Forum: Wirtschaft
Schwarzgeld: Warum Steuerfahnder die Wirtschaft schwächen
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Europas Staaten haben der Steuerhinterziehung den Kampf angesagt. Was moralisch richtig ist, könnte sich ökonomisch als großes Problem entpuppen. Denn der Trend zu mehr Ehrlichkeit wirkt wie eine Steuererhöhung - und die ist Gift für eine ohnehin schwache Wirtschaft.

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KSA 05.12.2012, 17:03
70. ?

Ich muss mir immer mehr die Frage stellen, um was es eigentlich bei den Kolumnen auf SPON geht > Provokation auf Teufel komm raus - sei es Bayern-Bashing oder in diesem Fall die offene Unterstützung von Steuerhinterziehung, oder ist das alles wirklich ernstgemeint? Das ganze bekommt so schön langsam ein ..ssi-Format ähnlich RTL2, wobei die ja offen dazu stehen!
Vielleicht könnte man darauf mal eine Antwort bekommen

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SenYek 05.12.2012, 17:04
71. Nicht alle Aspekte beleuchtet

Grundsätzlich hat Herr Münchau recht: Höhere Steuereinnahmen wirken wie Steuererhöhungen ... und Steuererhöhungen sind nicht konjunkturfördernd (lernt man in VWL im ersten Semester), auch wenn der Staat das Geld gleich wieder ausgibt (was er meistens sehr gut schafft).

Es werden aber einige Aspekte nicht betrachtet, die das Thema wirklich interessant gemacht hätten:
1.) Das jetzt "neu versteuerte" Geld ist nicht im "Investitionskreislauf", sondern es lagert typischerweise festgeldmäßig auf Schweizer Konten. Da man exakt *dieses* Geld neu besteuert, dürfte der negative Konjunktureffekt zumindest abgeschwächt werden. 2.) Die (angeblich) "gesellschaftliche Akzeptanz für Steuerhinterziehung" hat sich -wenn es sie jemals gab- in Deutschland in den letzten Monaten definitiv deutlich relativiert. Mittlerweile gibt es für Steuerstraftäter wie Herrn Zumwinkel deutlich weniger Verständnis als vielleicht noch vor 10 Jahren. Insofern hat die "neue Besteuerung von Steuerhinterziehern" auch eine steuernde Wirkung in Richtung auf mehr Gerechtigkeit, evtl. auch mehr Anstand, vielleicht weniger Korruption(?). Auch das dürfte eine eher positive macroökonomische Wirkung entfalten.

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prodigal 05.12.2012, 17:05
72. Erm...

...nein. Schlichtweg und ergreifend: Nein.

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j.vantast 05.12.2012, 17:05
73. Logik?

Zitat von sysop
Denn der Trend zu mehr Ehrlichkeit wirkt wie eine Steuererhöhung
Und andererseits wird hier geschrieben, wenn alle ihre Steuern zahlen würden könnte man die Steuern senken.

Ja was denn nun?
Wenn Steuerfahnder hinterzogene Steuern eintreiben ist das also eine Steuererhöhung, wenn der Steuerpflichtige aber all seine Steuern freiwillig zahlt, so könnte man die Steuern senken?
Mit Logik hat das alles offensichtlich nichts mehr zu tun.

Bei diesem Verständnis eines "Finanzexperten" wundert mich auch nichts mehr, warum in diesem Land nichts mehr richtig funktioniert.

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tropf 05.12.2012, 17:05
74. Dass Menschen ihren fairen Beitrag für das Gemeinwohl zahlen müssen, ist rechtlich, politisch und moralisch richtig.

Die Frage ist wer, sind die Menschen, die den fairen Beitrag bezahlen müssen? Solange grosse Firmen Schmiergelder zahlen können, die ja gar nicht verbucht werden können, solange gibt es auch Steuerhinterziehung und da spielt der mit hundertausend Euro keine Rolle mehr.

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spon-facebook-10000237640 05.12.2012, 17:08
75. Hyperventilation

Tatsächlich scheinen hier alle Kommentatoren zu hyperventilieren, statt wirtschaftliche Zusammenhänge nüchtern zu überdenken. Herr Münchau hat schlicht recht, wenn er sagt, dass eine immer höhere Staatsquote an der Wirtschaftsleistung dämpfend wirkt. Das hat zunächst nichts mit dem verwerflichen Delikt Steuerhinterziehung zu tun. Es ist auch empirisch hinreichend nachgewiesen, dass Staaten mit vergleichbarem BSP pro Kopf im Durchschnitt dann ein höheres Wachstum aufweisen, wenn die durchschnittlichen Steuersätze niedriger sind. Dort führt das insgesamt zu mehr Wohlstand, hier leider nur zu mehr Neid. Und der Wunsch der Wohlstandsmehrung auf gleichverteilter Basis hat bisher noch keine Nation verwirklichen können, oder kennt jemand ein gutes Beispiel, von dem Deutschland lernen sollte?

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Izmi 05.12.2012, 17:10
76. Sinngehalt

Zitat von karlsiegfried
Herr Münchhausen ist doch nur ein Journaille-Provokateur. Er meint nichts von dem, was er schreibt. Habt doch Mitleid mit ihm, er muss doch auch leben und Brüssel ist nicht gerade billig. Hat denn noch niemand kapiert dass dieser Mann kein Journalist sondern nur ein Märchenerzähler ist?
Jepp! Sie werden wohl recht haben - und ich fall auch noch darauf herein...
Brot und Spiele bedeutet in den Medien nichts anderes als "wir schreiben und dann wann werfen wir euch einen Brocken zu, an dem ihr richtig zubeißen könnt. Kommt nur nicht auf die Idee, alles (!) zu hinterfragen, was wir so erzählen..."
Das macht Sinn.

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friedrich1954 05.12.2012, 17:10
77. noch irrer

Zitat von aprilapril
Steuerhinterziehung beflügelt die Wirtschaft? Kein Wunder, dass wir so erfolgreich sind. In welchem irren System leben wir?
Korruption im Auslandsgeschäft belebt ebenfalls die Wirtschaft.
Leider wurde diese Geschäftsform eingedämmt.
Wenn es uns schlechter geht,erinnert man sich vielleicht an dieses Modell

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sobollo 05.12.2012, 17:10
78.

herr münchau geht von der these aus, das der staat bei erhöhten steuereinkommen die steuer nicht senken wird.
gut, aber was hat das mit steuerbetrug zu tun?

übrigens massenhafter autodiebstahl ist auch gut für die wirtschaft.

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criticalck 05.12.2012, 17:10
79.

Zitat von lindenbast
Aber das in diversen Steueroasen gebunkerte Geld floss doch gerade eben NICHT in den Konsum. Wir haben doch jetzt lange genug gesehen, dass Steuersenkungen den Konsum eben NICHT ankurbeln, jedenfalls dann nicht, wenn sie in Gestalt von Senkung der Spitzensteuersätze stattfinden. Denn je höher das Einkommen, desto weniger (prozentual gesehen) wird davon tatsächlich ausgegeben. Hartz IV geht zu 100% in den Konsum, ein Millioneneinkommen nicht.
Mir ist schleierhaft, weshalb Sie den Konsum als zentrale Variable hinstellen. Sie haben zwar recht, dass ein Millioneneinkommen nicht komplett konsumiert wird, aber in der Bewertung dieser Tatsache liegen sie komplett daneben. Was nicht konsumiert wird, wird gespart oder investiert. Erspartes wird seitens der Banken wiederum in die Wirtschaft investiert. Was konsumiert wird, ist erstmal weg - klar ein Teil wandert in Löhne und Unternehmen, ein beträchtlicher Teil ist aber nunmal konsumiert. Konsum ist verglichen mit Investitionen viel weniger wichtig für anhaltendes Wachstum. Hartz IV ist in keiner erdenklichen Weise wirtschaftlich vorteilhaft, ganz im Gegensatz zu Millionären.

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