Forum: Wirtschaft
Schwache Konjunktur: Die Lohn-Illusion
DPA

Was bringt Deutschlands Wirtschaft wieder in Schwung? Eine stärkere Lohndynamik könnte helfen - aber nur kurzfristig. Viel wichtiger sind Investitionen.

Seite 2 von 7
kfp 14.08.2014, 18:50
10.

Zitat von sysop
Was bringt Deutschlands Wirtschaft wieder in Schwung? Eine stärkere Lohndynamik könnte helfen - aber nur kurzfristig. Viel wichtiger sind Investitionen.
Stimmt, kurzfristige Lohnerhöhungen für die paar verbleibenden Tarifarbeiter helfen wenig. Aber wie wäre es zur Abwechslung mit Verkürzung der Arbeitszeiten und Rückverwandlung von prekären in reguläre Stellen? Dann gäbe es weniger Arbeitslose und Menschen zwischen Verträgen, und Arbeitnehmer hätten wieder etwas Zeit, Geld auszugeben, Kinder in die Welt zu setzen, auf ihre Gesundheit zu achten usw. und in ihrer Arbeitszeit auch wirklich nicht nur physisch anwesend, sondern mit einer gewissen Motivation bei der Sache zu sein.

Das könnte die Lohnkosten auf längere Sicht massiv senken, wenn der Sozialstaat nicht mehr alle Ausgemusterten über ca. 40, Auszubildende und Praktikanten bis ca. 30, Langzeitkranke wegen Burnout u.ä. durchfüttern müsste, wieder mehr junge Leute weniger Rentner durchfüttern müssten und die Arbeitnehmer nicht nur reinen Dienst nach Vorschrift machen...

Nur leider kann ich mir nicht vorstellen, dass Herr Fratzscher solche nachhaltigen Ideen im Hinterkopf hat, wenn er vorschlägt, den Standort Deutschland attraktiver für Investitionen zu machen...

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Oskar ist der Beste 14.08.2014, 18:54
11.

Zitat von sysop
Was bringt Deutschlands Wirtschaft wieder in Schwung? Eine stärkere Lohndynamik könnte helfen - aber nur kurzfristig. Viel wichtiger sind Investitionen.
Oh Sankta Simplizisimus....Lohnerhoehungen haben keineswegs einen Verpuffungscharakter, Investitionen, die uebrigens auch den letzten Jahren in Deutschland nicht so doll gewesen sind trotz "SPIEGEL BOOM" machen auch nur einen Sinn, wenn es eine Nachfrage gibt und woher soll diese denn kommen, wenn man den Binnenmarkt immer weiter runterfaehrt wie in den letzten 10-15 Jahren. Ach ja der Export soll es richten, nur wird auch das nicht funktionieren, dieser irrsinnig hohe Exportuerschuss gefaehrdet naemlich nicht nur die oekonomisch schwaecheren Laender in der EURO Zone und fuehrt foglich zu einer Verschlimmerung der EURO Krise (die uebrigens noch lange nicht vorbei ist). Die Lohnsteigerungen muessen sich am Produktivitaetszuwachs + Inflationsziel der EZB (=2%) orientieren und sogar etwas hoeher, damit Deutschland gegenueber den anderen EURO Laendern an Wettbewerbsfaehigkeit einbuesst. (Der Verlust von Arbeitsplaetzen im Export kann durch ein Erstarken des Binnenmarktes locker ausgeglichen werden.)
Das Geschaeftsmodelll der Exportueberschuesse, wie es der Kommentator offensichtlich immer noch favourisiert,fuehrt in die Irre, weil es eines Tages nicht nur keinen Binnenmarkt gibt, sondern auch die Kunden fuer die Exporte fehlen, weil sie sich diese nicht leisten koennen bzw. weil sie die Forderungen der Altexporte noch nicht beglichen haben.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
irreal 14.08.2014, 18:57
12. Also ich weiß ja nicht?!

Zitat von sysop
Was bringt Deutschlands Wirtschaft wieder in Schwung? Eine stärkere Lohndynamik könnte helfen - aber nur kurzfristig. Viel wichtiger sind Investitionen.
"Die wichtigste Herausforderung für die Wirtschaftspolitik ist, die Rahmenbedingungen für Investitionen in Deutschland und in Europa zu verbessern. Nur wenn dies gelingt, werden sich Wettbewerbsfähigkeit und Wachstum verbessern, und Europa kann nachhaltig aus der Krise kommen."

Als Exportweltmeister haben wir wohl unsere Wettbewerbsfähigkeit mehr als bewiesen. Und anscheinend scheint aber die Rechnung nicht aufzugehen, dass das bei den Deutschen ankommt. Merkwürdig und überdenkenswert fände ich das schon, mindestens die Medien sollten hier mal nachforschen woran das wohl liegt.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
kfp 14.08.2014, 19:00
13.

Zitat von sysop
Was bringt Deutschlands Wirtschaft wieder in Schwung? Eine stärkere Lohndynamik könnte helfen - aber nur kurzfristig. Viel wichtiger sind Investitionen.
Stimmt, kurzfristige Lohnerhöhungen für die paar verbleibenden Tarifarbeiter helfen wenig. Aber wie wäre es zur Abwechslung mit Verkürzung der Arbeitszeiten und Rückverwandlung von prekären in reguläre Stellen? Dann gäbe es weniger Arbeitslose und Menschen zwischen Verträgen, und Arbeitnehmer hätten wieder etwas Zeit, Geld auszugeben, Kinder in die Welt zu setzen, auf ihre Gesundheit zu achten usw. und in ihrer Arbeitszeit auch wirklich nicht nur physisch anwesend, sondern mit einer gewissen Motivation bei der Sache zu sein.

Das könnte die Lohnkosten auf längere Sicht massiv senken, wenn der Sozialstaat nicht mehr alle Ausgemusterten über ca. 40, Auszubildende und Praktikanten bis ca. 30, Langzeitkranke wegen Burnout u.ä. durchfüttern müsste, wieder mehr junge Leute weniger Rentner durchfüttern müssten und die Arbeitnehmer nicht nur reinen Dienst nach Vorschrift machen...

Nur leider kann ich mir nicht vorstellen, dass Herr Fratzscher solche nachhaltigen Ideen im Hinterkopf hat, wenn er vorschlägt, den Standort Deutschland attraktiver für Investitionen zu machen...

Beitrag melden Antworten / Zitieren
t.h.wolff 14.08.2014, 19:04
14.

Beim DIW scheint man noch immer in den Deutungsmustern der späten 90er Jahre gefangen zu sein - oder endlich voll und ganz auf Linie, nachdem das Haus ob seiner Agenda-kritischen haltung ein erhebliches personelles und fachliches Revirement hinnehmen mußte. Nicht zu seinem Besten, wie es scheint. Nach der seit 20 Jahren verbreiteten Lehre sollten die strammen Wachstumsraten doch mittlerweile erreicht sein. Tatsächlich sind sie aber geringer als vor Aufkündigung der sozialen Marktwirtschaft.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
stef0668 14.08.2014, 19:14
15. Ignoranten Olé

Es ist schon beeindruckend mit welcher Ignoranz hier kommentiert wird.
Wenn die Abschreibungen höher sind als die Investitionen, dann hat die deutsche Volkswirtschaft ein strukturelles Problem. Dieses Problem wird man nicht durch Lohnpolitik lösen können. Schon garnicht durch niedrigere Managergehälter!
Deutschland braucht bessere Rahmenbedingungen, damit investiert wird. Die Lösung liegt auf der Hand, wird aber dem deutschen Gutmenschen nicht schmecken. EEG Gesetz abschaffen. Sonst wandert unsere Industrie mit Sicherheit ab. Die Zeichen an der Wand sind überdeutlich.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
jm2267 14.08.2014, 19:15
16. Logik?

Zitat 1: "Die Debatte um höhere Löhne lenkt von den wirklichen Problemen ab." Falsch. Richtig: die Debatte um "Wettbewerbsfähigkeit" lenkt von dem Problem der zu geringen Löhne. Jeder Interessierte kann sich ein Bild machen von der Schere zw. der Produktivität und den Löhnen. War es nicht die Empfehlung der EZB, dass das zweite ungefähr dem ersten folgen sollte?
Zitat 2: "Die wichtigste Herausforderung für die Wirtschaftspolitik ist, die Rahmenbedingungen für Investitionen in Deutschland und in Europa zu verbessern. Nur wenn dies gelingt, werden sich Wettbewerbsfähigkeit und Wachstum verbessern, und Europa kann nachhaltig aus der Krise kommen. Und nur wenn es gelingt, Produktivität und Wachstum zu stärken, werden höhere Lohnanstiege für den deutschen Arbeitnehmer in der Zukunft zur Regel werden können, und nicht die Ausnahme bleiben, wie in den vergangenen 15 Jahren." Echt jetzt? Die letzten 20 Jahre wurde doch behauptet, dass die Wettbewerbsfähigkeit v.a. durch Lohnzurückhaltung und Senkung der Sozialleistungen zu erreichen sei. Sehe ich da ein Paradoxon?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
nic 14.08.2014, 19:19
17.

Zitat von kfp
Stimmt, kurzfristige Lohnerhöhungen für die paar verbleibenden Tarifarbeiter helfen wenig. Aber wie wäre es zur Abwechslung mit Verkürzung der Arbeitszeiten und Rückverwandlung von prekären in reguläre Stellen? Dann gäbe es weniger Arbeitslose und Menschen zwischen Verträgen, und Arbeitnehmer hätten wieder etwas Zeit, Geld auszugeben, Kinder in die Welt zu setzen, auf ihre Gesundheit zu achten usw. und in ihrer Arbeitszeit auch wirklich nicht nur physisch anwesend, sondern mit einer gewissen Motivation bei der Sache zu sein. Das könnte die Lohnkosten auf längere Sicht massiv senken, wenn der Sozialstaat nicht mehr alle Ausgemusterten über ca. 40, Auszubildende und Praktikanten bis ca. 30, Langzeitkranke wegen Burnout u.ä. durchfüttern müsste, wieder mehr junge Leute weniger Rentner durchfüttern könnten und die Arbeitnehmer nicht nur reinen Dienst nach Vorschrift machten... Nur leider kann ich mir nicht vorstellen, dass Herr Fratzscher solche nachhaltigen Ideen im Hinterkopf hat, wenn er vorschlägt, den Standort Deutschland attraktiver für Investitionen zu machen...
Warum Lohnnebenkosten senken? Lohnnebenkosten sind Beiträge, in die Sozialkassen, des Arbeitnehmers. Sollten die gesenkt werden, dann eher nur bei den Arbeitgebern, was noch mal dazu führen wird, dass die Arbeitnehmer weniger Geld in den Taschen haben, denn die dürfen dann höhere Beiträge bezahlen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Miracolix 14.08.2014, 19:29
18. Nicht auszurotten

Die gute alte "Angebotsorientierung" geistert immer noch durch die Landschaft.

Vielleicht findet sich ja in Herrn Fratzscher ein Ökonom, der uns erklären kann, warum wohl ein Unternehmer investieren soll, wenn er bereits Überkapazitäten hat und weit und breit nicht zu sehen ist, daß die Nachfrage nach seinen Gütern nennenswert steigen könnte? Seit über zwanzig Jahren gibt es für die Masse keine Reallohnsteigerung, aller BIP-Zuwachs landet ausschließlich bei den Unternehmern und Vermögenseignern - und es gibt nicht den geringsten Anlaß für die Annahme, daß sich daran etwas ändern könnte. Die Areitslosigkeit in Europa ist so hoch, daß das Gerede von höheren Löhnen sich so anhört, als gäbe es auf dem Arbeitsmarkt keine Preis (= Lohn-)findung nach Angebot und Nachfrage.

Erwartet jemand, daß Unternehmer ohne Not höhere Löhne zahlen, weil das gesamtwirtschaftlich nützlich wäre?

Der Beitrag des Herrn Fratzscher ist vollkommen sinnfrei - es sei denn, er verfolgt das Ziel der Leserverdummung.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
naklar? 14.08.2014, 19:29
19. So ein Schwachsinn. Nur eine Korrektur der Arm-Reichen-Schere wird helfen. Alles ...

... andere führt zu Chaos und Aufständen. In Amerika ist die Entwicklung schon gut abzusehen. Da ist die Polizei schon bald genauso aufgerüstet wie das eigene Militär. Ob das auf Dauer die Massen aber im Zaun hält bezweifele ich hier mal stark. Aber wie sollte sich sonst auch die Demokratie weiterentwickeln, wenn nicht durch Blut.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 2 von 7