Denkbar wäre jedoch, daß die Banken Treuhänder einsetzen, die versuchen, in Anlehnung an das deutsche Privatinsolvenzverfahren flüssiges Geld zu suchen (wie z.B. die australische Rente oder Restschuldversicherungen), um nach Abzug eines unpfändbaren Einkommens Teile der Kreditraten zu bekommen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Inselbewohner 03.05.2015, 17:59
8. Unglaublich....

....aber wahr. Ein Mann der Jahrelang in Australien gearbeitet hat, wo wir wissen dass dort exterem niedrige Löhne gezahlt werden, steht vor dem Ruin. Er ist arm, weil er sich auf windige Geschäfte eingelassen hat, natürlich trägt er keine Schuld denn es waren die anderen. Jetzt barmt er rum und sucht einen Schuldigen für sein verkorkstes Leben. Muss ich jetzt Mitleid haben? Wenn ich mir mein Leben versaue kann ich auch nicht andere dafür Verantwortlich machen. Sein Haus ist sein letzter Besitz? Er sollte mal fragen wieviele hier ihr Haus verlieren mit einem Haufen Schulden dazu und die müssen auch über die Runden kommen.
Er könnte Rentenansprüche geltend machen aber will nicht, weil der Fiskus die Hälfte kassieren würde. DAS ist das Denken der Griechen! Der Staat soll was kriegen? Niemals der ist da zu geben!
Der Mann bekommt von mir kein Mitleid eher Verachtung!
HP

Beitrag melden Antworten / Zitieren
schnibbeldipp 03.05.2015, 18:08
9. Wie immer...

Ein typischer Artikel, wieder mal. Die Regierung oder Syriza- Vertreter kommen nirgendwo zu Wort. Dafür umso mehr die ach so soziale EZB, die angeblich ein Sozialsystem vorschlägt, gleichzeitig aber diese Tage mit dem IWF im Brussels- Group Rentenkürzungen für die Ärmsten, Massenentlassungen und Abschaffung aller Tarifverträge in GR fordert. Ein Artikel gespickt, wie immer mit Halbwahrheiten: „Die Tsipras-Regierung wollte diese Schwellenwerte auf 50.000 Euro und 300.000 anheben“. Nicht erwähnt: Nur für die ERSTWOHNUNG. Nirgendwo wird hier ebenso erwähnt, dass es sich um BRUTTO, sowie FAMILIENEINKOMMEN handelt. Also in GR netto ca. ein Drittel weniger. Von dem weiterhin die Sondersteuer für das Haus abgezogen wird. Und Raten in Höhe von bis zu 20% des Einkommens, sonst gibt es keinen Schutz für das Haus. Und wieder mal, angeblich: „Ein kürzlich verabschiedetes Gesetz weitete die Stundung von Steuerschulden auf besonders wohlhabenden Einwohner aus“. Nicht erwähnt wird: Nur ZINSEN werden hier z.T. gestundet, nicht die Steuerschuld selbst! Das entstand natürlich aus Geldnot (hier wurden tatsächlich ganz schnell hunderte Millionen eingetrieben) unter der Erpressung der Institutionen durch Vorenthalten der läppischen Restlichen 7,2 Mrd., nachdem man den Vorregierungen die 240 Mrd. nachgeworfen hatte. Ach, Herr Böcking, Herr Christides, es hat keinen Sinn mehr, Sie haben die Seiten gewählt…

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 1 von 11