Forum: Wirtschaft
Schweizer Ärger über Franken-Freigabe: "Was ist nur in die Zentralbank gefahren?"
DPA

Die Schweizer haben völlig überraschend ihre Kurskontrolle für den Franken aufgegeben. Unternehmer sprechen von einem schwarzen Tag für die Wirtschaft, die Sozialdemokraten sind entsetzt - aber es gibt auch Lob für die Aufgabe des "Quasi-Euro".

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torrelamata 15.01.2015, 20:20
10.

Zitat von kraus.roland
dieser Art war schon lange fällig, weil nötig! Am Ende könnte der gar nicht abwegige und gewiss wünschenswerte Beitritt der Schweiz zur EU und zum Euro kommen. Das Beste ist, das Ganze schon mal anzudenken!
Kann sein oder genau das Gegenteil ist der Fall. Die SNB zieht die Notbremse um genau das von Ihnen beschriebene Szenario zu vermeiden und die Abhängigkeit vom Euro lieber jetzt (Ende mit Schrecken) als später (Schrecken ohne Ende) zu beenden. Bin mal gespannt wann die Politgrößen in Berlin ihr Schweigen brechen aber vermutlich erkennen viele die Brisanz dieser Entscheidung. Ich sehe darin ein Votum gegen den EURO. Warum ? Weil diese Entscheidung der SNB einen Tag nach der Stellungnahme des Generalstaatsanwaltes zum EUGh erfolgte. Die Schweizer Banker erkennen wohl wohin die Reise gehen wird. Ein weiter fallender EURO wird von der EZB gewollt und die Schweizer hätten dies mit weiteren Anleihekäufen bezahlen müssen um die 1.20 EUR Linie zum SFr zu halten. Diese Banker sehen wenigstens noch ihre Verantwortung für ihr Land. Wir sind mit unserer BuBa doch auf völlig verlorenem Posten. Alternativlos, versteht sich.
Schönen Abend noch

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si-ar 15.01.2015, 20:22
11.

Zitat von schlabbedibapp
Im übrigen ist die Schweiz ein cleveres Land, das trotz Aufwertung seine Exporte zwar reduziert sieht, aber dafür ist der Gewinn auch höher. Und da in einer globalisierten Welt ein Großteil der Produktkomponenten im Weichwährungsraum Euro und anderswo billig eingekauft werden kann, sind für die Schweizer noch Preissenkungen möglich. Diese Panikmache kennen wir von den Europhorikern zu Genüge. Deutschland war vor dem Euro trotz etlicher Aufwertungen immer Exportweltmeister 2 nach den USA, in den Achtzigern sogar ein paar Jahr auf Platz 1. Aber jetzt wird von allen die DM-Zeit schlechtgeredet, obwohl der Euro seit Jahren im Sinkflug ist. Der jetzige Schritt der SNB sollte im Euroraum die Alarmglocken schrillen lassen. Der Präsident der SNB Thomas Jordan ist ein kluger Kopf, der von Anfang an das Scheitern des Euro vorausgesagt hat. Und jetzt lässt ein 8-Millionen-Volk den 337-Millionen-Euroraum mal kräftig erzittern. Ein deutlicheres Dokument der Schwäche des Euro kann es nicht geben. Die Eurodämmerung ist angebrochen! Draghi wird noch ein paar letzte, für die wenigen soliden Staaten lebensgefährliche Hazardspielchen machen und dann ist endgültig Schluss!
Der Franken hat gegenüber allen Währungen um bis zu 18 % zugelegt, die Aufwertung ist keineswegs auf den €-Raum beschränkt.
Wohin wollen die noch ihre Produkte verkaufen?

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klaus47112 15.01.2015, 20:26
12. die Schweiz....

.. ist durch ihre EURO Stützung inzwischen der größte Gläubiger Deutschlands!!! Was hätten sie auch anderes kaufen sollen als deutsche Staatsanleihen!

Mit der Ankündigung des EUGH die Politik Draghis und damit de facto die Schuldenunion, zu billigen wird auch D in Zukunft seiner Bonität beraubt!

Da es weder aus Berlin noch aus Karlsruhe Signale dagegen gab haben die Schweizer sofort die Reißleine gezogen!

Chapeau, eine unabhängige Notenbank macht Politik im Interesse ihres Landes!

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cyoulater 15.01.2015, 20:26
13. Wen es trifft?

Auf jeden Fall die schweizerische Exportwirtschaft, die Gastronomie und den Fremdenverkehr, außerdem die gesamte Wirtschaft im Grenzbereich. Letztere hat bei dem guten Frankenkurs der letzten Jahre, gepaart mit der für Eidgenossen möglichen Rückerstattung der vollen deutschen MwSt, ohnehin schon nichts mehr zu lachen gehabt. Das wird, auch wenn es vielleicht auf lange Sicht ein richtiger Schritt war, erst einmal vielen das Genick brechen.

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jan07 15.01.2015, 20:28
14. Eine kluge Euntscheidung

Die Schweizer sind eben kluge Leute. Sie achten auf ihre Interessen, nicht wie die doofen Deutschen, die Herrn Draghi im preußischen Kadavergehorsam in den Untergang folgen.

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Liberalitärer 15.01.2015, 20:31
15. Shopping

Zitat von si-ar
Der Franken hat gegenüber allen Währungen um bis zu 18 % zugelegt, die Aufwertung ist keineswegs auf den €-Raum beschränkt. Wohin wollen die noch ihre Produkte verkaufen?
Verkaufen war gestern, jetzt geht die Schweiz shoppen. Unternehmen, Waren usw, alles günstiger.

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Big_Jim 15.01.2015, 20:31
16. Was sollte die Zentralbank denn machen?

Sie hat sich schon jetzt mit Euros vollgesogen wie ein Schwamm und wird bereits bei der aktuellen Menge Probleme haben sie halbwegs schonend los zu werden. Besonders weil die EZB ja auch "druckt" als würde es kein Morgen geben. Die aktuelle Deflation wird irgendwann in massive Inflation umschlagen und das wird erst richtig lustig an den Märkten.

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hansi45 15.01.2015, 20:31
17. Der Anfang vom Ende des Merkels

Die Gewerkschaften können nun tagelang jammern, aber das ist die Realität, Bravo SNB, bye bye Euro

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schwaebischehausfrau 15.01.2015, 20:31
18. Der eigentliche Verlierer...

ist der Euro, der immer schwächer wird und sich zu einer Weichwährung a la ital. Lira oder Drachme entwickelt. Unsere Politiker werden den Bürgern natürlich einreden, dass das richtig super ist, dass der Euro so schwach ist ("gut für die Wirtschaft", dumm nur,dass Deutschland auch zu Zeiten einer starken DM Export-Weltmeister war) und dass die Leute keine Zinsen mehr auf ihr Erspartes bekommen und ihre Lebensversicherungen/Altersvorsorge dadurch auch immer mehr schrumpft.
Dumm nur, dass am Ende die Gleichung ganz einfach ist: SCHWACHE WÄHRUNGEN sind immer ein Ausdruck einer SCHWACHEN VOLKSWIRTSCHAFT. So ist das gerade in Japan und in Russland und so war es vor dem Euro mit Drachme, Lira und Peseta in Europa.
Und spätestens beim nächsten Auslands-Urlaub wird auch der letzte naive Euro-Jünger aus Deutschland beim Bezahlen merken, dass doch nicht alles so super-toll ist mit einer Weichwährung namens Euro. Und erst recht, wenn der Ölpreis/Spritpreis wieder hoch ist aber der Euro immer noch schwach ist....

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distel61 15.01.2015, 20:31
19.

Zitat von schlabbedibapp
Und jetzt lässt ein 8-Millionen-Volk den 337-Millionen-Euroraum mal kräftig erzittern. Ein deutlicheres Dokument der Schwäche des Euro kann es nicht geben.
Der Schwanz glaubt mit dem Hund wackeln zu können, obwohl es gar nicht sein Hund ist.

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