Forum: Wirtschaft
Schwache Konjunktur: Die Lohn-Illusion
DPA

Was bringt Deutschlands Wirtschaft wieder in Schwung? Eine stärkere Lohndynamik könnte helfen - aber nur kurzfristig. Viel wichtiger sind Investitionen.

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klaus meucht 16.08.2014, 12:07
60. Eurokrise

Zitat von kdshp
Ich kann die unternehmer auch gut verstehen. Warum sollte ich in etwas investieren wenn ich durch andere dinge schon mein gewinn habe. Durch das lohndumping und die unternehmerische freundlichkeit der politik/regierenden gehts es den unternehmen doch blendent.
Aber weniger diejenigen Unternehmen die vom Binnenmarkt abhängig sind.

Ausserdem ist das Problem der Euro- und Finanzkrise dass das Ausland überschuldet ist. Und Deutschland ist gegenüber dem Ausland Nettogläubiger. Viele Länder werden ihre Schulden nicht zurückzahlen können.

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klaus meucht 16.08.2014, 12:11
61.

Zitat von wauz
Die Produktivität sinkt seit Jahren - aber die Löhne wachsen wie blöde, gell?

Wie kommen Sie darauf dass die Produktivität sinkt?

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JaIchBinEs 16.08.2014, 12:31
62. Frohes Schaffen

Zitat von rockwater
Wettbewerbsfähigkeit und Wachstum sind keine Lösung und lenken nur von den wahren Problemen im Kapitalismus ab: Nämlich dem unmenschlichen Niedriglohnbereich und der generell ungerechten Verteilung von Einkommen, Vermögen und Arbeit(szeiten!).
Siehe dazu eine IMHO interessante Dokumentation vom Schwester-Medium:
Frohes Schaffen

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spiegelleser987 16.08.2014, 14:35
63. der erste Schritt wäre ...

Zitat von sysop
Was bringt Deutschlands Wirtschaft wieder in Schwung? Eine stärkere Lohndynamik könnte helfen - aber nur kurzfristig. Viel wichtiger sind Investitionen.

Der erste Schritt wären Senkungen von Bürokratie, Steuern und Gebühren für KMUs und Selbständige. Erst dann können Löhne steigen und es sind auch mehr Investitionen möglich. Der Staat muss auch endlich mal anerkennen, dass Firmengründer Wachstum wollen. Bisher geht der Staat davon aus, dass jemand, der eine Firma gründet, niemals größer werden will. Lieber alles aus China beschaffen, das reicht dem Staat.

Wer kein Wachstum nachweisen kann, bekommt keinen Kredit, auch nicht wie immer behauptet von der KfW.

Dafür sollte der Staat die Subventionen für Großkonzerne reduzieren, die sowieso immer mehr ins Ausland ausgewandert sind. Der Staat muss den kleinen Firmen mehr Geld übrig lassen, dann können die auch wachsen. Das hat in den 1990er Jahren auch die damalige PDS erkannt und gefordert. Allerdings gab es dann Rot/Grün und die Politik machte das Gegenteil.

In den vergangenen Wochen habe ich bei zwei größeren Firmen (über 100 Mitarbeiter) nun wieder mal das Gegenteil mitgekriegt. Jetzt gibt es höhere Tariflöhne (die lagen bei denen bisher über den jetzigen Mindestlöhnen) und nun reduzieren die ihre Leistungen und die Zahl der Arbeitnehmer. Wenn die Politik an Bürokratie, gebühren und Steuern nichts ändert, wird es kein Wachstum geben können und die Löhne werden nur bei sinkender Zahl von Mitarbeitern erhöht.

Was ich auch gestern erfahren habe, ist die Reduzierung von Mitarbeitern bei den "bösen" Energiekonzernen.

Noch etwas: stark steigendes Wirtschaftswachstum gibt es, zumindest bei den Insolvenzverwaltern. Es ist ja gesetzlich festgelegt, wieviel Geld die abkassieren können.

Wie soll es übrigens Wirtschaftswachstum in Ostdeutschland geben, wenn dort die Gebühren von IHKs und Handwerkskammern bis zu viermal höher sind als in Westdeutschland? Und warum dürfen dort Handwerkskammern einfach mal rückwirkend Gebühren von 10000 bis 20000 Euro zusätzlich abkassieren, nur um die Pensionen zu erhöhen. Da muss man schon die Löhne unter die Mindestlöhne senken, um als Handwerksbetrieb zu überleben.

Warum wird nicht ständig diese Abzockerei in den Medien kritisiert?

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spiegelleser987 16.08.2014, 14:45
64. mal etwas anderes....

Zitat von sysop
Was bringt Deutschlands Wirtschaft wieder in Schwung? Eine stärkere Lohndynamik könnte helfen - aber nur kurzfristig. Viel wichtiger sind Investitionen.
Ich ergänze jetzt mal etwas zum Thema Löhne, was sich eigentlich auf den Beitrag http://www.spiegel.de/wirtschaft/soz...-a-986297.html
bezieht. Dort gibt es jedoch kein Forum. Also mach ich es mal hier, in der Hoffnung, dass es erscheint.

Ein übersehenes Problem dabei ist, dass 90% der Bevölkerung Bruttoeinkommen weit unter 50000 Euro jährlich bekommt. In der EU-Öffentlichkeit scheint das Gegenteil verbreitet zu sein. Alle Deutschen verdienen nach deren Meinung weit mehr als 50000 Euro. Wir bekommen wöchentlich etwa 10 bis 20 Initiativbewerbungen per Mail mit Jahreswunscheinkommen von 30000 bis 40000 Euro. Solche Bewerbungen kommen nur von Deutschen und Polen. Bei den Bewerbungen vion Griechen, Italienern und Spaniern stehen Wunscheinkommen von 70000 bis 120000 Euro drin. Es ist dann zwar ergänzt, dass man noch darüber reden könnte, aber welche kleiner Firma kann sich das in Deutschland leisten? Also ziehen die in endlicher Zeit wieder zurück.

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wauz 17.08.2014, 14:05
65. Das Ironie-Lämpchen war an

Zitat von klaus meucht
Wie kommen Sie darauf dass die Produktivität sinkt?
Bloß haben Sie es nicht bemerkt...

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hermannheester 17.08.2014, 14:22
66. Investitionen sind Arbeitsplätze auf Zeit

Zitat von sysop
Was bringt Deutschlands Wirtschaft wieder in Schwung? Eine stärkere Lohndynamik könnte helfen - aber nur kurzfristig. Viel wichtiger sind Investitionen.
Wer nachhaltig die Konjunktur ankurbeln will, der sollte vor lauter Investitionsgehabe nicht die Arbeitnehmer aus dem Auge verlieren, die auch dann, wenn die Investitionen komplett und vorbei (im Abklingen) sein werden, noch für einen gesunden Verlauf der Konjunktur sorgen könnte. Wer meint, nur auf der Investitionsseite Geld in die Hand nehmen zu müssen und so die Vermögensverhältnisse NUR oder ÜBERWIEGEND auf der Arbeitgeberseite fördern zu müssen, verhilft der sozialen Gerechtigkeit im Lande ebenfalls eher zu einer erneuten verstärkten Schieflage.

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wauz 18.08.2014, 17:40
67. Knapp daneben ... ist auch vorbei!

Zitat von hermannheester
Wer nachhaltig die Konjunktur ankurbeln will, der sollte vor lauter Investitionsgehabe nicht die Arbeitnehmer aus dem Auge verlieren, die auch dann, wenn die Investitionen komplett und vorbei (im Abklingen) sein werden, noch für einen gesunden Verlauf der Konjunktur sorgen könnte. Wer meint, nur auf der Investitionsseite Geld in die Hand nehmen zu müssen und so die Vermögensverhältnisse NUR oder ÜBERWIEGEND auf der Arbeitgeberseite fördern zu müssen, verhilft der sozialen Gerechtigkeit im Lande ebenfalls eher zu einer erneuten verstärkten Schieflage.
Von Konjunktur zu reden, lenkt von den tatsächlichen Mechanismen ab. Konjunktur, das war früher mal ein allgemeinwirtschaftlicher Schweinezyklus aus Überinvestition, Überproduktion, Nachfragekrise und so weiter. Heute gehen die Krisen kaum mehr von der Realwirtschaft aus. Die Mechanismen des Kapitalmarktes überlagern die Probleme der realen Produktion völlig, wenn nicht außergewöhnlich Dinge passieren, wi z.B. der Brand in der japanischen Lackfabrik, der die Chip-Produktion über Monate lahm gelegt hat, oder die Überschwemmung, die die Festplattenproduktion vernichtete.

Auch die Nachfragekrisen von heute sind vom Kapitalmarkt und der Politik verursacht, sihe Griechenland usw.

Eine heutige "Konjunkturpolitik" muss mit der Überkapitalisierung aufräumen, das heißt die Inflationsblase am Finanzmarkt ablassen.
Es gibt zwei Möglichkeiten: Währungsreform (schnell und heftig) oder Geldentwertung. langsam, aber auch nicht nachhaltig.
Wahrscheinlich muss man eine Kombination von beidem angehen.

Es gibt eine dritte Möglichkeit, die hoffentlich keiner anstrebt: ein dritter Weltkrieg.

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