Forum: Wirtschaft
Schweizer Ärger über Franken-Freigabe: "Was ist nur in die Zentralbank gefahren?"
DPA

Die Schweizer haben völlig überraschend ihre Kurskontrolle für den Franken aufgegeben. Unternehmer sprechen von einem schwarzen Tag für die Wirtschaft, die Sozialdemokraten sind entsetzt - aber es gibt auch Lob für die Aufgabe des "Quasi-Euro".

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MTBer 19.01.2015, 12:22
310. Nach meinem Dafürhalten . . .

Zitat von Peter Bernhard
Ich bekomme folgenden schlichten Hickhack kaum auf die Reihe: angeblich - stimmt das - hat die Schweizer Nationalbank den Euro dadurch gestützt, dass sie Euroanleihen erwarb. Das ist klar daa, was die EZB nun vorhat. Klar also, dass eine - aha - Nationalbank Staatanleihen aufkaufte, um's kurz anzusprechen: "weil wo sicher zu sicher ist". Interessant: die Schweizer bezweckten ein Fallen, ein Inflationieren des Euro, während das die EZB nur "leider" in Kauf nimmt, jedenfalls nicht - aha - Zweck der Unternehmung ist: es geht doch der EZB um eine Fortsetzung des Niedrigzinses mit anderen Mitteln. Oder ist etwa wegen internationalem Wettbewerb ein Absenken des Eurokurses primär beabsichtigt? Was also "nun": Flüssigmachen der Wirtschaft oder Herabsetzen des Wechselkurses? Für letzteres spricht die "Mär" von der "Kapitulation" der Schweizer. Ist das "Made in Europe" derart mies? Sollen sich chinesische Neoschufter einen Welterbeurlaub globalisern können? Anzunehmen, Geld, das an Halter von Staatanleihen fliesst, komme dann realinvestiven Zwecken zugute, war meinerseits also "schon nicht richtig", naiv war dann wohl, diese Annahme anderen, der Europabank, zu unterstellen.
. . . wesentlich simpler.

1. falsche Annahme: die Schweizerische Nationalbank hat mitnichten den Eurokurs gestützt. Das würde weit über ihre Kräfte gehen. Sie hat vielmehr den Franken gedeckelt - mit der Folge, dass die Euro-Devisenreserven kontinuierlich angewachsen sind.

2. Diese Euro-Bestände unterlagen einem fortwährenden Abschreibungsbedarf. Und mit der Ankündigung der EZB, weitere Anleihe-Aufkäufe vorzunehmen, wäre die SNB möglicherweise in die Situation gekommen, nicht nur keine Gewinnausschüttungen an Bund und Kantone mehr vornehmen zu können, sondern ggfls. Nachschüsse zu verlangen.

3. Daher war der Schritt aus dieser kursverzerrenden Marktintervention sicherlich richtig und nötig, möglicherweise auch überfällig aber anscheinend diletantisch ausgeführt.

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Bahnix 21.01.2015, 11:53
311. danielhoogland

Zitat von danielhoogland2
Ich rate allen Euroskeptikern, diese Geschehnisse aufmerksam zu verfolgen. Was jetzt mit der Schweiz und dem CHF passieren wird, könnte ein Beispiel sein für was passieren würde nach einen Wechsel von EUR nach DEM. Es ist nicht leicht Nationalbankchef zu sein mit einer Währung eines so kleinen Landes, wie die Schweiz.Wenn es um Geldmenge geht : schon mal ein kleines Lotsboot gesehen, das bei rauher See anlegen muss an einem Supertanker? (CHF=Lotsboot, EUR= Supertanker). Die Folgen für die Schweizer Ökonomi werden verheerend sein. Mit riesigen Widerwillen mussten sie den Zutritt zu Schengen akzeptieren.....irgendwann kommt der Antrag zum Beitritt zum €. Ablehnung ist sicher : für den Beitritt ist EU MItgliedschaft erforderlich...
Wo waren Sie denn in den letzen 4 Jahren? Damals stürzte der Euro von 1.60 auf 1.20. also um 25 Prozent. Heute fiel er von 1.20 auf 1.04, also um 14%. Der 25er Fall hat der Schweiz nicht geschadet. Sie steht in allen volkswirtschaftlichen Belangen besser da als jedes Land von Europa, inkl Deutschland!

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Bahnix 21.01.2015, 11:58
312.

Zitat von carlitom
Was für Produkte? Kann ja nur Pharma sein. Ansonsten gibts da ja hauptsächlich Käse und Schokolade.
und die 130 Weltmarktführer, die in der Schweiz produzieren?
Einfach unter Hidden Champions Schweiz googeln.

http://www.bilanz.ch/unternehmen/hidden-champions-heimliche-helden

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Bahnix 21.01.2015, 12:06
313.

Zitat von tromsø
Übrigens: Ich wohne in der Schweiz, Deflation stört hier niemanden, auch die SNB nicht, auch wenn dies nicht klar kommuniziert wurde, denn man muss nur Angst vor Deflation haben, wenn man hochverschuldet ist, deshalb die Bazooka von Draghi um die Südländer vor dem Kollaps zu retten
Bravo! Sag ich schon lange: Deflation: Ales kotet weniger. Mein Lohn ist mehr wert, ich muss weniger lange für etwas arbeiten. Meine altersversorgung ist gesichert.

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Bahnix 21.01.2015, 12:16
314. aber aber!

Zitat von pterodactylus
wollte Rom auch nur mal brennen sehen. Wenn man die Absicht hat, die Kopplung zwischen Euro und Franken zu lösen, muss der Markt darauf vorbereitet werden, um die Schwankungen, die daraus entstehen, möglichst gering zu halten.
Und sonst haben sie keine Probleme?
Was wäre passiert: Jeder hätte noch schnell Franken gekauft um sich zu bereichern. Und der Schweizer Steuerzahler hätte die Differenz bezahlt. Sorry, aber der Pestalozzi ist gestorben, und seine Alte gibt nichts!

Wenn sie das bei einer Firma machen würden hätten sie ein massives Problem mit der Strafjustiz. Schon mal was von Insiderhandel gehört! Das Votgehen war das einzig richtige. Dass nun ausgerechnet die Finanzbranche aufheult, zeigt nur, dass die Massnahme wirksam war!

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