Forum: Wirtschaft
Schweden fast ohne Bargeld: Wenn das WC-Geld nur noch per App bezahlt wird
Getty Images

Selbst der Klingelbeutel in Kirchen funktioniert ohne Klingeln: Kein Land ist bei der Abschaffung von Münzen und Banknoten so weit wie Schweden. Ist das ein Zukunftsmodell für andere Länder?

Seite 1 von 32
rainerwäscher 27.10.2018, 12:18
1. Unmöglich

Der blanke Horror. Eine klassische Dystopie.
Sollte bei uns jemals das Bargeld abgeschafft werden, wird bei den folgenden Wahlen die Partei gewinnen, die die Wiedereinführung im Programm hat.

Beitrag melden
hektor2 27.10.2018, 12:18
2.

Die Abschaffung des Bargelds ist die Einführung der totalen Kontrolle und damit auch das Ende der Freiheit.

Beitrag melden
Susi Sorglos 27.10.2018, 12:25
3. In D kaum auszudenken

Die Banken probieren hierzulande ja schon seit Jahrzehnten, uns das Bargeld auszureden. Zuerst die EC-Schecks, dann die Geldkarte, dann die Kreditkarte. Nun sollen es die Apps und NFC-Chips richten ? Der Deutsche hängt zu sehr am Bargeld, so sehr, dass die Banken in großen Umfang scheiterten. Man wird zu gut überwachbar, Oma kann dem Enkelchen keinen Schein mehr zustecken, ohne dass es Bänker und Staat mitkriegen. Auch die geliebte heimliche Reserve unterm Kopfkissen oder im Küchenschrank wären passé.
OK, die jetzt nachwachsende Generation hat ja eigentlich kein Gefühl mehr für den sauer verdienten Groschen, es könnte also bei dieser Generation erstmals in die beschriebene Richtung klappen - aber die aktuell groß Masse der Bürger wird es ablehnen.

Beitrag melden
itsmi 27.10.2018, 12:31
4. Horrorvorstellung

Man kann immer wieder nur fassungslos sein, was so zur Bargeldabschaffung geschrieben wird. "Ist das ein Zukunftsmodell für andere Länder?" Äh.... Nein. Die Abschaffung des Bargelds ist ein gewaltiger Schritt in Richtung Überwachungsstaat, und zwar in einem Ausmaß, von dem historische Vorgänger nicht einmal zu träumen wagten. Die vollkommen transparenten Bürger. Es lässt sich alles nachvollziehen: Ernährung, Freizeitverhalten, Aufenthaltsorte, einfach alles. Und unliebsame Bürger bestraft man mit einem Handstreich und sperrt einfach das Konto. Die Wirtschaft kommt nicht in Schwung? Kein Problem, wir erheben einfach 5% Minuszinsen und enteignen so die Menschen, dann geben sie das Geld schon aus. Abheben und unters Kopfkissen legen geht dann nicht mehr. Bargeldabschaffung ist mE das einzige Thema, über das man in einer angeblich freien Gesellschaft wirklich überhaupt nicht diskutieren muss, weil die Antwort ganz offensichtlich ist. Kommen wird es natürlich trotzdem. Auch weil uns dieser Kram natürlich erst schmackhaft gemacht wird mit all den Vorteilen (ja es gibt welche, bspw. Bekämpfung der Schwarzarbeit, aber das wiegt die Nachteile nicht annähernd auf). Und wenn's dann da ist, passiert wieder irgendwas und dann kommt die Politik: Huch, Terrorgefahr oder sonstwas, wir brauchen da mehr Kontrolle und Einfluss und benutzen wir jetzt auch als Sanktion. Ist ja alternativlos und nur zum Besten der Bürger. Ganz besonders regt mich dieser Satz auf:

"Das Bargeld, so wollen es immer mehr Politiker und Wirtschaftsführer, soll erst einmal weiter bestehen. Ihre Bürger haben allerdings immer weniger Lust, es zu nutzen."

Das halte ich für vollkommenen Unsinn. Politiker und Wirtschaftsführer würden das lieber heute als morgen abschaffen. Es gibt bereits weltweit entsprechende Bestrebungen. Wer wirklich für die Abschaffung des Bargeldes ist, der sollte nochmal darüber nachdenken, wie viel Macht er damit Banken und dem Staat über sich selber gibt. Und wer glaubt Staaten würden so etwas nicht nutzen, der sollte mal nach China gucken, wo es je bereits seit einiger Zeit ein staatliches Scoring für die Bürger gibt. Derlei überwachungsstaatliche Phantasien sind heute bereits Realität und wir werden sie hier auch kriegen. Liebe SPON-Redakteure: Wenn Politiker und Wirtschaftsführer sagen, sie wollen das Bargeld nicht abschaffen, dann heißt das noch lange nicht, dass sie es nicht doch abschaffen wollen. Fallt doch nicht immer wieder auf dieselben Lügen und Tricks rein.

Beitrag melden
_derhenne 27.10.2018, 12:37
5.

Mich wundert immer wie offen und teils auch gutgläubig/naiv die Schweden gegenüber tiefgreifenden, vermeintlich modernen Entwicklungen gesellschaftlicher Art sind. Auf der einen Seite bewunderswert, auf der anderen (gerade für uns Deutsche) sehr suspekt.

Man muss kein misanthropischer Verschwörungsthoretiker sein, um die Nachteile und Gefahren eines rein bargeldlosen Zahlungsverkehrs zu erkennen.

Beitrag melden
grumpy53 27.10.2018, 12:41
6. grenzenlos naiv

Freiheit ist auch, dass nicht jeder auf Knopfdruck weiß, was ich esse und trinke und wann und wo und mit wem, was ich kaufe, lese, höre, wo ich hingehe. Und zu glauben, dass die Kriminalität weniger wird, hat noch nie ein davon gehört, dass Mobiltelefone, Kreditkarten oder Paywörter geklaut werden, verloren gehen oder gehackt werden. das Zitat: "Wir sehen schon jetzt einen starken Anstieg der Kreditkartenkriminalität, im Darknet gibt es gefälschte oder gestohlene Karten für umgerechnet 30 Euro zu kaufen" sollte nachdenklich machen. Abgesehen davon, wie viele Arbeitsplätze verloren gehen. Abschaffung des Bargeldes? Big brother is watching you. Hat die Technik ein Problem, kann ich kein Essen mehr kaufen, keinen Fahrschein, tolle Aussicht. Wieder ein Land, das ich nicht mehr besuchen will, obwohl es ein großartiges Land mit freundlichen Menschen ist. Aber diese Naivität gegenüber Datenschutz will ich nicht zwangsweise hinnehmen müssen, als Besucher, der mit Bargeld gegen die Wand läuft.

Beitrag melden
dasfred 27.10.2018, 12:41
7. Bargeld ist auch Schutz

Schutz vor Spontankäufen. Seit ich mich vor vielen Jahren entschieden habe, meine Einkäufe zu planen und nur soviel Geld einzustecken, wie ich benötige, komme ich bedeutend besser klar. Sollte ich etwas entdecken, dass mein Interesse geweckt hat, bleibt mir dann erstmal ein Tag Bedenkzeit, womit sich dann die meisten Sachen wieder erledigen. Jeder kann ja mal vier Wochen testen, ob sich das persönliche Kaufverhalten ändert. Mir hat es geholfen, auch längere Zeit mit wenig Geld gut zu Haushalten und Polster zu schaffen. Wenn der Umgang mit Plastikgeld so verantwortungsvoll wäre, wie immer behauptet, dann gäbe es nicht die Heerscharen von Verkaufspsychologen, die uns davon abhalten wollen.

Beitrag melden
okrogl 27.10.2018, 12:44
8. Europa 2018

Rechte haben starken Zulauf, wöchentlich neue Datenskandale, Hacker erpressen munter Krankenhäuser, die EU zerfällt langsam, die nächste Krise klopft mit Italien schon mal an, Bürger werden mehr und mehr pauschal unter Generalverdacht gestellt und überwacht und die Schweden haben derweil vollstes Vertrauen in Wirtschaft und Politik. Süß.

Bargeld ist Freiheit und ich habe keine Lust irgendwann Post von der Krankenkasse zu erhalten, weil ich zwei Tüten Chips gekauft habe.
Wie schnell sein elektronisches Geld unerreichbar werden kann, sah man damals in Griechenland. Wer immer noch nicht gelernt hat, dem ist nicht mehr zu helfen.

Beitrag melden
happy2010 27.10.2018, 12:45
9.

Die Zukunft gehört dem mobilen Bezahlsystem ohne Bargeld

Das kann man in allen fortschrittlichen Zivilisationen betrachten

Ob das erstrebenswert ist sei dahingestellt, sich dagegen zu verwahren ist jedoch Unsinn
Sinnig wären jedoch Gesetze, die dieses Bezahlsystem gesetzlich als Variante neben der Barzahlung verpflichtend machen, denn ansonsten verlieren wir mal wieder den weltweiten Anschluss an moderne Bezahlsysteme

Grundsätzlich ist es erschreckend, wie sehr dieses "dagegen" und "will keiner" die Zukunftsfähigkeit unseres Staates drastisch begrenzt
Bereits heute kommt man sich als weltweit reisender in Deutschland oft vor wie in einer Reise ins Gestern

Beitrag melden
Seite 1 von 32
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!