Forum: Wirtschaft
Schwächelnde USA: Trump und die Währungskrieger
DPA

Mit dem Dollar geht's bergab: Nach wie vor ist die US-Währung die wichtigste Währung der Welt. Doch Präsident Trump und seine Leute sind dabei, diesen gigantischen Vorteil zu verspielen.

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freddygrant 28.01.2018, 20:57
1. Nach dem Crash ...

... von 2008, der Labilität der US-Wirtschaft sowie der Volatilität des
US-$ und ausufernden Staatsschulden geht das Vertrauen in die USA
vollends den Bach runter. Das Image des Oberdealers Trump wird daran
nichts mehr retten - im Gegenteil! Wer das globale Vertrauen in den
Welthandel und eine neue Evaluierung zurückbringt ist in Europa und
Asien bereits ausgemacht. Und das ist gut so!

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labellen 28.01.2018, 21:10
2. die Beispiele Japan und BRD

belegen eigentlich, das auch Länder mit Währungen unterhalb der führenden Leitwährung ihren Schuldendienst in Grenzen halten können. Witschaftliche Kraft und Stabilität sind dabei ebenso ausschlaggebend.

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sven2016 28.01.2018, 21:11
3.

Dass der Rückgang des Wechselkurses der eigenen Währung gut ist, da exportfördernd, kommt als Reflex von allen Finanzministern (vgl. vor wenigen Monaten als Dollar und Euro fast 1:1 standen).

Solange der Dollar Weltwährung ist, drucken die Amerikaner nach Belieben nach. Der Großteil der Währung kreist im Ausland und belastet den eigenen Staat nicht.

Die geplante Kombination aus Unternehmenssteuersenkung und zusätzlichen Militär- und Grenzausgaben funktioniert nur so.

Und die Demokraten spielen da immer mit.

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Pascal Meister 28.01.2018, 21:21
4. Der Artikel kratzt an der Oberfläche

Für mich sieht es eher so aus, als spielt da ein Abwertungswettlauf. Mal verliert der Dollar, dann der Euro. Faktisch sind beide Währungsräume überschuldet. Beide haben ein Interesse an einer eher schwachen eigenen Währung. Das nennt man dann "race to the bottom" - es fällt einfach nicht auf, weil die Topwährungen der Welt ja nur gegeneinander abwerten können und nicht (mehr) gegen reale Werte. Die Entsprechung findet sich in rekordhohen Preisen für Immobilien und Aktien, und vermutlich wird auch das Gold wiedermal einen Spurt hinlegen. Also werten sich die Währungen gegen Sachwerte ab, rein praktisch gesehen. Wie lange noch?

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Fernspäher 28.01.2018, 21:31
5. auf dem Weg zur Normalität, oder?

Wenn man sich den langfristigen Trend ansieht, dann scheint der Dollar eher auf dem Weg zur Normalität zu sein.

http://www.xe.com/de/currencycharts/?from=USD&to=EUR&view=10Y

Was mir aber wirklich Sorgen macht, das ist der Gedanke eines Handelskrieges zwischen den USA und China. Was ist, wenn sich Trump Obama zum Vorbild nimmt? General Motors wurde von Obama "saniert", indem die Schulden von GM ersatzlos gestrichen wurden, auch die Auslandsschulden. Und Opel blieb trotzdem in GM-Besitz. Ich habe damals viel Geld verloren, weil ich dachte, so etwas wäre gemäß der internationalen Handelsabkommen illegal. Was ist, wenn jetzt Trump einfach sagt, dass die USA gegenüber China ihre Schulden nicht mehr bedienen werden? DAS hätte gewaltige Auswirkungen, oder?

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gandhiforever 28.01.2018, 21:33
6. Es ist immer einfacher

Es ist fuer die USA immer einfacher, wenn man anderen Laendern "gute" Ratschlaege geben kann (Z.B. China sollte aufwerten), doch wenn es um die eigene Waehrung ghet, dann gibtes widersprechende Aspekte.

Wie der Autor richtig feststellt, haengt die Kreditwuerdigkeit der USA von einem hohen Wechselkurz des Dollars ab. Und, als Land mit hohem Handelsbilanzdefizit, kann das Drucken von Bankknoten vieles verschleiern , wenn im Ausland die Nachfrage nach Dollars hoch ist.

Eine boomende Innenwirtschaft sollte eigentlich auch nicht schaden. Wenn allerdings der Boom die Importe mehr steigen laesst als die Exporte, gibt es frueher oder spaeter Probleme. Dies hat Trump erkannt, aber seine Schlussfolgerungen liegen falsch.
Die Importe mit hoeheren Zoellen zu belasten, macht sie teurer. Trump will, dass sie durch im Inland hergestellte Produkten substituiert werden. Ob das der Fall sein wird, bezweifle ich. Somit sehe ich , dass mehr Geld fuer die Importe ausgegeben werden muss, weniger Geld fuer den Inlandkonsum.

Trump hat sich ja auch bei seinen Steuergeschenken verrechnet. Das "gesparte" Geld wird nicht zur Schaffung neuer Arbeitsplaetze verwendet (wer soll denn auch neu arbeiten, wenn fast Vollbeschaeftigung herrscht und der Herrscher Illegale (arbeitende Illegale!) ausschaffen will), sondern fliesst in Rationalisierung, sprich Arbeitsplatzabbau.

Und, wenn der Dollars weiter an Wert verliert, verlieren auch Investitionen aus dem Ausland an Wert, werden nicht interessanter, trotz Steuergeschenken.
Trumps Aktivitaeten sind daher eher dazu angetan, die USA weiter zu schwaechen. Auf die politische Schwaechung folgt die wirtschaftliche.

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Det_onator 28.01.2018, 21:33
7. Euro und Dollar, Deutschland und Amerika

Lieber Herr Müller, Sie schreiben: Wenn die USA sich kurzfristige Handelsvorteile durch eine schwache Währung versprechen - siehe Mnuchins Äußerungen -, dann laufen sie längerfristig Gefahr, ihre erstklassige Kreditwürdigkeit zu verzocken.

Wenn ich Ihre Aussage jetzt mal auf Deutschland und den Euro übertrage, bedeutet dies dann auch für uns, dass wir zukünftig unsere Kreditwürdigkeit verspielen?
Schließlich machen wir seit 2002 im Euro Währungsverbund genau das Gleiche, was jetzt die Amerikaner mit dem Dollar planen, nämlich abzuwerten, um hohe Exportüberschüsse zu erzielen.
Der Euro ist für deutsche Verhältnisse zu schwach bewertet, sichrt und ständig neue Rekordexportüberschüsse.

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wokri 28.01.2018, 21:37
8. Mal ganz unabhängig von Trump

Durch den schwachen Dollar wird der Export von US Firmen gepuscht. Reisen in die USA werden günstiger und der Eu bzw China Import in die USA wird teurer. Trump selber ist da nur ein Tennisball der zwischen zwei Spielern hin und her getrieben wird und manchmal am Netz hängen bleibt.

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elvezia 28.01.2018, 22:15
9. Misstrauen gegenüber Amerika?

Wie wärs mit ein wenig Misstrauen gegenüber der EU!
Rolf Dahrendorf vor 37 Jahren in der ZEIT:
http://www.zeit.de/1980/18/europa-droht-die-balkanisierung/seite-2
"Die neutralen Länder. – Schweden, Finnland, Österreich, Schweiz – würden wohl kaum noch große Anstrengungen unternehmen, um Mitglied zu werden, selbst wenn Anzeigen ihre politische Position das erlaubte. Norwegen weint der EG keine Träne nach, Großbritannien und Dänemark stehen möglicherweise an der Schwelle des Austritts. Attraktiv ist die EG nur mehr in den europäischen Entwicklungsländern des Mittelmeerraums.....
.... Die Frage des britischen Beitrages ist in diesem Zusammenhang mehr als ein britisches Problem. Weil Großbritannien mehr Industrieprodukte und vor allem mehr Agrarprodukte als andere von außerhalb der Gemeinschaft importiert, zahlt es mehr in den gemeinsamen Topf; weil es selber weniger Landwirtschaft hat als andere, erhält es weniger aus dem gemeinsamen Topf. Daß die EG offenbar keinen Mechanismus hat, um diesen Unsinn abzustellen, zeigt ihre ganze institutionelle Schwäche: Sie hat sich in die Labyrinthe, ihrer „Politiken“ verirrt, aus denen sie keinen Ausweg findet. ..."
Auch Europa braucht einen Trump der mal den Stall ausmistet.

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