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Schwarzgeld: Warum Steuerfahnder die Wirtschaft schwächen
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Europas Staaten haben der Steuerhinterziehung den Kampf angesagt. Was moralisch richtig ist, könnte sich ökonomisch als großes Problem entpuppen. Denn der Trend zu mehr Ehrlichkeit wirkt wie eine Steuererhöhung - und die ist Gift für eine ohnehin schwache Wirtschaft.

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querdenker22 05.12.2012, 16:51
50. Das ist von hinten aufgezäumt ...

Wenn ich zum eigenen Vorteil betrüge, so muss das geahndet werden. Wenn das Problem so Alltäglich und Massiv ist, dass es die Wirtschaftsleistung senkt, wenn man es behebt, so ist einfach zu lange weggeschaut worden. Dennoch: erst die allgemeingültigen Regeln, dann der Umsatz. Wer weiß, vielleicht kommen ohne Steuersünder plötzlich die Ehrlichen zum Zuge?

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olaf m. 05.12.2012, 16:51
51. Eine sehr abgedrehte... Sicht der Dinge...

...Sicht der Dinge. Dazu mehreres von meiner Seite (allerdings kein "Konzept"):
Es handelt sich bei einer korrekten Besteuerung nicht um eine "Steuererhöhung", sondern bei der bisherigen Steuerhinterziehung um eine wohl nicht legitimierte Steuersenkung. Warum denke ich dabei gerade an Griechenland ?
Leute, die derartige Geldmengen in den Schatten packen oder zu Dunkelgeld machen, haben ja wohl ersichtlich nicht vor, es volkswirtschaftlich oder auch gesellschaftlich nützlich zu investieren (z. B. durch Kreditvergabe an produktiv tätige Unternehmen), sondern sie überführen es meist eher in die Pixelgeldwelt mit dem Ziel der Vermehrung. Oder tricksen sonstwie herum.
Über Gerechtigkeit des Steuersystems zu reden, ist dann noch eine andere Sache.
Schließlich: Was haben Sie für ein verdrehtes Verständnis von Recht, politischer Legitimation und meinetwegen "Moral" ?
Ein Arbeitnehmer/ Normalverdiener könnte genausogut seine Steuerzahlungen verweigern (aufgrund der sofortigen monatlichen Abzüge kann er das natürlich nicht) oder ein kleiner Selbständiger die Abführung der Umsatzsteuer unterlassen mit der Begründung, man würde damit die Binnennachfrage ankurbeln o.ä.
Absurde Ideen, die Sie da verbreiten. Schwer, darüber ernsthaft zu diskutieren - jedenfalls für mich. Aber ich bin ja auch nicht so schlau wie Sie, sondern eher schlicht gestrickt.

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criticalck 05.12.2012, 16:52
52. von 0 auf 45?

Bloss weil die Schweiz als Fluchtort für Steuersünder entfällt - zumindest für viele schlecht informierte Privatpersonen - ist sicherlich nicht mit einem Steueranstieg von 45% zu vergleichen. Ist diese Übertreibung eine gewollte Provokation Herr Münchau? Wenn dann lässt sich die neue Situation bestenfalls mit einem Anstieg von maximal 5% beziffern. Schliesslich gibt es noch jede Menge sichere Häfen für steuerflüchtiges Kapital. Bloss so komfortabel wie das mit der Schweiz ging, gehts anderen Orts vielleicht nicht ganz. Also irgendwo zwischen plus 0.5 - 5% je nach neuem Fluchtort.
Weiter scheinen Sie sich ja mit Ökonomie etwas auszukennen. Bei all der Schreibe rund um Unternehmensbesteuerung vermisse ich, dass Sie mal darauf hinweisen, dass jede Unternehmenssteuer zu 100% von Konsumenten und Arbeitern (also vom kleinen Mann) geschultert wird - sofern das besteuerte Unternehmen in einem Wettbewerbsmarkt spielt. Und dass solche Steuern ein sehr hohes deadweightloss verursachen - verglichen mit der Mehrwertssteuer zB. Soll heissen für 10% Unternehmenssteuer kriegt der Staat viel weniger Geld, die Arbeitnehmer weniger Lohn und die Konsumenten höhere Preise als dies bei 10% Mehrwertssteuer der Fall wäre. Unternehmenssteuern sind doch reiner Populismus, damit das Gerechtigkeitsempfinden von ungebildeten Stammtischpolterern nicht verletzt wird.

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lindenbast 05.12.2012, 16:55
53.

Aber das in diversen Steueroasen gebunkerte Geld floss doch gerade eben NICHT in den Konsum. Wir haben doch jetzt lange genug gesehen, dass Steuersenkungen den Konsum eben NICHT ankurbeln, jedenfalls dann nicht, wenn sie in Gestalt von Senkung der Spitzensteuersätze stattfinden. Denn je höher das Einkommen, desto weniger (prozentual gesehen) wird davon tatsächlich ausgegeben. Hartz IV geht zu 100% in den Konsum, ein Millioneneinkommen nicht.

Im Übrigen kommt es nicht nur darauf an. Es spielt ja wohl auch eine Rolle, ob die breite Bevölkerung das Gefühl hat, es gehe in ihrem Staat noch mit rechten Dingen und im Großen und Ganzen fair zu. Den angenommenen Mindereinnahmen durch diese verdeckte Steuererhöhung stehen Profite durch sozialen Frieden gegenüber, die ztwar den Schönheitsfehler haben, nicht bezifferbar zu sein - was aber nicht heißt, dass es sie nicht gibt. Und ja, bei dem Satz, dass eine ohnehin bestehende Steuerpflicht durchzusetzen Steuern erhöhen heißt, hyperventiliere ich in der Tat. Genausogut könnte ich verstärkte Fahrkartenkontrolle bei überhandnehmendem Schwarzfahren auch als Fahrpreiserhöhung bezeichnen - was soll denn der, der immer brav sein Ticket gelöst hat, dazu sagen?

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Privatier 05.12.2012, 16:57
54. ALLES was hilft, Euro und Europa schneller zerbrechen zu lassen,

Zitat von sysop
Europas Staaten haben der Steuerhinterziehung den Kampf angesagt. Was moralisch richtig ist, könnte sich ökonomisch als großes Problem entpuppen. Denn der Trend zu mehr Ehrlichkeit wirkt wie eine Steuererhöhung - und die ist Gift für eine ohnehin schwache Wirtschaft.
ist höchst willkommen!
Die Angleichung der Steuern in den bisherigen entsprechenden "Paradisen" der EU an "Deutsche Standards" genauso sehr, wie eine gerechte Steuereintreibung unabhängig von Ort, Landschaft und Mentalität.

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maxbee 05.12.2012, 16:59
55. Feige Heuchler!

Zitat von sysop
Europas Staaten haben der Steuerhinterziehung den Kampf angesagt. Was moralisch richtig ist, könnte sich ökonomisch als großes Problem entpuppen. Denn der Trend zu mehr Ehrlichkeit wirkt wie eine Steuererhöhung - und die ist Gift für eine ohnehin schwache Wirtschaft.
Was heisst hier "Europas Staaten haben der Steuerhinterziehung den Kampf angesagt"?
Soweit ich es mitgekriegt habe ist dies v. a. ein spezieller (Wahl-)Kampf der deutschen Opposition und zweitens beschränken sich diese Heuchler auf die Hetze gegen die Schweiz bzw. deren Banken.
Aber selbst wenn die EU sich diesen Kampf zu eigen macht, so wäre auch dies bezeichnend. Was soll man von einem Kampf halten bei dem einige der grössten Übeltäter in Sachen Schwarzgeldverwahrung (GB, LUX, AUT) in den eigenen Reihen sich befinden - ohne dass diese auch nur beim Namen genannt werden! Oder schon mal Kritik an diesen EU-eigenen Steueroasen oder gar an denen der USA gehört? Solange dieser Kampf derart einseitig geführt wird kann man diese "Kämpfer" nur als feige Heuchler begreifen.

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herbert_schwakowiak 05.12.2012, 16:59
56.

Zitat von sysop
Die kleinen Unternehmer fahren nicht mehr in die Schweiz, sondern zahlen jetzt brav ihre Steuern. Die Schweiz ist zu riskant geworden. Damit erhöht sich für sie der effektive Grenzsteuersatz von Null auf 45 Prozent, je nach Einkommen und Umstände, plus Zinssteuern. Damit reduziert sich für sie das verfügbare Einkommen. Sie werden weniger konsumieren oder investieren.
An dieser Stelle ist der Schwachpunkt der Argumentatiton, der alles zusammenfallen lässt:

Das Geld, das die 'kleinen Unternehmer' früher im Koffer in die Schweiz gebracht haben, wurde auch damals nicht investiert oder verkonsumiert, es wurde einfach nur in Sicherheit gebracht.
Also ist es volkswirtschaftlich betrachtet kein Unterschied zu früher,
außer dass der Staat jetzt das kriegt, was ihm zusteht (und es investiert oder verkonsumiert).

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Neunmalklug 05.12.2012, 16:59
57. Da könnte auch was dran sein

Zitat von qranqe
Ich rege mich regelmäßig über Herrn Münchhausen auf, aber das hier haut mich wirklich um! Das von Steuerfahndern eingetriebene Geld steht einfach nur anderen Wirtschaftsteilnehmern zur Verfügung, vor allem dem Staat, der damit wieder Dienstleistungen von Unternehmen nachfragt. Das Ganze ist also volkwirtschaftlich ein Nullsummenspiel mit dem Unterschied, dass Schwarzgeld nicht den rechtmäßigen Besitzern gehört.
Global ein Nullsummenspiel, aber für die deutsche Volkswirtschaft auf den ersten Blick positiv. Denn Schwarzgeld in der Schweiz fragt kaum Güter und Dienstleistungen in Deutschland nach; deutsche Steuereinnahmen schon.

Allerdings können nur Gewinne ins Ausland transferiert werden und die kann man häufig nur erwirtschaften, wenn Produktionsmittel eingesetzt werden. Sinkt die Nachfrage nach "schwarzen Dienstleistungen", da sie durch die Besteuerung teurer werden müssten, sinkt auch die Inlandsnachfrage nach Produktionsmitteln. Insofern könnte es der Wirtschaft tatsächlich schaden, wenn die Steuerfander zu fleißig sind.

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Why-not? 05.12.2012, 17:00
58. Staat schmeisst das Geld aus dem Fenster

Zitat von qranqe
Das von Steuerfahndern eingetriebene Geld steht einfach nur anderen Wirtschaftsteilnehmern zur Verfügung, vor allem dem Staat, der damit wieder Dienstleistungen von Unternehmen nachfragt. Das Ganze ist also volkwirtschaftlich ein Nullsummenspiel mit dem Unterschied, dass Schwarzgeld nicht den rechtmäßigen Besitzern gehört.
Nö. Der Staat wirft das eingenommene Geld zum Fenster hinaus (s. Betreuungsgeld, Parteienfinanzierung, fürstliche Abgeordnentendiäten etc.). Kein Geld der Welt wird je dem deutschen Staat "genug" sein. Im Moment haben wir die höchsten Steuereinnahmen in der Geschichte und trotzdem ist nicht "genu" Geld da.
Man müsste dem Staat das Geld wegnehmen, damit er sich gesundschrumfpen kann und endlich beginnt die Schulden zurückzuzahlen, statt ständig neue Ideen für Geldverschwendung zu produzieren.

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spon-1317319864453 05.12.2012, 17:00
59. Zum

Zitat von vo2
Langfristig ist es sowieso besser, wenn der Staat, oder besser in Zukunft Europa das Vermögen seiner Sklaven vollständig einzieht und nach Gutdünken verteilt. Das die Gier des Staates unbegrenzt ist, ist doch hinlänglich bekannt.
Zum Glück ist nur der Staat gierig.
Wo ist er eigentlich, kann man den irgendwo sehen ?

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